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The Room-Files - Filmforen.de - Seite 63

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The Room-Files


1994 Antworten in diesem Thema

#1861 Mr. Room

    Man sagt, er sei ein guter Mensch

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Geschrieben 20. August 2009, 18:25

„Das Grauen auf Schloss Witley“ (USA/GB 1965), DVD (MGM);
Regie: Daniel Haller

Liebes Tagebuch...
Hier gibt’s eine äußerst effektive Mischung aus klassischem Grusel und Science-fiction zu sehen, welche auf der deutschen DVD unnötigerweise mit dem Originaltitel „Die, Monster, die!“ angepriesen wird. Nachdem der Edgar-Allan-Poe-Fundus ausgeschöpft war, griff man im Hause American International nun auf die Werke von H. P. Lovecraft zurück. Dennoch sieht alles aus wie zuvor. Pompös düstere Häuser, umgeben von dicken Nebelschwaden, ein geheimnisvolles Familienoberhaupt (Boris Karloff) mit kranker Ehefrau und junger, etwas hilfloser Tochter. Hinzu kommt farbenfroher Grusel, wohldosierte Schockeffekte und wenig später sogar noch eine Science-fiction-Geschichte über einen wirkungsvollen Meteoriten, was der Spukhausspannung jedoch keinen Abbruch tut.

So entstand ein rundum gelungenes, überraschend spannendes B-Movie, das sowohl mit gelungenen Trickaufnahmen und netten Spielereien mit der Kamera (geteilter Fokus) punkten und somit bestens unterhalten kann. Da ich von dem Film zuvor nie etwas hörte, ein persönlicher Geheimtipp.

Freitag, 26.06.2009/19:05 - 20:20 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1862 Mr. Room

    Man sagt, er sei ein guter Mensch

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Geschrieben 20. August 2009, 18:29

„Der müde Tod“ (GER 1921), Mobiles Kino (St. Sebald, Nürnberg);
Regie: Fritz Lang

Liebes Tagebuch...
Der Tod (Bernhard Goetzke) ist sich seiner undankbaren Arbeit überdrüssig. So läßt er sich auf einen Handel mit einer zuerst frisch verheirateten und dann frisch verwitweten jungen Frau (Lil Dagover) ein. Sie bekommt drei Chancen, um drei unterschiedliche Leben zu retten und schafft sie es wenigstens einmal, den Lauf der Dinge positiv zu beeinflussen, wird ihr geliebter Mann (Walter Janssen) von den Toten zurückkehren. Es folgen nun drei Episoden, in denen die bisherigen drei Hauptcharaktere in ähnlichen Konstellationen stehen:
- Im Orient hat sich die Frau des Scheichs in einen Ungläubigen verliebt, was dem Scheich natürlich überhaupt nicht gefällt. Der Ungläubige muß ausradiert werden.
- In Venedig versucht eine Frau der bevorstehenden Zwangsheirat mit einer List zu entkommen. Aufgrund einer Verwechslung geht der Schuss nach hinten los.
- In China wird ein Zauberer vor den Thron des Kaisers gerufen. Der Kaiser ist von den Tricks des Magiers so begeistert, daß er dessen hübsche Tochter einbehalten möchte.

Auch wenn die drei Episoden hauptsächlich aus Stilmitteln des Unterhaltungsfilmes bestehen, dominiert in „Der müde Tod“ eine meditativ ernste Grundstimmung. Man kann ihn als Parabel über das Leben und das Sterben betrachten. In düster expressionistischen und leicht gruselig gestaltenden Bildern wird dem Zuschauer die Unausweichlichkeit des Schicksals vor Augen geführt. Die ersten beiden Episoden enden tragisch. Ungleich leichter, fast komödiantisch erscheint die dritte Geschichte. Jedoch wird man an der Nase herumgeführt, denn das erhoffte Happy End bleibt den Zuschauern verwehrt. Aber, der müde Tod ist milde gestimmt und offeriert der Frau eine vierte und letzte Chance. Sie muss eine Seele finden, die bereit ist zu gehen, doch wo sie auch sucht und wie schlecht es den Menschen auch geht, die, die sie trifft, wollen nicht gehen. Da nun dem Paar auf Erden keine gemeinsame Zeit geschenkt wird, ist es nun die Frau selbst, die gehen wird - gemeinsam mit dem Tod und ihrem verstorbenen Ehemann.

Auch wenn der Film weitestgehend ernst gestaltet ist, macht die Vielzahl an innovativen Tricksequenzen gute Laune. Das Spektrum reicht von Stop-Motion, geteiltem Bild, Doppelbelichtungen bis hin zu Bild-im-Bild-Aufnahmen. So erfreut der Film nicht nur durch seine anspruchsvolle Geschichte, sondern auch durch deren kreative Gestaltung.

Freitag, 26.06.2009/22:00 - 23:45 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1863 Mr. Room

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Geschrieben 24. August 2009, 18:46

„Premature Burial“ (USA 1962), DVD (e-m-s);
Regie: Roger Corman

Liebes Tagebuch...
Zu groß waren die Eindrücke, die „Lebendig begraben“ einst hinterließ, als ich ihn circa 1993 (zusammen mit „Eine Familie zum Knutschen“) bei einem besonders gruseligen Videoabend zum ersten Mal sah. So etwas läßt sich nur noch schwer bis kaum mit dem gleichen Film ein zweites oder drittes Mal wiederholen/erleben. Und deshalb fällt die Begeisterung über „Lebendig begraben“ hier und heute etwas kleiner aus. Trotzdem, zu großen Teil zählt alleine schon das Wissen, daß der Film beim ersten Mal perfekte Gruselunterhaltung bieten konnte und auch, abgesehen davon, weiterhin für überqualifiziert gutes Entertainment steht.

Samstag, 27.06.2009/22:45 - 00:05 Uhr (zum wiederholten Male gesehen)
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#1864 Mr. Room

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Geschrieben 24. August 2009, 18:48

„Deja vu“ (USA/GB 2006), DVD (Touchstone);
Regie: Tony Scott

Liebes Tagebuch...
„Häähhh?!?!? Bitte, was wollt ihr mir hier weiß machen???“

Nach Bruckheimer-typischem Bumm-Anfang steuert der Film schnurstracks in ein hanebüchenes, ja geradezu lächerliches Technik-Wirrwarr hinein, wo man mittels Satellitenkonferenzschaltung und multifunktionaler Videoleinwand in die Vergangenheit schauen und auch eingreifen kann, wahrscheinlich auch unter Verwendung von Sonnenflecken, Großmutters Sockenminna, USBfähigen Handrührgeräten und austauschbaren Heckenschutzplatinen. Nach unglaublichen 45 Minuten liefert der Film dann endlich die längst überfällige Erklärung in Form einer Wurmlochschnittstelle, die sich an einen PC anschließen läßt, was immerhin dafür sorgt, daß jetzt der beste Teil des Films, einigermaßen vernünftig veranschaulicht, beginnen kann. Nun macht das Spiel mit Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart Freude und die titelgebenden Déjà-vus kommen ordentlich und wirksam zur Geltung.

