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Meine Reise durch die unendlichen Weiten der Filmgeschichte


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Crime Is King - 3000 Meilen bis Graceland (2001)


3000 Miles To Graceland (2001)

Einer der Fälle, bei welchen ein englischer Titel in der deutschen Fassung durch einen anderen englischen Titel ersetzt wurde, nämlich "3000 Miles to Graceland" bzw. "Crime is King".
Und der Film bietet eine große Überraschung, denn Kevin Costner spielt hier ausnahmsweise keinen guten, sondern einen ausgesprochenen Psychopathen. Sein Gegenpart wird verkörpert von Kurt Russell, und ferner mischen noch Christian Slater, David Arquette, Ice T und Courteney Cox mit.
Es geht in diesem Film um eine Gruppe von Kriminellen, die während der jährlichen Elvis-Convention in Las Vegas das Riviera Casino ausrauben wollen, und selbstverständlich verkleiden sie sich dazu als Elvis Presley. Angeführt werden sie von einem ziemlichen Psychopathen, der sich für den unehelichen Sohn des King höchstpersönlich hält und außerdem keinen Bock hat, das Geld gerecht aufzuteilen ...
Klingt nach einem wirklich herrlichen, durchgeknallter Filmvergnügen, und ist auch in der Tat ganz unterhaltsam. (Besonders auch ein kurzer Gastauftritt von 50er-Jahre-Schnulzensänger Paul Anka als Security-Chef des Casinos, welcher vom Elvis-Rummel nicht besonders angetan ist...)
Und mit einem Budget von stolzen 60 Millionen Dollar sieht dieser Film schon nach etwas aus, aber die hektische Schnittechnik und der teilweise extrem nervige HipHop/Techno-Soundtrack war für mich dann doch ziemlich störend. Verglichen mit so Tarantino-Epigonen wie "Shoot 'em Up" ist das hier schon noch einer der besseren Vertreter, aber ich hätte als Regisseur das ganze anders gefilmt, anders geschnitten und anders vertont. Die Besetzung des Films ist aber wirklich perfekt, und die Story lässt auch keine Wünsche offen. Und da dieser Film erst das Regiedebüt von Demian Lichtenstein war, sehe ich sogar über die negativen Seiten des Films großzügig hinweg. Hat mich insgesamt gut unterhalten.


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Top Secret (1984)


Top Secret (1984)

Der amerikanische Rockstar Nick Rivers (Val Kilmer in seinem Filmdebüt) soll ein Konzert in der DDR geben, wird jedoch in eine haarsträubende Spionageaffäre verwickelt, durch die er u. a. auf Omar Sharif und Peter Cushing trifft ...

Und Jim Abrahams, u. a. verantwortlich für "Die nackte Kanone", hat diesen Spaß 1983 auf die Leinwand gebracht. Ein ganz besonderes Filmvergnügen, speziell die Szene mit der Kuh zählt zum Witzigsten, was ich jemals gesehen habe. Irgendwie schade, dass der Film neben "Die nackte Kanone" und "Die verrückte Reise ..." eher untergegangen ist, denn der ist mindestens genauso lustig. Wirklich sehr zu empfehlen.


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Zwölfeläuten (2001)


Zwölfeläuten (2001)

