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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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THE BAD SEED (Mervyn LeRoy/USA 1956)



"You won't go to Heaven when you die!"

The Bad Seed (Böse Saat) ~ USA 1956
Directed By: Mervyn LeRoy


Eines bösen Tages sieht die seit eh und je mit ihrer Herkunft hadernde Offiziersgattin Christine Penmark (Nancy Kelly) sich einen lang gehegten, latenten Verdacht gegenüber ihrer achtjährigen Tochter Rhoda (Patty McCormack) bestätigen. Das engelsgesichtige, besonders bei älteren Damen beliebte Mädchen entpuppt sich als eiskalte Mörderin bar jeglichen Sinnes für Gerechtigkeit, einzig auf ihren persönlichen Vorteil bedacht, habsüchtig und grenzenlos brutal. Christine kommt ins Grübeln: Könnte das damit zusammenhängen, dass Rhoda das Wesen von Christines echter Mutter, einer gesuchten Verbrecherin, "ererbt" hat?

Der auf einem Roman und einem Thaterstück basierende, ebenso packende wie unerhörte "The Bad Seed" lieferte der in der Entwicklungspsychologie verwurzeltenen Anlage-Umwelt-Debatte, die die Kernformulierung des Wissenschaftlerstreits darum bildet, ob das menschliche Wesen zu Teilen oder sogar ausschließlich auf genotypischer Determination oder eben auf extrinsischen Sozialisationsprozessen basiert, neues Futter. Der Film nimmt dabei eine immerhin leicht gemäßigte Perspektive ein und argumentiert (im Sinne Dawkins'), dass es hier und da durchaus Fälle gebe, in denen die genetische Erblast dominiere und Kinder damit bereits im niedrigen Alter unbeeinflussbar und unabhängig von ihrem erzieherischen Umfeld zu Schwerkriminellen würden. "The Bad Seed" verwandelt das in vortreffliche, bisweilen kitschige Exploitation von größter Sogkraft. Die Krone wird dem Ganzen dann durch das hofnungslos puritanische, mit "göttlicher Gerechtigkeit" garnierte Ende aufgesetzt. Sei's drum, LeRoys absolut geschlossener Inszenierung schadet selbst das nichts. Exzellente, eindeutig dem Thater bzw. der frühen method-acting-Schule entstammende Schauspieler (neben einer der besten mir bekannten Kinderdarstellungen durch die McCormack wäre da vor allem die brillante Eileen Heckart zu nennen), bestimmen das fast ausschließlich auf das Haus der Familie Penmark beschränkte Kammerspiel und machen es zu einer aus psychologischer Warte betrachtet zwar hemdsärmeligen, nichtsdestotrotz aber saumäßig spannenden Angelegenheit.

9/10

Mutter Kinder Psychologie Mervyn LeRoy Serienmord based on play



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Funxton

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