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"Ich bin der Zorn Gottes" - Filmforen.de - Seite 1,33333333333

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"Ich bin der Zorn Gottes"


96 Antworten in diesem Thema

#11 kinski

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Geschrieben 03. August 2005, 22:52

ein weiterer Non-Kinski:

MANHUNTER


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USA 1986

Darsteller : William L. Petersen, Kim Greist, Joan Allen, Brian Cox, Dennis Farina, Tom Noonan, David Seaman

Regie : Michael Mann

Lange bevor an Anthony Hopkins als Hannibal Lecter auch nur gedacht wurde drehte Miami Vice-Regisseur Michael Mann seine Version von Thomas Harris´ Roman „Roter Drache“.
Lector spielt in diesem futuristisch anmutenden Thriller auch nur eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt steht der EX-FBI-Mann Will Graham (William Petersen). Graham war bei seinem letzten Einsatz bis an die Grenzen seiner körperlichen und vor allem psychischen Fähigkeiten gegangen, indem er sich mit nahezu telepathischen Fähigkeiten in die Wahnwelt eines wahnsinnigen Killers hineinversetzte um diesen so zur Strecke zu bringen. Doch dabei hätte er den Irren fast nicht mehr aus seinem Kopf bekommen. Ein längerer Aufenthalt unter psychologischer Betreuung und die Quittierung seines Dienstes beim FBI waren die Folge.
Nun treibt jedoch erneut ein Wahnsinniger sein blutiges Unwesen – die Zahnfee. Dieser Killer ermordet ganze Familien und verstümmelt seine Opfer teilweise sogar postmortem. Graham wird überredet noch einmal seine Fähigkeiten einzubringen und den Killer zu entlarven. Dazu erbittet er sogar die Hilfe seines alten Rivalen Lecter, der im Hochsicherheitstrakt seine Strafe absitzt seit Graham ihn vor Jahren zur Strecke gebracht hatte und offenbar Kontakt zu dem Killer hat. Immer näher kommt Graham der Zahnfee, immer enger zieht sich der Kreis um den Killer zusammen. Doch Graham kommt auch an die Grenze seiner psychischen Leidensfähigkeit. Beim finalen Kampf auf Leben und Tod kommt Graham letztendlich nur kanpp mit dem Leben davon. Die Zahnfee jedoch muß sich keine Gedanken mehr machen wegen Karies und Paradontose …
Michael Manns Inszenierung merkt man deutlich den Miami Vice-Stil an. Die Atmosphäre ist unterkühlt, grellweiße Farben überwiegen. Die Handlung konzentriert sich fast ausschließlich auf Graham und den Killer. Petersen (laut Videocover die „Hollywood-Neuentdeckung“) überzeugt als nervlich geplagter Cop, wird jedoch meiner Meinung nach fast noch getoppt durch „Zahnfee“ Tom Noonan, der den mordlüsternen Irren sehr intensiv darstellt und absolut bedrohlich wirkt. Brian Cox als Lecter kommt nicht wirklich gut rüber … wenn man weiß, wie sensationell Anthony Hopkins in dieser Rolle agiert hat. Aber vielleicht sollte man die beiden auch gar nicht miteinander vergleichen.
Dennoch kann der Film nicht 100%ig überzeugen. Die Nebenrollen sind nicht ausreichend ausgeleuchtet, auch kann man manchen Gedankenspielen Grahams nur schwer folgen. Mit seinen 2 Stunden Laufzeit ist der Streifen phasenweise etwas langatmig, dafür wiederum das Finale nach meinem Geschmack zu schnell abgehakt. Alles in allem ist MANHUNTER jedoch wesentlich spannender und ganz einfach besser als das schwache Remake „Roter Drache“. Wie bei so vielen Filmen sollte man sich auch hier an das Original halten.

Fazit :

6,5 v. 10 Pkt.

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#12 kinski

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Geschrieben 04. August 2005, 22:33

DIE SELTSAME GRÄFIN

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Deutschland 1961

Darsteller : Blacky Fuchsberger, Brigitte Grothum, Marianne Hoppe, Lil Dagover, Klaus Kinski (als Stuart Bresset), Eddi Arent, Edith Hancke, Richard Häussler, Rudolf Fernau, Fritz Rasp

Regie : Josef von Báky

Ohne Pause drehte Kinski weiter. Es folgte der nächste Wallace-Film – „ Die seltsame Gräfin “. Dieser Film zählt für mich zu den absoluten Klassikern der Reihe. Mit diesem Streifen ist eine meiner ersten Erinnerungen an Klaus Kinski verbunden. Er spielt auch diesmal wieder den leicht debilen Antihelden und ist hier mit Leib und Seele hinter einer jungen Frau (gespielt von Brigitte Grothum) her. Von einer Telefonzelle aus ruft er sie an und versucht die Frau zu ängstigen. In einer Großaufnahme seines Gesichts haucht er mit entrücktem, dem Wahnsinn nahen Blick, den Satz „ Ich erwarte sie an der Sonnenuhr“. Dieser Satz mit der dazu gehörenden Visage verfolgte meine Mutter jahrelang im Schlaf. Noch heute läuft es ihr kalt den Rücken runter bei dem Gedanken an die Szene und ich weiß nicht, wie oft sie im Laufe der Jahre diesen einen Satz zitiert hat.
Und da waren sie dann auch mal wieder – diese Augen. Dieser gehetzte, fiebrige Blick verbunden mit der Mimik eines Wahnsinnigen haute mich mal wieder um. Wieder bot der Film ein Aufgebot an Stars. Neben den üblichen Mitwirkenden wie Kinski und Fuchsberger waren diesmal Brigitte Grothum und die großartige Lil Dagover mit von der Partie. Und Eddi Arent war mal ausnahmsweise weder Butler noch Scotland Yard-Beamter, sondern stellte einen leicht verschrobenen Lord, den Sohn der Gräfin Moron (Lil Dagover) dar.
Die Story ist schnell erzählt. Margaret Reddle (Grothum) ist eine Millionenerbin, die von ihrem Glück aber nichts weiß. Andere jedoch wissen sehr gut über sie Bescheid. Unter anderem die Gräfin Moron, bei der Margaret eine Stelle als Sekretärin antreten soll. Ebenso der zwielichtige Irrenarzt Dr. Tappett, der selbst sein bester Patient wäre. Die beiden hetzen den paranoiden Stuart Bresset (Kinski) auf die ahnungslose Frau, die nur knapp einigen Mordanschlägen entgeht. Hilfe findet sie jedoch bei Mike Dorn (Fuchsberger), einem Inspektor von Scotland Yard.
Weil alle Anschläge schief gehen, versuchen die Gräfin und Tappatt mit Hilfe von Stuart Bresset die arme Margaret in den Wahnsinn zu treiben. Denn wer verrückt erklärt wird, kann nicht erben. Die Verbrecher wissen nämlich, dass Margaret die Tochter von Mary Pinder ist, die seit Jahren wegen der Ermorderung ihres Mannes unschuldig hinter Gittern sitzt und bald entlassen werden soll. Mit allen Mitteln versuchen die Verbrecher zu verhindern, dass die rechtmäßigen Erben an das Geld kommen.
Der Rest ist klar. Nach den üblichen Irrungen und Wirrungen gewinnt das Gute. Margaret erfährt, dass die Pinder ihre Mutter ist und bekommt zudem noch Mike Dorn als Bonusleckerchen. Die Gräfin begeht recht spektakulär Selbstmord mittels einer Giftnadel, die in ihrem Ring verborgen war. Dem Irrenarzt wird das Handwerk gelegt und auch Stuart Bresset kann dem Arm des Gesetzes nicht entkommen.
Für Klaus Kinski ist dieser Stuart Bresset natürlich eine Paraderolle. Erneut kann er seine eigenen Erfahrungen in den Film einbringen, da er selbst für einige Zeit in einer Irreranstalt einsitzen musste. So sind die Szenen, in denen er nach seinen „Freigängen“ wieder in die Gummizelle eingesperrt wird, das Sehenswerteste an dem Film und geprägt von einer beklemmenden Intensität. Kinski wehrt sich mit Händen und Füßen gegen seine Wärter und beteuert unter Weinkrämpfen immer wieder seine Unschuld und seine geistige Normalität. Man kann nur vermuten, wieviel nackte Wahrheit hinter seiner Darstellung liegt und was Kinski im wirklichen Leben während seines Aufenthaltes in der Anstalt hat erleben müssen. Nicht umsonst urteilte das 'Wiesbadener Tageblatt´ über ihn : „Klaus Kinski spielt einen Wahnsinnigen bestürzend echt.“
Auf jeden Fall wirkte Kinskis 'Spiel´ so echt, dass seine Partnerin Brigitte Grothum – damals noch ein relativ unbeschriebenes Blatt in der Filmbranche – mit zitternden Knien und aus sicherer Entfernung ihn bat, ihr bei den gemeinsamen Szenen kein Leid zuzufügen. Sie hatte schon Schlimmes über Kinski gehört, war jung verheiratet und wollte noch ein bißchen länger leben. Kinski lachte herzlich über ihre Angst und beruhigte die Grothum. Und dann setzte er beim Dreh wieder seinen irrsten Blick auf. Brigitte Grothums Angst war echt, gerade deshalb sind die entsprechenden Szenen wahrscheinlich auch so gelungen.
Eines der bekanntesten Fotos aus „Die seltsame Gräfin“ zeigt Klaus Kinski, wie er die angsterfüllte Brigitte Grothum von hinten mit seinen Händen umklammert. Die markante Ader in der Stirnmitte ist dick angeschwollen, seine Augen glänzen irr wie in einem Fieberwahn. Doch Brigitte Grothum hat bis zum heutigen Tage nichts schlechtes über Kinski zu berichten und erinnert sich gerne an ihn. Diese Anektdote und die kleine Geschichte mit Sabina Sesselmann bei den Dreharbeiten zu „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ zeigen wieder einmal in aller Deutlichkeit die zwei Seiten des Klaus Kinski.
Die Kritik war Kinski auch hier wieder einmal äußerst wohlgesonnen. So urteilte man in „Der Hexer, der Zinker und andere Mörder“ über ihn: „Dieser Film ist Kinskis Sternstunde in Sachen Wallace!“

Fazit :

Film : 8 v. 10 Pkt.
Kinski : 9,5 v. 10 Pkt.

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#13 kinski

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Geschrieben 05. August 2005, 17:04

Non-Kinski :

MISS MARPLE - 16 UHR 50 AB PADDINGTON


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Darsteller : Margaret Rutherford, Arthur Kennedy, Muriel Pavlow, James Robertson Justice, Thorley Walters, Charles Tingwell, Conrad Phillips, Joan Hickson, Stringer Davis

Regie : George Pollock

16 Uhr 50 ab Paddington war der erste der vier legendären “Miss Marple”-Verfilmungen mit Margaret Rutherford, die sich durch ihre Rolle unsterblich machte. Keine der nachfolgenden Darstellerinnen, wie z.B. Joan Hickson (die in diesem Film eine kleine Nebenrolle hat) oder Angela Lansbury (die 'Jessica Fletcher´ aus „Mord ist ihr Hobby“) konnten an ihre Leistung heranreichen.
Die Story : Miss Marple beobachtet während einer Zugfahrt in einem vorbeifahrenden Zug einen Mord … eine junge Frau wird erwürgt. Als sie den Mord dem Schaffner meldet und dieser die Polizei verständigt scheint keiner der schrulligen alten Dame zu glauben. Doch das lässt Miss Marple natürlich nicht auf sich sitzen und begibt sich mit ihrem Freund und Partner Mr. Stringer auf Spurensuche. Schon bald finden die beiden heraus, dass die ermordete Frau aus dem fahrenden Zug geworfen worden ist … direkt gegenüber dem Anwesen der Familie Ackenthorpe. Miss Marple mimt daraufhin eine arbeitssuchende Wirtschafterin und nimmt alsbald eine Stellung im Hause Ackenthorpe an. Doch wer von der Familie ist der gesuchte Killer ? Mehrere Verwandte kommen dafür in Frage inclusive dem jähzornigen Familienoberhaupt. Aber auch der Gärtner Hillmann oder der undurchsichtige Hausarzt Dr. Quimper sind zu den Verdächtigen zu zählen. Mit der Entdeckung einer Spieluhr nehmen Miss Marple's Schnüffeleien eine dramatische Wendung …
In 16 Uhr 50 ab Paddington zeigt sich die kauzige Miss Marple in Höchstform. Margaret Rutherford ist die ideale Besetzung für Agatha Christie's Kultfigur. Nicht umsonst zählen die vier Miss Marple-Verfilmungen zu den absoluten Klassikern unter den englischen Krimi-Filmen. Bereits im ersten Film wird dem Zuschauer all das geboten, was sich wie ein roter Faden durch alle Verfilmungen zieht : typisch englische Schauplätze, Spannung und der ganz eigene Humor der alten Dame, die sich immer wieder mit dem skeptischen Inspektor Craddock anlegt um am Ende doch immer die Schlauere zu sein.
Miss Marple ist die ideale Unterhaltung für verregnete Nachmittage und wirkt auch nach über 30 Jahren nicht eingestaubt oder langweilig.

Fazit :

9 v. 10 Pkt.