Ein TV-Kriegsdrama unter der Regie von Harald Sicheritz. Und Harald Sicheritz ist ein verlässlicher Kino-Komödien-Lieferant (u. a. verantwortlich für “Muttertag”, “Hinterholz 8”, “Poppitz” und “MA 2412”), aber von seinen ernsteren Werken war mir bisher nur “Mutig in die neuen Zeiten” bekannt, welcher gehörig daneben gegangen ist. Was man hingegen von “Zwölfeläuten” so ganz und gar nicht behaupten kann; ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das einer der besten Filme ist, die ich je gesehen habe, und ich habe wahrlich schon viele Filme gesehen. Jedoch selten habe ich bei einem Film derart mitgefühlt wie hier.
Und die Handlung lautet folgendermaßen: Der Partisan Toni (gespielt von Johannes Silberschneider) kehrt gemeinsam mit seinem spanischen Kameraden Facundo (gespielt von einem gewissen Herrn Cuco Wallraff) in den letzten Kriegstagen in sein Heimatdorf St. Kilian in der Steiermark zurück, während die restlichen Partisanen von einem fanatischen Dorfnazi, welcher gleichzeitig Oberförster ist, gejagt werden. Dieser stellt dann auch aus dem kläglichen Rest des Dorfes (u. a. Karl Ferdinand Kratzl, der “Herr Claus” von der MA 2412, als geistig Zurückgebliebener) einen Suchtrupp zusammen. Außerdem ist die SS im Anmarsch, um die Kirchenglocke von St. Kilian zwecks Einschmelzen für die Produktion von Waffen einkassieren will. Doch ein paar Frauen im Ort (u. a. Andrea Händler, Nina Proll und Beatrice Frey) wollen Widerstand leisten. Und auch der Pfarrer (Otto Tausig) hegt ähnliche Absichten, während es auch noch ein paar fanatische Nazis (u. a. Wolfram Berger, Franz Buchrieser und Simon Schwarz) gibt, die wiederum nicht allzu viel von solchen wehrkraftzersetzenden Aktivitäten halten ...
Und auch wenn ich die Handlung jetzt in etwas konfuser Form wiedergegeben habe: Ich habe wirklich selten einen derart bewegenden Film gesehen. Die Besetzung des Filmes ist einfach perfekt, sogar Nina Proll spielt ihre Rolle durchaus gut. Außerdem sind Erwin Steinhauer und Manfred Lehmann (ja, genau DER Manfred Lehmann aus den Margheriti-Söldner-Actionfilmen der 80er-Jahre!) als SS-Offiziere zu sehen.
Ein außerordentlich starker Film.


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General Custers letzte Schlacht (1991)


General Custers letzte Schlacht (1991)

Dieser amerikanische TV-Zweiteiler schildert die militärische Karriere von General Custer (hier dargestellt von Gary Cole): Kriegsheld im US-Bürgerkrieg, rücksichtsloses Verhalten gegenüber seinen Soldaten, Massaker unter den Indianern, und schließlich das bittere Ende anno 1876 am Little Big Horn, als Custer mit 200 Soldaten einer Übermacht von 3000 Indianern gegenübersteht.

General Custer war über Jahrzehnte hinweg Thema vieler Hollywood-Western, unter anderem Robert Siodmaks unfassbar dummes und unkritisches Machwerk "Ein Tag zum Kämpfen" oder Michael Curtiz' "Sein letzter Ritt" mit Errol Flynn (den habe ich noch nicht gesehen, nur den Trailer). Und der TV-Zweiteiler ist sicherlich kein großer Meilenstein in der Geschichte des Westerns, aber zweifellos gut gemacht. Und auch wenn die Besetzung kaum mit großen Namen aufwarten kann, machen die Schauspieler ihre Arbeit durch die Bank gut: Rosanna Arquette als Custers Frau ist hier besonders hervorzuheben. Und Dean Stockwell spielt einen gewissen General Sheridan, welcher aber keinen allzu großen Platz in der Custer-Geschichte einnimmt.
Abschließend bleibt zu sagen, dass dies der wohl objektivste aller Custer-Filme ist, und bei einem derart emotionalen Thema Objektivität walten zu lassen, ist eine ganz große inszenatorische Leistung, die nicht jeder beherrscht. Und der Film sieht relativ aufwendig aus, auch wenn er die Opulenz von "Sein letzter Ritt" und "Ein Tag zum Kämpfen" nicht erreicht. (Diese beiden Filme wurden aber auch für die Leinwand produziert und nicht fürs TV.) Obwohl der Film insgesamt keinen bleibenden Eindruck hinerlässt, ist er inhaltlich der beste aller Custer-Filme, und man macht nicht viel falsch, wenn man einmal einen Blick darauf wirft.


