Die Psychiaterin Jenny Isaksson scheint fest im Leben zu stehen, gerät jedoch in eine schwere Krise, als sie (während eines mehrmonatigen Amerikaaufenthalts ihres Mannes) eine längere Zeit bei ihren Großeltern verbringt und wenig später in ihrem neuen Haus nicht nur einer ihrer Patientin, sondern auch zwei unbekannten Männern begegnet, von denen einer versucht, sie zu vergewaltigen. Schließlich unternimmt sie einen Selbstmordversuch, wird aber von dem Arzt Tomas, mit dem sie sich kurz zuvor ein wenig angefreundet hat, gerettet. Der weitere Film spielt dann im Krankenhaus, wo Jenny einerseits beunruhigende Träume durchlebt, und sich zugleich an Begebenheiten aus der Vergangenheit, gerade auch ihrer Kindheit erinnert.
Ein typischer Bergman-Stoff: wesentliche Motive (traumatische Erfahrungen in der Erziehung etwa) tauchen auch in anderen Bergman-Filmen auf, das Entwerfen des Psychogramms einer Figur durch das Eintauchen in ihrer Vergangenheit gab es bereits in Wilde Erdbeeren, und auch den Versuch, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit aufzuheben, hat Bergman schon in früheren Werken unternommen. Mit Von Angesicht zu Angesicht war Bergman, der bei diesem Film wohl sehr große Ambitionen hatte, ausgesprochen unzufrieden und rechnete den Film in seiner Autobiographie gar zu den "peinlichen Fehlschlägen". Tatsächlich gehört Von Angesicht zu Angesicht nicht zu den besten Bergman-Filmen: der Film wirkt weniger dicht als andere Werke, der Erzählrhythmus ist teilweise holprig, Liv Ullmanns stellenweise sehr exaltiertes Spiel ist zumindest gewöhnungsbedürftig (allerdings durch die Anlage ihrer Figur doch wieder gerechtfertigt) und die Traumsequenzen sind von recht verschiedener Qualität: die große Sequenz nach Jennys Selbstmordversuch fand ich nicht wirklich überzeugend, fast schon aufgesetzt, während die späteren Traumszenen sehr starke Momente haben (wenngleich sie nicht ganz an die Traumszenen in Wilde Erdbeeren herankommen, denen sie recht stark ähneln). Trotzdem ist Bergmans eigenes, wohl von seiner Enttäuschung geprägtes Urteil eindeutig zu streng, denn es gibt in Von Angesicht zu Angesicht - besonders in der zweiten Hälfte - einige großartige Szenen, die jene quälende Intensität besitzen, die Bergmans (gelungenen) Werke auszeichnet: wenn aus Jenny etwa all die Sprüche, mit denen ihre Großmutter sie im Zuge der von praktizierten repressiven Erziehung regelmäßig traktiert hat, herausbrechen, oder wenn sie ein von eisiger Kälte geprägtes Gespräch mit ihrer Tochter führt. Eigentlich verfolgte Bergman die Idee, daß eine Frau durch eine schwere Krise zur Selbsterkenntnis und letztlich einer bewußteren und eigenständigeren Existenz geführt wird, doch bei der Arbeit am Film scheint Bergman den Glauben an diese Idee weitgehend verloren zu haben, denn letztlich ist am Ende für Jenny nichts wirklich besser geworden. Von Angesicht zu Angesicht ist sicherlich kein Meisterwerk, aber trotz diverser Detailschwächen immer noch ein durchaus sehenswerter Film.
Ein typischer Bergman-Stoff: wesentliche Motive (traumatische Erfahrungen in der Erziehung etwa) tauchen auch in anderen Bergman-Filmen auf, das Entwerfen des Psychogramms einer Figur durch das Eintauchen in ihrer Vergangenheit gab es bereits in Wilde Erdbeeren, und auch den Versuch, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit aufzuheben, hat Bergman schon in früheren Werken unternommen. Mit Von Angesicht zu Angesicht war Bergman, der bei diesem Film wohl sehr große Ambitionen hatte, ausgesprochen unzufrieden und rechnete den Film in seiner Autobiographie gar zu den "peinlichen Fehlschlägen". Tatsächlich gehört Von Angesicht zu Angesicht nicht zu den besten Bergman-Filmen: der Film wirkt weniger dicht als andere Werke, der Erzählrhythmus ist teilweise holprig, Liv Ullmanns stellenweise sehr exaltiertes Spiel ist zumindest gewöhnungsbedürftig (allerdings durch die Anlage ihrer Figur doch wieder gerechtfertigt) und die Traumsequenzen sind von recht verschiedener Qualität: die große Sequenz nach Jennys Selbstmordversuch fand ich nicht wirklich überzeugend, fast schon aufgesetzt, während die späteren Traumszenen sehr starke Momente haben (wenngleich sie nicht ganz an die Traumszenen in Wilde Erdbeeren herankommen, denen sie recht stark ähneln). Trotzdem ist Bergmans eigenes, wohl von seiner Enttäuschung geprägtes Urteil eindeutig zu streng, denn es gibt in Von Angesicht zu Angesicht - besonders in der zweiten Hälfte - einige großartige Szenen, die jene quälende Intensität besitzen, die Bergmans (gelungenen) Werke auszeichnet: wenn aus Jenny etwa all die Sprüche, mit denen ihre Großmutter sie im Zuge der von praktizierten repressiven Erziehung regelmäßig traktiert hat, herausbrechen, oder wenn sie ein von eisiger Kälte geprägtes Gespräch mit ihrer Tochter führt. Eigentlich verfolgte Bergman die Idee, daß eine Frau durch eine schwere Krise zur Selbsterkenntnis und letztlich einer bewußteren und eigenständigeren Existenz geführt wird, doch bei der Arbeit am Film scheint Bergman den Glauben an diese Idee weitgehend verloren zu haben, denn letztlich ist am Ende für Jenny nichts wirklich besser geworden. Von Angesicht zu Angesicht ist sicherlich kein Meisterwerk, aber trotz diverser Detailschwächen immer noch ein durchaus sehenswerter Film.