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#14 kinski

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Geschrieben 07. August 2005, 01:22

back to Kinski ! :D

DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE

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Deutschland 1961

Darsteller : Christopher Lee, Marisa Mell, Adrian Hoven, Klaus Kinski (als „der schöne Steve“), Eric Pohlmann, Fritz Rasp, Pinkas Braun, Eddi Arent, Christiane Nielsen

Regie : Helmut Ashley

Und weiterhin wurde ein Edgar Wallace-Film nach dem anderen heruntergedreht. Das Kinopublikum schien geradezu versessen zu sein auf die Kriminalstücke und man wollte nachlegen, solange noch keine Sättigung eingetreten war. Als nächstes Projekt stand „Das Rätsel der roten Orchidee“ an. Erneut konnte man Christopher Lee als Zugpferd gewinnen, ihm zur Seite standen Adrian Hoven, Marisa Mell, Pinkas Braun, Eddi Arent und natürlich Klaus Kinski.
Einige der reichsten Bürger Londons erhalten Erpresserbriefe, in denen ihnen Schutz angeboten bzw. aufgedrängt wird, natürlich gegen Zahlung entsprechender Summen. Wer nicht zahlt, stirbt. Bei der Testamentseröffnung des letzten Opfers lernt der ermittelnde Beamte, Inspektor Weston (Hoven), die schöne Lilian Ranger (Marisa Mell) kennen und versucht mit ihrer Hilfe und der Unterstützung durch den FBI-Agenten Allerman (Christopher Lee) den Verbrechern auf die Spur zu kommen. Erleichtert wird der Polizei die Arbeit durch zwei rivalisierende Gangsterbanden, angeführt von Kerkie Minelli (Eric Pohlmann) und dem „schönen Steve“ (Kinski). Der Drahtzieher im Hintergrund ist der totgeglaubte Gangster O'Connor (Pinkas Braun).
Und dann ist alles wie gehabt bei Wallace. Die Verbrecher Minelli und Steve bringen sich gegenseitig um … während der eine Gangster zusticht erschießt der andere ihn. O'Connor wird gestellt und von der Witwe Minellis getötet und de smarte Yard-Beamte bekommt als Belohnung für seine heldenhafte Tat (und seine erneut amateurhafte Darstellung) die schöne Lilian.
Nichts Neues bietet diese neunte Wallace-Adaption. In den 1960er Jahren mag diese Art von Massenproduktion ja vielleicht noch neu und unverbraucht gewesen sein, heutzutage stellen sich schnell Abnutzungserscheinungen ein. Auch ein paar neue Gesichter helfen da nicht unbedingt. Wie sich im Falle von Adrain Hoven zeigt, der leider noch weniger zu ertragen ist als Heinz Drache. Mit Marisa Mell hatte man sich jedoch endlich mal eine wirklich gut aussehende Hauptdarstellerin ausgesucht und auch Christopher Lee spielt seinen Part gewohnt gut.
Kinski spielt diesmal den aalglatten Gangsterboss Steve. Mit Nerzkragenmantel, Gel im Haar und einem Spazierstock wirkt er zwar alles andere als hetero, fällt dadurch aber erneut aus dem Rahmen. Eine gewisse Routine, die sich bei Klaus Kinski immer dann einstellte, wenn die Rolle ihm nicht allzu viel abverlangte, lässt sich aber nicht übersehen. Als Sammler muss man den Film natürlich haben, kann ihn aber ansonsten schnell wieder vergessen.
Kinski selbst wird allerdings niemals vergessen haben, was ihm während seines Aufenthaltes in Wien passierte. In einem Schaufenster sieht er durch Zufall ein Bild des Geigers Paganini. Er ist beim Anblick des Bildes wie paralysiert und hat das Gefühl in das Bild hinein gezogen zu werden. Seinen eigenen Worten nach findet er sich plötzlich in der Vergangenheit, zu Lebzeiten des Teufelsgeigers, wieder. Als er aus seiner Starre erwacht, stellt er fest, dass es inzwischen dunkel geworden ist und er mehrere Stunden vor dem Schaufenster verbracht haben muss.
Als er am nächsten Tag wieder zu dem Laden geht, ist das Bild fort. Auf Nachfrage wird ihm erzählt, wessen Portrait er dort gesehen hatte. Kinski glaubte fortan, dass er in seinem früheren Leben selbst dieser Paganini gewesen sei. In seinem Gedächtnis befinden sich Erinnerungen an Szenen, die er selbst gar nicht erlebt hat.
Wie besessen besorgt er sich alle Informationen über Paganini die er bekommen kann. Von diesem Zeitpunkt an hat Kinski eine genaue Vorstellung von seinem Lebenswerk. Er will die Geschichte Paganinis auf die Leinwand bringen, koste es was es wolle. Innerhalb von nur sechs Tagen und sechs Nächten, fast ohne jede Unterbrechung und ohne Schlaf, schreibt er eine Rohfassung seines Drehbuches. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er nicht, dass sein Traum sich erst fast 30 Jahre später verwirklichen soll und wieviel Geld, Mühen und seelische Qualen es ihn kosten wird.
Nach nunmehr 19 Filmen ist es Klaus Kinski gelungen, sich eine Schlüsselposition in seinen Filmen zu sichern. Er ist zwar meistens auf die Rolle des wahnsinnigen Mörders festgelegt, steht jedoch fast immer im Mittelpunkt des Geschehens. Kinski selbst drehte diese Filme mittlerweile mit der ihm eigenen Routine herunter. Die Anforderungen an seine schauspielerischen Fähigkeiten waren sehr gering, die meistens nur mittelmäßigen Akteure um ihn herum beachtete er nicht. Kinskis Gesicht, seine Stimme und auch die Art sich zu bewegen, war dem deutschen Kinopublikum unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt. Fortan kamen viele der Zuschauer nur wegen ihm ins Kino, sein Namen wurde im Vorspann stets auf einer Extratafel genannt, meistens in noch größeren Lettern als die Namen der eigentlichen Hauptdarsteller. Klaus Kinski schickte sich an, einer der wirklich Großen zu werden …

Fazit :

Film : 3 v. 10 Pkt.
Kinski : 5 v. 10 Pkt.

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#15 kinski

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Geschrieben 07. August 2005, 23:38

Non-Kinski :

SHAUN OF THE DEAD


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UK 2004

Darsteller : Simon Pegg, Kate Ashfield, Nick Frost, Lucy Davis, Dylan Moran, Nicola Cunningham, Keir Mills, Matt Jaynes, Gavin Ferguson, Peter Serafinowicz

Regie : Edgar Wright

Shaun ist Ende 20, hat einen miesen Job, eine unzufriedene Freundin, einen fetten Kumpel der sich bei ihm breit gemacht hat, einen stinksauren Mitbewohner, eine vernachlässigte Mutter, einen tyrannischen Schwiegervater … und null Perspektive. Bis dahin also alles ganz normal. Doch dann kommt wirklich alles auf einmal … seine Freundin schickt ihn in die Wüste, seine Mom will Blumen, sein fetter Kumpel macht komische Geräusche, sein Schwiegervater nötigt ihm einen Besuch ab, sein Mitbewohner zerstört seine Lieblingsplatte, seine Mitarbeiter nehmen ihn nicht ernst …
Irgendwas vergessen ? Da war doch noch was … Ach ja, diese Kleinigkeit noch … urplötzlich haben sich seine übrigen Mitmenschen in Zombies verwandelt, die tierischen Spaß daran haben andere anzuknabbern !!!
In der Folge schart Shaun seine Lieben um sich und versucht mit mehr oder weniger rabiaten Methoden dem Zugriff der Untoten zu entkommen und dem einen oder anderen Zombie dabei noch den Schädel zu spalten. Eine wahnwitzige Verfolgungsjagd beginnt …
SHAUN OF THE DEAD ist eine skurille, liebenswerte Hommage an alle Zombie-Filme, insbesondere natürlich an die Kult-Trilogie von George A Romero. Typisch britischer Humor wird hier verbunden mit manchmal doch recht blutigen Meuchel- und Metzelszenen. Ich hatte im Vorfeld erwartet, dass ich häufiger lachen müsste. Andererseits hatte ich auch nicht mit solch klassisch guten Zombie-Szenen gerechnet. Der Film bietet eine ausgewogene Mischung aus Horror, Spaß und Spannung. Verschrobene Typen gibt es massenweise … und nicht allen hängt die Gehirnmasse bereits auf halb acht. Aber Vorsicht Kinder – nicht Zuhause nachmachen! Zombiekillen macht Spaß, ist aber nicht ganz ungefährlich. Allzu schnell kann man dabei mal einen Arm oder ein Bein oder ein paar Gedärme verlieren. Verdammt unangenehm.

Lieblingsspruch : „Ähm … Shaun … du hast da was Rotes !“
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Fazit :

8 v. 10 kg Gehirnmasse (Tendenz steigend)

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#16 kinski

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Geschrieben 08. August 2005, 21:53

back to Kinski ! :D

DIE KURVE Eingefügtes Bild
Deutschland 1961

Darsteller : Klaus Kinski (als Anton), Helmut Qualtinger, Gernot Duda

Regie : Peter Zadek

Am 22. Juli 1961 hat auch das Fernsehpublikum erstmals Gelegenheit, Klaus Kinski auf einer Bühne zu erleben.Unter der Regie von Peter Zadek steht er in dem Theaterstück „Die Kurve“ von Tankred Dorst vor der Kamera. Im Mittelpunkt des Stücks stehen zwei Brüder – gespielt von Klaus Kinski und Gernot Duda – die ein kleines Grundstück am Fuße eines von gefährlichen Serpentinen durchzogenen Berges wohnen. Sie leben allein und abgeschieden, und ihr größter Zeitvertreib ist es, den Straßenverkehr zu beobachten.
Eine besonders gefährliche Kurve, die dem Stück auch seinen Titel gegeben hat, wird immer wieder von den Autofahrern unterschätzt. Schon 24 Fahrer sind in dieser Kurve zu Tode gekommen. Anton, der jüngere Bruder (Kinski) hat daraufhin bereits 24 Eingaben an den Herrn Ministerialdirigenten geschickt, und darin dringend um Abhilfe bezüglich der gefährlichen Lage gebeten.
So weit bietet dieses Stück nichts Interessantes, die Sache hat jedoch einen kleinen, aber entscheidenden Haken. Die beiden Brüder sind nämlich leider extrem unterbelichtet. So haben sie nach jedem der tödlichen Unfälle nichts besseres zu tun, als die Autowracks zu bergen und die Unfallopfer zu beerdigen. So kommt es nun, dass in ihrem Garten 24 sauber gepflegte Gräber sind, jedes mit einem riesigen Holzkreuz und einem Foto des Toten versehen.
Anton, der einen noch größeren Schatten hat als sein Bruder, liest wann immer es möglich ist intensiv in einem Buch – „Die Kunst der Rede“. Er schreibt für jede Beerdigung eine passende Grabrede und ist in dem festen Glauben, dass das seine Berufung ist.
Als sich der 25. Fahrer in dieser Kurve unfreiwillig zu seinen Ahnen gesellt, müssen die Brüder zu ihrem Entsetzen feststellen, dass der angeblich Verblichene gar nicht tot sondern nur bewußtlos und zudem noch der Herr Ministerialdirigent (dargestellt von Helmut Qualtinger) persönlich ist. Nachdem man dem Gast wieder auf die Füße geholfen und ihm die Sachlage noch einmal eindringlich erklärt hat, will der Minister auch sofort die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.
Alles könnte somit in Ordnung sein, das Problem ist jedoch, dass Anton bereits seine Grabrede ausgearbeitet hatte. So langsam dämmert es dem Minister, dass die Brüder nicht alle Latten im Zaun haben, besonders als Anton ihm seine eigene Grabrede vorliest. Er versucht verzweifelt zu entkommen, hat aber keine Chance mehr. Er wird von Anton mit einem winzig kleinen Taschenmesser erstochen. Zum Abschluß sieht man dann ein sauber gepflegtes neues Grab mit dem Bild des Ministers auf einem großen Kreuz. Und die beiden Brüder sitzen vor ihrem Haus und überlegen, wie man wohl den Nachfolger des Herrn Ministerialdirigenten auf die Gefährlichkeit der Kurve aufmerksam machen könnte ...
„Die Kurve“, ein 3 Personen-Stück, ist mehr als verworren und schwer zugänglich – sowohl für den Zuschauer als auch für die Schauspieler. Kinski selbst wie auch sein Freund und Kollege Helmut Qualtinger gaben später beide zu, dass sie teilweise überhaupt nicht gewusst hätten, was sie da spielen. In vielen der Szenen musste stark improvisiert werden, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt.
Aus heutiger Sicht wirkt natürlich auch die Ausstattung mit den Pappwäldchen und Papprehen ein wenig albern, aber Anfang der 60er Jahre war das wohl so in Ordnung. Vielleicht ist es auch gerade das, was einen gewissen Charme diesen Bühnenstücks ausmacht. Die beiden Brüder kann man ein wenig mit den beiden alten Damen aus dem Schwarz-Weiß-Klassiker „ Arsen und Spitzenhäubchen “ vergleichen. Auch diese Beiden waren im Grunde genommen liebenswerte und naive Geschöpfe. Auf der anderen Seite hatten sie aber auch mehr als nur eine Schraube locker und zig Leichen im Keller vergraben. Nur mit dem Unterschied, dass die Brüder sich ihre Leichen nicht eigenhändig besorgten … zumindest nicht immer.
Interessant ist natürlich in erster Linie Klaus Kinski, den man hier mal endlich auf einer Theaterbühne und nicht in einem Kinofilm erleben kann. Auffallend ist, wieviel Dynamik und Wandlungsfähigkeit Kinski auf offener Bühne entwickelt. Hatte er in dem Wallace-Film vorher noch einen Mann um die 40 gespielt, wirkt er in „Die Kurve“ wieder wie ein Zwanzigjähriger. Mit einem albernen Hut und bayrischen Sepplhosen bekleidet gibt er den perfekten Unterbelichteten ab.
Es ist faszinierend zu beobachten, wie er in seiner Rolle in einer Sekunde - ein hochgeistiges Buch lesend - große Reden schreibt, nur um kurz danach singend und stammelnd durch die Botanik zu stampfen.
In einer längeren Großaufnahme von Kinskis Gesicht kann man das ganze Genie dieses Mannes erkennen. Er hält einen längeren Monolog und sein Mienenspiel wechselt von Wissen über Neugier zu Hass, Wahnsinn und Mordlust. Alles spielt sich in seinem Gesicht ab. In einem Augenblick ist er noch der nette Junge von nebenan – zwar nicht so ganz helle, aber man möchte ihn am liebsten in den Arm nehmen. Doch im nächsten Moment blitzt es in seinen Augen und man erkennt den Irrsinn und seine Begeisterung für den Tod und das Morden.
Auch Kinskis Stimme drückt die verschiedenen Stimmungen seines Anton aus. Kannte man die Stimme Klaus Kinskis bisher nur von seinen zahlreichen Schallplatten-Aufnahmen, so hat man hier erstmals die Gelegenheit, das Gesicht zur Stimme zu sehen. Ohne Kinski wäre „Die Kurve“ trotz guter Leistungen seiner Mitstreiter Qualtinger und Gernod Duda sicherlich belangloser, doch dank ihm zumindest für Leute wie mich, die ihn nie im Theater bewundern konnten, absolut sehenswert.

Fazit :

Film : 6 v. 10 Pkt.
Kinski : 9 v. 10 Pkt.

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#17 kinski

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Geschrieben 10. August 2005, 17:19

VERRAT AUF BEFEHL Eingefügtes Bild
Originaltitel : THE COUNTERFEIT TRAITOR

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USA 1960 / 61

Darsteller : William Holden, Hugh Griffith, Lilli Palmer, Wolfgang Preiss, Holger Hagen, Carl Raddatz, Erica Beer, Helo Gutschwager, Werner Peters, Klaus Kinski (als Kindler, der Jude), Ingrid van Bergen, Charles Regnier

Regie : George Seaton

Das Jahrzehnt begann für Klaus Kinski eigentlich mit einem weiteren amerikanischen Film - „Verrat auf Befehl“ (der Streifen wurde allerdings erst 1962 von Kinski synchronisiert und kam auch erst in diesem Jahr dann in die Kinos). William Holden spielt in diesem Spionagethriller neben Lilli Palmer die Hauptrolle.
Es handelt sich um eine nicht besonders einfallsreiche Story. Man verlässt sich in der Hauptsache auf die Darsteller, was auch phasenweise gelingt. So ist „Verrat auf Befehl“ bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätig besetzt – Werner Peters und Charles Regnier (die beide später mit Kinski in „Der schwarze Abt“ zu sehen sind) sorgen für einige, kleine Aha-Momente.
Ansonsten ist der Streifen mit den üblichen Klischees beladen, auf der einen Seite die böse deutsche Macht, auf der anderen Seite der Rest. Holden wird, obwohl eigentlich loyal, zur Spionage gegen die Deutschen genötigt, gerät zwischen die Fronten und muss mehrfach um sein Leben bangen. Das Gelingen seiner Mission ist verbunden mit dem Tod von Freunden und Weggefährten.
Kinski hat einen kurzen, aber intensiven Auftritt als junger Flüchtling Kindler, der mit Hilfe von Eric Erickson (Holden) versucht per Schiff zu entkommen. Er ist verletzt, krank, und hat ständig Hustenanfälle. Als das Schiff kontrolliert und durchsucht wird stopft sich Kindler ein Taschentuch in den Mund, um sich durch seinen Husten nicht zu verraten. Später findet Erickson ihn – Kindler ist an seinem Taschentuch elendig erstickt. Er nahm wissentlich den Tod in Kauf für die Möglichkeit, ein Leben in Freiheit führen zu können.
„Verrat auf Befehl“, gedreht im Jahr 1960, sollte aber erst zwei Jahre später in Deutschland uraufgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Kinski auch gleich die Synchronisation seiner eigenen Rolle.
Auch bei diesem Film kann man eine Parallele ziehen zu der Privatperson Kinski. Nichts war ihm so verhasst wie das Gefühl nicht frei sein zu können. Kinski war zu oft eingesperrt worden … im Kinderheim, in Gefangenschaft, in der Irrenanstalt und im Gefängnis. Und er wusste daher um so mehr was Freiheit bedeutet. Auch gesellschaftliche Zwänge bedeuteten für ihn ein Gefängnis und deshalb war dieser Kinski so schwer in das übliche Schema eines deutschen Schauspielers zu pressen. Gegen den Strom zu schwimmen und zu rebellieren war kein Stargehabe von ihm, sondern nur der pure Freiheitsdrang, der in uns allen steckt. Die wenigsten Menschen lassen jedoch diesem Drang seinen freien Lauf und sperren sich somit in ihr eigenes, selbst geschaffenes Gefängnis ein.
So hat Klaus Kinski mit dieser eigentlich minimalen Rolle in „Verrat auf Befehl“ mir persönlich unheimlich viel von sich selbst vermittelt. Außerdem beweist es, dass man bereits in der Frühphase seiner Karriere keine Grenzen ziehen konnte zwischen dem Schauspieler und dem Menschen Kinski. Zu keinem Zeitpunkt hat er sich in ein Schema pressen lassen, gerade Deutschland schaffte es nie diesen Kinski in all seiner Gewalt und Emotionsfähigkeit auch nur annähernd zu begreifen.
Der deutsche Film liebte nur seine glatt gebügelten Stars, die sich von den Managern und Produzenten ein Image zurecht zimmern ließen. Einer wie Kinski wollte so gar nicht ins Konzept passen. Er gab Interviews nur dann, wenn er Lust hatte bzw. wenn ihm der Hintern der Moderatorin gefiel (wie NDR-Talkshow-Ikone Alida Gundlach 1985 erfahren sollte).

