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Meine Reise durch die unendlichen Weiten der Filmgeschichte





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Freitag der 13. (2009)



Freitag der 13. (2009)

Gleich zu Beginn metzelt Jason eine Gruppe Jugendlicher nieder, ehe nach ca. 20 Minuten der Titel "Friday the 13th" eingeblendet wird. Nun beginnt der eigentliche Film, denn nun kommt eine Gruppe Jugendlicher an den Crystal Lake, um dort so richtig Party zu machen. Doch stattdessen treffen sie dort auf den Hockeymasken-Macheten-Massenmörder Jason, und der macht dort seine eigene Party ...

Und nachdem ich zu Marcus Nispels Bearbeitung dieses Stoffes zahlreiche negative Kritiken gelesen habe, bin ich von dem Film sogar ziemlich positiv überrascht. Also nicht dass es sich hierbei um einen besonders erwähnenswerten Meilenstein des Horrorgenres handeln würde, aber verglichen mit dem Original finde ich den hier sogar besser. Gut, das Original war ja auch nichts weiter als eine billige "Halloween"-Nachmache (allerdings sogar wesentlich erfolgreicher als das große Vorbild), das geben die Macher ja auch unumwunden zu. So gesehen ist ja fraglich, ob so ein mittelmäßiger, langweiliger Unfug überhaupt wirklich ein Remake verdient hat. Doch so eine schlechte Idee war das Remake dann doch nicht, wobei auch das Remake nicht über bloßes Mittelmaß hinauskommt, denn vor Innovationen strotzt der Film nicht gerade. Verglichen mit dem Original ist der hier immerhin nicht so langweilig.
Wenn man den Film allerdings nicht gesehen hat, versäumt man auch nichts Wesentliches.




Hm. Würde doch eher in Mario Bavas Reazione a catena (Bay of Blood) das Vorbild für Friday the 13th ansehen, den ich im übrigen gar nicht so langweilig finde, weil er doch recht schön mit Auslassungen arbeitet. Frag mich aber nicht, warum gerade dieser Bava so wenig Beachtung beim Publikum findet.
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The Critic sagte am 12. März 2010, 23:02:

Frag mich aber nicht, warum gerade dieser Bava so wenig Beachtung beim Publikum findet.

In Deutschland liegt's sicher zu großen Teilen daran, dass es sich dabei albernerweise noch immer um einen "Verschlussfilm" handelt, soll heißen, er nach §131 beschlagnahmt ist, während viele andere Bavas zumindest mittelfristig in jedem Kaufhaus auslagen.
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Klar, habe den Film aus diesem Grunde erst recht spät gesehen. Aber auch international gibt es wenig Sensibilität dafür, daß hier, wegen einer erzählerischen Restrukturierung des Giallos, der Slasher geboren wurde.
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The Critic sagte am 13. März 2010, 00:00:

Klar, habe den Film aus diesem Grunde erst recht spät gesehen. Aber auch international gibt es wenig Sensibilität dafür, daß hier, wegen einer erzählerischen Restrukturierung des Giallos, der Slasher geboren wurde.

Das hielt ich ja schon immer für eine ziemlich willkürliche Einordnung, wie übrigens auch die angebliche, große Vorbildfunktion für "Friday The 13th". Sicher, manche Parallelen, besonders anbetreffs der Zeigefreudigkeit, sind offenkundig, aber das Slasher-Prinzip hat Bava mit "Reazione" gewiss nicht erfunden. Da ist allein schon Hitchcock mit "Psycho" vor, von einigen Castles (Homicidal", "Strait-Jacket") ganz abgesehen.
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Nein. Sehe ich vollkommen anders. Die Restrukturierung der Erzählstruktur in Bavas Film legt erst den Grundstein für den Slasher. Das Giallokonstrukt wird hier durch die Aufhebung der Zeitlinie zu einer Anhäufung von willkürlichen Morden, die keiner Logik mehr folgen. Reazione a catena ist hier das Bindeglied, weil es die Slasherstruktur vorgibt, aber in der richtigen Zeitfolge betrachtet eine Giallostruktur hätte. Psycho, Homicidal (i.e. Psycho 2) etc. sind noch der alten Erzählstruktur verpflichtet.
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ALso ich habe mal ein Interview mit Sean S. Cunnigham gelesen, in welchem er meinte, dass er nach dem Erfolg von "Halloween" motiviert war, einen ähnlichen Film in die Kinos zu bringen und damit ein bisschen Geld zu machen.

