Der deutsche Disney - so nennt ihn "Der Spiegel" im Jahre 1958. Bis vor kurzem hat mir der Name Hans Fischerkoesen rein gar nichts gesagt, sein Film "Die verwitterte Melodie" hat nun mein Interesse geweckt. Besagten Film aus dem Jahre 1942 kann man sich bei youtube ansehen, genauso wie einige der tollen Werbefilme Fischerkoesens.
Neben dieser DVD, die "Der Schneemann" aus dem Jahr 1943 enthält, habe ich eine DVD des Deutschen Werbemuseums gefunden, die mit 49€ + 5€ Versandkosten aber mehr als heftig zu Buche schlägt.
Hier noch zwei sehr interessante Links, in denen man mehr über Hans Fischerkoesen und seine Filme erfahren kann:
Deutsches Filminstitut
Animation World Magazine


Hans Fischerkoesen - der deutsche Disney
Erstellt von A Tramp, 04.07.2007, 13:55
5 Antworten in diesem Thema
#1
Geschrieben 04. Juli 2007, 13:55
#2
Geschrieben 04. Juli 2007, 18:38
Echt, nennt man Fischerkoesen den deutschen Disney? Zumindest hat er Disneys Rezept, Gegenstände zu beleben, erfolgreich in die Werbewelt übertragen und prägte in der Nachkriegszeit die Filmwerbung wie kein Zweiter. Die Kundenbindung an einen kuhäugigen Staubsauger war enorm, und wenn der arme kleine Staubsauger dann auch noch ein schweres Schicksal erleiden mußte - wer wollte ihn dann nicht aus dem Laden um die Ecke befreien?
Ging aber manchmal mit der Empathie auch ziemlich nach hinten los. Das Freiluftkino Hasenheide hat früher gerne zwischen die aktuelle Werbung alte Trailer von Fischerkoesen gepackt. Einer kam immer enorm beim Publikum an - es ging um ein Mottenvertilgungsmittel. Die Motten sind so erbärmlich krepiert, daß alle Zuschauer mitleidig sofort nach Hause geeilt sind, um ihre Pelzmäntel in maulgerechte Häppchen zu zerlegen und den Motten nett mit Petersilie im Kleiderschrank zu kredenzen. Sicherlich einer der am wenigsten erfolgreichen Spots von Fischerkoesen.
Ging aber manchmal mit der Empathie auch ziemlich nach hinten los. Das Freiluftkino Hasenheide hat früher gerne zwischen die aktuelle Werbung alte Trailer von Fischerkoesen gepackt. Einer kam immer enorm beim Publikum an - es ging um ein Mottenvertilgungsmittel. Die Motten sind so erbärmlich krepiert, daß alle Zuschauer mitleidig sofort nach Hause geeilt sind, um ihre Pelzmäntel in maulgerechte Häppchen zu zerlegen und den Motten nett mit Petersilie im Kleiderschrank zu kredenzen. Sicherlich einer der am wenigsten erfolgreichen Spots von Fischerkoesen.
#3
Geschrieben 04. Juli 2007, 18:45
Die genannten Filme kenne ich teilweise auch. Hier wäre mal eine DVD-Retrospektive angebracht. Aber damit ist wohl erstmal nicht zu rechnen.

#4
Geschrieben 04. Juli 2007, 23:51
The Critic sagte am 04.07.2007, 19:38:
Echt, nennt man Fischerkoesen den deutschen Disney? Zumindest hat er Disneys Rezept, Gegenstände zu beleben, erfolgreich in die Werbewelt übertragen und prägte in der Nachkriegszeit die Filmwerbung wie kein Zweiter. Die Kundenbindung an einen kuhäugigen Staubsauger war enorm, und wenn der arme kleine Staubsauger dann auch noch ein schweres Schicksal erleiden mußte - wer wollte ihn dann nicht aus dem Laden um die Ecke befreien?
"Fischerkoesen bedient sich mit der universellen Anthropomorphisierung von Gegenständen, Pflanzen und Tieren ähnlicher poetischer Verfahren wie Walt Disney („Der Spiegel" porträtiert ihn 1958 als „deutschen Disney"), wenngleich die Zeichnungen seines Studios naiver und schlichter sind."
Im Text von AWN findet sich die Bezeichnung zwar so nicht, aber die Verbindung wird ebenfalls deutlich gemacht und zwar hinsichtlich der Technik:
"Among the specific things that Goebbels mandated for the new German cartoon industry was the development of "three-dimensional" effects which could be competitive with the Fleischers' Stereo-Optical process (which combined model sets with cel animation) or Disney's multiplane camera (which filmed several layers of cels)."
Der 3D Effekt zu Beginn bei "Die verwitterte Melodie" ist großartig.
Vielleicht rührt daher der Vergleich mit Disney, eine Dokumentation des WDR aus dem Jahr 1995 trägt den Titel "Der deutsche Disney. Der Zeichner und seine Figuren."
The Critic sagte am 04.07.2007, 19:38:
Ging aber manchmal mit der Empathie auch ziemlich nach hinten los. Das Freiluftkino Hasenheide hat früher gerne zwischen die aktuelle Werbung alte Trailer von Fischerkoesen gepackt. Einer kam immer enorm beim Publikum an - es ging um ein Mottenvertilgungsmittel. Die Motten sind so erbärmlich krepiert, daß alle Zuschauer mitleidig sofort nach Hause geeilt sind, um ihre Pelzmäntel in maulgerechte Häppchen zu zerlegen und den Motten nett mit Petersilie im Kleiderschrank zu kredenzen. Sicherlich einer der am wenigsten erfolgreichen Spots von Fischerkoesen.

Eine DVD mit den Filmen wäre wirklich schön.
#5
Geschrieben 05. Juli 2007, 07:16
A Tramp sagte am 05.07.2007, 00:51:
Der 3D Effekt zu Beginn bei "Die verwitterte Melodie" ist großartig.
Der Rundflug um das Grammophon könnte wirklich auch heutzutage die Abschlußarbeit im Kurs *Renderroutinen* sein. Wirklich der interessanteste Film. Finde aber auch die expressionistischen Anklänge in der Underberg-Werbung toll. Besonders wenn man bedenkt, wie blöde diese Werbung 20 Jahre später daherkam.
A Tramp sagte am 05.07.2007, 00:51:
Ich habe zwar schon öfter alte Werbefilme gesehen, aber der Name Fischerkoesen, wie zu lesen ist, erfolgreichster und populärster Werbefilmproduzent Westdeutschlands in der Nachkriegszeit, ist mir dabei nicht zu Ohren gekommen. Die Werbefilme wie "Schall und Rauch" oder der Underberg Werbefilm sind wirklich große Klasse.
Eine DVD mit den Filmen wäre wirklich schön.
Eine DVD mit den Filmen wäre wirklich schön.
Der Preis für die DVD des Werbemuseums ist aber etwas - ähem - übertrieben.
Hatte vor etlicher Zeit mal eine Dokumentation über Fischerkoesen gesehen. Kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern, daß dort von seiner Arbeit vor und während der Nazizeit die Rede war. Deshalb war für mich Fischerkoesen DAS Synonym für Wirtschaftswunderwerbewelten. Aber wenn ich mir die Youtube-Videos ansehe, wüßte ich auch nicht, warum die Redakteure diese Zeit bewußt ausgeblendet haben sollten.
#6
Geschrieben 05. Juli 2007, 14:21
The Critic sagte am 05.07.2007, 08:16:
Der Preis für die DVD des Werbemuseums ist aber etwas - ähem - übertrieben.
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