Fazit :

Film : 4 v. 10 Pkt.
Kinski : 6 v. 10 Pkt.

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#18 kinski

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Geschrieben 11. August 2005, 14:49

Non-Kinski :

THE COLLECTOR


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Originaltitel : “Le Collectionneur“

Kanada 2002

Darsteller : Maude Guérin, Luc Picard, Lawrence Arcouette, Charles-André Bourassa, Christian Bégin, Yves Jacques, Alexis Martin, Julie Ménard

Regie : Jean Beaudin

“The Collector” ist ein guter gemachter Psycho-Thriller mit einer Spur Horror. Ein kranker Serienkiller treibt sein Unwesen, indem er Männer und Frauen tötet, sie nach ihrem Tod missbraucht und sich diverse Einzelteile der Leichen als Souvenirs mit nach Hause nimmt.
Die ermittelnde Kommissarin bekommt jedoch sehr schnell heraus, wozu der Killer die Leichenteile benötigt … er will sich den „perfekten“ Menschen basteln. Durch einen Zufall scheint sie dem Täter auf die Schliche zu kommen. Doch beim vermeintlichen Zugriff erwartet die Kommissarin eine große Überraschung …
Für den Schnäppchenpreis von 6 Euro hatte ich in die kanadisch-französische Produktion „The Collector“ nicht die allergrößten Hoffnungen gesetzt. Heraus gekommen ist dabei jedoch ein wirklich gut gemachter und spannend inszenierter Psycho-Thriller àla „Schweigen der Lämmer“. Der einzige wirkliche Schwachpunkt des Films ist die Hauptdarstellerin Maude Guérin, die keinerlei Ausstrahlung besitzt und völlig unglaubwürdig in ihrer Rolle agiert. So richtig furchterregend ist ihr Widersacher, der Killer Michel, allerdings auch nicht. Wirklich überzeugen können somit nur die Nebenrollen … ein 16jähriger Stricher und ein 12jähriger Ausreißer, die beide bei der Kommissarin Unterschlupf finden, dadurch aber mehr als ihnen lieb sein kann in das Mordgeschehen hinein gezogen werden.
Festzustellen ist aber auch die Tatsache, dass man gewisse Drehbuchschwächen nicht abstreiten kann. Das Motiv des Killers ist zwar vorhanden … jedoch nicht besonders glaubwürdig. Auch die Beziehungen untereinander – wie etwa die der Kommissarin zu den beiden Jungen – hätten wesentlich intensiver geschildert werden können. Wer jedoch einfach nur gut unterhalten werden und nicht großartig nachdenken möchte wird sich bei „The Collector“ ganz sicher nicht langweilen.
Unterm Strich bleibt ein Film, der – von einigen Ekelbildern abgesehen – mit solidem Suspense und einer dichten Atmosphäre zu überzeugen weiß und keinen unnötigen Schnickschnack bietet, sondern sich auf seine Story verlassen kann.

Fazit :

7 v. 10 Leichenteilen

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#19 kinski

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Geschrieben 12. August 2005, 18:23

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DER ROTE RAUSCH

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Deutschland 1962

Darsteller : Klaus Kinski (als Martin), Brigitte Grothum, Marina Petrowa, Sieghardt Rupp, Jochen Brockmann, Dieter Borsche, Hans Obonya, Elisabeth Terval, Herbert Fux

Regie : Wolfgang Schleif

„Der rote Rausch“ ist im Laufe der Jahre zu einem echten Mysterium geworden. Es handelt sich um eine der großartigsten, aber auch unterbewertesten Rollen von Klaus Kinski. Zudem ist der Film nach seiner Kino- Aufführung in den 60er Jahren fast vier Jahrzehnte lang verschwunden gewesen. Erst Anfang des neuen Jahrtausends wurde er in den Archiven von Film-Mogul Leo Kirch wiedergefunden. Unter falschem Titel war er dort an einer falschen Stelle abgelegt worden. Doch somit kommt man jetzt in den Genuss dieses fast einzigartigen Kinski-Meisterwerks.
Klaus Kinski spielt in „Der rote Rausch“ den Gefangenen Nr. 327, Insasse einer Irrenanstalt und verurteilter vierfacher Frauenmörder. Er weiß jedoch nichts von seinen Taten, die er in einem rauschartigen Zustand begangen haben soll. Seine Opfer trugen jeweils eine rote Korallenkette um den Hals. Der Anblick der Kette löste bei ihm jedesmal den Tötungstrieb aus. Doch all dies weiß Nr. 327 nicht und so flieht er eines Tages aus der Anstalt.
Völlig erschöpft finden ihn Bauern und halten ihn für einen Flüchtling 'von drüben' Bei ihnen findet er Unterschlupf und Arbeit. Die junge Katrin (Brigitte Grothum) nimmt sich seiner an und verliebt sich zudem nach und nach in den schüchternen und zurückhaltenden Mann, der sie an ihren verschwundenen Mann Martin erinnert. Auch Nr.327 nennt sich Martin, und findet im Laufe der Zeit immer mehr Zutrauen zu seinen Rettern.
Doch eines Tages sieht er auf einer Litfaßsäule ein Fahndungsplakat mit seinem Foto: „Geisteskranker Mörder entsprungen“. Er kann es nicht fassen. Er soll ein Mörder sein ? Müsste er sich nicht an seine grauenvollen Taten erinnern? Auch Katrin glaubt an einen Irrtum und hält zu ihm. Doch eines Tages, als sie ihren 'neuen´ Martin umarmt, sieht dieser an ihrem Hals eine rote Korallenkette. In diesem Augenblick wird aus dem harmlosen Martin der Frauenmörder Josef Stief, der erst wieder aus seinem Rausch erwacht, als er den scheinbar toten Körper Katrins vor sich liegen sieht.
Während Katrin nach kurzer Bewußtlosigkeit wieder zu sich kommt, machen die Arbeiter des Hofs sich an die Verfolgung des flüchtenden Martin/Josef. Katrin versucht verzweifelt die sinnlose Lynchjustiz durch die aufgebrachten Arbeiter zu verhindern. Diese wollen den sich im Feld versteckenden Martin ausräuchern, ihn notfalls auch töten. Doch Martin kann entkommen.
Kurze Zeit später klingelt es an der Pforte der Landesheilanstalt. Vor der Tür steht der Gefangene Nr.327 und möchte eingelassen werden. Die Tür öffnet sich und schließt sich wieder hinter ihm. Diesmal wohl für immer…
Klaus Kinski ist schlichtweg überragend in seiner Darstellung. Er spielt die Rolle des für sich selbst unschuldigen Frauenmörders mit einer Intensität, dass dem Zuschauer mehr als einmal kalte Schauer über den Rücken laufen. Voller Verzweiflung auf der Suche nach seinem wahren Selbst durchlebt man als Zuschauer alle Irrungen und Wirrungen dieser bedauernswerten Kreatur. In seinen Visionen ist Kinski / Martin den Anschuldigungen seiner Wärter ausgesetzt und man mag nur annähernd vermuten können, wieviel von Kinskis echten Irrenhaus-Erfahrungen auch hier wieder (wie bereits in „Die seltsame Gräfin“) in diesen Szenen stecken dürften.
Heutzutage, nach der Wiederentdeckung von „Der rote Rausch“, wagt man natürlich Verbindungen zu ziehen zwischen einem solchen Kinski-Frühwerk und seinen späteren Karriere-Highlights wie „Nosferatu“, „Woyzeck“ oder auch „Fitzcarraldo“. So geschehen unter anderem in diversen Berichten zur Wiederaufführung von „Der rote Rausch“, wie z.B. der „3sat-Kulturzeit“. Und sicherlich stecken in Kinskis Nr. 327 Elemente, die man ganz besonders in seinen Arbeiten mit Werner Herzog wiederentdeckt.
Für das Drehbuch sind einige wichtige Personen und Passagen des Original-Romans gestrichen worden, was der Unterhaltung und Spannung jedoch nicht unbedingt schadet. Man kann sowohl Buch als auch den Film lieben. Wer neben Klaus Kinski auch sehr zu überzeugen (und auch zu überraschen) weiß ist Brigitte Grothum. Kannte man sie bisher eigentlich nur als schüchternes und naives Mädchen aus den Edgar Wallace-Krimis, so gibt sie hier sehr überzeugend eine erwachsene und teilweise resolute Frau ab. Obwohl sowohl die Wallace-Filme als auch „Der rote Rausch“ zur selben Zeit entstanden sind, sieht man hier eine ganz andere und schauspielerisch deutlich gereifte Brigitte Grothum.
„Der rote Rausch“ lief im Jahre 1962 relativ unbeachtet in den Kinos. Das Publikum konnte sich nicht mit einem Klaus Kinski anfreunden, der erstmals ganz alleine einen Film trug. Und sie waren nicht offen genug, um ihn in einer so ungewohnten Rolle akzeptieren zu können. Leider übersah man dabei die echte Klasse dieses Schauspielers in diesem Streifen. Sein vermeintlich Irrer erforderte Toleranz und Akzeptanz vom Zuschauer, die damit offensichtlich überfordert waren. Erst vierzig Jahre später folgte die entsprechende Würdigung dieser einzigartigen Leistung.
Bis dato ist „Der rote Rausch“ nur in einigen ausgewählten Kinos gelaufen, doch ich bin mir sicher, dass es irgendwann auch dem Fernsehpublikum ermöglicht wird, diesen Film zu sehen. Und es würde mich nicht wundern, wenn man dann endlich sehen und zugeben würde, wie gut dieser Kinski sein konnte.

Fazit :

Film : 9 v. 10 Punkten
Kinski : 11 v. 10 Punkten

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#20 kinski

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Geschrieben 12. August 2005, 23:45

Non-Kinski :

THE KEEPER


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USA 2003

Darsteller : Asia Argento, Dennis Hopper, Helen Shaver, Lochlyn Munro

Regie : Paul Lynch

Als Tänzerin Gina (Asia Argento) eines Abends mit ihrem Lover in ihr Motelzimmer zurückkehrt wird sie Opfer eines Anschlags. Ihr Freund stirbt, Gina wird im letzten Moment und schwer verletzt gerettet bevor der Täter sie hätte vergewaltigen können. Nachdem sie einige Zeit im örtlichen Krankenhaus verbracht hat wird sie vom ermittelnden Polizeibeamten Lieutenant Krebs (Dennis Hopper) an ihrem Entlassungstag abgeholt. Doch die Fahrt, die eigentlich zum nächsten Busbahnhof und zum ersten Tag eines neuen Lebens führen sollte, endet für Gina in einem Albtraum. Krebs entpuppt sich als irrer Psychopath, der unter dem Zwang steht, Mädchen mit zweifelhaftem Ruf auf den Weg der Tugend zurück zu führen. Klein Krebs erlitt als Kind einen psychischen Knacks, als er mit ansehen musste, wie sein Vater in einem Anfall blinder Wut seine Mutter umbrachte … weil sie ihr Geld mit recht freizügigem Tanzen vor fremden Männern verdiente.
Eingesperrt in einer schalldichten Zelle im Keller von Krebs´ Haus in den Wäldern harrt Gina fortan auf eine Chance ihrem Peiniger zu entkommen. Doch der erweist sich stets als cleverer. Und so scheint sich Gina ihrem unausweichlichen Schicksal zu ergeben …
Story und Umsetzung von THE KEEPER sind nicht mehr als normaler Durchschnitt im Action/Thriller-Genre. Was den Film über das Mittelmaß hinaus hebt sind seinen beiden Hauptdarsteller – Asia Argento und Dennis Hopper. Asia (neben ihrer Schauspielkarriere auch noch als Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Fotomodell tätig) und der mittlerweile auf die 70 zugehende Altstar Hopper bilden ein unschlagbares Gespann, die ein nervenaufreibendes Psychospiel entwickeln. Hopper, der den Irren wieder einmal mit Bravour und Routine spielt, braucht schon längst kein großartiges Gehabe mehr um zu überzeugen. Asia Argento agiert auch gewohnt sicher, zumal ihr die Rolle als unschuldiges Entführungsopfer auch nicht unbekannt ist (The Stendhal Syndrome, 1996, Regie: Dario Argento). Insgesamt gesehen ein solider Thriller, der mit seinen beiden Hauptdarsteller steht und fällt.

Fazit :

6 v. 10 Hilferufen

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#21 kinski

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Geschrieben 13. August 2005, 18:13

Non-Kinski :

DAY OF THE DEAD (ZOMBIE 2)


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USA 1985

Darsteller : Lori Cardille, Terry Alexander, Joseph Pilato, Richard Liberty, Jarlath Conroy, Anthony DiLeo jr., Sherman Howard, Gary Howard Klar, Ralph Marrero

Regie : George A. Romero

Die lebenden Toten haben die Erde in ihre Gewalt gebracht. In einem unterirdischen Bunker haben sich die letzten Überlebenden – einige Wissenschaftler und Angehörige des Militärs – in Sicherheit gebracht. Dort versuchen sie einerseits per Funk Kontakt mit möglichen anderen Überlebenden zu bekommen und auf der anderen Seite die Zombies zu studieren um ihrer Herr zu werden. Doch die Differenzen untereinander, der enge Raum in dem man zum Zusammenleben gezwungen ist, und die allgegenwärtige Bedrohung durch die Untoten hat letztendlich verhängnisvolle Konsequenzen. Es kommt zum alles entscheidenden, finalen Kampf mit einer Übermacht von Zombies …
George A. Romeros finaler Teil seiner Zombie-Trilogie (seine Vorgänger waren „Night of the Living Dead“ von 1968 und „Dawn of the Living Dead“ von 1978) konzentriert sich mehr als jemals zuvor auf die Beziehung von Menschen und Zombies. So werden die Untoten hier nicht nur als blutgierige, bissige Ungeheuer gezeigt. Es wird vielmehr auch ein „guter“ Zombie, genannt „Bud“, ins Spiel gebracht. Der Film ist im für die Mitte der 80er Jahre typischen Endzeit-Stil gehalten … düstere Atmosphäre, verlassene Städte, allgegenwärtiges Grauen. Romero ist ein spannender Horrorstreifen und ein toller Abschluß seiner Zombie-Saga gelungen. Oftmals stören die etwas zu lang geratenen Dialoge zwar das Gesamtbild, aber das ist wirklich nur ein klitzekleiner Negativ-Aspekt. Insgesamt ist „Day of the Living Dead“ ein erstklassiger Zombie-Streifen, der auch heute noch locker mit seinen Neuzeit-Konkurrenten mithalten kann.

