Eastwoods letzter (?) Filmauftritt entpuppte sich als unerwartet witzige Angelegenheit. Nicht oft in seiner fast 40jährigen Schaffensperiode als Regisseur war er so nah an der Satire wie hier. Er spielt die Figur des Kriegsveteranen Walt Kowalski derart überzeichnet, dass man sie beim besten Willen nicht ernstnehmen kann. Die Story bedient so ziemlich jedes Klischee, das sich bei der Figurenkonstellation aufdrängt, und der stereotype Handlungsverlauf ist – abgesehen vom überraschenden Ende – schon zu Beginn in weiten Teilen vorhersehbar. Das Ende fand ich übrigens äußerst gelungen, obwohl es in seiner Political Correctness und seinem Hollywood-Konformismus schon fast ekelhaft anbiedernd ist. Unter dem Strich hat mir Gran Torino eine Menge Spaß gemacht, von Eastwoods besten Arbeiten ist er aber doch ein ganzes Stück entfernt.
Clint Eastwood
Clint Eastwood