Keiner killt so schlecht wie ich (TV)
Henry Graham ist ein Playboy. Er liebt schnelle Autos, schnelle Frauen und ein schnelles Leben. Und Henry Graham ist reich. Zumindest bis zu jenem Zeitpunkt, als sein Kapital aufgezehrt ist und er sich in den Krallen des Pleitegeiers befindet. Sein treuer Butler Harold weiß, daß es nur zwei gesellschaftlich akzeptable Konsequenzen gibt, sich aus der Affäre zu ziehen – Selbstmord oder eine gute Partie. Und so sucht Henry nach einer reichen Frau, die er heiraten und beerben kann. Er findet sie in der ebenso unscheinbaren wie tolpatschigen Henrietta, Erbin eines großen Vermögens. Mit großem Geschick buhlt Henry um die Gunst der Dame, was schließlich von Erfolg gekrönt ist. Doch dann entdeckt er völlig neue Seiten an sich...
Von allen Walter-Matthau-Komödien ist diese hier eine der unbekanntesten, und dies völlig zu Unrecht, denn A NEW LEAF (beknackter deutscher Titel!) ist eine exzellent geskriptete schwarze Komödie, die einem so nebenbei eine ganze Menge über Menschen und ihre Wandlungsfähigkeit verrät. Der Film ist das Kind von Elaine May, die nicht nur für Skript und Regie verantwortlich zeichnet, sondern auch eine hinreißende Darstellung gibt als Henrietta, einer Frau, die kaum lebensfähig erscheint. Zu Beginn ist Henry entzückt, als er ihre komplette Unfähigkeit mitbekommt: Sie verschüttet Tee im Reicher-Leute-Club, bevorzugt geschmacklosen Billgrotwein (natürlich gekühlt, und wenn's geht, mit Strohhalm!), und genaugenommen kommt sie nicht einmal unbeschadet in ihr Nachtgewand. Der völlige Mangel an Grazie stellt eine herbe Belastungsprobe für den Playboy dar, und Matthau leidet, wie nur Matthau leiden kann. Komödien basieren ja häufig auf Situationen, die so ganz und gar nicht komisch sind. Wir sehen hier einen Mann am Abgrund, einen Mann, der gezwungen ist, seine komplett sinnfreie Existenz über den Haufen zu werfen und einen Mord anzusteuern. So etwas muß nicht unbedingt zu einer Komödie geraten. Henry Grahams Existenz wird im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß er sein ganzes Leben lang nur Geld hatte. Er war nur reich, und sonst gar nichts. Seine unmoralische Entscheidung führt natürlich dazu, daß der Zuschauer ein diebisches Vergnügen bei all den Nadelstichen empfindet, die Henrys verfeinerter Geschmack hinnehmen muß im Zusammenspiel mit dem häßlichen kleinen Entlein, das ihm schon bald als gemeingefährliche Barbarin erscheint. Er will das Böse und schafft das Gute – das ist seine Strafe, und das ist sein Segen. Matthaus Leidensweg wird begleitet von typischen New Yorker Charakterdarstellern, zum Beispiel Jack Weston (als Henriettas verkommener Rechtsanwalt), dessen Bruder Sam übrigens einer der bekanntesten Pornographen der Westküste war und unter dem Pseudonym Anthony Spinelli unzählige Lendenopern in Szene gesetzt hat. Ich kann leider keine DVD-Veröffentlichung von diesem schönen Film ausfindig machen und hoffe, daß Paramount diesem Makel irgendwann ein Ende bereitet. Selbiges gilt übrigens auch für die tolle Matthau-Episodenkomödie PLAZA SUITE, die unglaublicherweise auch noch nicht rausgekommen ist...
Henry Graham ist ein Playboy. Er liebt schnelle Autos, schnelle Frauen und ein schnelles Leben. Und Henry Graham ist reich. Zumindest bis zu jenem Zeitpunkt, als sein Kapital aufgezehrt ist und er sich in den Krallen des Pleitegeiers befindet. Sein treuer Butler Harold weiß, daß es nur zwei gesellschaftlich akzeptable Konsequenzen gibt, sich aus der Affäre zu ziehen – Selbstmord oder eine gute Partie. Und so sucht Henry nach einer reichen Frau, die er heiraten und beerben kann. Er findet sie in der ebenso unscheinbaren wie tolpatschigen Henrietta, Erbin eines großen Vermögens. Mit großem Geschick buhlt Henry um die Gunst der Dame, was schließlich von Erfolg gekrönt ist. Doch dann entdeckt er völlig neue Seiten an sich...
Von allen Walter-Matthau-Komödien ist diese hier eine der unbekanntesten, und dies völlig zu Unrecht, denn A NEW LEAF (beknackter deutscher Titel!) ist eine exzellent geskriptete schwarze Komödie, die einem so nebenbei eine ganze Menge über Menschen und ihre Wandlungsfähigkeit verrät. Der Film ist das Kind von Elaine May, die nicht nur für Skript und Regie verantwortlich zeichnet, sondern auch eine hinreißende Darstellung gibt als Henrietta, einer Frau, die kaum lebensfähig erscheint. Zu Beginn ist Henry entzückt, als er ihre komplette Unfähigkeit mitbekommt: Sie verschüttet Tee im Reicher-Leute-Club, bevorzugt geschmacklosen Billgrotwein (natürlich gekühlt, und wenn's geht, mit Strohhalm!), und genaugenommen kommt sie nicht einmal unbeschadet in ihr Nachtgewand. Der völlige Mangel an Grazie stellt eine herbe Belastungsprobe für den Playboy dar, und Matthau leidet, wie nur Matthau leiden kann. Komödien basieren ja häufig auf Situationen, die so ganz und gar nicht komisch sind. Wir sehen hier einen Mann am Abgrund, einen Mann, der gezwungen ist, seine komplett sinnfreie Existenz über den Haufen zu werfen und einen Mord anzusteuern. So etwas muß nicht unbedingt zu einer Komödie geraten. Henry Grahams Existenz wird im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß er sein ganzes Leben lang nur Geld hatte. Er war nur reich, und sonst gar nichts. Seine unmoralische Entscheidung führt natürlich dazu, daß der Zuschauer ein diebisches Vergnügen bei all den Nadelstichen empfindet, die Henrys verfeinerter Geschmack hinnehmen muß im Zusammenspiel mit dem häßlichen kleinen Entlein, das ihm schon bald als gemeingefährliche Barbarin erscheint. Er will das Böse und schafft das Gute – das ist seine Strafe, und das ist sein Segen. Matthaus Leidensweg wird begleitet von typischen New Yorker Charakterdarstellern, zum Beispiel Jack Weston (als Henriettas verkommener Rechtsanwalt), dessen Bruder Sam übrigens einer der bekanntesten Pornographen der Westküste war und unter dem Pseudonym Anthony Spinelli unzählige Lendenopern in Szene gesetzt hat. Ich kann leider keine DVD-Veröffentlichung von diesem schönen Film ausfindig machen und hoffe, daß Paramount diesem Makel irgendwann ein Ende bereitet. Selbiges gilt übrigens auch für die tolle Matthau-Episodenkomödie PLAZA SUITE, die unglaublicherweise auch noch nicht rausgekommen ist...