Fazit :

9 v. 10 Bisswunden

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#22 kinski

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Geschrieben 14. August 2005, 02:00

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DIE TÜR MIT DEN 7 SCHLÖSSERN

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Deutschland 1962

Darsteller : Heinz Drache, Sabina Sesselmann, Hans Nielsen, Gisela Uhlen, Werner Peters, Pinkas Braun, Jan Hendriks, Klaus Kinski (als Pheeny), Ady Berber, Siegfried Schürenberg, Eddi Arent

Regie : Alfred Vohrer

Nach seinem kurzen Ausflug in andere filmische Gefilde („Der rote Rausch“) kehrte Klaus Kinski zum nächsten Wallace-Film zurück - „Die Tür mit den 7 Schlössern“.
Der verstorbene Lord Selford hatte kurz vor seinem Tod an sieben Freunde sieben Schlüssel verteilt. Mit Vollendung seines 18.Lebensjahres soll nun Selfords Sohn sein Erbe bekommen. Dazu müssen die sieben Freunde mit den Schlüsseln eine Tür öffnen, hinter der sich dieses Erbe befinden soll. Jedoch fallen die Schlüsselbesitzer alle nacheinander einem Verbrechen zum Opfer; einer wird gleich bei seiner Ankunft am Londoner am Bahnhof vergiftet, ein weiterer im Flugzeug ermordet usw. Ungünstige Voraussetzungen für eine gelungene Erbschaft …
Der durchtriebene Dr. Staletti und das nicht minder gut aufgelegte Ehepaar Cody sind hinter dem Erbe her, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Doch wie in allen Wallace-Filmen gibt es einen smarten Inspektor und eine hübsche junge Frau, die das Geheimnis entschlüsseln. Natürlich muss der Inspektor (der leider wieder einmal von Heinz Drache gespielt wird) die hübsche, hilflose Blondine zwischendurch beschützen und retten und schließt sie am Ende nach erfolgreicher Arbeit in seine Arme. Ende gut, alles gut ?! Im Fall von „Die Tür mit den 7 Schlössern“ auf gar keinen Fall.
So langsam wird bei der Wallace-Reihe die Routine von Langeweile abgelöst. Ein paar neue Einfälle hätten dem Film nicht geschadet. Doch leider wird auch diesmal nach dem bekannten Strickmuster verfahren. Und somit bleiben dringend benötigte Neuerungen auf der Strecke … wenn man mal davon absieht, dass Dr. Staletti in seinem Labor – ganz im Stile eines Dr. Frankenstein – einen Kreuzung aus Mensch und Tier geschaffen hat. Einen Gorillamenschen ! Doch diese Idee ist weder neu noch ist sie sonderlich gut ausgearbeitet, so dass man sich wirklich nur mit mit Grausen von so einem enormen Schwachsinn abwenden kann.
Von den Darstellern liefert Pinkas Braun eine gewohnt solide Leistung als Staletti ab. Überhaupt sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass Pinkas Braun stets ein Garant für die gute Darstellung zwielichtiger Charaktere war. Eddi Arent sorgt für eine Prise Humor. Und auch auf Heinz Drache ist Verlass – je cooler er wirken will, um so dilettantischer ist dieser sogenannte Schauspieler.
Klaus Kinskis Rolle dauert nicht länger als eine magere Viertelstunde. Er spielt den Kleinganoven Pheeny, der den Inspektor mit einer Zeichnung eines Familienwappens auf die richtige Spur bringt. Aus Angst vor den Mördern sucht er beim Inspektor Unterschlupf, weil er befürchten muss, dass diese mit ihm „Rotkehlchen“ spielen, ihm also die Kehle durchschneiden würden, wenn sie erfahren würden, dass er geplaudert hat. Nun, sie haben es anscheinend erfahren, denn als der Yard-Beamte wieder nach Hause kommt, findet er Pheeny in seinem Schrank (!) erhängt auf. Was für Kinski/Pheeny vielleicht auch einVorteil ist. So bleiben ihm wenigstens weitere Kunststücke von Mr. Super-Inspektor erspart, wie z.B. das total lustige Herbeizaubern von Eiern und echt tolle Kartentricksereien.
Kinski liefert auch hier den einzigen Höhepunkt dieses ansonsten sehr schwachen Filmchens ab. In der kurzen Zeit, die ihm zur Verfügung steht, gibt er ein eindrucksvolles Portrait einer gehetzten Seele ab. Mit fahrigen Bewegungen und nervös zuckenden Augen überzeugt er und und wirkt selbst zum Schluss als Leiche lebendiger als ein Großteil der übrigen Akteure. Zwar hat man sich mittlerweile an die stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten eines Klaus Kinski gewöhnt, satt gesehen hat man sich indes daran noch lange nicht.
Ursprünglich war Klaus Kinski für die Rolle des Dr.Staletti vorgsehen, doch letztendlich bekam Pinkas Braun den Zuschlag.Gerade im Fall von „Die Tür mit den 7 Schlössern“ waren die meisten Darsteller nur zweite Wahl. So wurde Heinz Drache auch erst genommen, als feststand, dass Blacky Fuchsberger diesmal nicht zur Verfügung stand. Kinski hätte jedoch zweifelsohne in der Rolle des dämonischen Staletti geglänzt, was die Leistung von Pinkas Braun jedoch nicht im geringsten schmälern soll.

Fazit :

Film : 3 v. 10 Punkten
Kinski : 6 v. 10 Punkten

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#23 kinski

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Geschrieben 14. August 2005, 17:56

Non-Kinski :

DIE PURPURNEN FLÜSSE


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Originaltitel : Les Rivières pourpres

Frankreich 2000

Darsteller : Jean Reno, Vincent Cassel, Nadia Farès, Dominique Sanda, Karim Belkhadra, Jean-Pierre Cassel, Didier Flamand, Francois Levantal, Francine Bergé

Regie : Mathieu Kassovitz

Zwei Verbechen, zwei Kommissare, zwei Tatorte (200 km auseinander), ein Motiv. Während der eigenbrötlerische Inspektor Pierre Niemans (Jean Reno) an einer abgelegenen Universität in den Alpen versucht einen grausamen Killer zu finden, ermittelt der junge Kommissar Max Kerkerian (Vincent Cassel) in einem 200 km entfernten Kaff wegen einer Grabschändung. Beide Verbrechen führen im Laufe der Ermittlungen zwangsläufig zueinander. Niemans sieht sich einem Killer gegenüber, der auf brutalste Weise seine Opfer foltert und sie anschließend tötet. Dabei gerät der Inspektor immer tiefer in die Irrungen und Wirrungen der geheimnisvollen Universität, die eine in sich abgeschlosse Gemeinde bildet. Doch rätselhafte Vorgänge an dieser Uni haben in den letzten Jahren verheerende Auswirkungen gehabt. Als Niemans durch einen Zufall auf den energischen Kerkerian trifft und die beiden schließlich zusammen auf Verbrecherjagd gehen, überschlagen sich die Ereignisse. Und den Showdown in den Alpen wird nicht jeder überleben …
Regisseur Mathieu Kassovitz (Audrey Tautou's große Liebe in „Die fabelhafte Welt der Amelie“) hat mit „Die purpurnen Flüsse“ einen extrem nervenaufreibenden Thriller geschaffen, der durch seine depressive Grundstimmung und seine gewaltigen Bilder besticht. Die Atmosphäre ist düster, die Stimmung gereizt, die Handlung phasenweise grausam. Auch mit den deutlichen Bildern von verstümmelten Leichen wird hier nicht gegeizt. Jean Reno und Vincent Cassel bilden ein Duo Infernale, das stets mit dem Schädel durch die Wand muss und dabei Kopf, Kragen und Leben riskiert.
Wer jedoch „nur“ einen Action-Thriller erwartet, liegt bei diesem Streifen falsch. Im Hintergrund lauert eine komplizierte Story, in der sich der Zuschauer erst einmal zurecht finden muss … was nicht immer gelingt. Die Auflösung schließlich ist interessant, vielleicht auch schockierend … aber eben nicht immer ganz nachvollziehbar. Unterm Strich bleibt ein beklemmender Reißer mit hervorragenden Darstellern (wie z.B. Jean-Pierre Cassel, der schon mit Romy Schneider gedreht hat). Ein Film, der ein atemberaubendes Tempo vorlegt. Zuschauer, die die Romanvorlage kennen, werden sich aber zumindest über den Schluß sehr wundern.

Fazit :

8,5 v. 10 Gletscherspalten

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#24 kinski

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Geschrieben 14. August 2005, 22:55

Non-Kinski :

DIE BLUME DES BÖSEN


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Originaltitel : La Fleur Du Mal

Frankreich 2003

Darsteller : Nathalie Baye, Bernhard Le Coq, Mélanie Doutey, Benoit Magimel, Suzanne Flon, Thomas Chabrol, Henri Attal, Caroline Baehr

Regie : Claude Chabrol

Laut DVD-Cover „Das kriminalistische Meisterwerk von Altmeister Claude Chabrol über Familiengeheimnisse, verbotene Gefühle, mysteriöse Unfälle, Verrat, Rache und Mord!“. Hinter dieser reißerischen Aufmachung verbirgt sich ein typisch französischer Film : schwer zugänglich, verwirrend, liebenswert charmant und absolut nicht zu ertragen.
DIE BLUME DES BÖSEN erzählt im weitesten Sinn die Geschichte der Familie Charpin-Vasseur : die ambitionierte Bürgermeister-Kandidatin Anne (Nathalie Baye); ihr gefrusteter Ehemann Gérard, der jedem Rock hinterher jagt; sein Sohn Francois; ihre Tochter Michèle; und das Urgestein der Familie – Tante Line, die ein düsteres Geheimnis hütet. Sie alle verbindet und entzweit die Vergangenheit und die Gegenwart. Es werden Intrigen gesponnen, Verbindungen geknüpft, Pläne geschmiedet … doch am Ende muß eine große Entscheidung getroffen werden. Und es wird Blut fließen …

Habe ich den Film verstanden ? … Nein
Fand ich den Film gut ? … Nein
Fand ich den Film schlecht ? … Nein
Ich liebe und ich hasse diesen französischen Filme. Man sitzt 100 Minuten vor der Glotze und am Ende ist man genauso schlau wie am Anfang. Claude Chabrol ist ja nicht gerade dafür bekannt so etwas wie zugängliche Actionfilme zu drehen. Er liebt das Verborgene, das Düstere, er spielt gerne mit den Vorstellungen seiner Zuschauer. Mit „Die Blume des Bösen“ ist ihm das wieder einmal hervorragend gelungen. Definitiv ein Film, den man mehrmals schauen muß um ihn in seiner Gesamtheit zu erfassen.

vorläufiges Fazit :

4 v. 10 Kakteen
:haeh:
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#25 kinski

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Geschrieben 15. August 2005, 21:42

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DAS GASTHAUS AN DER THEMSE

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Deutschland 1962

Darsteller : Blacky Fuchsberger, Brigitte Grothum, Richard Münch, Elisabeth Flickenschildt, Klaus Kinski (als Gregor Gubanov), Eddi Arent, Jan Hendriks, Siegfried Schürenberg

Regie : Alfred Vohrer

Das Jahr 1962 wurde schließlich mit „ Das Gasthaus an der Themse “, natürlich eine weitere Wallace-Verfilmung, abgeschlossen. Der Film hat eigentlich alles, was zum Gelingen beitragen sollte: gute Darsteller, die richtige Atmosphäre und eine eine interessante Grundstory. Dass man ihn dennoch nicht zu den stärksten Wallace-Adaptionen zählen kann hat vielerlei Gründe. Zu verwirrend und konstruiert ist die Handlung. Ständig neu auftretende, geheimnisvolle Gestalten bringen den Zuschauer eher von der Fährte ab, als dass dieser sich der Lösung nähern könnte. So macht man sich nach und nach die aufgebaute Spannung kaputt. Doch vielleicht ist man auch schon zu sehr daran gewöhnt, die Guten und die Schlechten von Anfang zu kennen. Dann könnte man Drehbuch und Handlung natürlich als genialen Schachzug in der Edgar Wallace-Geschichte sehen.
Scotland Yard sucht verzweifelt nach dem „Hai“, einem gerissenen Verbrecher. Er tötet seine Widersacher stets mit einer Harpune. Nun ist er hinter dem Vermögen der Pattisons her. Die Familie Pattison kam vor Jahren bei einem Großbrand ums Leben, nur eine Tochter überlebte. Die lebt gut behütet als Pflegetochter der Wirtin Oaks und ahnt natürlich nichts von ihrer wahren Identität. Doch an ihrem 18. Geburtstag soll genau dieser Leila Smith das gesamte Vermögen der Pattisons zufallen.
Sowohl die zwielichtige Wirtin, die Leila nur aus purem Eigennutz aufgenommen hat, als auch der Hai versuchen sich das Geld zu beschaffen. Zu diesem Zweck gehen sie über Leichen, und davon gibt es reichlich. Auch der vom Yard schon als vermeintlicher Hai ins Auge gefasste russische Gewürzhändler Gregor Gubanov (der letztendlich nichts anders ist als ein getarnter Kriminaler) hat keine hohe Lebenserwartung und nimmt ein letztes, tödliches Bad in der Themse. Scotland Yard holt sich derweil Unterstützung bei der Flusspolizei in Gestalt des Inspektor Wade. Der kann schließlich mit Hilfe des verschrobenen Studenten Barnaby nicht nur das Herz der jungen Leila erobern, sondern legt zudem noch dem Hai und seinen Helfern das Handwerk.
Mit Blacky Fuchsberger als Wade, Brigitte Grothum als ahnungslose Millionenerbin Leila (praktisch eine Kopie ihrer Rolle in „Die seltsame Gräfin“), dem unvermeintlichen Eddi Arent als Barnaby sowie beliebten und bekannten Filmstars wie Elisabeth Flickenschildt hatten die Produzenten eine Riege von erstklassigen Darstellern engagiert. Diese konnten jedoch auch nicht über manche Schwächen im Drehbuch hinweg täuschen, machten diese aber mit zum Teil hervorragenden Leistungen wieder wett.
Klaus Kinski spielt als Gregor Gubanow mal wieder den geheimnisvollen Mann im Hintergrund. Mit hellem, abgetragenem Leinenanzug, passendem Hut und dünnem Oberlippenbart wirkt er aalglatt und durchtrieben. Ansonsten stellt diese Rolle natürlich keine Herausforderungen an ihn. Die regelmäßigen Schecks der Produktionsfirma waren in diesem Fall viel wichtiger als die Rolle. So hat er seine stärkste Szene dementsprechend als Wasserleiche als er mit weit aufgerissenen Augen und schreckerstarrtem Gesichtsausdruck immer tiefer in der Themse versinkt.
Sehr skurill ist aber die Geschichte zu Kinskis Filmnamen Gregor Gubanov. In der Wallaceschen Romanvorlage gibt es an seiner Stelle einen chinesischen Teehändler namens Wong. Produzent Horst Wendlandt strich jedoch den Chinesen, ersetzte ihn durch einen Russen und der bekam den Namen von Wendlandts Vater – Gregor Gubanov ! Mit Sicherheit ziemlich einmalig in der Geschichte der Wallace-Filme.
Gut befreundet war Klaus Kinski im übrigen mit der ständigen Regie-Assistentin Eva Ebner, der er offensichtlich vollstes Vertrauen entgegen brachte. Er schenkte ihr später sogar eine signierte Ausgabe seiner Biographie. Dementsprechend weiß Eva Ebner auch eine lustige Geschichte über Kinski zu erzählen, die sich während der Dreharbeiten zu „Das Gasthaus an der Themse“ ereignete. Kinski fehlte bei seinem Einsatz während eines Nachtdrehs und wurde händeringend von allen Mitarbeitern gesucht. Frau Ebner suchte entlang der Elbe, als sie aus einem kleinen Boot plötzlich Gestöhne hörte und den lieben Klaus beim innigen Beisammensein mit zwei – ihrer Ähnlichkeit nach zu schließen – Schwestern. Kinski ging sofort ohne zu murren, jedoch wie Frau Ebner schildert, etwas derangiert zum Drehort.
Brigitte Grothum hatte ihre Angst, die sie Kinski gegenüber noch beim Dreh zu „Die seltsame Gräfin“ empfand, mittlerweile überwunden. In einem Interview erzählte sie später, dass Regisseur Alfred Vohrer während der Arbeiten zu „Das Gasthaus an der Themse“ ziemlich nervös war. Kinski und Grothum wollten mit diesem Stress jedoch nichts zu tun haben, verzogen sich stattdessen in das Gasthaus und leerten die Regale. Dementsprechend hat man aus ihren zwei Köpfen am nächsten Morgen wahrscheinlich deren vier machen können.

