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Restekiste

Mediale Prokrastination




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The Transporter (Louis Leterrier / Corey Yuen, 2002)



Hatte ich schonmal gesehen und fand ihn blöd. Nun im gleichen Schwung wie die Bourne-Filme angeschafft, um den Geistern der Vergangenheit nochmal auf den Zahn zu fühlen. Damals war der Film geliehen, mein eigenes Exemplar gilt daher als ungesehen und damit zur Restekiste zugelassen. (Dies ist nicht der einzige Titel, für den das gilt.)

Bestens gefallen hat mir die unaufgeregte Entspanntheit der Inszenierung, die ihre Geschwindigkeit, wenn sie denn mal hochgefahren wird, aus der Aktion im Bild erhält und nicht aus einer verwirrend zügigen Schnittfolge (letztes Wochenende CRANK gesehen). Ein Ausdruck südfranzösischer Lebensfreude? Falls ja: Bitte mehr davon.

Während des Schauens hatte ich immer mal wieder Bedenken, ob ich die beschriebene Entspanntheit nicht eventuell mit Trägheit, Lahmarschigkeit und Langeweile verwechsle, denn spätestens dem Mehrpersonenschmackes im Bus hätte ein etws rascherer Schnitt durchaus gut getan, damit insbesondere Statham nicht so roboterartig in seinen Bewegungen erscheint.

Doch ich lasse mir den Film durch diese Mini-Bedenken nicht vergrätzen, sehe wohlwollend über besagte Sequenz hinweg und freue mich über einen gelassen hingefläzten und fröhlichen Film, für den mir bei der Erstsichtung ein plakatives "Unrealistischer James Bond-Scheiß!" gereicht hatte.




Ich hatte mir die DVD damals auch gekauft (weil das Cover so unheimlich cool ist :P ). Nach Sichtung des Films eben jene aber postwendend verscherbelt... - also praktisch umgekehrt wie bei Dir. Daher interessiert mich brennend: Warum hast Du Dir einen Film auf DVD zugelegt, den Du in geliehener Form "blöd" fandest?
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bateman23 sagte am 26. Februar 2011, 07:55:

Ich hatte mir die DVD damals auch gekauft (weil das Cover so unheimlich cool ist :P ). Nach Sichtung des Films eben jene aber postwendend verscherbelt... - also praktisch umgekehrt wie bei Dir. Daher interessiert mich brennend: Warum hast Du Dir einen Film auf DVD zugelegt, den Du in geliehener Form "blöd" fandest?

Das ist rasant einfach zu beantworten! Den ersten Transporter hatte ich damals, ich glaube im Sommer 2003, in einer Phase gesehen, in der ich mich (zumindest meiner Ansicht nach; in den damaligen FTB-Einträgen ist davon nichs zu sehen!) anschickte, der größte, denkbare Filmsnob zu werden, den die Welt jemals zu Gesicht bekommen hat. Dieser angenomme Snobismus äußerte sich allerdings einzig darin, 1.) die diegetische Glaubwürdigkeit eines Films zu hinterfragen (glaubwürdig = gut / unglaubwürdig = schlecht) und 2.) trotzdem danach zu fragen, ob das, was ich da sehe, in der tatsächlichen Welt möglich ist. Ich wollte also beides gleichzeitig, habe aber von den wenigsten Filmen beides bekommen und vom Transporter schonmal gar nicht. Dass sich das Ganze mit meiner gleichzeitigen Tätigkeit als Plothure nicht besonders gut vertragen hat, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

Heute interessiert mich an Film mehr das Bild und seine Einbettung. Ich würde nicht so weit gehen und, im Sinne Herzogs, von einer "ekstatischen Wahrheit" reden, die ich da suche, aber wenn ich sehe wie Jason Statham mit einem Fallschirm auf einem fahrenden LKW landet und dabei enspannter, französischer HipHop läuft, freue ich mich darüber und gehe zufrieden ins Bett.

Achja: Gekauft hatte ich den Film zusammen kürzlich mit den Bournes, weil ich nach einer kürzlich abgeschlossenen Bond-Sichtungsreihe (mit für mich ziemlich genau 20 neuen Filmen), die ja bis zu einem gewissen Grad auch nichts weiter als eine Reise durch 40 Jahre (Acion)filmentwicklung darstellt, gern wissen wollte, was ähnlich gelagerte Figuren da im Gegenwartsfilm noch beizutragen haben. Da fiel mir der Transporter eben neben Jason Bourne als erstes ein und deshalb ist der jetzt hier. Quasi zur Überprüfung, ob sich meine Filmwahrnehmung tatsächlich so frappant geändert hat, wie ich es angenommen habe. (Ja, hat sie.)
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