Im Finale flacht der Film jedoch wieder zusehends ab. Inhaltliches Potenzial wird großzügig verschenkt und muß einer Geballer- und Explosionsorgie Platz machen. Um den schönen Mittelteil des Films ist es wirklich schade. Der Rest ist anspruchsloses Actionkino welches den tieferen Sinn der Grundidee lauthals verhöhnt.

Sonntag, 28.06.2009/13:00 - 15:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1865 Mr. Room

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Geschrieben 24. August 2009, 18:52

„Louis, der Geizkragen“ (FR 1980), HDD (TV/3sat);
Regie: Louis de Funès, Jean Girault

Liebes Tagebuch...
Ich bin hin und hergerissen. Zählte doch „Louis, der Geizkragen“ für mich mit zu den besten Filmen von Louis de Funès und ich sah ihn damals genau zu der richtigen Zeit: ziemlich spät, als ich fast alle anderen Filme schon kannte, und früh genug, um nicht zu wissen, was es mit der deutschen und der französischen Fassung auf sich hat. Damals fand ich den Film irre, irre lustig und auch heute noch ist die abgedrehte Synchronisation zum abbrechen und wegschmeißen - natürlich vor Lachen! Aber, irgendwann Mitte der 1990er Jahre fiel mir die französische Originalversion in die Hände. Diese wurde von TV5 ausgestrahlt, der damals noch im hiesigen Kabelnetz, meist irgendwo ganz hinten, zu finden war - und ich war erschüttert. Knapp zwei Stunden dauert der Film im Original, während die deutsche Version bei nicht mal 75 Minuten herumkrebst und zudem noch mit anderer Musik ausgestattet ist. Auch wenn ich von den Dialogen nichts verstanden habe, aber Sätze wie „Gruzitürken, gibt’s denn hier nur noch gehirnamputierte Ostfriesen?“ und „Du siehst ja aus wie Heinrich der Verstockte nach dem Transvestieren!“ wurden dort nicht hinausgeblasen. Was nun?

Kann gut sein, daß die französische Tonspur auch ziemlich viel Dialogwitz oder vielleicht auch Dialogklamauk bereit hält, aber der Film an sich erschien mir filigraner, bedächtiger und klassischer. Ist er nun wirklich so gut, wie ich glaubte zu meinen, oder gar besser oder einfach nur anders? Die Fragen blieben unbeantwortet und sind es auch noch heute. Nun habe ich den Film durch Zufall im Programm entdeckt, ihn mir aufgenommen und nach einem Abstand von vielen Jahren mal wieder auf Deutsch gesehen - und deshalb bin ich hin und hergerissen. So kurz, so verfremdet die deutsche Version auch ist - sie macht noch immer Spaß. Und das nicht zu wenig. Anspruchsvollere Momente kommen in „Louis, der Geizkragen“ natürlich nicht zum Tragen - vielmehr können etwas geschultere Augen Anschlussfehler erkennen, dann zum Beispiel, wenn bei der finalen Gerichtsverhandlung plötzlich die ‚Moliere: L’avare’-Plakate auftauchen, die offensichtlich kennzeichnen sollen, daß die Klamaukebene verlassen wurde, um dem klassischen Verwechslungsspiel samt der Auflösung der sich immer mehr ineinander verwebenden Beziehungen zwischen den Charakteren Platz zu machen.

Vielleicht bin ich doch nicht mehr so hin und hergerissen und habe meinen Frieden mit der deutschen Version gemacht, den die Tonspur ist eine Attraktion - auch wenn es schon fast in Richtung „What’s up, Tiger Lily“ geht. Und überhaupt: Louis de Funès schießt, vor und hinter der Kamera, auch nur mit Gestik und Mimik den Vogel ab!

Sonntag, 28.06.2009/20:30 - 21:45 Uhr (schon ewig nicht mehr gesehen)
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#1866 Mr. Room

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Geschrieben 24. August 2009, 18:56

„Rohtenburg“ (GER/USA 2006), Kino (Cinecittà, Nürnberg);
Regie: Martin Weisz

Liebes Videotagebuch...
Ein ordentliches psychologisches Gutachten zweier so komplexer Personen in einen 90minütigen Film zu packen ist ein schweres Unterfangen. Schnell besteht die Gefahr, daß man Klischees verwendet, die zudem noch aufgesetzt und übers Knie gebrochen wirken. So hier geschehen. Was aber wäre die Alternative gewesen? Es unkommentiert und einfach so geschehen lassen? Nein, nicht unbedingt, denn der Film geht eigentlich ganz behutsam vor und versucht den erhobenen Zeigefinger stets zu vermeiden. Trotzdem verfällt der Film teilweise einer gewissen Schulbuch- und Milchmädchenpsychologie. Das aber nur, weil er das, was hier geschieht nicht unbegründet passieren läßt. Außerdem geht der Film vorsichtig und bedächtig vor, will nicht richten sondern nur mit kleinen Ansätzen erklären. Ansätze, so groß, wie es die knappe Laufzeit, bezogen auf das Durchhaltevermögen des Zuschauers, nur zulässt. Da kann man ein paar psychologische Vereinfachungen gerne mal akzeptieren.

Was vielen sich auch nicht gefallen wird: die Rahmenhandlung, die sich um eine amerikanische Studentin dreht. Das macht den Film nicht nur international vermarktbar, sondern auch einfach nur erträglicher und liefert zudem noch die dramaturgisch interessante Plotidee um das Auftauchen des unter Verschluss gehaltenen Videos.

„Rohtenburg“ ist kein spektakulärer Film. Er ist auch kein spekulativer oder effektheischender Film. Hauptsächlich ist er ein erschütternder und vor allem trauriger Film, der würdevoll mit dem zur Ausschlachtung bereitstehendem Thema umgeht. Außerdem wird er von großartigen Schauspielern getragen. Allen voran Thomas Kretschmann, der sich wirklich die Seele aus dem Leib spielt. Sehr traurig! Und weil’s zum Teil eine deutsche Produktion ist, habe ich mich über andere bekannte Gesichter erfreut, die ich schon in wöchentlichen und täglichen Seifenopern gesehen hatte. Aber, Horst D. Scheel und Nikolai Kinski haben sich vor mir versteckt.

Vor einigen Jahren hat mir ein Bekannter, der selbst aus Rothenburg stammt, die Geschichte von dem mit in die Arbeit gebrachten Essen erzählt. Damals geschah es in einer Bank und das Gulasch war kein Gulasch sondern Frikadellen, aber seltsam, daß ich jetzt ausgerechnet diese Geschichte im Kino ein zweites Mal erzählt bekam.

