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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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CARRIERS (Àlex Pastor, David Pastor/USA 2009)



"One thing I know: I'll be alone."

Carriers ~ USA 2009
Directed By: Àlex Pastor/David Pastor


Nachdem eine tödliche Pandemie praktisch die gesamte Menschheit hinweggerafft hat, sind die letzten Überlebenden zum Opportunismus gezwungen: Infektion ist gleichzusetzen mit Tod. Die beiden Brüder Brian (Chris Pine) und Danny (Lou Taylor Pucci) sind zusammen mit Brians Freundin Bobby (Piper Perabo) und der hinzugestoßenen Kate (Emily VanCamp) auf dem Weg zur kalifornischen Küste, wo sie sich in einem einsamen, leerstehenden Hotel einquartieren wollen. Zwischendurch kreuzen weitere Menschen ihren Weg, die ganz unterschiedlich mit dem drohenden Ende umgehen. Nur Danny und Kate sollen schließlich das Reiseziel erreichen; desillusioniert und um manch unangenehme Erfahrung reicher.

Seuchenfilme zählen ja mittlerweile zum festen Inventar des Phantastischen Films, wobei Art der Inszenierung und Umgang mit dem Thema teils doch stark variieren. Im Mittelpunkt von "Carriers" steht keine Krankheit, die zur Raserei führt; somit handelt es sich dabei auch um keinen der zahlreichen, mehr oder minder geschickt codierten Zombiefilme. Wer hier erkrankt, stirbt einen tuberkulösen Tod, wird langsam schwächer und siecht dann recht rasch dahin. Die Pastor-Brüder interessiert dabei ausschließlich das Verhalten der Nicht-Infizierten, jener Individuen also, denen der Kampf ums eigene Überleben zum letzten und zugleich maximalen Existenzstatut geworden ist und die darüberhinaus das vergessen, was sie eigentlich zum Menschen macht - ihre Menschlichkeit nämlich. Wer sich angesteckt hat, und stehe er einem noch so nahe, muss selbst sehen, wie er weiterkommt, so die von Brian aufgestellten Regeln für einen erfolgreichen Weg durch die Ödnis. Dass es auch anders geht, beweist ein unterwegs aufgelesener Vater (Christopher Meloni), der im Gegensatz zu mindestens dreien von den vier Protagonisten erkannt hat, dass das Menschengeschlecht nicht von ungefähr ihrem Ende zugeführt wird und sich, unter der Prämisse des eigenen Sterbens, seiner Menschlichkit stellt.
Trotz mancher durchaus gelungener Ansätze bleibt "Carriers" weitgehend an der Oberfläche stecken und bemüht sich, als gelte es unweigerlich, dem erdrückenden Thema zu trotzen, seine Endzeitvision in verführerisch schöne Bilder mit schönen Menschen darin zu packen. Die Prärie von Texas und New Mexico unter strahlend blauem Himmel, knackige Farben und Scope - wären da nicht die allenthalben eingeschobenen Porträts halbvergammelter Leichen, man könnte sich glatt dem Gefühl hingeben, einem Werbefilm für US-Touristen beizuwohnen. Weiß nicht recht, ob dieser ästhetische Bruch als inkonsequent, unangemessen oder schlicht ekletizistisch zu deuten ist - ist aber eigentlich auch gleichgültig. Ich denke, wenn man "Carriers" einmal gesehen hat, hat man ihn fürs Erste sowieso oft genug gesehen.

6/10

David Pastor Àlex Pastor Virus Apokalypse Road Movie



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Funxton

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