The Lorelei's Grasp (US-DVD)
In einer kleinen deutschen Stadt geht das Grauen um: Junge Frauen werden überfallen und entherzt! Könnte die sagenhafte Lorelei dahinterstecken?
Wenn es nach spanischen Drehbuchautoren geht, wäre das durchaus möglich! THE LORELEI'S GRASP war mir als nicht sonderlich lohnend in Erinnerung geblieben. Ich hatte früher allerdings auch nur ein holländisches Schrabbeltape zur Verfügung gehabt. Da mir ein Freund eine DVD des Filmes ans Herz legte, gab ich ihm eine zweite Chance, und hollahe! Also: Lorelei ist nämlich in Wirklichkeit eine Meerjungfrau (die sagenhaft schöne Helga Liné), die sich in Vollmondnächten (= „den Nächten Wotans“!) in ein Gummimonster verwandelt. An ihrer Seite hat sie Narbengesicht Luis Barboo, der Alberich spielt, den größten Zwerg der Welt. Dem See der Lorelei nahegelegen ist eine Mädchenschule, in der die ältesten Teenager Deutschlands wohnen. Da es sich bei der DVD-Fassung um eine spanische Version handelt, haben die Mädels alle Bikinis an, denn Brüste durfte man in Spanien zu jener Zeit nur zeigen, wenn sie zerschnitten oder zerrissen wurden. Sie benehmen sich allerdings sehr blond, gackern also debil, während sie sich in der Badewanne den Rücken abschrubben etc. Zum Schutz der deutschen Maidenschaft wird Tony Kendall herbeiexpediert, der einen professionellen Jäger namens Sigurd spielt. (Kreisch!) Seine Qualifikation als Jäger vermag ich nicht zu beurteilen, aber breitbeinig mit seiner weißen Schlaghose posieren kann er prima. Die frigide Professorin Elke (die genauso alt zu sein scheint wie ihre Schülerinnen) ist insgeheim in ihn verliebt und duldet deshalb keine Techtelmechtel. Bis Sigurd die unterirdische Höhle der Lorelei entdeckt (=Rudi's Reste Rampe!), werden noch einige Herzen aus Leibern gerissen.
Ein großartiger Film! Selbstredend ist keine Szene davon in Deutschland gedreht worden. Eine mögliche Ausnahme stellen die Flußaufnahmen dar, die vor einem kaiserstuhligen Weinberg gedreht wurden. Sie sind nicht sehr stimmungsvoll, erlauben aber großzügige Einblicke in das Wesen der deutschen oder spanischen Binnenschiffahrt. Toll sind auf jeden Fall die Szenen im Dorf, das Kitschpostkarten aus dem bayrischen oder fränkischen Raum nachgestaltet ist. Über manchen Häusern hängen da Schilder, auf denen „Lebensmittelgeschäft“ steht. Daran werde ich heute abend denken, wenn ich in die Kneipe gehe. (Die, über deren Eingang auch ein großes Schild mit der Aufschrift „Kneipe“ angebracht ist!) Die Bezugnahmen auf die germanische Legendenwelt sind ganz allerliebst. Allerdings hätte ich Tony Kendalls Figur in Anlehnung an seinen „Kommissar X“, Jo Walker, eher Jogurd getauft, aber man kann nicht alles haben. Helga Liné sieht einfach toll aus, und daß sie in dieser Fassung leider ihre Sachen anbehält, ist der einzige veritable Wermutstropfen. Der Stuntman, der ihre Lurchluder-Inkarnation spielt, gibt alles und reißt den Knallchargen die Gummischeiße aus dem Leib. Auch hier fällt auf, daß Lurchi manchmal blutbeschmierte, manchmal blitzeblanke Krallenhände spazierenführt. Neben diversen deutschen Mädels erwischt es den bestgekleideten blinden Bettler Deutschlands, der vorher mit seiner Fiedel das Lied der Lorelei angestimmt hat. Ein Professor muß auch dran glauben und gießt sich bei seinem letalen Abgang noch eine Urinprobe ins Gesicht, die sich als säurehaltig erweist – alles für das Jugendverbot! Mit Tante Helga in Walhalla – so läßt sich die Ewigkeit genießen...