Dienstag, 01.07.2009/21:35 - 23:05 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1867 Mr. Room

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Geschrieben 27. August 2009, 22:37

„The Living and the Dead“ (GB 2006), DVD (Great Movies);
Regie: Simon Rumley

Liebes Tagebuch...
Die Fehler der Eltern übertragen sich immer auf deren Kinder. Das ist die traurige Botschaft dieses angenehm unangenehmen Filmes. Und er geht sogar noch weiter: Die Fehler der Kinder übertragen sich auf die Eltern - hier speziell auf den Vater.

Da ich seinerzeit im Kino bei „The Living and the Dead“ ab der Hälfte etwas die Orientierung verloren habe, dort, wo sich Traum und Realität und die Zeitebenen immer mehr vermischen, wählte ich auf der DVD ausnahmsweise mal die deutsche Tonspur, da leider keine Untertitel zu Verfügung standen. Und siehe da: ich glaubte eine durchgehende, chronologische Geschichte zu erkennen, konnte besser zwischen Traum und Realität unterscheiden und mich besser zurechtfinden. Ob ich die Geschichte dadurch nun richtig deutete oder mein eigener Reim darauf viel zu geradlinig und naiv geraten ist, spielt momentan für mich keine Rolle. Und beim nächsten Mal schaue ich mir den Film nach Möglichkeit wieder auf Englisch an.

Freitag, 03.07.2009/20:50 - 22:10 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1868 Mr. Room

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Geschrieben 27. August 2009, 22:42

„Schwule Mütter ohne Nerven“ (ESP 2005), HDD (TV/Das Erste);
Regie: Manuel Gómez Pereira

Liebes Tagebuch...
Schon der Titel läßt erahnen, daß der Film auf das Schaffenswerk von Pedro Almodóvar abzielt und als Hommage verstanden werden will. Verdeutlicht wird das durch das Auftreten diverser aus Almodóvar-Filmen bekannter Gesichter (Marisa Paredes, Carmen Maura, Verónica Forqué und Lluís Homar).

Im Mittelpunkt stehen drei schwule Pärchen, die sich zusammen mit ihren Eltern bei den Hochzeitsvorbereitungen gehörig auf die Füße treten. Anfangs laufen die Geschichten noch parallel zueinander, vermischen sich dann aber immer mehr und man wird Zeuge einer turbulenten, spritzigen, vor allem aber klischeefreien und unkitschigen Screwball-Komödie, die herrlich durch ihre unterschiedlichen Charaktere lebt und mit teilweise extrem witzigen Scherzen und Situationen aufwarten kann.

Etwas überflüssig erscheint die leicht komplizierte Dramaturgie, wo durch Texttafeln darauf hingewiesen wird, was drei Stunden vorher geschehen ist oder drei Stunden später passieren wird. Das ist zwar nett gemeint, erinnert aber in erster Linie auch nur an Almodóvars gerne etwas überkompliziertem Erzählstil. Zum Verständnis des Filmes und seiner Handlung nötig ist diese abgekupferte Idee jedoch nicht.

Freitag, 03.07.2009/22:50 - 00:30 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1869 Mr. Room

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Geschrieben 27. August 2009, 22:43

„Femme Fatale“ (FR/USA 2002), DVD (Universum);
Regie: Brian de Palma

Liebes Tagebuch...
Spontan überkam mich die Lust und ich wollte, nein mußte diesen Film anschauen. Ich wollte seinen Anfang sehen, sein Finale und auch alles was dazwischen passiert, ganz heiß auf das abschließende Gefühl, ihn für einen Moment lang zu verstehen, um zu wissen, was genau ich da gerade gesehen habe - nur um all die Erkenntnisse bezüglich der verschachtelten Geschichte dann wieder zu vergessen um sie mir irgendwann ein siebtes Mal anzuschauen.

Der Traum:
Hier sieht man sowohl Laures als auch Lilys Zukunft - parallel als zwei Personen in einem Körper, jedoch trennbar durch die verschiedenen Akzente.

Das zweite Finale:
Nicht alles wird gut, aber es hätte schlimmer enden können (siehe: erstes Finale). Veronica und Laure haben die Trümpfe in der Hand. Lily muß mit dem Schatten der Vergangenheit weiterleben, wird aber nicht ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Black Tie und Racine bekommen ihr Fett weg und der arme Lastwagenfahrer muß als Beteiligter eines tragischen Unfalles weiterleben und nur der Zuschauer (und vielleicht auch Laure) weiß, daß dies in aller Notwendigkeit so hat kommen müssen.

Der Rest wird von Brian de Palmas zwar meist sinnlosen aber verdammt schön anzusehenden Spielereien aufgewertet, von denen ich als Fan gar nicht genug bekommen kann. Ja, ein Lieblingsfilm!

Sonntag, 05.07.2009/19:50 - 21:40 Uhr (zum sechsten Mal gesehen)
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#1870 Mr. Room

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Geschrieben 07. September 2009, 18:36

„Die Reise ins Glück“ (GER 2004), DVD (Cinema Surreal);
Regie: Wenzel Storch

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Zu zweit macht der Film gleich wieder doppelt so viel Spaß, da die bunte Nummernrevue in Gestalt eines Märchens für Erwachsene, zu gute Laune verbreitet, als man alleine auf dem Sofa sitzend fassen kann.

Mittwoch, 08.07.2009/21:20 - 22:30 Uhr (zum dritten Mal gesehen)
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#1871 Mr. Room

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Geschrieben 07. September 2009, 18:37

„Hui Buh“ (GER 2006), DVD (Constantin);
Regie: Sebastian Niemann

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Der Film schielt arg in Richtung eines kindlichen Zielpublikums. Somit muß man sich als ein etwas in die Jahre gekommener Fan der Hörspielreihe erstmal neu orientieren. Natürlich fängt das gleich bei der Neugestaltung der Figur des Hui Buh an, die sämtlicher Gruselgarantien entledigt wurde. Des Weitern wird man dazu verdonnert, es lustig finden zu müssen, daß erst mal richtig gerülpst wird, bevor man zu den eigentlichen Worten seines Heiratsantrages kommt. Auch sonst ist der Humor reichlich flach und der Running Gag um die Tollpatschigkeit des Burggeistes nervt eher, als er Spaß macht.

Trotzdem ist der Film, schon allein wegen seiner Ausstattung und seiner immer wieder gut getroffenen Dynamik nett anzuschauen. Hans Clarin versprüht dabei den leicht sentimentalen Flair vergangener Tage und die Szenen in der Geisterwelt bestechen immerhin mit etwas Ideenreichtum (von Oliver Pocher als Fahrstuhlgeist mal abgesehen). Sonst ist’s halt ein Kinderfilm, der die erwachsene, ehemalige Zielgruppe nicht sonderlich bedienen möchte oder kann, was vor allem im Hinblick auf das Alter der Geschichte mehr als schade ist.

