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CONQUEST OF THE PLANET OF THE APES (J. Lee Thompson/USA 1972)



"The Ape Management is in the hands of the apes!"

Conquest Of The Planet Of The Apes (Eroberung vom Planet der Affen) ~ USA 1972
Directed By: J. Lee Thompson

1991, achtzehn Jahre nach den tragischen Ereignissen um die Ermordung von Cornelius und Zira: Nachdem eine Seuche wie von Cornelius angekündigt alle Hunde und Katzen der Welt hinweggerafft hat, ist man dazu übergangen, sich Affen als Haustiere zu halten. Damit nicht genug werden die Primaten in "Umerziehungszentren" zu Sklaven geschult und müssen den Menschen dienstbar sein. Doch die Affen rotten sich hier und da bereits unerlaubt zusammen und warten nur auf den Augenblick der Befreiung. In diese explosive Situation kommt der Zirkusdirektor Armando (Ricardo Montalban) mit seinem Mündel, dem Schimpansen Caesar (Roddy McDowall) - Cornelius' und Ziras Sohn - um Werbung für sein Unternehmen zu machen. Durch Caesars Unbeherrschtheit gerät Armando in Gefangenschaft und schließlich zu Tode, während Caesar, sich stumm und naiv gebend, als Hausaffe angelernt und verkauft wird. als seine wahre Identität auffliegt, kann er sich mithilfe des ihm freundlich gesonnenen Regierungsmitarbeiters MacDonald (Hari Rhodes) befreien und zettelt eine blutige Revolution an.

Der "Spartacus"-Beitrag der "Planet-Of-The-Apes"-Reihe, mit trockener Emotionalität und karger, immanenter Schönheit in grandioser Kulisse von Altmeister J. Lee Thompson inszeniert. Caesars Werdegang geriert sich dabei tatsächlich exakt wie der des von Kubrick porträtierten Sklavenaufrührers im antiken Rom: Er wird geknechtet, muss lernen, Kinder zeugen und wird schließlich verkauft. Nur seiner angeborenen Intelligenz verdankt er, dass er schließlich in der Position ist, die überfällige Revolte loszubrechen. Die Vorarbeit wird per Guerillataktik im Untergrund geleistet, Gleichgesinnte schart Caesar um sich und lässt sie, dank seiner Fähigkeit zu schreiben, für sich arbeiten. Am Ende steht dann die "Nacht des Großen Feuers", die bereits in genau jene Zukunft weist, die in den ersten beiden Teilen der Serie installiert wurde. Die Affen reißen die Herrschaft an sich; weltweit werden noch viele Caesars Beispiel folgen und die Menschheit sich letzten Endes nicht anders zu helfen wissen, als Atombomben zu werfen um damit ihre eigenen ziviliatorischen Errungenschaften zur Hölle zu schicken, von denen die genügsamen Affen ohnehin keinen Gebrauch machen würden. Der Sieg ist langfristig auf Seite der Affen und Caesar wird zu jenem Heilsbringer und Gesetzesverfasser, von dem man zuvor schon soviel gehört hat.
Als bereits rein themenbedingt erwachsenster Film des Franchise, von dem auch das aktuelle Prequel noch stark zehren konnte, wies Thompsons Urschnitt einige noch weitaus unbequemere Sequenzen auf, die jedoch aus Freigabegründen entschärft, entfernt oder umgemodelt werden mussten. Eine Veröffentlichung des unzensierten Originalschnitts täte in diesem Falle wirklich mal Not, wenngleich "Conquest" auch in dieser Form bereits ein bemerkenswertes Beispiel für ein Sequel abgibt, das durch Eigenständigkeit und Kreativität trumpfen kann.

8/10

J. Lee Thompson Planet Of The Apes Revolution Sklaverei Affen Zukunft Dystopie



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Funxton

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