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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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CONAN THE BARBARIAN (Marcus Nispel/USA 2011)



"I want your head!"

Conan The Barbarian (Conan) ~ USA 2011
Directed By: Marcus Nispel

Das hyborianische Zeitalter: Der cimmerische Barbar Conan (Jason Momoa), der als Kind (Leo Howard) seinen Vater (Ron Perlman) durch den machtgierigen Khalar Zym (Stephen Lang) verloren hat, schwört Rache. Nach zahlreichen Abenteuern als Dieb und Pirat stößt Conan wieder auf Khalar Zym, der zur endgültigen Vervollständigung seiner Herschaftsstellung nurmehr eine reinblütige Priesterin benötigt. Diese hat er in der schönen Tamara (Racel Nichols) gefunden und plant sie zu entführen. Doch Conan kommt ihm zuvor und beschützt Tamara. Als es Khalar Zym schließlich doch gelingt, ihrer habhaft zu werden, wappnet sich Conan zum letzten Duell und dringt im Alleingang in seine Festung ein.

Nispels "Conan" verhält sich in Korrelation zu Milius' Erstverfilmung wie eine Fahrt in der Geisterbahn zum Besuch einer Wagner-Oper. Das kann man allerdings weder Nispel noch seinem Film zum Vorwurf machen, kehrt dieser doch bloß die Pulp-Wurzeln des Stoffs heraus und hält sich im Prinzip wesentlich enger sowohl an Howards Realitätsentwürfe als auch an die Marvel-Comics der Siebziger und Achtziger. Ferner wird der eine oder andere ja ohnedies die Geisterbahn vorziehen. Tatsächlich war es einst Milius, der die Saga unproportional überhöht und aufgeblasen hat. Allerdings lag genau darin das große Verdienst seines Films. Er hatte es nicht nötig, sich irgendwem anzubiedern und kochte sein eigenes, für viele Zuschauer sehr unbegreifliches Süppchen zwischen Pomp und Glorie, Nitzsche und Schlagetot auf das Vortrefflichste. Davon ist bei Nispel, der ja bereits Hoopers "Texas Chainsaw Massacre" und Cunninghams "Friday The 13th" "fit fürs neue Jahrtausend" machen musste, nicht mehr viel übrig. Bei seinem "Conan" wird die atavistisch-phantastische Welt zur Gestaltungsbasis für mediokre CGI, Sandzombies und ein Krakenmonster. Dass ein nordländischer Barbar wie ein Hawaiianer aussieht, ist ebenso quatschig, wie überhaupt Jason Momoa eher was von dem schnippischen Verführergestus eines Errol Flynn besitzt als vom Eisenkiefer einer steirischen Eiche. Das alles ist im Grunde probat, wenn es um die bloße Verfilmung einer "Conan"-Geschichte geht - zumal unter den Jahren zwei TV-Serien, eine davon mit Ralf Möller, die andere im Zeichentrickverfahren und für Kinder, den Topos sowieso um jede nur denkbare Unschuld (oder auch Schuld, je nach Perspektive) re-mastert haben.
Was Nispel uns hier anno 2011 kredenzt, ist indes reines, wenn auch solides Mittelmaß.

5/10

Marcus Nispel Conan Marvel Comic Robert E. Howard Splatter Barbaren Pulp



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Funxton

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