Freitag, 10.07.2009/18:20 - 20:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1872 Mr. Room

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Geschrieben 07. September 2009, 18:39

„Wall•E - Der Letzte räumt die Erde auf“ (USA 2008), DVD (Disney);
Regie: Andrew Stanton

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Als ich „Ratatouille“ zum zweiten Mal sah und von ihm ziemlich angetan war, habe ich den Entschluss gefasst, mir auch „Wall•E - Der Letzte räumt die Erde auf“ im Kino anzuschauen, was ich aber letztendlich doch nicht geschafft habe, worüber ich etwas traurig war - zurecht, wie ich nun feststellte, denn der Film hat viele bemerkenswerte Szenen, die es wert gewesen wären, sie auf einer großen Leinwand zu sehen.

Streckenweise ist der Film schlichtweg umwerfend - auch, weil er umwerfend anders ist und im Erzählkino neue Wege betritt. Dialoge sind Nebensache, die Bilder sprechen Bände. Somit enttäuscht es wieder ein wenig, wenn „Wall•E - Der Letzte räumt die Erde auf“ wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt als der Roboter Wall•E in den Weltraum geschickt wird, wo er auf eine menschliche Enklave trifft, in der die Regeln des moralischen Übervaters Disney (als Person, sowie auch als geldgeiler Konzern) gelten, was den Film unnötigerweise wieder etwas geradliniger werden läßt. Ausgerechnet, als man den Zuschauer am Schlawittel gepackt hatte und ihm diese ungewöhnlich erzählte Geschichte so perfekt publikumswirksam übermitteln könnte. Schade, denn dieser Entschluss hin zur Gewöhnlichkeit nimmt dem sonst so perfekten Film ein klein wenig den Wind aus den Segeln.

Freitag, 10.07.2009/20:20 - 21:55 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1873 Mr. Room

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Geschrieben 15. September 2009, 19:42

„Little Miss Sunshine“ (USA 2006), HDD (TV/Das Erste);
Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris

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Unabhängiges amerikanisches Kino ist im besten Falle noch mal eine Klasse für sich, weil es perfekt auf dem Grat zwischen Mainstream und dem nicht ganz Alltäglichen wandelt. Jedoch müssen sich diese Produktionen, so gelungen sie auch sein mögen, den Vorwurf gefallen lassen, etwas zu laut gegen das prüde Familienkino zu poltern. Drogen, Tod, Sex, Depression und alles soll dann noch möglichst lustig sein, nur damit man konservative Herzen erschüttert. Zusammen mit der richtigen Portion Gefühl kommt man damit wenigstens zu dem Ergebnis, ein perfekt rundes Kinoerlebnis für Leute gemacht zu haben, die nicht darauf warten, daß Jennifer Aniston am Ende heiratet.

„Little Miss Sunshine“ ist einer dieser höchst unterhaltsamen Filme, die versuchen, den Zuschauern, trotz politischer und moralischer Inkorrektheiten, die Herzen aufgehen zu lassen. Und der Film schafft das ziemlich gut. Vor allem durch bunt gezeichnete Charaktere und die Spielfreude der Darsteller, so daß die normale Welt (hier die Schönheitskonkurrenz der Kinder anstelle der Hochzeit von Jennifer Anistion) wie von Zombies besiedelt aussieht und erst der Striptease der kleinen, am Bauch etwas zu pummeligen Olive wieder Normalität einkehren läßt. Und das war nur einer der vielen Höhepunkte von „Little Miss Sunshine“.

Sonntag, 12.07.2009/13:25 - 15:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1874 Mr. Room

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Geschrieben 15. September 2009, 19:43

„Funny Games U. S.“ (USA/FR/GB/AUT/GER/IT 2007), DVD (Warner);
Regie: Michael Haneke

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Weiter unangefochten an der Spitze der Eins-zu-Eins-Remakes: „Psycho“ von Gus van Sant, weil dieser den Eins-zu-Eins-Effekt um minimale Dreingaben erweiterte. Michael Haneke bleibt seiner Vorlage jedoch ziemlich treu - soweit ich das beurteilen kann (Hab „Funny Games“ nur einmal gesehen - und das vor zehn Jahren).

Viel Neues gibt es deshalb nicht zu berichten, von Naomi Watts allein im Remakewahn mal abgesehen. Und so soll der Film auch meinen Segen haben, was ihn zwar nicht weniger überflüssig macht, aber einem internationalen Publikum offensichtlich schneller die Türen öffnet. Warum nicht? Dann sollen sich halt auch Die, die kein Deutsch hören wollen, mit Hanekes rigoroser Gewaltstudie herumschlagen und seiner konsequent harten und verletzenden Erzählweise folgen müssen. Dann sollen halt auch Die erleben, wie die Kamera gnadenlos statisch zu- oder wegschaut, wenn die zwei Herren in Weiß ihren perfiden „Spieltrieb“ auszuleben gedenken.

Sonntag, 12.07.2009/15:30 - 17:15 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1875 Mr. Room

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Geschrieben 15. September 2009, 21:28

„Das Experiment“ (GER 2001), DVD (EuroVideo);
Regie: Oliver Hirschbiegel

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Die Zuschauer wollen echte Helden sehen! Tragische Helden, lustige Helden, Superhelden, Antihelden. Tarek Fahd (Moritz Bleibtreu) aber ist kein Held - spekulativer Hau-drauf-Typ trifft es schon eher, weil er Das Experiment torpediert um damit seine augenscheinlich zu unspektakuläre Reportage aufzumöbeln. Als er dann die Quittung für seine Störaktionen erhält, fällt es mir als Zuschauer dieser Geschichte von mal zu mal schwerer, wirklich Mitleid für ihn zu empfinden, da er sich anfänglich nicht so verhält, wie man es (aus der Sicht des Publikums) von ihm erwartet.

Trotzdem entwickelt sich der Film zum atemberaubend spannenden Herzschlagkino, dessen blutiges und erbarmungsloses Finale ziemlich an die Nieren geht - vor allem, wenn man, wie ich, die meistens Details seit der letzten Sichtung schlichtweg vergessen hat.

Sonntag, 12.07.2009/19:45 - 21:40 Uhr (zum vierten Mal gesehen)
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#1876 Mr. Room

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Geschrieben 19. September 2009, 08:00

„Man with the screaming Brain“ (USA/GER 2005), DVD (VCL);
Regie: Bruce Campbell

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So könnte es sich zugetragen haben: Am Anfang stand die Idee von Bruce Campbell, seine, und auch vielleicht auf die Lieblingsszene seines Publikums, aus „Tanz der Teufel“ irgendwie zu wiederholen. Jene Lieblingsszene, in deren sich Bruce Campbells Hand selbstständig macht und er sich somit selbst auf die Pelle rückt. Um diese Idee könnte dann anschließend die hanebüchene Mad-Scientist-Geschichte herumgebaut worden sein, bevor dann ein wenig Geld zusammengekratzt wurde und Bruce Campbell sein Spielfilmdebüt geben konnte.

