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Ich habe dir niemals einen Hasenbraten versprochen

Cjamangos neues Filmtagebuch




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Der Blasekämpfer



Blastfighter - Der Exekutor (DVD)

Jake war Cop, und Jake war im Gefängnis. Jake hat den Mörder seiner Frau umgebracht, aber die Welt ist unfair und gemein, und so wanderte Jake in den Kahn. Jetzt ist er wieder draußen, und er will nur seinen Frieden. Zudem stößt eine junge Frau zu ihm, die behauptet, seine Tochter zu sein. Doch selbst in den Wäldern von Georgia kann ein Mann nicht in Ruhe Rotwild ermorden. Denn Wilderer kommen ihm in die Quere. Und die Hillbillys blasen zur Bullenhatz...

THE BLASTFIGHTER hat ein wirklich tolles Drehbuch. Angeblich waren daran fünf Leute beteiligt, auch wenn man den Eindruck bekommt, ein durchschnittlich begabter Hausmeister hätte das auch hinbekommen. Motive aus RAMBO und sämtlichen Backwoods-Heulern, die man jemals gesehen hat, werden flüssig miteinander verwoben, wobei das Hauptaugenmerk wohl darauf lag, daß keines der verwendeten Elemente irgendeinen Sinn ergeben darf. Hauptdarsteller Michael Sopkiw war hauptberuflich Model, kein Mime, und so verwundert es auch nicht, daß Robert de Niro hier keine Konkurrenz erwächst. Irgendwie niedlich fand ich, daß seine Filmtochter nicht wesentlich jünger ist als er selbst. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, ständig rumzunölen oder Sachen zu sagen wie „Ich kann nicht mehr!“ oder „Du gibst wohl niemals auf!“ (Toll auch eine Szene, in der die Gejagten in einem alten Schuppen Zuflucht suchen. Sopkiw wühlt hektisch im Geraffel, das da rumliegt. Töchterlein fragt: „Du suchst eine Waffe, stimmt's?“ Nein, er sucht eine Gitarre, ist doch klar...) Dann muß sie natürlich Platz machen, denn es handelt sich um einen Männerfilm, in dem Männer vor Männern männliche Sachen machen, z.B. Hirsche killen oder Polizisten. (Die verwendeten Tierballereien sind übrigens Archivmaterial. Lamberto Bava bekam die Idee zu dem Film, als er in einer Zeitung von Wilderern las, was ihn von Herzen anwiderte. Das einzige Tier, das bei den Dreharbeiten zu Schaden kam, war ein Hirschkalb, das beim Transport einen Herzschlag erlitt!)

Das Drehbuch ist wirklich dumm wie Brot, aber gestört hat mich das nicht wirklich. Unglaublich, daß solche Filme bei uns einmal im Kino liefen – was für eine wilde Zeit war das! Sopkiw verfügt zum Rachemachen über eine Superflinte mit unzähligen drollig aussehenden Spezialpatronen, die aussehen wie diese Überraschungseier, die man manchmal aus Kaugummiautomaten rausholen kann und dann immer enttäuscht ist, weil man ja eigentlich Kaugummi wollte. Einige Patronen haben sogar kleine Korkenzieher unter der Hülse. Die Hillbillys treten bevorzugt im Dutzend auf und teilen sich alle zusammen ein Gehirn. Theoretisch hätte man Sopkiw aber auch die Gesamtbevölkerung von Georgia in den Weg stellen können – die hätte er auch lässig weggebombt! George Eastman spielt Sopkiws ehemaligen Buddy, der seit einem Privatduell leider verkrüppelt ist und somit noch eine Rechnung mit dem Helden offen hat. In einer kleinen Nebenrolle taucht auch Regieassistent Michele Soavi auf und bekommt sofort die Mappe voll. Die billigen Synthetik-Rhythmen der Gebrüder De Angelis nüddeln im Hintergrund, während vorne alles ballert und durch die Gegend fliegt. Ein Film für Leute, die nicht immer nur Hochgeistiges sehen wollen, wie z.B. mich.




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