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LETTERS FROM IWO JIMA (Clint Eastwood/USA 2006)



Zitat entfällt.

Letters From Iwo Jima ~ USA 2006
Directed By: Clint Eastwood


Die Pazifikinsel Iwo Jima im Februar 1945: Die kaiserlich-japanische Armee versucht in einer der letzten Schlüsselschlachten des Zweiten Weltkriegs, der anrückenden Übermacht der US-Streitkräfte zu begegnen, ist jedoch von vornherein völlig chancenlos. Dem Druck, den das Nahen des zahlenmäßig zigfach überlegenen Gegners auf die Soldaten ausübt, gesellen sich noch der persönliche Ehrbegriff und die Angst vorm immer sicherer werdenden Sterben hinzu. Der der westlichen Kultur gegenüber aufgeschlossene General Kuribayashi (Ken Watanabe), Ex-Militärattaché in Übersee, verkennt als einziger der uniformierten Inselbesatzer nicht die Entschlossenheit und Persönlichkeit des Feindes; der junge, verheiratete Soldat Saigo (Kazunari Ninomiya) indes weigert sich stetig, die selbstmörderische Todesphilosophie seiner Kameraden zu teilen.

In Kombination mit dem Parallelwerk "Flags Of Our Fathers", das ich mir zuvor ebenfalls nochmal angesehen habe, bildet "Letters From Iwo Jima" den wohl definitiven dramatisierten Abriss der Ereignisse um die "Operation Detachment", die Übernahme der kleinen kargen Vulkaninsel Iwo Jima durch die US-Armee - ein besonders aufgrund seines strategischen und symbolischen (und damit psychologischen) Gehalts elementarer Kriegsschachzug. Obgleich beide Filme aus ihrer formalen und sittlichen Verwandtschaft keinen Hehl machen, sind sie atmosphärisch doch sehr unterschiedlich geartet. "Letters From Iwo Jima" porträtiert fast kammerspielartig die klaustrophobische Situation der bereits von Anfang an feststehenden Verlierer der Schlacht, die in ihren eilig aus dem Fels gehauenen, provisorischen Tunneln hocken und so tapfer kämpfen, wie es nur geht, aufgrund der unverhältnismäßigen Größe des Gegners jedoch zum Verlieren verdammt sind. Für sie entwickelt sich Iwo Jima auch zu einem Belagerungskonflikt, das Frischwasser geht langsam aus, die jungen Männer werden von Seuchenkrankheiten dahingerafft und ihre überkommenen Weisungen, in jedem Falle in den Tod zu gehen (was im konkreten Fall Seppuku bedeutet), bevor man sich ergibt, zermürben sie auch innerlich.
Auch wenn man Eastwood verdächtigen möchte, es bei "Letters" etwas einfacher gehabt zu haben als bei "Flags", da die Darstellung der Verliererseite unter antikriegsintentionalen Gesichtspunkten schlicht die dankbarere ist, muss "Letters" ganz klar als Punktesieger aus dem Gesamtwerk hervorgehen: Er geriert sich dichter, persönlicher und vor allem weitaus intimer als sein "Zwillingswerk".

9/10

Pazifikkrieg Clint Eastwood Iwo Jima WWII



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Funxton

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