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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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THE SUN ALSO RISES (Henry King/USA 1957)



"You don't like Paris?" - "No." - "Why don't you go somewhere else?" - "There isn't anywhere else."

The Sun Also Rises (Zwischen Madrid und Paris) ~ USA 1957
Directed By: Henry King

Der im Paris der zwanziger Jahre tätige, infolge einer Kriegsverletzung impotente Journalist Jake Barnes (Tyrone Power) hängt seiner alten Liebe Brett Ashley (Ava Gardner) nach, die es wegen seiner mangelnden koitalen Möglichkeiten nicht aushält, bei ihm zu bleiben, obschon sie ebenso für ihn empfindet. Ihre aktuelle Eroberung ist der schottische Ex-Millionär Mike Campbell (Errol Flynn) und auch Jakes Freund Robert (Mel Ferrer) verkuckt sich heftig in Brett. Geminsam mit dem lustigen Lebemann Bill Gordon (Eddie Albert) reist das Quartett nach Pamplona, um dort zu feiern und die alljährlich stattfindenden Stierkämpfe zu beobachten. Doch hier wartet bereits Bretts nächster Liebhaber in Person eines Nachwuchs-Matadors (Robert Evans)...

Kings nächste Hemingway-Adaption, diesmal in Scope und noch ausgewalzteren Farben, ist ein Film ganz nach meinem Gusto. Wie schon in "The Snows Of Kilimanjaro" passiert im Prinzip nämlich, abgesehen von ein paar amourösen Verwicklungen und Eifersüchteleien hier und da, die wieder mal allesamt um die Gardner kreisen, nur recht wenig über die nicht eben kurze Distanz des Films. Außer, das zünftig gesoffen wird. Besonders Flynn und Albert, die Arm in Arm mit ihren Weinschläuchen durch Pamplona torkeln, machen "The Sun Also Rises" zu einem richtig guten Kumpel von Film, wie überhaupt die konsequente Dekonstruktion der beiden in die Jahre gekommenen swashbuckler Power und Flynn ausnehmend gut gefällt. Power als impotenter, innerlich verzweifelter Kriegsveteran, der einen Boxkampf haushoch verliert und Flynn, dem zu dieser Zeit bereits sein ausgesprochen ungesunder Lebenswandel in die Kiemen gekrochen war und der somit vermutlich bloß sich selbst zu spielen hatte, sind einfach nur toll. Die anarchische Leichtigkeit und Würde des nicht mehr ganz jungen Lebemannes bringt das Werk auf eine fast schon untypisch unverschämte Weise für das Studiokino dieser Jahre an sein Publikum.
Nicht nur eine der besten Hemingway-Adaptionen überhaupt kam dabei heraus, sondern vielleicht auch der schönste Film seines arbeitsamen Regisseurs.

9/10

WWI Stierkampf Bohème Spanien Paris Ernest Hemingway Henry King period piece Alkohol



Na ja, nichts gegen Ava. Aber in "Kilimanjaro" fieberte Gregory schon noch um ein paar andere Weiber: nämlich um uns Hildegard und um Susan Hayward. Ich fand übrigens beide Filme ein wenig "sich streckend", ärgerte mich besonders über das Getue, das im Falle von Peck's Fieberwahn aus einer Kurzgeschichte gemacht wurde. - Ist aber eine Weile her, seit ich mich den Dingern ausgesetzt habe. Ein mutiger Neuzugang wäre angesagt.
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Zodiac sagte am 23. November 2011, 18:07:

Na ja, nichts gegen Ava. Aber in "Kilimanjaro" fieberte Gregory schon noch um ein paar andere Weiber: nämlich um uns Hildegard und um Susan Hayward.
Eben nicht! Die Erinnerung trügt dich da ;)

Zodiac sagte am 23. November 2011, 18:07:

Ich fand übrigens beide Filme ein wenig "sich streckend", ärgerte mich besonders über das Getue, das im Falle von Peck's Fieberwahn aus einer Kurzgeschichte gemacht wurde. - Ist aber eine Weile her, seit ich mich den Dingern ausgesetzt habe. Ein mutiger Neuzugang wäre angesagt.
Ja.
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Meine Erinnerung trügt selten bis nie! :bart: Er lieget im Fieber und entsinnt sich zumindest kurz der Gräfin von und zu Knef (die übrigens kurz darauf eine Scheisswut haben sollte, weil sie die am Broadway so bravourös dargebotene Rolle der Ninotchka im Film "Silk Stockings",1957, Cyd Charisse überlassen musste). Und die Begegnung mit der von lila (?) Schleiern (Kopftuch und Schal) umflatterten Susan, die er für Ava hielt! Da begann sogar ich als Susan-Fan zu fiebern. Und wozu war das arme Mädchen gut genug? Sie durfte mit ihm sein Siechtum und das Schmachten nach Ava durchleben.

Jetzt weisst du - dies als kleiner Zink mit dem Pfaunwahl - wenigstens, wie schön es für einen Blogger ist, gelegentlich einen Kommentar zu erhalten. :P Und meine beschränken sich erst noch nicht auf ein "Ey Mann, geile Besprechung!", sondern lassen erkennen, dass ich Texte verschlungen habe - oder zumindest so tue als ob.
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Ach so, da habe ich dich bloß missverstanden resp. den Begriff "fiebern" missinterpretiert. Natürlich kommen auch Hayward und Knef vor, nur liebt er die beiden ja nicht, während er der Gardner elefantös hinterhertrauert.
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Funxton

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