„Man with the screaming Brain“ funktioniert ähnlich gut wie „My Name is Bruce“, auch wenn letzterer noch um einiges runder und vor allem noch lustiger geworden ist. Die Art des Humors ist jedoch die Gleiche. Neben vielen Scherzen überzeugt das Drehbuch auch durch kuriose Ideen und viel Selbstironie. Das macht „Man with the screaming Brain“ zur überdurchschnittlich gelungenen Horrorkomödie. Nur schade, daß in der Nachproduktion wohl endgültig das Geld ausgegangen ist und man den Film nur noch mit Fernsehfilm-Flair zusammen montieren konnte.

Donnerstag, 16.07.2009/20:20 - 21:45 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1877 Mr. Room

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Geschrieben 19. September 2009, 08:03

„Das Mikado-Projekt“ (GER 1983), DVD (Starmedia/Marketing);
Regie: Torsten Emrich

Liebes Tagebuch...
Die als James-Bond-Parodie angelegte Agentenkomödie fällt hauptsächlich durch ihre Unlustigkeit auf. Während vor allem noch ein paar bildliche Witze zünden können, strapaziert die auf gestelzten Wortwitz aufgeblasene Tonspur gehörig die Nerven ihrer Zuhörer. Hinzu kommt die Tatsache, daß hier überhaupt keine Geschichte erzählt wird. Das teilweise nett gefilmte Gehampel stützt sich einzig und allein auf die inhaltliche Konstellation vom irrtümlich verwechselten Tollpatsch, der als Superagent für eine Geheimorganisation einen offensichtlich entführten Wissenschaftler aus den Fängen einer Konkurrenzgeheimorganisation befreien soll. Der Rest ist eine uninspirierte und meistens mangelhaft inszenierte Aneinanderreihung von dürftigen Actionszenen mit Humorhäppchen dazwischen.

Bittere Wahrheit: Hauptdarsteller (und Regisseur) Torsten Emrich ist einfach nicht witzig - nicht mal im nötigen Maße unfreiwillig komisch. Nein, leider eher peinlich! Da hilft auch die alte Synchronstimme von Eric Idle und der engagiert mitspielende Eddie Constantine nicht weiter.

101 Prozent kultiger Trash versprach das DVD-Cover. Aber, auch Trash ist nicht immer lustig - und das aus meinem Munde - pardon, aus meinen Fingern...

Hah, entdeckt: die junge Gabriele Metzger... :)

Freitag, 17.07.2009/21:15 - 22:30 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1878 Mr. Room

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Geschrieben 19. September 2009, 08:06

„The Crimson Permanent Assurance“ (GB 1983), DVD (Universal);
Regie: Terry Gilliam

Liebes Tagebuch...
Angesichts der Wirtschafts- und Bankenkrise ist dieser Film heute aktueller denn je. Jedoch sind hier die Großbanken und deren provisionsgierige Mitarbeiter nicht selbst schuld an der Krise, sondern die unter ihrer Knute stehenden ausgehungerten Mitarbeiter und Buchhalter aus den unteren Etagen. Diese laufen Sturm und beginnen zu meutern und stürzen damit die Finanzwelt.

Die Realität sieht zwar anders aus, aber der Realität zuvor zu kommen war ja auch nicht die Aufgabe von „The Crimson Permanent Assurance“. Vielmehr ist er als eine Fingerübung von Terry Gilliam zu betrachten, ähnlich bombastisch ausgestattet und trotzdem preisgünstig (unterm Strich sicherlich nicht billig) in Szene gesetzt, ebenso wie die ersten seiner nachfolgenden Filme.

Samstag, 18.07.2009/13:15 - 13:30 Uhr (zum vierten Mal gesehen)
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#1879 Mr. Room

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Geschrieben 19. September 2009, 08:08

„Monty Python’s The Meaning of Life“ (GB 1983), DVD (Universal);
Regie: Terry Jones, Terry Gilliam

Liebes Tagebuch...
Die Monty Pythons auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Diese Sinnsuche erfüllt genau die Stimmungen, die in einem hochkommen, wenn man an gewissen Tagen tatsächlich mal die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Das alles wäre fürchterlich traurig, wenn es nicht so lustig wäre. Dennoch, das Lachen bleibt einem hier diverse Male im Hals stecken. Zu intelligent sind die einzelnen Episoden mit Wahrhaftigkeiten unterlegt, zu punktgenau wird hier der Nagel auf den Kopf getroffen und im ernüchternden Finale auf die Spitze getrieben.

Bei all dem Humor und den munter bösen Provokationen, „Der Sinn des Lebens“ ist wahrscheinlich einer der intelligentesten Filme, die sich finden lassen - auch wenn die Antwort auf die alles entscheidende Frage so einfach ist: Es gibt keine Antwort! Aber, kleiner Trost, immerhin, es gibt diesen Film und sollte man mal auf der Suche sein, dann sollte man sich ihn anschauen. Nicht, weil man darauf hoffen darf, daß es einem danach besser ginge, sondern weil man erfahren wird, daß es einem gar nicht besser gehen muß, daß man bei einem (möglich) vorhandenen Dilemma nicht Fragen stellen sollte (die zweifelsfrei immer in die alles entscheidende Frage münden), die einem sowieso nicht beantwortet werden und daß man dabei noch nicht mal alleine da steht.
So viel zum Pathos...

Samstag, 18.07.2009/13:30 - 14:55 Uhr (zum vierten Mal gesehen)
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#1880 Mr. Room

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Geschrieben 19. September 2009, 08:11

„The Chair“ (CND 2008), DVD (I-On);
Regie: Brett Sullivan

Liebes Tagebuch...
„Die Tatsachen im Falle Waldemar“ war mit die beste und vor allem die gruseligste Geschichte in dem Edgar Allan Poe Buch, welches ich im vergangenen Winter las. Rein zufällig stieß ich danach beim Stöbern nach Poe-Verfilmungen auf „The Chair“, der damals kurz vor der Veröffentlichung stand. Erstes Interesse war geweckt, ich behielt den Film im Hinterkopf und bei einem spontanen Abstecher zur hiesigen Videothek fiel er mir in die Hände.

Vom Cover und seiner Freigabe her zielt „The Chair“ natürlich auf ein „Hostel“-erprobtes Publikum ab. Der Film selbst erfüllt diese Anforderungen nicht. Tatsächlich stößt man zu Beginn auf einen waschechten Spukhaus-Film, der mit geringen Mitteln wohliges Gruseln aufkommen läßt. Dann aber wird zu psychologisch und dabei immer konfuser.

