"I never planned to kill somebody - but now I have to..."
The Night Walker (Er kam nur nachts) ~ USA 1964
Directed By: William Castle
Die labile Irene (Barbara Stanwyck), einsame Ehefrau des erblindeten, krankhaft eifersüchtigen Millionärs Howard Trent (Hayden Rorke), hat sehnsüchtige Träume um einen virilen, jungen Liebhaber. Eines nachts wird sie durch eine Explosion im Haus geweckt, der Howard offenbar zum Opfer gefallen ist. Bald quälen sie fürchterliche Albträume um den Toten. Irene zieht in die Stadt, um dort vergessen zu können, doch ihre Träume bleiben manifest. Der geheimnisvolle junge Mann (Lloyd Bochner) erscheint ihr jetzt regelmäßig und nimmt sie mit auf bizarre Streifzüge durch das nächtliche Los Angeles. Bald glaubt Irene, kaum mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden zu können. Sie bittet den Anwalt Barry Morland (Robert Taylor) um Hilfe...
"The Night Walker" ist einer von Castles formvollendetsten, schönsten Filmen, in dem er seinem großen Vorbild Hitchcock so nahe kommt wie vielleicht nie zuvor und nie wieder und in dem er fürderhin De Palma viele wertvolle Anregungen und Motive für dessen künftiges Werk bereitet: Die erotischen Bedürfnisse einer alternden Frau und wie sich finstere Mächte diese zunutze machen, um sie gegen sie zu verwenden, die fließenden Grenzen zwischen realis und irrealis, fieberhafte Wahrnehmungsinsuffizienzen, turmhohe Verschwörungsaktivitäten und natürlich ein unverhältnismäßig formvollendet inszeniertes Verbrechen, das deutlich mehr von Kunst in sich trägt als manch anerkanntes Kunstwerk. Wie so häufig griff Castle auch hier auf zwei alternde Golden-Age-Stars jenseits ihrer großen Erfolge zurück - Barbara Stanwyck (57) und Robert Taylor (53) sahen schonmal besser aus, wenngleich die Maske sichtlich Wunder vollbrachte. Dennoch ziert sie, auch das sicherlich stets Mitgrund für Verwendung von Personal ihres Kalibers, nach wie vor der glamouröse Hauch des alten Hollywood, eine Aura wesensimmanenter Arroganz und luxuriöser Überheblichkeit, die weder die Jahre noch das Genrekino jemals würden untergraben können.
9/10
William Castle Robert Bloch Los Angeles Traum
The Night Walker (Er kam nur nachts) ~ USA 1964
Directed By: William Castle
Die labile Irene (Barbara Stanwyck), einsame Ehefrau des erblindeten, krankhaft eifersüchtigen Millionärs Howard Trent (Hayden Rorke), hat sehnsüchtige Träume um einen virilen, jungen Liebhaber. Eines nachts wird sie durch eine Explosion im Haus geweckt, der Howard offenbar zum Opfer gefallen ist. Bald quälen sie fürchterliche Albträume um den Toten. Irene zieht in die Stadt, um dort vergessen zu können, doch ihre Träume bleiben manifest. Der geheimnisvolle junge Mann (Lloyd Bochner) erscheint ihr jetzt regelmäßig und nimmt sie mit auf bizarre Streifzüge durch das nächtliche Los Angeles. Bald glaubt Irene, kaum mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden zu können. Sie bittet den Anwalt Barry Morland (Robert Taylor) um Hilfe...
"The Night Walker" ist einer von Castles formvollendetsten, schönsten Filmen, in dem er seinem großen Vorbild Hitchcock so nahe kommt wie vielleicht nie zuvor und nie wieder und in dem er fürderhin De Palma viele wertvolle Anregungen und Motive für dessen künftiges Werk bereitet: Die erotischen Bedürfnisse einer alternden Frau und wie sich finstere Mächte diese zunutze machen, um sie gegen sie zu verwenden, die fließenden Grenzen zwischen realis und irrealis, fieberhafte Wahrnehmungsinsuffizienzen, turmhohe Verschwörungsaktivitäten und natürlich ein unverhältnismäßig formvollendet inszeniertes Verbrechen, das deutlich mehr von Kunst in sich trägt als manch anerkanntes Kunstwerk. Wie so häufig griff Castle auch hier auf zwei alternde Golden-Age-Stars jenseits ihrer großen Erfolge zurück - Barbara Stanwyck (57) und Robert Taylor (53) sahen schonmal besser aus, wenngleich die Maske sichtlich Wunder vollbrachte. Dennoch ziert sie, auch das sicherlich stets Mitgrund für Verwendung von Personal ihres Kalibers, nach wie vor der glamouröse Hauch des alten Hollywood, eine Aura wesensimmanenter Arroganz und luxuriöser Überheblichkeit, die weder die Jahre noch das Genrekino jemals würden untergraben können.
9/10
William Castle Robert Bloch Los Angeles Traum