Fazit :

Film : 7 v. 10 Punkten
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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#26 kinski

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Geschrieben 17. August 2005, 12:34

Non-Kinski :

RESIDENT ZOMBIE


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Originaltitel : JUNK

1999

Darsteller : Simon Callow, Alyce LaTourelle, Michael Shapiro, John Sylvain

Regie : Ted Schillinger

Zunächst einmal der Klappentext der DVD : “In einem Forschungslabor macht sich ein Virus selbstständig. Deshalb wird ein Spezialtrupp beauftragt, den außer Kontrolle geratenen Computer auszuschalten. Auf dem Weg wird Alice aufgelesen, die ihr Gedächtnis verloren hat. Als die Soldaten von Untoten angegriffen werden, dämmert es Alice, dass sie die Schuld an der Katastrophe tragen könnte.“

Und nun zur Wirklichkeit : In einem Labor werden Experimente an Toten vorgenommen. Sie sollen zum Leben erweckt werden. Das gelingt schließlich auch, allerdings beißt die liebenswürdige Wiedererweckte gleich darauf schäferhundgroße Stücke aus ihrem „Erschaffer“.
Einige Zeit später : Einem Quartett Gangster gelingt ein Riesencoup … ein Überfall auf einen Juwelier bringt ihnen Beute im Wert von über 100 Million Yen. Sie verschanzen sich in einem alten Fabrikgebäude (zufälligerweise das mit dem alten Forschungslabor) und warten auf einen weiteren Gangster der ihnen für die heiße Ware das entsprechende Bargeld zahlen will. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Gangsterboß rückt mit seinen Killern an und will die Diebe nicht nur um ihre Beute sondern auch um ihr Leben bringen. Dummerweise legen sie dabei das alte Labor in Schutt und Asche, eine grünliche Flüssigkeit läuft aus und hat Kontakt mit einem Haufen Leichen, die in den Kellern vor sich hinschimmeln. Die Untoten erwachen zum Leben ! Nun werden die Diebe – unter ihnen auch die zuvor erwähnte Alice – nicht nur von den Killern sondern auch von der immer größer werdenden Meute Zombies gejagt …
RESIDENT ZOMBIE (Originaltitel : JUNK) ist ein kruder Mix aus Action- und Zombiefilm. Regisseur Ted Schillinger konnte sich offensichtlich nicht entscheiden in welche Richtung er gehen sollte. Richtig erfreut werden Anhänger aus beiden Richtungen bei dem Ergebnis nicht sein. So richtig daneben ist allerdings der DVD-Covertext unserer allseits beliebten Freunde bei (P)Best Entertainment. Der erwähnte Spezialtrupp besteht aus 2 Leuten, darunter der Typ der den ganzen Schlamassel verschuldet, weil er unbedingt seine verstorbene Frau wieder ins Leben zurück bringen wollte (die oben erwähnte fleischfressende Maid). Der Computer ist auch nicht außer Kontrolle geraten, sondern von der Super-Zombie-Tante lahm gelegt worden. Und Alice (die Diebin) hat auch nicht ihr Gedächtnis verloren und trägt auch nicht die Schuld an der Zombie-Attacke. Völliger Blödsinn.
Im Endeffekt hat der Film viele gute Möglichkeiten verschenkt. Viel Action, viel Geballer – das ist alles noch okay. Dann folgt auch eine gute gemachte Sequenz als die Zombies zum untoten Leben erwachen. Da hofft das Romero-Herz auf mehr … aber es kommt nicht viel. In der Folge werden die Zombies mehr als nur vernachlässigt. Und wenn sie dann mal um die Ecke taumeln fehlen die erhofften Großaufnahmen und eigentlich alles was einen guten Zombiefilm ausmacht. Hochgradig albern ist die Oberzombie-Tante. Ne, wat kann die schön fauchen ! Und die lebt sogar dann noch weiter wenn man sie in der Mitte durchgesäbelt hat. Da will der Oberkörper trotzdem weiter morden ! Gähn …
Das größte Manko ist allerdings die deutsche Synchronisation, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient. Lippensychrone Dialoge … vergesst es ! Da wird gelabert wo sich keine Lippen bewegen, da kommen Dialoge zustande die mit der Handlung null zu tun haben. Zudem ist einer von den Dieben mit einer ähnlich hysterischen Synchro-Stimme versehen worden wie seinerzeit Bobcat Goldthwait in 'Police Academy' Leider wird diese Nervensäge nicht von den Zombies angefressen.
Was bleibt sind einige wirklich gute Effekte. Und auch die Story ist realistisch betrachtet gar nicht so schlecht wie sie sich anhört. Wie gesagt … hätte man die Zombies selbst ein wenig mehr in den Vordergrund gerückt und nicht den Fehler gemacht, einen weiblichen Oberzombie mit Intelligenz (!) und dem Hang ständig barbusig (und ohne Verwesungsspuren !)durch die Gegend zu fliegen (!), dann wäre aus RESIDENT ZOMBIE wesentlich mehr heraus zu holen gewesen. So allerdings wartet man nur auf die nächste Szene, in der einem weiteren Zombie der Schädel weggeblasen wird. Und ansonsten wendet man sich mit Grausen ab …

Fazit :

3 v. 10 Punkten (für die Zombie-Story)
1 v. 10 Punkten (für den Rest)
0 v. 10 Punkten (für die Synchro)

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KLAUS KINSKI :
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#27 kinski

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Geschrieben 17. August 2005, 22:46

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DER ZINKER

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Deutschland 1963

Darsteller : Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter Pfitzmann, Klaus Kinski (als Tierpfleger Krischna), Eddie Arent, Siegfried Schürenberg, Agnes Windeck, Inge Langen, Jan Hendriks, Wolfgang Wahl, Albert Bessler

Regie : Alfred Vohrer

So wie das eine Jahr geendet hatte, so begann auch das nächste Jahr. „Der Zinker“ ist ein weiterer Film in der nicht enden wollenden Wallace-Reihe. Dieser Zinker ist ein höchst gerissener Verbrecher, der kleinen und großen Ganoven ihre Beute abkauft. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken – der Zinker bezahlt nur die Hälfte des tatsächlichen Wertes. Wer sich nicht darauf einlässt wird von ihm eiskalt liquidiert.
Inspektor Elford von Scotland Yard muss einige Umwege in Kauf nehmen, bis er die wahre Identität des Zinkers heraus bekommt. Was auch immer Elford macht – der Zinker ist ihm stets einen Schritt voraus. Doch wie so oft werden dem Verbrecher am Ende die Frauen zum Verhängnis. Erst wird eine enttäuschte Geliebte zum Stolperstein, im furiosen Finale schließlich wird er von einer alten Dame überlistet. Mehrere Mitwisser müssen noch ihr Leben lassen, bevor auch der Zinker selbst zu Tode kommt.
Interessant sind in diesem Kriminalfilm, der nach dem bekannten und erfolgreichen Schema aller Wallace-Filme abläuft, in der Hauptsache zwei Darsteller. Da wäre zum einem Günter Pfitzmann als Zinker alias Frank Sutton. Einerseits ein gerissener Geschäftsmann, auf der anderen Seite ein kaltblütiger Mörder. Von Pfitzmann erwartet man alles, aber nicht einen Mörder.
Und da wäre dann noch wie immer Klaus Kinski. Er spielt den Tierpfleger Alexander Krischna, ein Arbeiter in der Tierhandlung von Sutton. Kinski stellt den undurchsichtigen Charakter Krischnas, der eine Vorliebe für Schlangen und allerlei anderes Getier hat, mit der allseits bekannten Intensität dar. Diese Rolle verlangte ihm zum Glück schon wieder etwas mehr ab als es in „Das Gasthaus an der Themse“ der Fall war.
Was auffällt, ist der doch für Wallace-Verhältnisse fast schon brutale Charakter von Kinskis Krischna. Kinski war in den anderen Produktionen oftmals nur der im Grunde recht harmlose Irre, der zwar furchteinflößend wirkte, bei dem man aber sicher sein konnte, dass er letztendlich von Fuchsberger oder Drache doch zur Strecke gebracht werden würde. Hier jedoch mordet er sich durch den kompletten Film und das mit mehr oder weniger appetitlichen Methoden. Klaus Kinski arbeitet in „Der Zinker“ recht erfolgreich an dem Ruf, der ihm Jahrzehnte lang hinterher laufen sollte.
Die Dreharbeiten nutzte Kinski jedoch auch, um bei seinen Kollegen für Kopfschütteln und Erstaunen zu sorgen. So wurde Kinski einmal in recht innigem Beisammensein mit dem Bewohner eines Tigerkäfigs gesichtet. Seine Begründung war ebenso einleuchtend wie unglaublich: „Ich muss mit ihm noch eine wichtige Szene in den nächsten Tagen drehen, und es ist gut, wenn wir uns aneinander gewöhnen.“ Bisher kannte man dieses Verhalten von Kinski eigentlich nur, wenn es um seine weiblichen Filmpartner ging. So überrascht es auch nicht weiter, dass Kinski eine nette, große Boa (die im Film ebenfalls mehrere Szenen mit ihm hatte) zwei Nächte lang mit sich in sein Bett nahm. Wenn das liebe Tierchen züngelte, dann streckte auch Kinski seine Zunge heraus. Soweit bis sich ihre Zungenspitzen berührten. Manche Kollegen waren beim Anblick dieser Innigkeit zwischen Kinski und der Schlange angewidert, manchen bereitete dieses Bild auch Angst. Fragt sich nur, für wen mehr Gefahr bestand – für Kinski oder für die Schlange ?
Mehr muss zu seinem mittlerweile achten Auftritt in der Edgar Wallace-Reihe eigentlich nicht gesagt werden. Kinskis Rollen waren meistens nach identischen Mustern gestrickt und dienten ihm mehr zum Broterwerb als zur Weiterentwicklung seiner künstlerischen Freiheit. Dass er wesentlich mehr konnte als stets nur den debilen, zwielichtigen Bösewicht zu spielen, durfte er erst später zeigen. Trotzdem verdient Kinskis Rolle als Krischna besondere Beachtung, da dieser Charakter der bis dahin in dieser Deutlichkeit brutalste seiner Art war. Außerdem hat Klaus Kinski hier wieder einmal Gelegenheit, einen effektvollen Rollentod zu sterben, indem er – von Polizeikugeln getroffen – kopfüber vom Querbalken eines Glasdachs herunter baumelt.
Im gleichen Jahr noch werden zwei Wallace-Filme folgen, in denen Klaus Kinski jedoch endlich einmal von seiner typischen Rollenvorgabe abweichen durfte.

Fazit :

Film : 6 v. 10 Punkten
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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#28 kinski

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Geschrieben 18. August 2005, 18:50

Non-Kinski :

THE GRUDGE


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USA 2004

Darsteller : Sarah Michelle Gellar, Bill Pullman, Jason Behr, William Mapother, Clea DuVall, KaDee Strickland, Grace Zabriskie, Rosa Blasi, Ted Raimi, Ryo Ishibashi

Regie : Takashi Shimizu

Karen (Sarah Michelle Gellar) arbeitet in der Millionenstadt Tokio und wird zur Pflege einer hilfebedürftigen Frau in ein mysteriöses Haus geschickt. Ihre Vorgängerin ist am Tage zuvor spurlos verschwunden. Im Haus angekommen wird Karen mit unerklärlichen Vorgängen konfrontiert. In einem mit Klebeband verschlossenen Schrank findet sie einen kleinen Jungen, merkwürdige Geräsuche sind im ganzen Haus zu hören, und die hier wohnende Familie scheint ebenfalls spurlos verschwunden zu sein. Kurz darauf stirbt die alte Frau … während sich aus der Zimmerdecke die Gestalt einer Frau herausschält …
Regisseur Takeshi Shimizu hat mit THE GRUDGE sein eigenes Original JU-ON neu verfilmt. Herausgekommen ist dabei ein typischer Film im Japan-Horror-Stil. Die Story ist ziemlich vorhersehbar. Die wohldosierten Schockeffekte sind okay, aber auch nicht unbedingt neu. Wer THE RING gesehen hat, der wird nicht nur einmal ein leichtes Deja vu haben. Die Mängel der Story werden zumindest phasenweise durch geschickte Kamerafahrten und gezielt eingestreute Rückblenden ausgeglichen. Das kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass man am Schluss fast völlig im Unklaren bleibt. Hier wird im ganz dreisten Stil auf einen möglichen zweiten Teil (den es ja geben wird) spekuliert.
Von den Darstellern bleiben eigentlich am meisten Bill Pullman und Ryo Ishibashi (als ermittelnder Polizeibeamter) im Gedächtnis haften. Sarah Michelle Gellar hat wieder einmal eine Buffy-mäßige Rolle, die sie in gewohnter Form ausfüllt. Aber das hat man eben auch schon zigmal gesehen. Ich hatte mir von THE GRUDGE wesentlich mehr versprochen als nur die üblichen kleinen Schocker und ein paar Geister. Für meinen Geschmack ist der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben.

