
THX 1138
Der zweite Film innerhalb unserer Reihe ist der erste Film von George Lucas gewesen.
THX II38
Gesehen im von Lucas modifizierten Directors Cut von 2004.
Er basiert auf einem Kurzfilm den Lucas 1967 während seiner Filmstudienzeit drehte.
Zudem ist dies der zweite Film der bei "American Zoetrope" produziert wurde, dem New Hollywood Studio welches Francis Ford Coppola und Lucas 1969 gründeten.
Es brauchte einige Anläufe bis Warner Borthers das Geld für den Film gab.
Ein schmales Budget von einer Million Dollar gab letztendlich den Startschuss für die Dreharbeiten, die im neu gebauten U-Bahn System von San-Fransisco stattfanden.
Genaueres bitte unten bei "Schnittberichte" nachlesen

THX ist immer noch ein recht schwer zu vereinnahmbarer Brocken.
Zuerst einmal entwirft der Film eine recht simple Zukunftsvision ala Orwell. In einem technokratischen Staat indem der freie Wille sowie das Individuum nichts zählt und nur noch zu wirtschaftlichen Zwecken gebraucht wird, finden zwei Individuen (männlich und weiblich) zueinander, indem sie ihre Drogen absetzen und ihre Menschlichkeit entdecken. Dies wird vom System entdeckt bzw. verraten durch SEN 5241 (Donald Pleasance), die beiden werden getrennt. THX (Robert Duvall) flieht um LUH (Maggie McOmie) zu helfen, merkt auf seiner Flucht, dass sie vernichtet wurde. Versucht weiter die Flucht nach draußen mit Hilfe eines materialisierten Hologramms.
Lucas´s THX ist in seiner gesamten Sterilität recht faszinierend anzuschauen.
Obwohl der Film in vielerlei Hinsicht wie ein Konstrukt aussieht, muß ich ihm eine gewisse Faszination zusprechen und dies geschieht vor allem dadurch das er gewollt wie ein Konstrukt aussieht. THX weiß nichts von der "Macht", dem System, welches hinter den Mechanismen steckt. Er wird immer zu beobachtet, seine gesamte Intimsphäre wird durch die Präsenz eines Apparates hinter der Kamera, durchdrungen.
Diese Macht wird später durch den ebenfalls inhaftierten und auch flüchtigen SEN 5241 entlarft, der zufällig die Gebetszelle als Fernsehstudio entlarft und erschrocken einen Priester niederschlägt.
Interessant ist bei THX II38 auch der Sound. Verantwortlich hierfür zeigt sich Walter Murch (Apocalypse Now) als Tontechniker. THX II38 ist von einem ständigen Soundteppich umhüllt, wir werden andauernd mit Kommentaren des Systems in Form von Lautsprecherdurchsagen zugekleistert.
Erst in den Gefängnisszenen, die in einem endlos weißen Raum, in einer distanzierten Totale gefilmt sind, bekommen wir richtiges Gehör zu den Personen, ohne Unterbrechung.
Die Perversion dieses Systems wird vor allem am Ende des Films deutlich als die Verfolgungsjagd nach THX abgeblasen wird, weil das Budget des Staates in dieser Funktion, keine weiteren Unternehmungen zuläßt.
Was die Handschrift George Lucas angeht, so kann man hier eindeutig feststellen, dass die Faszination für Autos hier an den Modellen für die Flucht schon gegeben war. Siehe 1973 "American Graffiti". Zudem sind die metallgesichtigen Gesetzeshüter eine Vorversion der Stormtroopers aus "Star Wars", ebenso die Priester in ihren Gewändern oder die Hologramm-TV-Show, die sich THX am Feierabend ansieht.
Die Tatsache, das Lucas seinen Film 2004 durch eine Vielzahl von Erneuerungen verändert hat, schmälert den Film zwar nicht, doch ist es oft nicht immer zur Zufriedenheit ausgefallen.
Besonders die High-Speed Szenen innerhalb der Verfolgungsjagd, sowie die digital veränderten Oberflächenbewohner sind zwar schick anzusehen, wirken aber dennoch etwas deplaziert innerhalb des Gesamtkonzepts des Films.
Haargenau kann man sich das hier vor Augen führen :
http://www.schnittbe...t.php?ID=541751
Insgesamt muß ich sagen, ist THX definitiv ein unglaublich interessanter Beitrag zum dystopischen Science-Fiction Kino der 70er Jahre. So sperrig er auch ist, umso faszinierender ist er als Gesamtkonzept.
Interessant bleibt er in seiner Vision, die Lucas zeigt.
"Stay calm, be friendly"
Eine verdammt unheimliche Plastik-Welt !