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Short Cuts





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Bellissima (Die Schönste) 1951 Luchino Visconti



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    Bellissima
  • Deutscher Titel Die Schönste
  • Produktionsland Italien
  • Originalsprache Italienisch
  • Erscheinungsjahr 1951
  • Länge 110 Minuten
  • Regie Luchino Visconti
  • Drehbuch Cesare Zavattini, Suso Cecchi d'Amico, Francesco Rosi
  • Produktion Salvo d'Angelo
  • Musik Franco Mannino
  • Kamera Piero Portalupi, Paul Ronald
  • Schnitt Mario Serandrei
  • Darsteller :
    Anna Magnani (Maddalena Cecconi),
    Walter Chiari (Alberto Annovazzi),
    Tina Apicella (Maria Cecconi),
    Gastone Renzelli (Spartaco Cecconi),
    Tecla Scarano (Tilde Spernanzoni),
    Lola Braccini (La moglie del fotografo),
    Arturo Bragaglia (Il fotografo)


"Bellissima" ist Viscontis dritte Film-Regie (ich schreibe "Film-Regie", da der Maestro ja auch als Theater und Opern Regisseur in die Geschichte eingegangen ist)und entstand ca. drei Jahre später nach "La Terra Trema".

Schon in der Einführungssequenz merken wir dass sich das Italien welches "Visconti" uns zuvor zeigte ein etwas anderes ist. "Aufbruchsstimmung" ist das Stichwort.
Rom, Anfang der 50'er Jahre. Italien blüht auf, die Zeit der Depression scheint vorüber.

Eingangssequenz :

"Cinecittà", Rom. Ein Wettbewerb soll stattfinden, gesucht wird ein kleines Mädchen für eine Rolle in einer neuen Produktion des aufstrebenden Filmstudios. Hunderte von Müttern warten mit ihren Töchtern auf Einlass. So auch "Maddalena Cecconi" (Anna Magnani, nach "Roma, città aperta" in wohl einer ihrer besten Rollen), die versessen darauf ist ihre einzige Tochter "Maria" (Tina Apicella) im Film zu sehen.
"Maddalena", selbst aus einfachen Verhältnissen kommend, arbeitet als selbsständige Krankenschwester und spart jeden Lire für die Karriere ihrer kleinen "Maria" auf. Von einer wahren Inbrunst an Temperament getrieben, gibt sie immer mehr Geld für ihre kleine Tochter aus um die Konkurrenz auszustechen. Eine Schauspiellehrerin muß her, Ballettunterricht und sogar die Frisur muß geändert werden. Als der im Studio arbeitende, junge "Alberto" auf sie aufmerksam wird, gibt sie ihm all Ihr gespartes nur damit er "Maria" in die engere Wahl schleußt.
Es werden Testaufnahmen gemacht und "Maddalena" wird heimlich Zeugin des Screenings bei dem sich die Studiobosse über die Szene mit "Maria" lustig machen und sie hämisch auslachen.
Was nun folgt ist eine bittere Abrechnung mit der Filmindustrie bzw dem Showbiz und wird nicht gespoilert.

Der dritte der Viscontis in meiner Filmreihe mit meinem lieben Film-Kollegen. Nach "Ossessione" und "La Terra Trema" verwirrte mich "Bellissima" schon ein wenig. Kommt er doch so leichtfüßig daher und erinnerte mich mehr an das Kino "De Sica's" ("Miracolo a Milano", "Matrimonio all'italiana") als an die schwere Dramatik im nachfolgenden Werk Viscontis.
Der Grund dafür heißt definitiv "Anna Magnani" !
Man kann sich förmlich vorstellen wie der Meister gesagt hat "Hier ist die Kamera, du hast alle Freiheit der Welt und jetzt spiel !" Diese Frau bringt ein dermaßen heißes Temperament in den Film, dass einem fast schwindelig wird. Sie hat immer alles unter Kontrolle während der Ehemann, welcher sie oft zur Vernunft bringen will, gegen so einen Italo D-Zug einfach keine Chance hat.

Wie ich eingangs schon schrieb kommt dieser Film äußerst leichtfüßig daher aber nur scheinbar. Die großen dramatischen Momente kommen erst noch und so gewinnt dieser Film immer mehr an Fallhöhe. Es kann nach dem Screening einfach nur zu einer Explosion der Gefühle kommen.

Eine ähnliche Fallhöhe haben für mich "L'Innocente" und "Senso" bei Visconti.

Und dennoch fühlte ich mich am ehesten an einen Film erinnert, der in gleicher Zeit ähnliche Kritik äußert und zwar "Sullivan’s Travels" von "Preston Sturges". Insbesondere was die Fallhöhe angeht ;)

Ja eigentlich reiht sich der Film in eine Reihe ein in der sagen wir mal "Sunset Boulevard" von Wilder, "The Bad and The Beautiful" von Vincente Minnelli und "Sullivan's Travels" von Preston Sturges stehen. Denn auch "Bellissima" zeigt wie kein anderer die Maschinerie des Showbiz und entlarvt sie schonungslos. Vor allem das in einer Zeit als "Cinecittà" aufblühte kommt Visconti und hält sogleich einen Spiegel davor. Alle Achtung !

Zum Abschluss bleibt nur eins zu sagen :

Auch hier hat sich ein Bild festgebrannt und zwar die Szene in der "Anna Magnani" mit ihrer Tochter nach dem Screening erschöpft und verzweifelt auf einer Bank an einem Platz sitzt und im Hintergrund ein Zirkuszelt steht !
Deutlicher kann man die Schmach und Schande, die diese Frau erlitten hat nicht zeigen. Doch wie subtil...

Allein wenn ich dran denke, kommen mir die Tränen :cry:




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