

DESERT FURY (Lewis Allen/USA 1947)
von Funxton ·
09 Mai 2013
Kategorie:
Kriminalfilm,
Drama
Aufrufe: 842
"'Night, Fritzi."
Desert Fury ~ USA 1947
Directed By: Lewis Allen
Die neunzehnjährige Paula Haller (Lizabeth Scott) und ihre Mutter Fritzi (Mary Astor), die ein gut gehendes Spielcasino in Chuckawalla, Nevada besitzt, verbindet eine tiefe Hassliebe. Paula neigt dazu, vor Krisen wegzulaufen und einen postpubertären Fehler nach dem anderen zu machen. Als sie einmal mehr von einer teuren Privatschule geflogen ist, kommt sie zurück nach Hause. Zeitgleich erscheinen die beiden zwielichtigen Gauner Eddie Bendix (John Hodiak) und Johnny Ryan (Wendell Corey) in Chuckawalla. Bendix steht im Verdacht, vor einiger Zeit seine Frau ermordet zu haben, was ihm jedoch vom örtlichen Sheriff Tom Hanson (Burt Lancaster) nie nachgewiesen werden konnte. Außerdem hatte er vor vielen Jahren ein Verhältnis mit Fritzi. Nunmehr verguckt sich Paula in den kalten Filou, was seinem Freund Johnny überhaupt nicht gefällt...
Auch das gibt es: Einen knallbunten film noir in leuchtendem Drei-Streifen-Technicolor; geradezu aufreizend bunt und somit wie ein lebendig gewordener Eklektizismus anmutend. Dennoch; die Stimmung, die "Desert Fury" kreiert, pendelt ganz wunderbar souverän zwischen pulp und camp; Allens Film atmet schwüle Wüstenerotik aus allen Poren. Wer hier was mit wem hatte, wann und warum, das entwickelt sich nach und nach zum einzigen Bestimmungszweck der irrlichternden Präriegestalten. Bendix und Ryan verbindet eine akute Homosexualität, die von Bendix mehr oder minder erfolgreich negiert und lediglich von Ryan als solche anerkannt wird. In solch eindeutiger Form findet man dieses Thema selten im golden age Hollywoods formuliert. Lancasters Hanson, uniformierter Held und reaktionärer Kleinstadtbulle, ist eigentlich der langweiligste, weil spießigste und farbloseste Charakter des Films. Seine breitschultrige Virilität verdeutlicht von vornherein, dass er am Ende als Gewinner aus der Geschichte hervorgehen wird, eine Tazsache, die sich endgültig klärt, als er den dandyhaften, zudem betrunkenen Bendix einmal mühelos zusammenschlägt. Somit ist das vermeintliche happy end zwischen Hanson und Paula eigentlich gar kein richtiges, weil es im Prinzip lediglich trockener Vernunft geschuldet ist, nicht jedoch der lebensstiftenden Libido.
8/10
Lewis Allen film noir Nevada amour fou Mutter & Tochter Robert Rossen
Desert Fury ~ USA 1947
Directed By: Lewis Allen
Die neunzehnjährige Paula Haller (Lizabeth Scott) und ihre Mutter Fritzi (Mary Astor), die ein gut gehendes Spielcasino in Chuckawalla, Nevada besitzt, verbindet eine tiefe Hassliebe. Paula neigt dazu, vor Krisen wegzulaufen und einen postpubertären Fehler nach dem anderen zu machen. Als sie einmal mehr von einer teuren Privatschule geflogen ist, kommt sie zurück nach Hause. Zeitgleich erscheinen die beiden zwielichtigen Gauner Eddie Bendix (John Hodiak) und Johnny Ryan (Wendell Corey) in Chuckawalla. Bendix steht im Verdacht, vor einiger Zeit seine Frau ermordet zu haben, was ihm jedoch vom örtlichen Sheriff Tom Hanson (Burt Lancaster) nie nachgewiesen werden konnte. Außerdem hatte er vor vielen Jahren ein Verhältnis mit Fritzi. Nunmehr verguckt sich Paula in den kalten Filou, was seinem Freund Johnny überhaupt nicht gefällt...
Auch das gibt es: Einen knallbunten film noir in leuchtendem Drei-Streifen-Technicolor; geradezu aufreizend bunt und somit wie ein lebendig gewordener Eklektizismus anmutend. Dennoch; die Stimmung, die "Desert Fury" kreiert, pendelt ganz wunderbar souverän zwischen pulp und camp; Allens Film atmet schwüle Wüstenerotik aus allen Poren. Wer hier was mit wem hatte, wann und warum, das entwickelt sich nach und nach zum einzigen Bestimmungszweck der irrlichternden Präriegestalten. Bendix und Ryan verbindet eine akute Homosexualität, die von Bendix mehr oder minder erfolgreich negiert und lediglich von Ryan als solche anerkannt wird. In solch eindeutiger Form findet man dieses Thema selten im golden age Hollywoods formuliert. Lancasters Hanson, uniformierter Held und reaktionärer Kleinstadtbulle, ist eigentlich der langweiligste, weil spießigste und farbloseste Charakter des Films. Seine breitschultrige Virilität verdeutlicht von vornherein, dass er am Ende als Gewinner aus der Geschichte hervorgehen wird, eine Tazsache, die sich endgültig klärt, als er den dandyhaften, zudem betrunkenen Bendix einmal mühelos zusammenschlägt. Somit ist das vermeintliche happy end zwischen Hanson und Paula eigentlich gar kein richtiges, weil es im Prinzip lediglich trockener Vernunft geschuldet ist, nicht jedoch der lebensstiftenden Libido.
8/10
Lewis Allen film noir Nevada amour fou Mutter & Tochter Robert Rossen