Die junge Hauptdarstellerin bezieht ein Haus, in dem es anscheinend nicht mit rechten Dingen zugeht. Ihre Schwester will ihr jedoch nicht recht glauben. Immerhin weiß sie von deren psychischer Erkrankung und stellt zudem noch fest, daß die Umspukte ihre Tabletten nicht regelmäßig nimmt. Für den Geist des Hauses - ein Kindermörder, der einem Hypnotiseur in die Hände gefallen ist - ist das natürlich von Vorteil. Kurzerhand nistet er sich im Kopf der jungen Dame ein und läßt seine Mordphantasien auf ihre manikürten Finger übergehen.

Der Abspann bestätigt, was man als Kenner der Poe-Geschichte bereits festgestellt hat: Viel hat „The Chair“ nicht mit „Die Tatsachen im Falle Waldemar“ gemeinsam. Es beschränkt sich hauptsächlich auf Figur des Hypnotiseurs Mordechai Zymytryk und dessen Experimentierfreudigkeit in Sachen, menschliche Körper (und sei es nur der Geist: Der Geist!) über den Tod hinaus am Leben zu erhalten.

Als Zuschauer muß man sich mit einigen logischen Patzern abkarpfen. Wie konnte der Hypnotiseur, der seine Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts hatte, bis heute überleben? Wie ist es zu schaffen, zu einer stummen Super-8-Aufnahme die passende Tonspur zu finden, beides übereinander zu legen um dann quasi eine Live-Schalte in die Vergangenheit zu bekommen? Das billige Filmchen, im Ansatz nett, scheitert leider an seinen eigenen Ansprüchen.

Samstag, 18.07.2009/19:40 - 21:05 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1881 Mr. Room

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Geschrieben 21. September 2009, 19:13

„Signs“ (USA 2002), DVD (Touchstone);
Regie: M. Night Shyamalan

Liebes Tagebuch...
Sicherlich nicht der beste Film für die Zeit nach Mitternacht. Nicht, weil er zu gruselig wäre (ohne Zweifel ist er jedoch ziemlich gruselig!), sondern weil er auch ziemlich ruhig ist - wie eigentlich auch jeder andere Film von Shyamalan. Aber ich wollte ihn unbedingt mal wieder sehen und wäre ich nicht zuvor bei irgendeiner Scheiße auf Pro7 hängengeblieben und hätte danach nicht Hunger bekommen, wäre er viel früher in meinem Player gelandet. So aber wurde es spät, aber nicht zu spät, denn es hat überraschend lange gedauert, bis ich müde geworden bin und letztendlich habe ich auch irgendwie durchgehalten.

Ach ja, der Film selbst. Mel Gibson an sich ist doof, hier aber, mal vom Ende abgesehen, doch ziemlich gut. „Signs“ ist vor allem spannend bis zur Gänsehaut, manchmal auch etwas zu provinziell konservativ aber alles in allem richtig gut gemacht - inklusive eines an „Die Vögel“ erinnernden Finales. Da bleibe ich gerne (halbwegs) wach...

Sonntag, 19.07.2009/00:00 - 01:40 Uhr (zum sechsten Mal gesehen)
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#1882 Mr. Room

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Geschrieben 21. September 2009, 19:15

„Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“ (FR 2002), HDD (TV/BR);
Regie: William Karel

Liebes Tagebuch...
Waren die Amerikaner wirklich auf dem Mond? Nun, wahrscheinlich waren sie das, aber haben meine Eltern das damals wirklich live im Fernsehen gesehen oder wurden sie vielleicht nur Zeuge einer von Stanley Kubrick inszenierten Fernsehshow?

Nicht geschulte Augen können bei all den aufgeführten Fakten mit Sicherheit ins Zweifeln kommen, andere, vielleicht Filmkenner, werden mit Schmunzeln verfolgen, wie neben Henry Kissinger und Donald Rumsfeld Zeitzeugen zu Wort kommen, die Namen aus Filmen von Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick tragen.

Da ich im Vorfeld schon wusste, daß es sich hier um eine Mockumentary handelt, hatte ich keinen Grund zu zweifeln und konnte somit vergnügt zusehen, wie der Zuschauer hier mit geschickt geschnittenen Interviews, fehlinterpretierten Originalaufnahmen und nicht zu erkennenden Spielszenen in die Irre geführt werden könnte. Zudem beweist „Opération lune“, wie schnell die Wahrheit auf den Kopf gestellt und wie einfach das Publikum beeinflusst werden kann.

Montag, 20.07.2009/21:15 - 22:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1883 Mr. Room

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Geschrieben 21. September 2009, 19:18

„Die Reise zum Mond“ (FR 1902), HDD (TV/Arte);
Regie: Georges Méliès

Liebes Tagebuch...
„Die Reise zum Mond“, dieses Mal gesehen mit zusätzlicher Audiodeskription, die das filmische Geschehen zusätzlich erklärt, so wie es damals üblich war, wenn ein Film aufgeführt wurde. Als ich den Film vor Jahren das erste Mal im Rahmen eines George-Méliès-Abend auf Arte sah, fehlte die Tonspur des Erzählers noch, wenn ich mich recht erinnere (???) und viele das allgemeine Verständnis unterstützende Details blieben da im Verborgenen. Kein Wunder, denn Dramaturgie und erzählerische Filmtechnik steckten damals noch in den Kinderschuhen der Kinderschuhe.

Der Film lebt hauptsächlich von einer bloßen Aneinanderreihung von fantasievollen Trickaufnahmen, ohne die er tatsächlich nur abgefilmtes Theater wäre. Aber, was will man schon anderes erwarten? Und mit Sicherheit hat diese zwölfminütige Reise zum Mond die Erwartungen des damaligen Publikums erfüllt, wenn nicht sogar überboten. Nicht nur das ist einer der Gründe, warum der Film heute noch immer überzeugt. Schon das alleinige Vorkommen dieser Vielzahl von Trickaufnahmen macht Grund zur Freude und zeigt, daß hier saubere, wenn auch grundnaive Pionierarbeit geleistet wurde.

Dienstag, 21.07.2009/18:40 - 18:55 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1884 Mr. Room

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Geschrieben 22. September 2009, 19:26

„Die Bergkatze“ (GER 1921), Mobiles Kino (Katharinenruine, Nürnberg);
Regie: Ernst Lubitsch

Liebes Tagebuch...
Diese muntere Liebeskomödie nimmt sich erfreulicherweise überhaupt nicht ernst. Die Räubertochter Rischka (Pola Negri) hat sich unsterblich in den Leutnant (und genüsslich überzogen dekadenten Frauenheld) Alexis (Paul Heidemann) verliebt. Da das aber nicht der ‚Räuber und Gendarm’-Philosophie von Rischkas Vater entspricht, verheiratet er seine Tochter kurzerhand mit dem Banditen Pepo. Auch der Leutnant ist in die Bergkatze Rischka verliebt, soll aber Lili heiraten und so beginnt ein übermütiges Hin und Her, in der Teile der Räuberbande die Festung des Leutnants stürmen, um der Liebe zwischen dem ungleichen Pärchen auf die Sprünge zu helfen. Das es am Ende anders kommt, als man erwartet, ist eine der vielen Überraschungen, die dieser höchst unterhaltsame Film bereithält. Rischka und Alexis werden kein Paar. Nicht, weil sie dadurch sämtliche Konventionen sprengen würden, sondern, und das ist die große und einvernehmliche, nicht moralische Botschaft, weil es in der Liebe manchmal anders kommt, als man denkt.