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The Patriot (1998)


The Patriot (1998)

Und es geht hier nicht um den Roland-Emmerich-Film mit Mel Gibson gegen die bösen Engländer, sondern um Dr. Steven Seagal gegen eine Gruppe militanter Rechtsradikaler. Klingt lustig, ist auch lustig. Die RTL2-Fassung des Films war in den Gewaltszenen übelst zensiert, aber ich glaube kaum, dass die visionäre Genialität dieses Filmes dadurch verfälscht wurde. Denn verglichen mit dem ebenfalls kürzlich von mir besprochenen "Glimmer Man" zählt dieses Werk sicher nicht zu den Highlights im mimischen Schaffen von Steven Seagal.

Also: Steven Seagal lebt mit seiner Tochter (Camilla Belle) irgendwo im amerikanischen Hinterland und wenn er nicht gerade als Alternativmediziner die gesundheitlichen Problemchen der Bewohner der nahegelegenen Kleinstadt behandelt, kümmert er sich mit einem älteren Herrn namens Frank (welcher kongenial von Peckinpah-Westerndarsteller L. Q. Jones verkörpert wird) um seine Pferde. Doch hinter den Hügeln treibt der militante Neonazi Flody Chisolm (in dessen Rolle ein gewisser Gailard Sartain, immerhin als Sheriff in "Mississippi Burning" brilliert) sein Unwesen. Und Floyd Chisolm und seine Jünger haben einen boichemischen Kampfstoff entwendet, welcher von ihnen, da die Polizei Flody verhaftet und vor ein Gericht stellt, freigesetzt wird. Was natürlich fatale Folgen hat, denn nun bricht eine gefährliche Seuche aus. Doch auch Floyd und sein lustiger Paintball-Verein sind nun von der Seuche infiziert und besetzen die Stadt, um ein Gegengift zu erpressen. Was sich insofern schwierig gestaltet, als dass es kein Gegengift gibt. Doch Steven ist fieberhaft auf der Suche danach, und natürlich rechnet er mit den Bösen ordentlich ab ...

... und der Film beschäftigt sich leider eher mit der Suche nach dem Gegengift, und eher weniger mit Steven Seagals gewohnten Amokläufen. Und die trashige Krassheit von Stevens Regiedebüt "Auf brennendem Eis" erreicht der Film auch bei weitem nicht. Steven Seagal als Missionar im Auftrag des Umweltschutzes, andererseits aber ein Ex-CIA-Agent, der als Ein-Mann-Armee die Neonazis plattmacht - dass das kein guter Film sein kann, ist irgendwie logisch, aber abgesehen davon ist der Film auch noch äußerst langatmig. Jedoch immerhin sichtbar üppiger budgetiert als seine Filme heutzutage.


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Doctor X (1932)


Doctor X (1932)

