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Ornament & Verbrechen Redux

There is no charge for awesomeness. Or beauty.




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Abgenagt



The lovely bones

Lachhaft, dumm und heuchlerisch. Eine Unverschämtheit den Song To The Siren von This Mortal Coil in so einem quietschebuntem Nichts an Szenerie zu verwenden. Wie man so etwas Komplexes wie das Akzeptieren des Todes präsentieren soll, kann man sich in El Orfanato ansehen.

Die Inszenierung von Jackson wirkt so, als ob ein Blinder ein Puzzle zusammengesetzt hat. Entweder Körperfresser haben den dicken Peter Jackson gegen eine schlaffe dünne Kopie ausgetauscht oder das Leben macht ihm keinen Spaß mehr ohne vernünftiges Essen. Zum Glück kann man auf die Zwischenreichthematik bei Jackson selbst zurückgreifen - The Frighteners ist ein hervorragender Film aus einer Zeit, als Jackson noch Gespür für sein Publikum hatte.

Wegen der guten alten Zeiten trage ich den Beitrag hier mal nicht ins Filmregister ein, obwohl jedes Wort gerechtfertigt ist.

Kino OV



Zitat

Wegen der guten alten Zeiten trage ich den Beitrag hier mal nicht ins Filmregister ein, obwohl jedes Wort gerechtfertigt ist.
Dann mach ich das. :kork:

Gut, dass du dich zu dem Veriss durchgerungen hast, den ich nicht schreiben konnte. :cheers:

Aber das eigentliche Thema des Films - also das Loslassen - ist wirklich suboptimal ausgearbeitet. Man spürt zwar in der Ferne, dass es darum gehen soll, aber eigentlich merkt man es nicht. Vielleicht am besten zu erkennen an Susan Sarandons Grandma-Figur, die in der Mitte des Films mal kurz für einen Lacher herhalten darf, doch ansonsten keinen sichtbaren Prozess des Akzeptierens und Reifens durchmacht. Eigentlich alles ziemlich schade, besonders für den erstklassigen Cast, der zwar wacker gegen die Unbestimmtheit ankämpft; allein es nützt nix.
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bekay sagte am 21. Februar 2010, 09:34:

Aber das eigentliche Thema des Films - also das Loslassen - ist wirklich suboptimal ausgearbeitet. Man spürt zwar in der Ferne, dass es darum gehen soll, aber eigentlich merkt man es nicht. Vielleicht am besten zu erkennen an Susan Sarandons Grandma-Figur, die in der Mitte des Films mal kurz für einen Lacher herhalten darf, doch ansonsten keinen sichtbaren Prozess des Akzeptierens und Reifens durchmacht. Eigentlich alles ziemlich schade, besonders für den erstklassigen Cast, der zwar wacker gegen die Unbestimmtheit ankämpft; allein es nützt nix.

Am interessantesten war noch das Einflechten der Symbole für die anderen Opfer in das Zwischenreich. Aber der Rest - war es nur für einen Moment emotional nachvollziehbar, was diese Familie durchmacht? Die Flaschenschiffszene sah großartig aus, war aber so metaphorisch verklärt, daß sie doch nicht wirklich berühren kann. Ich würde behaupten, das Hauptmanko des Filmes ist seine Scheu davor, dem Publikum wehzutun. Aber man kann nicht von Schmerzen ohne Schmerzen erzählen. Und was haben sich die beiden Ebenen der Erzählung überhaupt gegeben? Die wurstelten so nebeneinander her, aber warum?

Auch ganz schlimm: Die Rache am Täter. Was sollte das denn bitteschön? Nicht nur, daß es eine göttliche Strafe gibt, sondern der Täter muß auch noch zum Un-Menschen umgeformt werden. Jackson geht mittlerweile wirklich den Weg des vermeintlichen Publikumswunsches. Oder seine Produzenten. Was für mich aufs selbe hinausläuft.
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Naja, am ehesten konnte ich ich Wahlbergs Figur nachvollziehen. (Für alle HAPPENING-"Liebhaber": Und er kann doch spielen.) Aber du hast echt, da ist ein riesige Leere - also dort, wo das eigentliche Zentrum des Films sein sollte.

Über den Umgang mit dem pädophilen Serienkiller will ich eigentlich kein Wort verlieren, denn bei sowas werde ich sauer. Die Deus ex machina, um diesen zu strafen, allein ist ja schon nervig - dann noch, wenn man bedenkt, dass diese Fügung Jenseits-Susie erlaubt, am Ende ihren Teen-Egoismus auszuleben. Aber insgesamt kann ich nur soviel sagen: Jacksons Simplizität und Naivität, die in diesen Film ausgestellt wird, sollte sich von heiklen Themen (wie z. B. der Darstellung von Vergewaltiger und Mörder) fernhalten... ansonsten kommt es wirklich zu unerträglichen "Verformungen".
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bekay sagte am 21. Februar 2010, 10:30:

Naja, am ehesten konnte ich ich Wahlbergs Figur nachvollziehen. (Für alle HAPPENING-"Liebhaber": Und er kann doch spielen.)

Das weiß man doch schon länger. Ich sage mal Boogie Nights. Er hat aber kein glückliches Händchen, was die Auswahl der Rollen angeht.
Auf den Vater wird ja auch das Hauptaugenmerk gerichtet. Versteht man aber die Wendungen der Mutter? Der jüngeren Schwester? (Ganz schlimm: Das Tier wittert den Perversen und die Schwester vertraut dem Tier. Kotz.)

