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Short Cuts





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Ossessione (Besessenheit) 1943 Luchino Visconti



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    Ossessione
  • Deutscher Titel Besessenheit/Besessen
  • Produktionsland Italien
  • Originalsprache Italienisch
  • Erscheinungsjahr 1943
  • Länge 140 Minuten
  • Regie Luchino Visconti
  • Drehbuch Luchino Visconti, Mario Alicata, Giuseppe De Santis, Gianni Puccini
  • nach dem Roman "The Postman Always Rings Twice" von James M. Caine
  • Produktion Libero Solaroli
  • Musik Giuseppe Rosati
  • Kamera Domenico Scala, Aldo Tonti
  • Schnitt Mario Serandrei
  • Darsteller :
    Clara Calamai (Giovanna Bragana),
    Massimo Girotti (Gino Costa),
    Juan de Landa (Signore Bragana),
    Vittorio Duse (L'agente di polizia)

Der Film spielt im faschistischen Italien des Jahres 1942. Der Landstreicher und Gelegenheitsarbeiter Gino (Massimo Girotti) macht Halt in einer Tratorria nahe der Adriaküste. Dort trifft er in der Küche auf die junge Giovanna (Clara Calamai), die Frau des Besitzers Signore Bragana (Juan de Landa). Vom ersten Moment an verlieben die beiden sich leidenschaftlich ineinander. Getrieben von Ihren Sehnsüchten, Begierden, Hoffnungen und Frustrationen hecken sie einen teuflischen Plan aus, den Ehemann zu ermorden.
Damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Viscontis Regiedebut "Ossessione" basiert auf dem Noir-Krimi "The Postman Always Rings Twice" von James Cain. Den Roman bekam Visconti von "Jean Renoir", den er zuvor in Paris kennenlernte sowie als Regieassistent bei zwei seiner Filme mitwirkte.

Obwohl es sich bei diesem Stoff um eine "Crime" Story handelt gilt "Ossessione" als Beginn des "italienischen Neorealismus". Visconti nutzt diese Kriminalgeschichte als Rahmen für ein realistisches Bild eines Italien unter der Besetzung Mussolinis.
Er zeigt tatsächliche, ungeschönte Verhältnisse und richtet sich gegen die damalige Propaganda.
1943, kurz nach seiner Premiere, wird der Film sofort beschlagnahmt.

Soviel zu den Fakten.

Was bemerkenswert ist, wie dermaßen ausgeprägt, im Hinblick auch auf das Spätwerk, Viscontis Handschrift schon so deutlich erkennbar ist.
Allein die Einführung des Charakters von "Gino" ist so großartig. Wir sehen ihn zum ersten Mal "ganz" wenn er "Giovanna" direkt in ihre Augen sieht.
Vorher wird er nur im Schatten, von hinten oder von der Seite gezeigt.
Viscontis "Kino der Blicke" braucht keine Erklärungen. Mit jeder Geste und jedem Blick wissen und spüren wir was in ihnen vor sich geht.
Diese spannungsgeladenen Momente ziehen sich bis in sein Spätwerk. Ob bei "Helmut Berger" und "Romy Schneider" oder bei "Dirk Bogarde" und "Björn "Andresén". Immer wieder sind es Blicke, die einem fast den Atem rauben.

Weiterhin arbeitet Visconti hier auch schon stark mit Hell/Dunkel Kontrast. Das Motiv des Tretens in die Dunkelheit und wieder hinaus wird hier fast in allen Innenraum Szenen zelebriert.
Noch stärker ist dies in seinem zweiten Film "La Terra Trema" zu finden.

Letzterer wird dann auch mein nächster Eintrag zu Luchino Visconti sein.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen : Die Handschrift eines Meisters.




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