Einen ganz großen Gruselfilm-Klassiker habe ich mir für heute vorgenommen, nämlich "Doctor X", ein Hollywood-Frühwerk des Meisterregisseurs Michael Curtiz, in welchem ein Serienmörder sein Unwesen treibt und seine Opfer grausam verstümmelt (was aber im Film nicht zu sehen ist, stattdessen wird nur darüber gesprochen). Die Spur führt zum medizinischen Institut eines gewissen Doctor Xavier (grandios verkörpert von Horrorfilm-Legende Lionel Atwill). Und die wunderschöne Fay Wray (die Blondine aus dem alten “King Kong”-Film, hier aber nicht blond) spielt Xaviers Tochter. Um mediales Aufsehen und schlechte Presse zu vermeiden, macht sich der - etwas zwielichtig wirkende - Doctor Xavier auf eigene Faust auf die Suche nach dem Mörder. Und der Reporter Lee Tracy (welcher auch von einem Schauspieler namens Lee Tracy gespielt wird) hat aus Karrieregründen ebenfalls Interesse daran ...
Und an dieser Stelle noch eine kurze Anekdote zu Lee Tracy: Dieser Mann war zu Beginn der 30er-Jahre ein aufstrebender Hollywood-Star, hatte aber mit einem großen Alkoholproblemen zu kämpfen. Bei den Dreharbeiten zu einer Hollywood-Großproduktion in Mexiko urinierte er stockbesoffen vom Balkon seines Hotelzimmers auf eine darunter marschierende Militärparade und wurde deswegen inhaftiert. Somit war seine Karriere praktisch beendet, und er durfte nur noch in weniger aufregenden B-Movies agieren.
Also in Kürze mit Würze: "Doctor X" ist völlig zurecht ein Klassiker des 30er-Jahre-Gruselfilms, und Michael Curtiz hat hier wirklich hervorragende Arbeit geleistet.


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Schneller als das Auge (1989)


Schneller als das Auge (1989)

Ein Film, der den meisten Lesern wohl eher kein Begriff sein wird, aber auch kein Begriff sein muss: "Schneller als das Auge", in welchem Ben Gazzara einen Magier mimt, der verdächtigt wird, einen afrikanischen Staatschef ermordet zu haben. Und Bing Crosbys Tochter Mary Crosby spielt seine Assistentin, welche nicht an seine Schuld glaubt und deshalb den wahren Täter sucht, welcher in Gestalt von Wolfram Berger sein Unwesen treibt.
Und wer jetzt anhand der Inhaltsangabe glaubt, dass dieser Film ja eh ein ganz passables B-Action-Movie abgeben kann, dem sei gesagt, dass das Präsidenten-Attentat erst nach ca. einer Stunde passiert und man vorher 60 Minuten lang die Beziehungsproblemchen zwischen Ben und Mary bestaunen kann. Und Action-mäßig tut sich danach auch nicht viel mehr, aber immerhin bekommt man dann einen Kurzauftritt von Christoph Waltz (!!!) als Polizeipräsident (der jüngste Polizeipräsident, den ich je in einem Film erblickt habe). Und wie bereits zu erahnen ist: Waltz’ mimische Qualitäten kommen in diesem belanglosen 2-minütigen Kurzauftritt nicht besonders zur Geltung. Ach ja, und der Syntheziser-Soundtrack ist auch ziemlich grausam. Und ich frage mich wirklich, wie ich diesen Film in seiner ganzen epischen Breite wirklich durchgestanden habe.
Kleines Kuriosum am Rande: Dieses Machwerk wurde vom ORF und von Schweizer Fernsehen kräftig mitfinanziert. Die Herrschaften haben sich wohl ernsthaft ein international erfolgreiches Rennomierprodukt erhofft, aber abgesehen von der prominenten Besetzung ging das gehörig daneben ...

Also wirklich nicht zu empfehlen, und der Film hat völlig zurecht bis dato noch keine DVD-Veröffentlichung erfahren.


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In meiner Wut wieg' ich vier Zentner (bzw. Kung Fu im Wilden Westen, 1975)


