So, nach längerer Abstinenz wegen Umzug, und daraus resultierendem fehlenden Internet Anschluss, werde ich Mal die letzten beiden Wochen aufarbeiten. Zum Glück warens da nicht ganz so viele Filme:
The Village
Bei dem Film waren die Meinungen ja ziemlich geteilt. Als ich das erste Mal von ihm gehört hab, und vor allem den Trailer gesehn habe, war ich begeistert. Das Szenario war cool, und es schien mal wieder ein richtig gruseliger Streifen zu werden. Dann kamen die ersten Reaktionen, und ich hab fast nur negative gelesen. Nach und nach sind aber auch immer mehr positive dazu gekommen. Die Leute scheinen den Film vor allem mit ganz falschen Erwartungen angegangen sein.
Dementsprechend waren dann auch meine Erwartungen, als ich im Kinosessel während den Trailern auf den Film wartete: praktisch keine. Mir war nur klar, dass es sich wohl nicht um einen Horrorfilm halten würde.
In dem Film geht es um eine Kleinstadt aus vergangener Zeit. Die Einwohner verlassen nie die Grenzen der Stadt, da Monster (Mischung aus Ringgeistern und Stachelschweinen) in den Wäldern wohnen, und es nicht dulden, wenn die Einwohner der Stadt ihren Lebensraum betreten. In der Stadt wohnt auch Lucius (oder hiess er anders? Ist jetzt schon ne Weile her da ich den gesehn hab), wunderbar verkörpert von Joaquin Pheonix in seiner, meiner Meinung nach bisher besten Rolle. Aber bevor ich jetzt noch viel mehr erzähle, stoppe ich das mal hier, umd nicht zu viel von der Geschichte zu verraten.
Der Film wirkt wie ein altmodisches Märchen. Das meine ich jetzt alles andere als negativ, der Film schafft es eine ganz eigene Atmosphäre aufzubauen, die einen verzaubert. M. Night Shyamalan hat mit dem Film zumindest handwerklich betrachtet sein Meisterwerk abgeliefert. Die Komposition aus Musik und Bildern, Schnitt und den grandiosen Schauspielern (allen voran die weibliche Hauptdarstellerin Bryce Dallas Howard) ist schon atemberaubend. Das Erzähltempo ist teilweise etwas langsam, was zwar sehr gut zur Geschichte passt, manchen aber vielleicht als langweilig erscheint. Der Film ist ganz gewiss kein Horrorfilm, dennoch hat er ein, zwei wirklich gruseliger Momente. Das Ende ist vielleicht nicht ganz so überaschend, wie manche es sich erhofft haben, aber darum geht es meiner Meinung nach gar nicht. Das Ende wirkt überhaupt nicht konstruiert, sondern passt wunderbar zum Film (negativ Beispiel was konstruierte Enden angeht: High Tension). Was mir außerdem besonders gut gefallen hat, war der gezielte Einsatz von Farben, den man ja in den Filmen von M. Night Shyamalan immer wieder findet, der aber hier bisher am extensivsten und auch intensivsten eingesetzt wird.
Was den Film vielleicht noch ein kleines Stück vom Meisterwerk entfernt, ist, dass die Geschichte teilweise einfach nicht interessant genug ist. Das wird allerdings durch das ganze drumherum wieder wett gemacht. Und diese Stellen sind auch eher rar gesäht.
Warum wurde der Film dann so vermarktet (als Gruselfilm) wenn jetzt so viele enttäuschte Fans aus dem Kino kamen? Warscheinlich hatte der Vertrieb gar keine andere Wahl, da man den Film schlecht vermarkten kann, vor allem wenn man nichts von der Geschichte verraten will. Sollte er es als Liebesfilm vermarkten? Am ehesten wohl wirklich noch als Märchen, aber ich denke so haben sie mehr Fans ins Kino gelockt. Hoffentlich schadet dass nur dem hohen Ansehen an M. Night Shyamalan nichts, so dass er noch weiterhin genau die Filme machen kann, die er machen will. Ich jedenfalls freu mich schon tierisch auf "Schiffbruch mit Tiger" da ich das Buch schon grandios fand, und die Geschichte (samt wirklich sehr überraschendem Ende) wunderbar zu dem Herrn Shyamalan passt.
Fazit:
9 von 10