

THE SUN ALSO RISES (Henry King/USA 1957)
von Funxton ·
23 November 2011
Kategorie:
Drama
Aufrufe: 1.438
"You don't like Paris?" - "No." - "Why don't you go somewhere else?" - "There isn't anywhere else."
The Sun Also Rises (Zwischen Madrid und Paris) ~ USA 1957
Directed By: Henry King
Der im Paris der zwanziger Jahre tätige, infolge einer Kriegsverletzung impotente Journalist Jake Barnes (Tyrone Power) hängt seiner alten Liebe Brett Ashley (Ava Gardner) nach, die es wegen seiner mangelnden koitalen Möglichkeiten nicht aushält, bei ihm zu bleiben, obschon sie ebenso für ihn empfindet. Ihre aktuelle Eroberung ist der schottische Ex-Millionär Mike Campbell (Errol Flynn) und auch Jakes Freund Robert (Mel Ferrer) verkuckt sich heftig in Brett. Geminsam mit dem lustigen Lebemann Bill Gordon (Eddie Albert) reist das Quartett nach Pamplona, um dort zu feiern und die alljährlich stattfindenden Stierkämpfe zu beobachten. Doch hier wartet bereits Bretts nächster Liebhaber in Person eines Nachwuchs-Matadors (Robert Evans)...
Kings nächste Hemingway-Adaption, diesmal in Scope und noch ausgewalzteren Farben, ist ein Film ganz nach meinem Gusto. Wie schon in "The Snows Of Kilimanjaro" passiert im Prinzip nämlich, abgesehen von ein paar amourösen Verwicklungen und Eifersüchteleien hier und da, die wieder mal allesamt um die Gardner kreisen, nur recht wenig über die nicht eben kurze Distanz des Films. Außer, das zünftig gesoffen wird. Besonders Flynn und Albert, die Arm in Arm mit ihren Weinschläuchen durch Pamplona torkeln, machen "The Sun Also Rises" zu einem richtig guten Kumpel von Film, wie überhaupt die konsequente Dekonstruktion der beiden in die Jahre gekommenen swashbuckler Power und Flynn ausnehmend gut gefällt. Power als impotenter, innerlich verzweifelter Kriegsveteran, der einen Boxkampf haushoch verliert und Flynn, dem zu dieser Zeit bereits sein ausgesprochen ungesunder Lebenswandel in die Kiemen gekrochen war und der somit vermutlich bloß sich selbst zu spielen hatte, sind einfach nur toll. Die anarchische Leichtigkeit und Würde des nicht mehr ganz jungen Lebemannes bringt das Werk auf eine fast schon untypisch unverschämte Weise für das Studiokino dieser Jahre an sein Publikum.
Nicht nur eine der besten Hemingway-Adaptionen überhaupt kam dabei heraus, sondern vielleicht auch der schönste Film seines arbeitsamen Regisseurs.
9/10
WWI Stierkampf Bohème Spanien Paris Ernest Hemingway Henry King period piece Alkohol
The Sun Also Rises (Zwischen Madrid und Paris) ~ USA 1957
Directed By: Henry King
Der im Paris der zwanziger Jahre tätige, infolge einer Kriegsverletzung impotente Journalist Jake Barnes (Tyrone Power) hängt seiner alten Liebe Brett Ashley (Ava Gardner) nach, die es wegen seiner mangelnden koitalen Möglichkeiten nicht aushält, bei ihm zu bleiben, obschon sie ebenso für ihn empfindet. Ihre aktuelle Eroberung ist der schottische Ex-Millionär Mike Campbell (Errol Flynn) und auch Jakes Freund Robert (Mel Ferrer) verkuckt sich heftig in Brett. Geminsam mit dem lustigen Lebemann Bill Gordon (Eddie Albert) reist das Quartett nach Pamplona, um dort zu feiern und die alljährlich stattfindenden Stierkämpfe zu beobachten. Doch hier wartet bereits Bretts nächster Liebhaber in Person eines Nachwuchs-Matadors (Robert Evans)...
Kings nächste Hemingway-Adaption, diesmal in Scope und noch ausgewalzteren Farben, ist ein Film ganz nach meinem Gusto. Wie schon in "The Snows Of Kilimanjaro" passiert im Prinzip nämlich, abgesehen von ein paar amourösen Verwicklungen und Eifersüchteleien hier und da, die wieder mal allesamt um die Gardner kreisen, nur recht wenig über die nicht eben kurze Distanz des Films. Außer, das zünftig gesoffen wird. Besonders Flynn und Albert, die Arm in Arm mit ihren Weinschläuchen durch Pamplona torkeln, machen "The Sun Also Rises" zu einem richtig guten Kumpel von Film, wie überhaupt die konsequente Dekonstruktion der beiden in die Jahre gekommenen swashbuckler Power und Flynn ausnehmend gut gefällt. Power als impotenter, innerlich verzweifelter Kriegsveteran, der einen Boxkampf haushoch verliert und Flynn, dem zu dieser Zeit bereits sein ausgesprochen ungesunder Lebenswandel in die Kiemen gekrochen war und der somit vermutlich bloß sich selbst zu spielen hatte, sind einfach nur toll. Die anarchische Leichtigkeit und Würde des nicht mehr ganz jungen Lebemannes bringt das Werk auf eine fast schon untypisch unverschämte Weise für das Studiokino dieser Jahre an sein Publikum.
Nicht nur eine der besten Hemingway-Adaptionen überhaupt kam dabei heraus, sondern vielleicht auch der schönste Film seines arbeitsamen Regisseurs.
9/10
WWI Stierkampf Bohème Spanien Paris Ernest Hemingway Henry King period piece Alkohol