http://www.imdb.com/title/tt0071784/

Hierbei handelt es sich - trotz der beiden außergewöhnlich dämlichen Filmtitel - um eines der ganz großen Highlights im filmischen Schaffen des Herrn Antonio Margheriti (gedreht wurde das Meisterwerk anno 1975), ein hervorragender Mix aus Western und Eastern, und mit Lee Van Cleef und Lo Lieh kommen hier zwei Superstars dieser beiden Genres erstmals (und auch zum einzigen Mal) in einem Film zusammen. Immerhin produziert vom Hollywood-Riesen Columbia Pictures in Zusammenarbeit mit der legendären Eastern-Schmiede Shaw Brothers ...
Und genau so muss gute Unterhaltung aussehen: Lee Van Cleef spielt einen Kleinganoven, welcher in eine Bank einbricht, wobei durch einen Unfall ein reicher Chinese stirbt. Dieser hat von einem mächtigen chinesischen Clan Unmengen von Geld erhalten, welches nun spurlos verschwunden ist. Deshalb wird sein Neffe, verkörpert von Lo Lieh, von ebendiesem Clan unter Druck gesetzt, das Geld wieder zu beschaffen, und wird zu diesem Zweck in den Wilden Westen geschickt. Dort befreit er Lee Van Cleef, dessen Hinrichtung bevorsteht, aus dem Gefängnis, um mit ihm gemeinsam das Geld zu finden. Was nicht leicht ist, denn der reiche Onkel hat eine Art Schatzkarte auf die Hinterteile von vier verschiedenen Frauen (u. a. dargestellt von Femi Benussi und Erika Blanc) tätowiert. Und eine der Frauen ist verheiratet mit einem Herrn namens Yancey Hobbitt, welcher ein berüchtigter Ex-Bandit ist, der nun als christlich-fundamentalistischer Prediger sein Unwesen treibt und Sünder erschießt. Und als er von dem Schatz erfährt, ist er den Protagonisten auch auf den Fersen ...
Und Antonio Margheriti hat mit seinen Filmen sogar bei Quentin Tarantino einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass er in "Inglorious Basterds" kurz erwähnt wird. Und wenn man sich diesen Film ansieht, dann kann man das auch wirklich sehr gut nachvollziehen, denn Antonio zieht hier wirklich alle Register seines inszenatorischen Könnens. Der irre religiöse Fundamentalist ist wirklich einer der besten Western-Bösewichte, die ich jemals gesehen habe. Gemimt wird er von einem Spanier namens Julián Ugarte, mittlerweile leider verstorben und leider nie zu der ihm eigentlich gebührenden Berühmtheit gelangt. Was wirklich sehr bedauerlich ist, denn er spielt diese Rolle so derart brillant, das hätte außer ihm höchstens Klaus Kinski in dieser Form geschafft. Für Shaw-Brothers-Verhältnisse geht es hier (trotz der FSK-18-Freigabe) relativ unblutig zu, was vermutlich an den koproduzierenden Columbia Pictures liegt. Und Pasolini-Darstellerin Femi Benussi sowie Exploitation-Legende Erika Blanc sind optisch auch nicht zu verachten ...
Kurz zusammengefasst: Dieser Film bietet exzellente Action-Unterhaltung und ist wirklich ein Muss!


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Metropolis (1927)


Metropolis (1927)

Fritz Langs visionäres Science-Fiction-Meisterwerk, gedreht im Jahre 1927 und gestern zum ersten Mal seit über 80 Jahren in seiner (nahezu) ungekürzten Originalfassung zu sehen, entweder bei der Berlinale, am Brandenbruger Tor, in Frankfurt oder auf ARTE. (Aufgrund meines Wohnortes musste ich mich für ARTE entscheiden ...)
Zunächst einmal waren Reden vom Berlinale-Präsidenten, vom deutschen Kulturminister und von Roland Koch zu sehen und zu hören, wobei es speziell der Kulturminister sehr gut auf den Punkt gebracht hat: "Metropolis" anno 1927 ist in etwa vergleichbar mit "Avatar" anno 2010, was die technische Meisterleistung betrifft. Über die Rede von Roland Koch wollen wir lieber den Mantel des Schweigens breiten.
Und für alle, die den Film nicht kennen, hier eine kurze Inhaltsangabe: In naher (oder ferner?) Zukunft existiert die Stadt "Metropolis", in welcher ein gewisser Joh Fredersen (Alfred Abel) brutal und rücksichtslos das Sagen hat. Und während in Metropolis die Reichen und Schönen ihrem dekadenten Treiben fröhnen, müssen tief unter der Erde die Arbeiter schuften, um den Apparat am Leben zu erhalten. Doch unter den Arbeitern gärt es. Joh Fredersen Sohn Freder (Gustav Fröhlich) gelangt durch Zufall in die Arbeiterstadt und verliebt sich in die Arbeiterführerin Maria (Brigitte Helm). Und der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) konstruiert eine sogenannte "Mensch-Maschine" (höchstwahrscheinlich haben Kraftwerk ihren Song von daher), welcher er das Gesicht von Maria gibt und so einen gewaltsamen Aufstand der Arbeiter herbeiführen möchte. Dies führt in weiterer Folge unweigerlich zur Katastrophe ...