Der Bava-Film würde mich aber interessieren, weiß irgendjemand, ob es den zumindest in Österreich gibt?
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Rolando sagte am 13. März 2010, 09:45:

ALso ich habe mal ein Interview mit Sean S. Cunnigham gelesen, in welchem er meinte, dass er nach dem Erfolg von "Halloween" motiviert war, einen ähnlichen Film in die Kinos zu bringen und damit ein bisschen Geld zu machen.

Der Bava-Film würde mich aber interessieren, weiß irgendjemand, ob es den zumindest in Österreich gibt?

Ja, stimmt, du bist ja Ösi. Bei euch müsste man den Film bekommen, natürlich ist es über entsprechende Vertriebswege sowieso kein Problem ;)

edit: Sehe gerade, dass die DVD nurmehr zu ziemlich horrenden Sammlerpreisen zu bekommen ist. Die Anchor Bay aus den Staaten ist aber auch prima, sofern du den deutschen Ton entbehren kannst.
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The Critic sagte am 13. März 2010, 02:25:

Nein. Sehe ich vollkommen anders. Die Restrukturierung der Erzählstruktur in Bavas Film legt erst den Grundstein für den Slasher. Das Giallokonstrukt wird hier durch die Aufhebung der Zeitlinie zu einer Anhäufung von willkürlichen Morden, die keiner Logik mehr folgen. Reazione a catena ist hier das Bindeglied, weil es die Slasherstruktur vorgibt, aber in der richtigen Zeitfolge betrachtet eine Giallostruktur hätte. Psycho, Homicidal (i.e. Psycho 2) etc. sind noch der alten Erzählstruktur verpflichtet.

Damit unterstellst du allerdings den (ergo zwangsläufigen) Epigonen zugleich eine (zum damaligen Zeitpunkt bereits vorhandene) filmhistorische Kompetenz, die mir etwas weit hergeholt erscheint. Glaube nicht, dass jeder, der auf die Idee kam, um 79/80 einen Slasher zu machen, zwingend mit Bava vertraut war, respektive sich jeder Sensationsfilmemacher mit Schieleblick auf dem schnellen Groschen überlegt hat, auf welche Weise man denn möglichst gewinnbringend althergebrachte Narrationsstrukturen dekonstruieren könnte.
Was die Auflösung der Erzählebene des Giallo im Falle "Reazione" anbetrifft, so hast du sicher nicht unrecht, aber ebenso, wie der Giallo genauso originär der europäischen Filmtradition angehört wie etwa der Prügelwestern, muss auch "Reazione" dieser seiner Ahnenlinie zugerechnet werden. Zusammengefasst scheint mir die Behauptung, ohne "Reazione" würde es den US-Slasher nicht geben, allzu global gefasst. Auch im US-Slasher lassen sich relativ kleinschrittige Entwicklungsmerkmale festmachen, s. "Sisters", "Black Christmas" u.ä.
Im Übrigen liefern "Psycho" und "Homicidal" sehr wohl etliche der sich später als unerlässlich erweisenden Slasher-Motive. Der psychisch und emotional desorientierte (bzw. entstellte) Killer in jeweils spezieller Maskierung und nicht zuletzt das lange Messer als Mordwaffe. Und was die Quantität ihrer "Arbeit" anbelangt: Norman Bates legt über die Erzählzeit des Films hinweg ja nur deshalb nicht mehr Leute um, weil sich nicht mehr bei ihm blicken lassen...
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