Zitat

Die Deus ex machina, um diesen zu strafen, allein ist ja schon nervig - dann noch, wenn man bedenkt, dass diese Fügung Jenseits-Susie erlaubt, am Ende ihren Teen-Egoismus auszuleben.

Vor allem, weil eine starke Frauenfigur hier dem Täter ganz ohne göttliches Eingreifen Grenzen hätte setzen können. Deinen Nachsatz verstehe ich aber nicht, da diese Bestrafung nach Schema F wohl nach dem Versenken des Tresors stattfand.

P.S.: Zur Ehrenrettung sei gesagt, daß der Besuch im Bunker sehr clever und creepy angelegt ist. Das trifft imho den Kern so einer Tat. Allein die Ausstattung ist ungemein gruselig in der emotionalen Hilflosigkeit des Täters.
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The Critic sagte am 21. Februar 2010, 11:48:

Vor allem, weil eine starke Frauenfigur hier dem Täter ganz ohne göttliches Eingreifen Grenzen hätte setzen können. Deinen Nachsatz verstehe ich aber nicht, da diese Bestrafung nach Schema F wohl nach dem Versenken des Tresors stattfand.
Der Film spielt ja ganz offen mit der Möglichkeit der Toten, über ein Medium mit den Lebenden zu kommunizieren. Und anstatt ihre Jugendliebe darauf hinzuweisen, dass sich draußen gerade ein Straftäter an der Zerstörung von Beweismaterial zu schaffen macht und im Begiff ist zu entkommen, um weitere Morde zu begehen, erfüllt sich die Susie lieber ihren großen Wunsch vom ersten Kuss. Klar, das mag ein Sinnbild für das schon angesprochene Lolassen sein, aber ich fand das in der Situation so unglaublich unangebracht und selbstsüchtig. Auf der anderen Seite bestärkt es den Tenor des Schlusses, dass Gott es schon richten wird. Was es natürlich noch schlimmer macht...

The Critic sagte am 21. Februar 2010, 11:48:

P.S.: Zur Ehrenrettung sei gesagt, daß der Besuch im Bunker sehr clever und creepy angelegt ist. Das trifft imho den Kern so einer Tat. Allein die Ausstattung ist ungemein gruselig in der emotionalen Hilflosigkeit des Täters.
Ist ja auch die beste Szene IMO. Da blitzt so unglaublich viel inszenatorisches Talent auf...
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So sieht es also aus, wenn zwei Bildungsbürger rumnörgeln. :D


P.S.:

Um auch was halbwegs konstruktives beizurtagen:

Ich fand den Film ganz nett. Anfang super, später verliert sich der Film in zu vielen Figuren und Handlungssträngen. Steckt viel Potential drin, das nicht genutzt wurde. Ist einerseits ärgerlich und oberflächlich, regt andererseits die Phantasie an bezüglich jener Figuren und Handlungsstränge, von denen man gerne mehr gesehen hätte. Was noch? Einige Szenen (z.B. als der Mörder die Kleine ins Verlies lockt) sind erinnerungswürdig.

Also, nein, ich reg mich über Jacksons neuen Film nicht auf, auch wenn ich ihn nicht als gut bezeichnen würde. Wütend bin ich eher über "King Kong" oder über die dreißig aneinander geklebten Abschiedsszenen, bis "The Return of the King" endlich vorbei ist.
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A. Genau, Mr. VincentVega.

B. Das tut mir jetzt aber leid, daß Dir der Film gefallen hat.

C. Jetzt muss The Critic all seine Filmbesprechungen unter einem neuen Nickname noch mal posten. Dankeschön.

Nichtzutreffendes streichen.
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"gefallen" ist zu viel gesagt.

c) ist super!
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scarlett_fan123 sagte am 25. Februar 2010, 18:33:

Um auch was halbwegs konstruktives beizurtagen:

Ich fand den Film ganz nett. Anfang super, später verliert sich der Film in zu vielen Figuren und Handlungssträngen. Steckt viel Potential drin, das nicht genutzt wurde. Ist einerseits ärgerlich und oberflächlich, regt andererseits die Phantasie an bezüglich jener Figuren und Handlungsstränge, von denen man gerne mehr gesehen hätte. Was noch? Einige Szenen (z.B. als der Mörder die Kleine ins Verlies lockt) sind erinnerungswürdig.

Also, nein, ich reg mich über Jacksons neuen Film nicht auf, auch wenn ich ihn nicht als gut bezeichnen würde. Wütend bin ich eher über "King Kong" oder über die dreißig aneinander geklebten Abschiedsszenen, bis "The Return of the King" endlich vorbei ist.

Steht ja oben in den Kommentaren.

Natürlich hat die Verhunzung von King Kong für mich noch mal eine andere Qualität, weil Schoedsacks Film mir am Herzen liegt. Aber wirklich - ist das nicht grauenvoll mit welcher Beiläufigkeit und, ja: widerlicher, Verklärung hier der Tod eines Teenagers behandelt wird und der Täter auf Bildzeitungsniveau verhandelt wird? Also ich möchte nicht erleben, daß eines meiner Kinder verschwindet und dann noch so eine Bonbonsuppe über ein ähnliches Schicksal gekübelt wird.
Und ehrlich - langsam glaube ich nicht mehr daran, daß Jackson noch mal zu früherer Form aufläuft. Der ist durchs Budget versaut.
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scarlett_fan123 sagte am 25. Februar 2010, 18:45:

"gefallen" ist zu viel gesagt.

c) ist super!

Weiß ich doch.

Und: Klaro. Ist aber ein Plagiat. Nur daß ihr das alle nicht mitbekommen habt, ihr Dödel. Euer Durs Grünbein, der tausendmal klüger ist als ihr
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