5 v. 10 japanischen Dachbodenfunden
:haeh:
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#29 kinski

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Geschrieben 18. August 2005, 23:18

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DIE SCHWARZE KOBRA
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Österreich 1963

Darsteller : Adrian Hoven, Ann Smyrner, Paul Dahlke, Wolfgang Preiss, Hans Richter, Peter Vogel, Emmerich Schrenk, Klaus Löwitsch, Klaus Kinski (als Koks-Charly), Marianne Schönauer, Herbert Fux

Regie : Rudolf Zehetgruber

Kinski unterbricht die Wallace-Verfilmungen für eine österreichische Produktion mit dem Titel „Die schwarze Kobra“. Dabei handelt es sich aber leider nur um einen mehr als mittelmäßigen Kriminalfilm, der diese Bezeichnung eigentlich noch nicht einmal verdient hat. Von echter Spannung kann hier nämlich leider nicht wirklich die Rede sein.
Trotz einer ganzen Reihe namenhafter Schauspieler wie Adrian Hoven, Paul Dahlke oder Klaus Löwitsch kommt dieser Streifen nie über das niedrige Niveau eines Wallace-Plagiats hinaus. Klaus Kinski verkörpert in diesem Film einen schmierigen und drogenabhängigen Ganoven namens Koks-Charly (in der amerikanischen Video-Ausgabe trägt er den schönen Namen 'Charlie, the Snow´). Seine Hauptbeschäftigung besteht darin, ein kriminelles Subjekt gegen das andere auszuspielen. Für eine Prise Koks würde Charly auch seine eigene Mutter ohne mit der Wimper zu zucken verraten. Nebenbei betätigt sich Koks-Charly noch als Aushilfspianist, ist damit jedoch genauso erfolglos wie in seinem restlichen, unnützen Leben.
Klaus Kinski spielt seine Rolle mit der inzwischen gewohnten Gelassenheit, doch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen überzeugend. Die Szenen, in denen Kinski alias Charly bei seinen Kumpanen mit fiebrigen, weit aufgerissenen Augen – schon fast auf Entzug – um eine Prise bettelt, sind die einzig sehenswerten Bilder des Films. Kinski verkörpert die Figur des Koks-Charly wie so oft „ aus dem Bauch heraus“. Gerade deswegen hebt er sich von den übrigen Darstellern ab. Ein sogenannter Star wie Herr Hoven wirkt an seiner Seite hingegen völlig blass.
Im Laufe des Films verliert Kinskis tragische Figur immer mehr den Boden unter seinen Füßen. Er verstrickt sich immer tiefer in neuen Lügen und versucht, Freund und Feind gegeneinander auszuspielen. Doch am Ende kann dabei nur einer auf der Strecke bleiben, und dass ist Koks-Charly selbst. Schließlich wird Kinski/Charly von dem großen Unbekannten, dem Boss des Sydikats, in einem unterirdischen Gewölbe erstochen. Noch einmal erhebt sich der Film über sein eigentliches Mittelmaß, indem Kinski diese Sterbeszene so eindrucksvoll darstellt, dass man die Klinge fast selber im Bauch spürt.
Doch so unterirdisch wie das eben erwähnte Gewölbe ist, genauso unterirdisch ist leider auch insgesamt gesehen „ Die schwarze Kobra “. Im Großen und Ganzen kann man dieses Machwerk getrost schnell wieder vergessen. So bleibt die Story während der gesamten Spielzeit dermaßen verworren und undurchsichtig, dass es nicht wirklich lohnt, explizit auf sie einzugehen. Einzig und allein Kinski ist hier sehenswert. Zwar ist dieses Fazit fast schon überstrapaziert, entspricht hier aber wieder einmal der Wahrheit.

Fazit :

Film : 2 v. 10 Punkten :zzz:
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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#30 kinski

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Geschrieben 19. August 2005, 21:59

Non-Kinski :

DONNIE DARKO

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USA 2001

Darsteller : Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Maggie Gyllenhaal, Mary McDonnell, Holmes Osborne, Daveigh Chase, Drew Barrymore, Noah Wyle, Patrick Swayze, James Duval

Regie : Richard Kelly

Donnie Darko scheint auf den ersten Blick wie ein typischer normaler amerikanischer Teenager zu sein. Okay, er hat Wahnvorstellungen, nimmt Tabletten und muß regelmäßig seine Psychaterin besuchen, bei der er sich dann auch schon mal unter Hymnose ans Gemächt greift … aber ansonsten ist Donnie so normal wie jeder andere junge Mann in seinem Alter.
Zumindest so lange bis ihm eines Nachts Frank erscheint. Auch Frank ist normal … bis auch die Kleinigkeit, dass er ein riesiges Hasenkostüm mit einem Fressbrett wie ein Totenschädel trägt, ziemlich unlebendig ist und unserem Donnie voraussagt, dass die Welt in genau 28 Tagen , 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden untergehen wird. Aber ansonsten ist auch an Frank alles normal.
Auch der Alltag von Donnies Familie (Vater, Mutter, große Schwester, kleine Schwester) ist ganz normal. Na ja, wenn man mal davon absieht, dass eine Flugzeugturbine durch das Haus bricht und genau in Donnies Zimmer landet. Der war aber zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise mit seinem Hasenfreund Frank unterwegs. Aber ist das wirklich ein Glück ? Was wäre passiert wenn Donnie in seinem Bett gelegen hätte, als die Turbine durchs Dach fiel ? Wie hätte es das Leben aller in Donnies Umkreis beeinflusst ? Und wie geht es jetzt weiter ? Wird die Welt wirklich in der von Frank geweissagten Zeit untergehen ? Und was hat ein mysteriöses Zeitreisehandbuch von einer offensichtlich geistig verwirrten Greisin mit der ganzen Geschichte zu tun ? Ist Donnie vielleicht wirklich nicht mehr normal oder sind am Ende kosmische Mächte am Werk von denen bis dahin niemand etwas ahnt ?

Dieser Film ist …
bewegend, mitreißend, urkomisch, todtraurig, nachdenklich, irrwitzig, intelligent, kritisch, konfus, kurios, genial, spannend, gruselig, verwirrend … und absoluter Kult !!!

Regisseur Richard Kelly hat mit DONNIE DARKO einen Film geschaffen, der seinesgleichen vergeblich suchen wird. Eine Mischung aus nahezu allen Genres. Und das wirklich Unglaubliche an der Sache … es funktioniert ! Bei diesem Streifen stimmt einfach alles. Drehbuch, Kameraführung, Story … bis hin zum genialen und wunderschönen Soundtrack, der den Zuschauer mit Musik von „Echo and the Bunnymen“ oder „Tears For Fears“ in die 80er Jahre (in der DONNIE DARKO spielt) zurück versetzt. Dazu eine erlesene Reihe namenhafter Schauspieler bis hin zu den Nebenrollen wie z.B. Patrick Swayze (Dirty Dancing), Drew Barrymore (Drei Engel für Charlie, Scream), Noah Wyle (Emergency Room) oder Katherine Ross. Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal ist ohne Frage einer der besten Jungschauspieler die ich in den letzten Jahren sehen durfte. Seine Darstellung des Donnie Darko ist unglaublich facettenreich und einfach nur beeindruckend. Und so verwirrend wie der Film auch sein mag (und diese Tatsache kann wohl niemand abstreiten) … er macht süchtig !

10 v. 10 ganz großen Möhren für den Hasen

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#31 kinski

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Geschrieben 20. August 2005, 23:56

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DER SCHWARZE ABT

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Deutschland 1963

Darsteller : Blacky Fuchsberger, Dieter Borsche, Grit Böttcher, Charles Regnier, Eddi Arent, Werner Peters, Klaus Kinski (als Thomas Fortuna), Eva-Ingeborg Scholz, Harry Wüstenhagen, Friedrich Schoenfelder, Alice Treff

Regie : Franz Josef Gottlieb

„Der schwarze Abt“, ein maskierter Mörder, treibt in der Abtei von Fossaway sein Unwesen. Inspektor Puddler und sein Assistent Horatio werden mit den Ermittlungen betraut. Ihr Weg für sie zum Schloss des Lord Chelford, an dessen Anwesen die Abtei grenzt. Dieser Lord hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den verschollenen Schatz der Chelfords zu finden.Doch noch einige Andere sind auf den Goldschatz scharf und geben sich ein munteres Stelldichein in den Ruinen von Fossaway. Der verschuldete Rechtsanwalt Arthur Gine mischt ebenso wie sein heimtückischer Bürovorsteher Gilder, Chelfords Diener Thomas Fortuna und einigen anderen obskuren Gestalten bei der Suche mit.
Der an einer vererbten Nervenkrankheit leidende Lord wird von seinem Vetter Dick Alford beschützt, obwohl dieser heimlich in Leslie, die Schwester des Anwalts Gine, verliebt ist. Doch Leslie ist bereits gegen ihren Willen mit Lord Chelford verlobt worden. Scotland Yard hat einige Mühe, Licht in das Dunkel der Abtei zu bringen.Erschwert werden ihre Ermittlungen dadurch, dass es in Fossaway nicht nur einen schwarzen Abt gibt, sondern gleich zwei. Der eine Maskierte ist Alford, der mit dieser Maskerade versucht, allzu neugierige Subjekte und Schatzsucher fernzuhalten. Hinter der Maske des zweiten Abtes steckt der obskure Diener Thomas, auf dessen Konto ein paar Morde gehen.
In einem dramatischen Finale erschießt der wahnsinnig gewordene Lord nicht nur seine totgeglaubte Mutter, sondern auch den schwarzen Abt Thomas. Er entführt seine Verlobte, die sich schön längst von ihm abgewandt hat, und versucht sich mit ihr in den unterirdischen Katakomben der Ruinen zu verschanzen. Letztendlich ist das eingetreten, was Alford die ganze Zeit schon befürchtet hat … Chelford ist von der gleichen Nervenkrankheit befallen, die auch schon vorher seine Mutter, Lady Chelford, in die geistige Umnachtung trieb.
Puddler und Alford sind ihm jedoch dicht auf den Fersen und können ihn stellen. Bei der anschließenden Schießerei lösen sich einige Brocken aus der Decke des Gewölbes und begraben Lord Chelford unter sich. Mit der Decke löst sich allerdings auch der verschwundene Schatz der Chelfords. Am Ende hat der Lord also doch Erfolg bei seiner fanatischen Suche. Was ihm als Toter jedoch nicht mehr viel bedeuten kann …
„Der schwarze Abt“ ist meiner Meinung nach der mit Abstand gelungenste Filmder Edgar Wallace-Reihe. Hier passt einfach alles zusammen. Hervorragende Darsteller, eine spannende Story, das düstere Ambiente des Schlosses und besonders der dramatische Schlusspart sind die Grundlagen für diese exzellente Verfilmung.
Klaus Kinski hat in seiner Rolle als Butler Thomas Fortuna genügend Gelegenheit sich in Szene zu setzen und trägt maßgeblich zum Gelingen des Film bei. Als unheimlicher Schatten spukt er durch die Abtei und wird seinem Ruf als Bösewicht vom Dienst wieder einmal gerecht.
Ihm zur Seite stehen mit Charles Regnier, Blacky Fuchsberger, Eddi Arent, Grit Böttcher, Werner Peters, Harry Wüstenhagen und Dieter Borsche gleich eine ganze Reihe namenhafter Schauspieler. „Der schwarze Abt“ erzeugt im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger Gänsehaut und Spannung. Hier wird geschickt mit Licht und Schatten gespielt, sowohl Bauten als auch manche Darsteller wirken furchteinflößend. Der Zuschauer erlebt eine Achterbahnfahrt der Spannung und wird mit immer neuen geschickten Wendungen in der Handlung konfrontiert.
Im Verlauf der Dreharbeiten hatte Regisseur Gottlieb dem unverwüstlichen Eddi Arent versehentlich einen Faustschlag verpasst, der den Mimen für einige Zeit ins Reich der Träume schickte. Wenig später erlebte Gottlieb auf dem Gelände der Produktion einen Streit zwischen Klaus Kinski und O.W. Fischer. Jeder von beiden war der Meinung, dass er den größeren Anteil am Erfolg ihres gemeinsamen Filmes „Ludwig II.“ hatte. Kurz danach sprach Gottlieb den wütenden Kinski auf den Streit an. In Anbetracht des Unfalls mit Eddi Arent sagte Kinski : „Am liebsten würde ich dir eine runterhauen, aber ich tu es nicht. Ich habe gehört, du schlägst zurück.“ So schreibt es das Wallace-Buch „ Der Hexer, der Zinker und andere Mörder “. Hatte Kinski jetzt einfach nur eine besondere Art von hintergründigem Humor oder doch vielleicht einfach nur Angst ?
In jedem Fall hatte Kinski – obwohl eigentlich mit einer relativ kleinen Rolle bedacht – hinlänglich Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Lange Zeit kann man nur vermuten, dass sein Diener Thomas das Hauptübel ist. Kinski wirkt unheimlich und bedrohlich, schafft es durch seine Rolle und deren Darstellung, den Zuschauer zu überzeugen und die Spannung zu erhalten. Zudem hat Kinski hier eine spektakuläre Sterbeszene. Von den Kugeln aus Chelfords Revoler getroffen torkelt Kinski/Thomas fast in Zeitlupe durchs Bild, zögert sein Ableben endlos lange heraus, bis er dann endlich unter etlichen wilden Zuckungen von uns geht (diese Szene sollte 40 Jahre später in „Der Wixxer“ sehr genau kopiert werden).

Fazit :

Film : 9 v. 10 Punkten
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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#32 kinski

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Geschrieben 22. August 2005, 18:38

Non-Kinski :

SCHATTEN DER WAHRHEIT

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Originaltitel : What lies beneath


USA 2000

Darsteller : Michelle Pfeiffer, Harrison Ford, Diana Scarwid, James Remar, Miranda Otto, Joe Morton, Amber Valletta, Katharine Towne, Victoria Bidewell

Regie : Robert Zemeckis

Ich mache es mal kurz : Der Film ist einfach lächerlich ! Eine 999 mal verbratene Story wird auch nicht besser wenn man sie mit ein paar Stars zum tausendsten Mal verfilmt. Hui, der Geist einer toten Frau findet keine Ruhe … nein, wie gruselig! Türen öffnen sich wie von Geisterhand, ein Bild fällt immer wieder vom Schrank, und unerklärliche Geräusche verunsichern Claire Spencer (Michelle Pfeiffer) in ihrem schönen, neuen Haus, dass sie mit ihrem Mann Norman (Harrison Ford) bezogen hat. Schockierend !!! Der Nachbar (James Remar) ist auch ein ganz ganz böser Mann. *Ich habe Angst !!!* Hat der doch seine Frau umgebracht ! Ach ne, die war ja nur übers Wochenende weg. Doof gelaufen !
Auf jeden Fall fällt der Film hauptsächlich durch folgende Punkte auf :
- langweilige, weil schon zigmal gesehene, Story
- Schockeffekte wie im Kasperl-Theater
- unzählige Großaufnahmen von Michelle Pfeiffers Füßen
- Harrison Ford ist grottenschlecht, seine Darstellung spottet jeder Beschreibung
- keinerlei Spannung, da Story völlig durchschaubar und vorhersehbar
- endlose Längen ohne Sinn
Einzig und allein Teile des Finales entschädigen den Zuschauer ein wenig für fast zwei Stunden Langeweile. Da zeigt Frau Pfeiffer mal was sie kann. Allerdings wird auch hier der Fehler begangen, das Ganze unnötig in die Länge zu ziehen. Statt zum richtigen Zeitpunkt den Abspann zu bringen, drehte man so lange weiter bis auch der Schluß mit Pseudo-Grusel-Getöse so ins Lächerliche gezogen wurde dass einem fast übel wird.