Ein fröhlich turbulenter Film unter freiem Himmel, vor imposanter Kulisse inklusive Live-Orchester - und auch das Wetter hat, von ein paar nassen Tropfen von oben, brav mitgespielt.

Donnerstag, 23.07.2009/21:40 - 23:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1885 Mr. Room

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Geschrieben 22. September 2009, 19:26

„Hustler White“ (CND/GER 1996), HDD (TV/Arte);
Regie: Rick Castro, Bruce LaBruce

Liebes Tagebuch...
Nach „Bubbles Galore“ nun der zweite Ausflug in die amerikanische Porno-Industrie. Hier geht’s um einen deutschen Reporter, der sich am Santa Monica Blvd in einen Stricher verguckt und ihm nachzustellen beginnt.

In halbdokumentarischem Stil reiht der Film trashige Einfälle, Hardcore-Elemente und diverse Nebenhandlungen aneinander und zeigt dabei reales Leben auf der Straße. Während in einigen Momenten der Nebenhandlungen erfolgreich versucht wird, die Personen und deren Erlebnisse in „Shot Cuts“-Manier miteinander zu verbinden (mit einem Hauch von „Boulevard der Dämmerung“), muß man jedoch feststellen, daß ebenso viele der gezeigten Geschichten im Sande verlaufen oder nur als aufdringliche Aufhänger für provokante Details dienen. Diese reichen dann von „Ich wusste gar nicht, daß so etwas geht“ bis hin zu „Das hätte man sich nun wirklich sparen können“.

Für ein paar Überraschungen (positive und negative) ist der Film gut. Der Rest ist geprägt von schlechten und teils amateurhaften Produktionsbedingungen und dem nicht vorhandenen Schauspieltalent des deutschen Reporters. Da dieser aber von Bruce LaBruce selbst gespielt wird, relativeren sich dadurch aber die darstellerischen Mängel. Selber schuld, wenn er meint, es wäre so in Ordnung.

Samstag, 25.07.2009/14:40 - 16:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1886 Mr. Room

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Geschrieben 22. September 2009, 19:27

„Opera“ (IT 1987), DVD (Anchor Bay);
Regie: Dario Argento

Liebes Tagebuch...
Ich habe beschlossen Dario-Argento-Festwochen abzuhalten. Irgendwie passt mir das gerade sehr gut, denn gewisse Dinge kündigen sich an und mit ein bisschen Glück werde ich in gut vier Wochen diese Reihe mit „Giallo“ beenden können.

Die englische (Original-)Tonspur ist ein wenig mau geraten. Die Dialoge, so einfach sie auch zu verstehen sind, wirken austauschbar und herunter geleiert, aber wenn Dario Argento die Bilder sprechen läßt, kehrt er zu seiner alten Kraft und Stärke zurück. Ein verrückter Einfall jagt den nächsten. Von Logik ist zwar weit und breit keine Spur, aber so energisch wie der Regisseur dirigiert, so wenig will man sich auch Gedanken machen, ob all das nun recht viel Sinn macht oder nicht. Egal ob eine Opernarie oder purer Heavy Metal erklingt, man sollte sich einfach nur zurücklehnen und das außergewöhnliche Filmwerk so nehmen, wie es kommt. Dann kommt’s auch gut!

Samstag, 25.07.2009/20:30 - 22:20 Uhr (zum sechsten Mal gesehen)
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#1887 Mr. Room

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Geschrieben 22. September 2009, 19:27

„La Porta sul Buio: Il Vicino di Casa“ (IT 1973), DVD (Dragon);
Regie: Luigi Cozzi

Liebes Tagebuch...
Das italienische Fernsehen in den Kinderschuhen.

Längst vergessen in den Untiefen meines DVD-Regals kramte ich nun diese Miniserie wieder hervor, in der Hoffnung darauf, etwas zu sehen, von dem ich bereue, es mir so lange nicht angeschaut zu haben.

„Der Nachbar“/„The Neighbour“ heißt die erste Episode von „Door into Darkness“. Die erste Nacht in der neuen Wohnung wird für ein junges Pärchen zum Alptraum. In der Hoffnung auf Nachbarschaftshilfe stolpern die beiden in der Wohnung über der ihren über die Leiche ihrer Nachbarin. Und von Fern nahen schon die Schritte ihres Ehemannes und offensichtlichen Mörders. Diese klassische Thriller-Situation bildet den Ausgangspunkt für ein durchaus spannendes, teilweise sogar cleveres Katz- und Mausspiel, welches jedoch nie die Intensität eines vergleichbaren Kinopendants erreicht. Ansatzweise funkeln die Momente auf, die in einem echten Giallo richtig gut herüber gekommen wären, aber als etwas hilfloses Fernsehkonstrukt erscheint der erste der vier Beiträgen doch etwas mager. Mag sein, daß Dario Argento voll und ganz hinter dem Projekt gestanden haben mag. Das eine ist Wurst, das andere ist Käse. Das eine ist Kino, das andere ist Fernsehen.

Trotzdem, es muß weitergehen. Vielleicht gibt es ja doch noch etwas zu entdecken, was ein klein wenig besser ist.

