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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





Foto

APOLLO 18 (Gonzalo López-Gallego/USA, CA 2011)



"Let me in, Ben! Let me in!"

Apollo 18 ~ USA/CA
Directed By: Gonzalo López-Gallego

Überraschend aufgetauchtes Filmmaterial beweist es: Apollo 17 war nicht der letzte bemannte Raumflug zum Mond, es gab noch eine weitere Mission. Die drei Astronauten Ben Anderson (Warren Christie), Nate Walker (Lloyd Owen) und John Grey (Ryan Robbins) starten unter strengster Geheimhaltung (selbst ihre Familien dürfen nichts wissen) hinauf zum Erdtrabanten. Anderson und Walker setzen sich mit einer Mondfähre am Südpol ab, derweil Grey mit dem Raumschiff im Orbit bleibt.
Das Bodenteam stellt alsbald einige Merkwürdigkeiten fest: Offenbar war zuvor bereits eine sowjetische Kosmonautentruppe inoffiziell gelandet. Man entdeckt die Leiche eines der Ost-Kollegen, dessen aufgerissener Raumanzug keinen Zweifel daran lässt, dass er ermordet wurde. Kurz darauf finden Walker und Anderson nichtmenschliche Spuren auf der Oberfläche. Walker wird von etwas in seinem Anzug befindlichen angegriffen und leidet an einer seltsamen Infektion. Als der zwischenzeitlich abgebrochene Kontakt nach Houston wieder hergestellt ist, beseitigen sich Andersons letzte Zweifel: Das hierher entsandte Trio fungiert als nichts anderes denn als Versuchskaninchen für den Nachweis, dass es auf dem Mond, feindselige, tödliche Organismen gibt.

Die Mondexpeditionen und -landungen bieten ja allerlei Fruchtbares für unverbesserliche Verschwörungstheoretiker und solche, die es werden wollen. Warum also nicht das Naheliegendste tun und eine entsprechende Mockumentary kreieren, die über das übliche Brimborium hinaus geht und Aliens und nacktes Grauen ins Spiel bringt? Ein dankbares Sujet für einen konzeptionellen Found-Footage-Stoff, halbwegs clever mit einer Original-Arriflex-16 (die selbst zum Protagonisten wird) gefilmt und somit um mediale Authentizität buhlend. Dass ein entsprechender, viral gestarteter Hype auch vor drei Jahren nicht mehr ganz up to date war, ignoriert man geflissentlich und errichtet sein kleines, lunares Schreckgespenst mit viel Enthusiasmus. Die gar schröckliche Conclusio besagt, dass sich hinter jedem Stückchen Mondgestein, auch hinter solchem natürlich, das zur Erde mitgebracht und in aller Herren Länder verschenkt und weitergereicht wurde, ein potenzieller sleeper der Mondmonster befinden könnte. Deren perfekte Camouflage besteht nämlich darin, sich als Steinchen zu tarnen, um im rechten Moment einen Wirt anzufallen, ihn zu okkupieren und willenlos und böse zu machen. Buh! Leider gelingt es López-Gallego nie ganz, die zum Einkauf einer solchen Geschichte wirklich nötige Bedrohlichkeit zu evozieren. Der experimentelle Anordnungscharakter des Ganzen, das sich mithilfe verschiedener Kameras und somit Perspektiven seine spezifische Dramaturgie zu verschaffen sucht, bleibt stets im Vordergrund und weicht, wie es im wirklich gelungenen Falle sein sollte, nie ganz in die Unmerklichkeit zurück. So empfand ich "Apollo 18" zwar nicht als gänzlich misslungen, ebensowenig aber als einen der wirklich bahnbrechenden Beiträge zum embedded filming.

5/10

Gonzalo López-Gallego period piece found footage embedded filming Raumfahrt Mond Freundschaft Verschwörung Aliens Virus



Filmtagebuch von...

Funxton

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