Fazit : :lol:

braucht man gar nicht !!!
2 v. 10 alternden Filmstars

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#33 kinski

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Geschrieben 23. August 2005, 19:05

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DAS INDISCHE TUCH

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Deutschland 1963

Darsteller : Heinz Drache, Corny Collins, Klaus Kinski (als Peter Ross), Hans Nielsen, Gisela Uhlen, Siegfried Schürenberg, Richard Häussler, Elisabeth Flickenschildt, Hans Clarin, Alexander Engel, Eddi Arent, Ady Berber

Regie : Alfred Vohrer

Direkt im Anschluß an „Der schwarze Abt“ folgt mit „Das indische Tuch“ sofort der nächste Wallace-Krimi. Auch hier sind wieder einige von Deutschlands Filmgrößen im Einsatz, z.B. Heinz Drache, Corny Collins, Hans Clarin, Gisela Uhlen, Elisabeth Flickenschildt oder Eddi Arent. Klaus Kinski hat in der Rolle des Peter Ross endlich mal die Gelegenheit mehr als nur den ewigen Bösewicht darzustellen …
Der verstorbene Lord Lebanon lädt laut seinem Testament seine Erben zu sich nach Marks Priory ein. Der Testamentsvollstrecker Tanner (Heinz Drache) erklärt den Erbberechtigten, dass sie miteinander sechs Tage und sechs Nächte dort verbringen müssen. Erst dann wird das Erbe verteilt. Der alte Lebanon hatte diese Regelung nicht ohne Hintergedanken verlangt und so wird die geldgierige Meute schon nach kurzer Zeit erheblich dezimiert. Tote können nun mal nicht erben. Alle Opfer werden erdrosselt aufgefunden, um den Hals das „Indische Tuch“.
Die Suche nach dem Mörder wird dadurch erschwert, dass durch ein Unwetter sämtliche Verbindungen zur Außenwelt abgeschnitten sind. Man sitzt in der Falle und jeder verdächtigt den Anderen. Zunächst scheint der brutale Tilling als Täter in Frage zu kommen, dann wiederum konzentriert sich der Verdacht auf den angeblich Heroin süchtigen Peter Ross. Schließlich kommt sogar auch noch der Testamentsvollstrecker Tanner in Frage. Am Schluß stellt sich heraus, dass der etwas debile Sohn des verstorbenen Lords der Mörder ist. Er entgeht seiner Strafe nicht und stürzt bei seiner Flucht zu Tode. Mit der jungen Isla Harris ist nur noch eine Erbin übrig und kann sich über die Nachlassenschaft des alten Lebanons freuen : ein indisches Tuch ...
Als unehelicher Sohn des Lords kann Kinski mal wieder den Underdog darstellen. Dieser Peter Ross wird von allen anderen Erben aufgrund seiner niederen Herkunft gemieden. Eine ganze Weile sieht es so aus, als wäre Kinski auch hier der Mörder, der mit dem Erbe seine angebliche Drogensucht finanzieren will. Jedoch stellt sich bald heraus, dass in den Spritzen nur das täglich benötigte Insulin gegen seine Krankheit ist, und dass er unmöglich der Mörder sein kann – ein um seinem Hals fest zugezogenes Halstuch ist der beste, dummerweise aber auch tödliche Beweis für seine Unschuld.
Sehr überzeugend stellt Klaus Kinski diesen kranken und immer nervösen Peter Ross dar. Mit fahrigen und hektischen Bewegungen, einem gehetzten Blick und der offen zur Schau getragenden Ablehnung gegen seine schwerreiche Verwandtschaft hat Kinski erneut die Möglichkeit, einen zwiespältigen Charakter zu verkörpern.Wieder einmal spielt er den nervigen Heinz Drache an die Wand und auch die anderen, allenfalls nur mittelmäßigen Darsteller, haben keine Chance gegen seine Art der Selbstinszenierung. Allenfalls Gisela Uhlen und Hans Nielsen als von Hass und Neid zerfressenes Ehepaar sorgen für Abwechslung.
Klaus Kinski hat übrigens mit zwei Generationen der Familie Uhlen vor der Kamera gestanden. Ein Dutzend Jahre später wird er mit Giselas Tochter Susanne „Das Netz“ drehen.
Bei seiner Darstellung versuchte Kinski erneut wieder seine Grenzen zu erweitern und herauszufinden, wie weit man für eine Rolle gehen kann. So weigerte er sich für eine Szene ein präpariertes Glas zu verwenden und ließ lieber ein echtes Glas in seiner Hand zerspringen. Wundersamer Weise hatte er danach keinen einzigen Kratzer an der Hand!
Auch beim Setzen der Insulin-Spritzen begnügte er sich nicht einfach mit der Andeutung des Vorgangs. Nein, Kinski jagte sich die Spritze wirklich in die Vene! Was zwar zweifelsohne dann auch sehr echt rüberkam, aber absolut unverantwortlich und lebensgefährlich war. Eben doch ein Verrückter, der im Leben wie im Film stets ein bißchen einen Drahtseilakt vollführen musste, damit er nicht von der Monotonie des Daseins eingelullt wurde.

Fazit :

Film : 7,5 v. 10 Punkten
Kinski : 8 v. 10 Punkten

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#34 kinski

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Geschrieben 23. August 2005, 23:46

Non-Kinski :

SIN CITY


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USA 2005

Darsteller : Bruce Willis, Mickey Rourke, Jessica Alba, Alexis Bledel, Michael Madsen, Benicio Del Toro, Josh Hartnett, Rutger Hauer, Elijah Wood, Brittany Murphy, Clive Owen, Powers Boothe, Jaime King

Regie : Robert Rodriguez, Frank Miller, Quentin Tarantino

Hoch gejubelt bis zum geht nicht mehr dieser Streifen. Okay … um mitreden zu können … Eigentlich weiß ich von vorne herein, dass mir SIN CITY nicht gefallen wird. Ich mag Comic-Verfilmungen ganz selten. Batman ? Bitte nicht ! Spiderman ? Vielleicht den aus den 70ern, aber auf gar keinen Fall den Mist mit Tobey Maguire. Auch mit X-Men, F4, Hellboy und Konsorten kann man bei mir keinen Blumenpott gewinnen. Einfach nicht mein Ding, so gut sie auch vielleicht sein mögen.
Okay, SIN CITY liegt bei mir zuhause rum … gebe ich ihm also mal ne Chance. 120 Minuten später weiß ich wieder, dass solche Filme nicht mein Ding sind. Von den einzelnen Episoden hat mich nur die mit Mickey Rourke wirklich angesprochen. Der gute alte Mickey mal endlich wieder in ner geilen Rolle. Mit der Visage fühlt man sich doch gleich wieder an seinen Rolle in „Johnny Handsome“ erinnert. Nichts kann er besser darstellen als den geborenen Verlierer. Trotz dem ganzen Comic-Tralala eine wirklich geile Darstellung. Außerdem passiert mit Elijah Wood das, was man schon in „Herr der Ringe“ mit ihm hätte machen sollen.
Aber der Rest rauscht so an mir vorbei, egal ob Bruce Willis, Jessica Alba, Michael Madsen oder Alexis Bledel die Knarre schwingen. Auch der permanente Erzählstil wirkt nach zwei Stunden relativ ermüdend auf mich. Aber es wird so sein wie immer … die Fans werden diesen Film in kürzester Zeit in den Film-Olymp heben. Vielleicht sogar zurecht. Kann ich nicht beurteilen, denn Comic-Verfilmungen sind nicht einfach nicht mein Ding … :nocomment:

Fazit :

Film : 3 v. 10 Punkten
Mickey Rourke : 10 v. 10 Punkten

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#35 kinski

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Geschrieben 24. August 2005, 22:29

Non-Kinski :

MAY - SCHNEIDERIN DES TODES


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USA 2002

Darsteller : Angela Bettis, Jeremy Sisto, Anna Faris, James Duval, Nichole Hiltz, Kevin Gage, Merle Kennedy, Chandler Riley Hecht, Rachel David, Nora Zehetner, Will Estes

Regie : Lucky McKee

Die junge May hat es in ihrem Leben nie ganz leicht gehabt. Als kleines Mädchen hat sie ständig mit einer Augenklappe herumlaufen müssen, wurde von anderen Kindern gemieden und von ihrer Mutter von der Außenwelt weitestgehend isoliert. Seit dieser Zeit ist eine in einem Glaskasten aufbewahrte Puppe ihre einzige Freundin.
Nun ist May mittlerweile zu einer erwachsenen, hübschen jungen Frau geworden, hat ihre eigene Wohnung, arbeitet als Assistentin in einer Tierklinik und näht sich nebenbei leidenschaftlich gerne ihre eigenen Klamotten. Ihre Faszination gilt bestimmten Körperteilen von Menschen. An ihrer Arbeitskollegin Polly (Anna Faris aus „Scary Movie 1 – 4“) ist es der schlanke Hals, an deren Freudin die Beine. Als sie den jungen Adam kennenlernt beeindrucken sie als erstes seine Hände. Langsam und ungeschickt versucht das verunsicherte und menschenscheue Mädchen die Aufmerksamkeit Adams zu erregen. Das scheint zunächst auch zu gelingen, doch tollpatschig wie sie nun einmal ist vergrault sie ihren Angebeteten sehr schnell wieder. Auch bei den anderen Menschen ihrer näheren Umgebung wird sie zunehmend mit Ablehnung und Unverständnis konfrontiert. Niemand akzeptiert ihr Anderssein, niemand versucht hinter die Fassade zu schauen. Und so schmiedet May einen Plan. Sie möchte einen Freund oder eine Freundin ganz für sich alleine, mit der sie reden und lachen kann und die sie so akzeptiert wie sie ist. Nichts einfacher als das … ihre Bekannten haben doch allesamt zumindest ein ansprechendes Körperteil … und May kann doch perfekt mit der Nähmaschine umgehen …
MAY – SCHNEIDERIN DES TODES ist eine recht krude Mischung verschiedener Genre und kein reiner Horrorfilm. Sicher – es finden sich hier zahlreiche Horror- und zum Teil auch Splatterelemente. Aber der Film regt auch zum Nachdenken an und stimmt ein wenig traurig. Neben all der ungewollten (?) Situationskomik ist May auch eine gequälte Kreatur, die in ihrer Kindheit von der Umwelt abgeschottet gelebt hat, und nun von selbiger ausgeschlossen wird. May ist anders, sie ist unsicher und vielleicht auch ein bißchen irre. Sie ist aber auch in all ihrer Tollpatschigkeit irgendwie liebenswert. Sie hat den Mut sich neuen Herausforderungen zu stellen, erlebt aber immer wieder nur Rückschläge und wird von denen, den sie vertrauen wollte enttäuscht und zurück gestoßen.
Garniert mit einigen Horrorhäppchen wird dem Zuschauer hier im Prinzip das Spiegelbild der heutigen Gesellschaft vor Augen geführt, in der der Einzelne nichts mehr gilt wenn er sich nicht der Allgemeinheit anpasst. Einzigartigkeit (so verrückt sie auch auf Andere wirken mag) wird nicht akzeptiert und gnadenlos nieder gemacht. Je länger ich über diesen Film nachdenke, umso besser gefällt mir der Stil, der ein wenig an den Horrorklassiker „Carrie“ erinnert. Allen voran beeindruckt Angela Bettis als May, die in ihrem Gesicht alle Emotionen ihrer Rollenfigur wiederspiegelt : Verunsicherung, Liebe, Träumereien, Enttäuschung, Wut, Hass und Wahnsinn. Tolle Darstellung, toller Film.

Fazit :

8,5 v. 10 Nähnadeln (Tendenz weiter steigend)

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#36 kinski

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Geschrieben 25. August 2005, 21:57

Non-Kinski :

PHANTASM 1 - 4


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USA 1979 - 1998

Darsteller : Angus Scrimm, Reggie Bannister, A. Michael Baldwin, Bill Thornbury

Regie : Don Coscarelli


PHANTASM - BAS BÖSE I (1979)

nun denn, Teil 2 und 3 der bisher vierteiligen Phantasm-Saga sollen ja deutlich besser sein als der erste Teil. Das dürfte auch nicht besonders schwer fallen, da DAS BÖSE so ziemlich der größte Schrott ist, den ich je im Horrorbereich gesehen habe. Zusammenhanglos, albern, grottenschlechte Schauspieler, planlose Story. Allenfalls der ganz gute Soundtrack und einige an italienische Giallo-Filme erinnernde Szenen ziemlich zum Schluß retten den Zuschauer vor völliger Verblödung. Wenn meine Oma ihre Zähne abends rausgenommen hat, dann sah sie deutlich furchterregender aus als der Tall-Man !

1 v. 10 Mitleidspunkten :o


PHANTASM (Das Böse) II
(1988)

Nachdem der erste Teil ein Totalreinfall war nun der 9 Jahr später gedrehte zweite Teil. Fast die gleichen Darsteller in der altbekannten Story. Und sie haben nichts dazu gelernt, bewegen sich nach wie vor genauso hölzern wie zuvor. Okay, die Bauten und die Effekte sind gegenüber dem ersten Versuch verbessert, aber der Rest ... Einfach nur albern. Nun denn, ich hab ja noch zwei weitere Teile in der Phantasm-Box. Vielleicht werden die ja richtige Knaller sein !?

2 v. 10 Kindergarten-Schockeffekten :lol:

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PHANTASM (Das Böse) III
(1994)

Nach der ersten beiden Knallschoten folgt der dritte PHANTASM-Streich. Der erste Schock ist die Rückkehr der beiden Hauptdarsteller aus dem ersten Teil – Michael Baldwin und Bill Thornbury, die auch hier wieder (nach 15 Jahren Pause) die Brüder Mike und Jody darstellen. Ansonsten geht alles wie gewohnt zu … geschrumpfte Zwerge gegen schwerbewaffnete Ex-Eisverkäufer, dazwischen der Tall-Man mit seinen Kugeln des Bösen ! schnarch … Man muß dem dritten Teil allerdings zu Gute halten, dass er sich zumindest bemüht und von der Ausstattung und der Kameraführung bis dato der beste Teil der Saga ist. Trotzdem wirkt der ganze Zirkus nach wie vor eher belustigend als bedrohlich. Und natürlich sterben auch hier wieder nur Randfiguren, so dass man sich auf einen vierten Teil „freuen“ kann …

4 v. 10 Schrumpfzwergen from Outer Space :gaehn:


PHANTASM (Das Böse) IV – Oblivion (1998)

Der Abschluß der vierteiligen PHANTASM-Serie. Hier wird das Rätsel um den geheimnisvollen Tall-Man endlich gelüftet. Hier laufen alle Fäden der drei vorherigen Teile zusammen. Mittels Rückblenden und zuvor nicht gezeigten Szenen werden dem Zuschauer die nicht geklärten Zusammenhänge aufgezeigt. Letztendlich kommt es in der Wüste zum finalen Kampf bei dem sich das Schicksal des Tall-Man, aber auch das von Mike, Reggie und Jody erfüllen wird. Oder auch nicht … !?
War der dritte Teil zumindest ansatzweise als gelungen zu bezeichnen, so fällt man mit dem abschließenden (?) vierten Teil – Oblivion – wieder in alte Untugenden zurück. Ein hektischer, planloser Film, der auf Biegen und Brechen die Auflösung für den 19 Jahre währenden Krieg zwischen dem 'großen Mann´ und seinen Widersachern liefern möchte. Das geht wie gewohnt gewaltig in die Hose. Was bleibt ist ein zusammenhangloser und unnützer Film, bei dem auch die Darsteller auf dem Höhepunkt ihres Nichtkönnens angekommen zu sein scheinen. Hoffen wir, dass uns ein fünfter Teil erspart bleibt.