Samstag, 25.07.2009/23:15 - 00:10 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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Geschrieben 22. September 2009, 19:28

„Vinzent“ (GER 2004), DVD (Star Media/Laser Paradise);
Regie: Ayassi

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Auf der Suche nach seiner Freundin verliert sich Vinzent in den labyrinthartigen Untiefen eines alten Mietshauses. Ein nicht enden wollender, surrealer Alptraum beginnt. Nicht enden wollend, weil man als Zuschauer ständig auf Hinweise und andeutende Erklärungen hofft, jedoch ebenso verloren stehen gelassen wird wie der titelgebende Charakter. Jeder Alptraum endet mit dem Aufwachen - normalerweise. Hier jedoch, von Aufwachen keine Spur. Der Film mutiert zur undurchdringlichen und undurchschaubaren Mysterysuppe, die nur wenige Fortschritte bereithält und jeder dieser Fortschritte stiftet nur noch mehr Verwirrung und Unsicherheit bei den Zuschauern, weil die gelieferten Andeutungen nicht griffig sind. David Lynch zum Beispiel hat mit „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ eindeutige Hinweise und Erklärungen auf das geliefert, was gerade geschieht und es somit nachvollziehbar, wenn auch nicht logisch erklärbar gemacht. „Vinzent“ lässt diesen Clou jedoch vollkommen vermissen. Hier wird man als Zuschauer nicht klüger. Hier wird man einfach nur alleine gelassen. Alleine mit sich seltsam verhaltenden Bewohnern, alleine mit einer durchaus ansprechenden und unglaublich raffiniert gefilmten Bildersprache, alleine mit einer nur schwer verständlichen Tonspur, alleine mit vermuteten Hinweisen auf eine Parallelwelt a’la „Dark City“ oder „Silent Hill“. Ist das Haus der Ort hinter dem Tor zum Jenseits („The three Faces of Terror“/„Trapped Ashes“), quasi eine Vorhölle? Hat Vinzent seine Freundin gar selbst umgebracht oder als Zwilling Olaf ein Anime gezeichnet, dessen verquasteter Handlung man gerade Zeuge wird? Fragen über Fragen, aber keine Antworten.

Trotz guter Darsteller, netten Kameratricks und, für eine digitale Produktion, sehenswerter Spezialeffekte, kann man das finale Endergebnis nur äußerst unzufrieden hinnehmen.

Sonntag, 26.07.2009/13:45 - 14:45 & 16:25 - 17:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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Geschrieben 24. September 2009, 21:12

„X-Men Origins: Wolverine“ (USA 2009);
Regie: Gavin Hood

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Die Regeln eines Filmes (jetzt mal ganz allgemein gesehen): Hat man einen allein erziehenden Elternteil, dann ist dieser nicht von dem Partner/der Partnerin verlassen worden, nein, der Partner/die Partnerin ist verstorben. Träumt man erfolgreich den amerikanischen Traum, dann hat man seine Millionen nicht im Lotto gewonnen, sondern als Tellerwäscher angefangen und sich dann mit Ausdauer, Einsatz und einer Portion Glück hochgearbeitet. Ist man ein Superheld, so wurde man nicht schon so geboren, sondern konnte dies nur werden, indem man, möglichst alleine, ein tiefes Tal der Tränen durchschritten und die schlimmsten Dinge des Lebens durchlitten hat, um dann wie der Phoenix aus der Asche empor zu steigen. Muss man nun ein Prequel zu einer dieser Geschichten drehen, weil diese so erfolgreich war und man (aus gutem Grund) den Hals nicht vollbekommt, steht man vor diversen Problemen, nämlich, weil es die Zuschauer viel lieber sehen, wenn der gebrochene Held (hier Logan alias Wolverine) sich hocharbeitet. Jedoch hat man ihnen das ja bereits gezeigt - und zwar in den ersten drei „X-Men“-Filmen. Wie der Held gebrochen wird, zeigt sich nicht so leicht, weil das die Leute das nicht so gerne sehen. Es sei denn, man heißt George Lucas und weiß, daß einem alle wie verrückt die Bude einrennen werden, wenn man alles zu Grunde richtet - so geschehen in „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“.

Spoiler:
Bis Wolverine also dort ist, wo er zu Beginn des ersten X-Men-Filmes war, muß ein langer Weg nach unten abgeschritten werden und die Drehbuchautoren war diesbezüglich sehr einfallsreich: Es waren einmal zwei Brüder, beide jung. Und als sie älter wurden, wurde der eine böse und der andere nicht. Später dann, aus irgendwelchen Rachegründen tötet der Böse die Frau des Guten. Nett, daß die Frau zwar später wieder von den Toten aufersteht, leider aber nur weil sie ein falsches Spiel spielte und auf der Seite des Bösen stand (was die Frau aber nicht davon abhielt, ziemlich erschrocken dreinzuschauen, als der Böse ihr - ohne Augenzeugen - auf die Pelle rückte). Weil die Frau aber gar nicht so böse wie ihr böser Partner war, sie aber für ordentliche Zuschauer nicht mehr tragbar ist, darf sie, nach Versöhnung mit dem Guten ein zweites Mal sterben - diesmal richtig. Kein Wunder, daß der Herr Wolverine dann ziemlich blöd schaut und wegen Kontinuitätsgründen auch gleich noch sein Gedächtnis verliert - die Schicksale von C3PO und R2D2 lassen grüßen.

Die Emotionen der Zuschauer werden hier zum Spielball der Drehbuchautoren. Ich für meinen Teil habe aufgrund der überzogenen und noch dazu leider völlig vorhersehbaren Seifenoper-Dramatik irgendwann abgeschaltet. Ich will mich doch nicht verscheißern lassen! Es gibt viele Filme, denen eine ordentliche Prise Düsterheit gut steht. „X-Men Origins: Wolverine“ gehört nicht dazu, weil er zu sehr auf die Zwölf haut und sein Publikum permanent vor den Kopf stößt.

Handwerklich ist das Prequel sauber geworden, klotzt mit einer beeindruckenden Eröffnungssequenz und einem mitreißendem Finale auf dem schmalen Grat eines Atommeiler-Kühlturms inklusive eines gut erdachten Wolverine-Kontrahenten. Inhaltlich enttäuscht der Film aber großflächig. Wenigstens war er in dieser außerhäuslichen Veranstaltung ungeschnitten.

Sonntag, 26.07.2009/19:30 - 21:10 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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Geschrieben 24. September 2009, 21:13

„JCVD“ (BELG/LUX/FR 2008), DVD (Koch);
Regie: Mabrouk El Mechri

Liebes Tagebuch...
Auch das kann der Unterschied zwischen Kino und DVD sein: Im Kino, mit all diesen vielen gut gelaunten Menschen kam „JCVD“ weitaus lustiger herüber. Jetzt auf DVD dominieren die stillen und tragikomischen Momente voller Zynismus. Das macht den Film keineswegs schlechter. Es würde ihn sogar fast besser machen, wäre er im Kino nicht schon so unglaublich gut gewesen.

„JCVD“ ist ein Ausnahmewerk mit böser Aussage. Zudem funktioniert der Film als Film an sich perfekt. Er ist unterhaltsam, spannend und hat etwas auf dem Kasten. In dieser Kombination gibt es das nur selten. Und das Ende, welches ich im Kino aufgrund der Sprachbarrieren nicht komplett verstanden habe und die Frage aufkommen ließ, warum van Damme trotz allem im Gefängnis landet, erschloss sich mir nun dank der deutschen Synchronisation auch vollständig. Dieser Effekt macht den Film dann vielleicht doch noch etwas besser als seinerzeit auf dem Fantasy Filmfest - und noch etwas trauriger und noch etwas zynischer. ;)

Mittwoch, 29.07.2009/21:15 - 22:50 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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