Der Film galt damals mit Produktionskosten von 5 Mio. Reichsmark als teuerste deutsche Filmproduktion aller Zeiten, floppte aber an den Kinokassen. Dennoch hatte der Film großen Einfluss auf spätere Science-Fiction-Filme, z. B. auf Ridley Scotts "Blade Runner". Und der Film ist in der Tat auch nach 83 Jahren technisch immer noch beeindruckend, auch wenn ihm natürlich der schale Beigeschmack anhaftet, dass sich Fritz Lang seinen Schauspielern und Statisten gegenüber ähnlich verhalten hat wie der Tyrann Joh Fredersen im Film. Ferner ist noch erwähnenswert, dass Heinrich George (der Vater von Götz George) eine wichtige Nebenrolle als Maschinist der "Herz-Maschine" hat, und auch der legendäre Fritz Rasp tritt in einer Nebenrolle auf. Ich bin insgesamt kein besonders großer Fan von Science-Fiction-Filmen, aber "Metropolis" ist zweifellos ein großes Meisterwerk.


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Glimmer Man (1996)


Glimmer Man (1996)

Die Rede von Steven Seagals Ausflug ins komödiantische Fach, in welchem er in bester "Lethal Weapon"-Tradition und mit "Scary Movie"-Komiker Keneen Ivory Wayans einen psychopathischen Serienmörder jagt, welcher seine Opfer kreuzigt. (Also ähnlich wie in dem ein Jahr zuvor höchst erfolgreichen Thriller "Sieben", nur dass hier natürlich kein David Fincher am Werk war und Steven Seagal kein Mime vom Rang eines Brad Pitt ist. Und Keneen Ivory Wayans inst auch kein zweiter Morgan Freeman, aber so war der Film höchstwahrscheinlich auch nicht beabsichtigt.)
Als auch seine Ex-Frau dem Mörder zum Opfer fällt, sieht Steven endgültig rot. Doch er hat (woher auch immer) den Verdacht, dass der Mord an seiner Ex-Frau nicht auf das Konto des Serienmörders geht, sondern dass die Russenmafia dahinter steckt ...

Kurz zusammengefasst: Kein cineastisches Meisterwerk, aber höchst unterhaltsam. Hier zeigt sich Steven Seagal mal von seiner humoristischen Seite (also, seine Filme haben meistens humoristischen Charakter, nur hier ist es ausnahmsweise beabsichtigt). Stammt aus einer Zeit, als Steven noch in Hollywood gut im Geschäft war, anstatt in Osteuropa schrottige DTV-Billigfilmchen herunterzukurbeln. An "Lethal Weapon" kommt der Film nicht ganz heran, aber Keneen Ivory Wayans als "Casablanca"-Fan sorgt schon auch für einige gut platzierte Lacher. Auf jeden Fall einer der besseren Seagal-Filme.

Ach ja, und der Regisseur dieses Werkes heißt John Gray und ist ansonsten vorwiegend für TV-Produktionen tätig. Und Steven Seagals weniger berauschenden "The Patriot" habe ich auch kürzlich erblickt, und mit dem werde ich mich im Laufe der nächsten Tage auch in schriftlicher Form befassen ...





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