2 v. 10 finalen Gähnern
:zzz:
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#37 kinski

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Geschrieben 26. August 2005, 17:24

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SCOTLAND YARD JAGT DR. MABUSE

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Deutschland 1963

Darsteller : Peter van Eyck, Sabine Bethmann, Dieter Borsche, Werner Peters, Agnes Windeck, Klaus Kinski (als Joe Rank), Hans Nielsen, Wolfgang Lukschy, Walter Rilla

Regie : Paul May

„Scotland Yard jagt Dr. Mabuse“ ist nichts anderes als eine erneute Kopie der Edgar Wallace-Filme. Die Figur des skrupellosen Verbrechers Dr. Mabuse gab Stoff für mehrere Filme dieser Machart ab. In dieser Version spielten so bekannte Filmgrößen wie Peter van Eyck, Walter Rilla und die Wallace-erprobten Dieter Borsche, Werner Peters, Hans Nielsen oder die unverwüstliche Agnes Windeck (die den Zinker im gleichnamigen Wallace überführte) mit. Klaus Kinski steht hier (in seiner Rolle als Joe Rank) ausnahmsweise mal auf der Seite der Gesetzeshüter.
Ansonsten unterscheidet sich der Filmjedoch kaum von den anderen Kriminalfilmen dieser Zeit. Was auch kein Wunder ist, stammt die Romanvorlage doch von Bryan Edgar Wallace. Peter van Eyck liefert eine gelungene Vorstellung ab und wirkt im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen in vergleichbaren Filmen so, als ob er seinen Job versteht. Mit seiner tiefen, sonoren Stimme und einer kleinen Prise Humor hat van Eyck die Sympathien des Zuschauer sofort auf seiner Seite.
Klaus Kinski begnügt sich damit, die ungewohnte Rolle mit der ihm eigenen Routine auszufüllen. Ansonsten wird er wahrscheinlich froh gewesen sein, dass die Dreharbeiten schnell vorüber waren, da die Story doch so unwahrscheinlich an den Haaren herbei gezogen ist, dass sie fast schon wieder komisch wirkt …
Der dämonische Dr. Mabuse ist in den Körper seines Irrenarzt geschlüpft und versucht nun in dessen Hülle seine Untaten fortzusetzen. Mit Hilfe einer Gedankenmaschine (!) setzt er den Willen seiner Opfer außer Kraft und missbraucht sie für seine Zwecke.
Den Gegnern Mabuses – die drei Polizisten Bill Tern (Peter van Eyck), Joe Rank (Kinski) und Inspektor Vulpius (Werner Peters) – kommt allerdings der Zufall zur Hilfe. Die Gedankenmaschine versagt bei Terns schwerhöriger Frau Mama (Agnes Windeck), deren Hörgerät die Strahlen der Machine absorbiert und sie immun macht. So kann Mabuses groß angelegter Plan, sich die Menschheit zu unterjochen, im letzten Augenblick noch vereitelt werden.
Wie gesagt, die Story von „ Scotland Yard jagt Dr. Mabuse “ gibt nicht wirklich viel her. So bleiben dem Zuschauer nur wenige Dinge in guter Erinnerung. Immer wieder amüsant und erwähnenswert ist die Darstellung von Agnes Windeck, hier in der Rolle der Gwendolin Tern. Ihre charmante und unwiderstehlich naive Art dem Verbrecher ein Bein zu stellen ist einfach hinreissend.
Doch ansonsten bleibt der Streifen über weite Strecken recht belanglos. Interessant ist aus Sicht des Kinski-Fans schlussendlich nur, dass der Standard-Fiesling hier in der ungewohnten Rolle als Kriminaler agieren darf. Die Posen und Blicke jedoch bleiben die gleichen, Kinski erscheint auch hier unnahbar und unergründlich. Was zweifelsohne die Rolle des Joe Rank vor absoluter Langeweile bewahrt hat.
Dennoch kommt Kinski hier über die Rolledes Stichwortgebers nicht großartig hinaus. Er lümmelt meistens im Bild herum, raucht und trinkt und führt seinen schicken Anzug vor. Kleine Belanglosigkeit am Rande, die mir hier wieder aufgefallen ist: Klaus Kinski ist der einzige Schauspieler, der beim Trinken stets direkt in das Glas schaut. Mag vielleicht eine ganz und gar banale Information sein, fällt aber dennoch auf, weil Kinski sich auch in diesem alltäglichen Akt von anderen unterscheidet. Man liebt ja schließlich als Fan auch die kleinen Dinge …

Fazit :

Film : 4 v. 10 Punkten
Kinski : 6 v. 10 Punkten

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#38 kinski

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Geschrieben 27. August 2005, 12:30

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KALI YUG - DIE GÖTTIN DER RACHE

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Kali Yug, La Dea Della Vendetta
Kali Yug, Déesse De La Vengeance

Italien / Frankreich / Deutschland 1963

Darsteller : Lex Barker, Senta Berger, Paul Guers, Joachim Hansen, Sergio Fantoni, Klaus Kinski (als Saddhu), Roldano Lupi, Claudine Auger, Ian Hunter

Regie : Mario Camerini

„Kali Yug, Göttin der Rache“ ist eine italienisch-französisch-deutsche Co-Produktion, die in Indien spielt. Trotz großem Aufwand und Staraufgebot gelingt es dem Streifen zu keiner Zeit, den Zuschauer zu fesseln.
Im Mittelpunkt steht ein englischer Arzt, Dr. Simon Palmer, der in den Wirren eines sinnlosen Krieges zwischen Indern und der englischen Kolonialmacht versucht Leben zu retten. Irrtümlicherweise wird ihm ein Mord an einem britischen Offizier angelastet. Auf seiner Flucht mit seinem indischen Freund gerät er in einen Strudel aus Krieg und alten indischen Riten. Eine indische Untergrundorganisation, welche die Göttin Kali anbetet, versucht das indische Volk gegen die britischen Besetzer aufzubringen. Palmer ist vor beiden Seiten auf der Flucht, gerät in Gefangenschaft, wird gefoltert und entkommt mehrmals nur knapp dem Tode. Fast zu spät erkennt der britische Gouverneur die Unschuld Palmers …
Eine internationale Besetzung ist leider auch in diesem Fall keine Garantie für einen guten Film. Regisseur Camerini gelingt hier allenfalls ein mittelmäßiger Abenteuerstreifen, in dem Paul Guers, Lex Barker und Senta Berger die Hauptrollen spielen. Sie können dem Film jedoch keine besonderen Impulse geben und so bleibt es den vermeintlichen Nebendarstellern überlassen, für Höhepunkte zu sorgen. So liefert die schöne Französin Claudine Auger als eine als Tänzerin getarnte Spionin und Kali-Anhängerin eine überzeugende Leistung ab.
Klaus Kinski stellt den indischen Hohepriester Saddhu dar. Seine Verkleidung ist geradezu grotesk. Er ist stets mit einem hellen Gewand und weißem Turban bekleidet. Ein angeklebter Vollbart und schokoladenbraune Schminke im Gesicht und an den Händen soll die Verwandlung eines blonden, deutschen Schauspielers in einen indischen Fanatiker perfekt machen. Dann noch ein paar Nahaufnahmen, in denen seine strahlenden Augen voll zur Geltung kommen. Da fragt man sich, ob die Produzenten jemals einen echten Inder zu Gesicht bekommen haben !?
Kinski selbst schien es vollkommen egal zu sein, er ging voll in seiner Rolle auf. Kein Wunder – nachdem er über Jahre hinweg immer dieselben Typen darstellen musste war diese Rolle endlich mal so etwas wie eine Herausforderung. So ist die Figur des Saddhu auch eine der wenigen Höhepunkt dieses Films. Kinski stellt diesen Fanatiker auf sehr differenzierte Weise dar. Mal beherrscht und überlegen, dann wieder ohne jegliche Kontrolle, die Augen wie im Fieberwahn aufgerissen. Kinski hat zwar nur zwei längere Szenen, überzeugte aber so, dass seine Rolle im zweiten Teil des Abenteuers etwas ausgebaut wurde.
Der Weltenbummler Kinski gibt in seiner Biographie „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ außerdem noch einen kleinen Einblick in das Land Indien und seine Kultur. Das heißt natürlich in das, was er unter „Kultur“versteht. So erfährt der interessierte Leser von Kinskis „Reitstunden“ auf einer Riesin irgendwo im Himalaya-Gebiet. Die angeblich zwei Meter große und fast ebenso breite Überfrau scheint für Kinski der Höhepunkt der ansonsten anstrengenden Dreharbeiten gewesen zu sein. Manchmal hat man dabei doch eher das Gefühl, anstatt eines Schauspielers einen Olympioniken vor sich zu haben. Kinski schien auf der Jagd nach Medaillen in den Disziplinen Bodenturnen, Reiten und Bocksprung gewesen zu sein. Vielleicht aber auch nur zu verständlich, wenn man bedenkt, dass er ansonsten während der Dreharbeiten permanent gegen Hitze und Insekten kämpfen musste. Von dem schwulen Maskenbildner, der ihn bereits auf dem Flug zu dem Dreh betatschte, mal ganz zu schweigen. :D

Fazit :

Film : 2 v. 10 Punkten
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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#39 kinski

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Geschrieben 29. August 2005, 21:22

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KALI YUG 2 – AUFRUHR IN INDIEN

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Il Misterio Del Tempio Indiano
Le Mystère Du Temple Hindou

Italien / Frankreich / Deutschland 1963

Darsteller : Lex Barker, Senta Berger, Paul Guers, Joachim Hansen, Sergio Fantoni, Klaus Kinski (als Saddhu), Roldano Lupi, I.S.Johar, Claudine Auger, Ian Hunter

Regie : Mario Camerini

In „Kali-Yug 2 – Aufruhr in Indien“ wird die bekannte Story fortgesetzt. Bevor Dr. Simon Palmer von den Briten befreit werden kann, wird er von der schönen Spionin Amrita, die ständig die Seiten wechselt, aus dem Kerker geholt und kann mit ihr und einem entführten Kalifensohn flüchten. Nicht ahnend, dass die Briten mittlerweile von seiner Unschuld wissen, gerät er genau in die Arme der Fanatiker. Bei einem Ritual soll er vom Priester Saddhu der Göttin Kali als Menschenopfer dargebracht werden. Doch natürlich kommen die britischen Truppen und die Anhänger des Kalifen noch rechtzeitig zur Hilfe, befreien Palmer und töten die fanatischen Anhänger. Palmers schöne Spionin stirbt jedoch, als sie sich in eine Kugel wirft, die eigentlich für den Arzt bestimmt war …
Auch der zweite Teil der Kali-Yug-Story weiß nicht besonders zu überzeugen, besonders weil man in der ersten Viertelstunde ausschließlich den ersten Teil erklärt bekommt. Einzig und allein die Szenen in einer großen Höhle, in der das Ritual vollzogen werden soll, holen den Zuschauer ein wenig aus der Langeweile und sorgen zumindest für ein gelungenes Finale.
Klaus Kinski hat wie bereits gesagt einen etwas größeren Part als im ersten Teil und nutzt diesen Spielraum auch entsprechend gut. Er ist auf jeden Fall der einzige der Fanatiker, der furchteinflößend in seiner Rolle wirkt. Noch mehr als vorher stehen seine besessen aufleuchtenden Augen im Vordergrund und selbst unter der Schokoglasur in seinem Gesicht kann man den Fanatismus und die Mordgier erkennen. Während Lex Barker und Senta Berger erneut sehr blass bleiben, überzeugt Kinski trotz der albernen Maskerade auf der ganzen Linie. Er gibt allerdings zu, dass einen echter Inder bei seinem Anblick wohl nur mitleidig den Kopf geschüttelt hätte.

Fazit :

Film : 2 v. 10 Punkten
Kinski : 7 v. 10 Punkten

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KLAUS KINSKI :
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#40 kinski

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Geschrieben 29. August 2005, 21:29

Non-Kinski :

GOTHIKA


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USA 2003

Darsteller : Halle Berry, Robert Downey jr., Penelope Cruz, Charles S. Dutton, John Carroll Lynch, Bernard Hill, Dorian Harewood, Bronwen Mantel, Kathleen Mackay

Regie : Mathieu Kassovitz

Dr. Miranda Grey arbeitet als Psychologin in einer Hochsicherheitsklinik für geistesgestörte Straftäterinnen. Als sie eines Abends nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause eine Umleitung fahren muß steht plötzlich ein junges Mädchen im strömenden Regen mitten auf der Fahrbahn. Miranda muß ausweichen und landet mit ihrem Auto im Straßengraben. Als sie aussteigt um nach dem Mädchen zu sehen geht diese vor ihren Augen in Flammen auf …
Drei Tage später erwacht Miranda in einer gesicherten Zelle als Insassin ihrer eigenen Klinik. Ihr Freund und Kollege Dr. Pete Graham eröffnet ihr, dass sie in einem Anfall von Wahnsinn ihren Ehemann auf nahezu bestialische Art und Weise ermordet habe. Doch Miranda kann sich zunächst an nichts erinnern. Nachts hat sie dunkle Visionen und wird von dem Geist des toten Mädchens heimgesucht. Doch niemand schenkt ihren Ängsten und Visionen Glauben. Sie wird als Irre abgestempelt. Doch das Grauen hat für Miranda noch kein Ende. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit um ihre Unschuld zu beweisen und die sie bedrohenden Geister loszuwerden – sie muß aus der Klinik fliehen und sich den unbekannten Kräften stellen …
Das US-Debüt von Regisseur Mathieu Kassovitz („Die purpurnen Flüsse“) ist überraschenderweise besser als zunächst angenommen. Während der Film in der ersten halben Stunde wie ein x-beliebiger (wenn auch gut inszenierter) Mystery-Streifen daher kommt, nimmt er in der Folge Fahrt auf und überzeugt in rasanter Thriller-Manier. Einziges Manko hierbei ist Halle Berry, die schlicht und ergreifend keine gute Schauspielerin ist. Keine Ahnung, warum diese Frau stets so hochgelobt wird. Ihre unsägliche Heularie bei den Oscar-Verleihungen vor einigen Jahren ist noch in schlechter Erinnerung. In GOTHIKA weiß sie allerdings zumindest phasenweise zu überzeugen, auch wenn sie immer wieder mal ganz gehörig übertreibt in ihrer Rolle. Dieses Manko wird jedoch durch die gute Darstellung von Robert Downey jr wett gemacht, der nach seiner Durststrecke in den 90ern anscheinend wieder zu alter Stärke zurück findet.
Kassovitz gelingt es, den Sprung vom Mystery-Filmchen zum spannenden Thriller relativ glaubwürdig zu inszenieren. Eine durchweg düstere Stimmung, eine ziemlich überraschende Auflösung, rasante Kamerafahrten und eine interessante Besetzung heben GOTHIKA über das Mittelmaß hinaus, dass im Bereich der Mystery-Thriller langsam zur Gewohnheit geworden ist. Kein Film für die Ewigkeit, jedoch überzeugend gute Unterhaltung.

Fazit :

7,5 v. 10 Punkten

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KLAUS KINSKI :
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