In einer kleinen deutschen Stadt geht das Grauen um: Junge Frauen werden überfallen und entherzt! Könnte die sagenhafte Lorelei dahinterstecken?
Wenn es nach spanischen Drehbuchautoren geht, wäre das durchaus möglich! THE LORELEI'S GRASP war mir als nicht sonderlich lohnend in Erinnerung geblieben. Ich hatte früher allerdings auch nur ein holländisches Schrabbeltape zur Verfügung gehabt. Da mir ein Freund eine DVD des Filmes ans Herz legte, gab ich ihm eine zweite Chance, und hollahe! Also: Lorelei ist nämlich in Wirklichkeit eine Meerjungfrau (die sagenhaft schöne Helga Liné), die sich in Vollmondnächten (= „den Nächten Wotans“!) in ein Gummimonster verwandelt. An ihrer Seite hat sie Narbengesicht Luis Barboo, der Alberich spielt, den größten Zwerg der Welt. Dem See der Lorelei nahegelegen ist eine Mädchenschule, in der die ältesten Teenager Deutschlands wohnen. Da es sich bei der DVD-Fassung um eine spanische Version handelt, haben die Mädels alle Bikinis an, denn Brüste durfte man in Spanien zu jener Zeit nur zeigen, wenn sie zerschnitten oder zerrissen wurden. Sie benehmen sich allerdings sehr blond, gackern also debil, während sie sich in der Badewanne den Rücken abschrubben etc. Zum Schutz der deutschen Maidenschaft wird Tony Kendall herbeiexpediert, der einen professionellen Jäger namens Sigurd spielt. (Kreisch!) Seine Qualifikation als Jäger vermag ich nicht zu beurteilen, aber breitbeinig mit seiner weißen Schlaghose posieren kann er prima. Die frigide Professorin Elke (die genauso alt zu sein scheint wie ihre Schülerinnen) ist insgeheim in ihn verliebt und duldet deshalb keine Techtelmechtel. Bis Sigurd die unterirdische Höhle der Lorelei entdeckt (=Rudi's Reste Rampe!), werden noch einige Herzen aus Leibern gerissen.
Ein großartiger Film! Selbstredend ist keine Szene davon in Deutschland gedreht worden. Eine mögliche Ausnahme stellen die Flußaufnahmen dar, die vor einem kaiserstuhligen Weinberg gedreht wurden. Sie sind nicht sehr stimmungsvoll, erlauben aber großzügige Einblicke in das Wesen der deutschen oder spanischen Binnenschiffahrt. Toll sind auf jeden Fall die Szenen im Dorf, das Kitschpostkarten aus dem bayrischen oder fränkischen Raum nachgestaltet ist. Über manchen Häusern hängen da Schilder, auf denen „Lebensmittelgeschäft“ steht. Daran werde ich heute abend denken, wenn ich in die Kneipe gehe. (Die, über deren Eingang auch ein großes Schild mit der Aufschrift „Kneipe“ angebracht ist!) Die Bezugnahmen auf die germanische Legendenwelt sind ganz allerliebst. Allerdings hätte ich Tony Kendalls Figur in Anlehnung an seinen „Kommissar X“, Jo Walker, eher Jogurd getauft, aber man kann nicht alles haben. Helga Liné sieht einfach toll aus, und daß sie in dieser Fassung leider ihre Sachen anbehält, ist der einzige veritable Wermutstropfen. Der Stuntman, der ihre Lurchluder-Inkarnation spielt, gibt alles und reißt den Knallchargen die Gummischeiße aus dem Leib. Auch hier fällt auf, daß Lurchi manchmal blutbeschmierte, manchmal blitzeblanke Krallenhände spazierenführt. Neben diversen deutschen Mädels erwischt es den bestgekleideten blinden Bettler Deutschlands, der vorher mit seiner Fiedel das Lied der Lorelei angestimmt hat. Ein Professor muß auch dran glauben und gießt sich bei seinem letalen Abgang noch eine Urinprobe ins Gesicht, die sich als säurehaltig erweist – alles für das Jugendverbot! Mit Tante Helga in Walhalla – so läßt sich die Ewigkeit genießen...