
Hat Hollywood erstmal das große Geld gewittert beginnt das schlachten. Genauer gesagt: ausschlachten !
Sequels, Prequels und Spin Offs nennt sich das dann. Neuestes Opfer: Marvels X-Men Reihe. Nach gerade mal 3 Filmen, welche alle recht erfolgreich waren, folgt mit X-Men Origins: Wolverine, das erste Spin Off (X-Men Origins: Magnete soll angeblich noch kommen).
Gut, wirtschaftlich kann ich das halbwegs nachvollziehen. Der von Everybodys Darling Hugh Jackmann verkörperte Wolverine ist ohnehin der beliebteste X-Men (auch im Comic Bereich wurde diese Figur mit den meisten Spin Offs bedacht) und sofern man mit einem Spin Off an den Anfang geht (wie hier geschehen) spaart man sich viele Gagen für weitere Top Stars. Also weg mit Halle Berry (Storm), Ian Makellen (Magneto) und Patrick Stewart (Professor Xavier), bleibt mehr Geld für einen gescheiten Drehbuchautor, Regisseur und Effekte.
ACHTUNG, SPOILER !
Denkste ! Azazel mag hier wirtschaftlich denken, die eigentlichen Macher wollten wohl auch Nummer sicher gehen. Während Wolverines Erzfeind (und wie wir hier erfahren Halbbruder) Saberthoot Viktor Creed in X-Men 1 von einem No Name verkörpert wurde, steckt man hier Liev Schreiber in die Rolle. Ok, die Figur bekommt einiges an Screentime und da macht ein erfahrener Darsteller durchaus Sinn. Die Entscheidung, mit Ryan Reynolds (Deadpool) und Dominic Monagan (öhm…Name vergessen) zwei weitere „bekanntere“ Darsteller für Popelrollen zu verpflichten scheint aber einzig darin begründet zu sein, mit den Namen weitere Kinogänger anlocken zu wollen. Sei es drum, beide werden völlig verschwendet. Im Falle von Monagan nicht weiter schlimm, dürften Fans in Anbetracht von Deadpools Rolle auf die Barrikaden gehen. Anfangs noch ganz witzig angelegt, verschwindet er schnell von der Bildfläche um kurz vor Ende nochmals aufzutauchen. Die Figur Deadpool wird hier ebenso verschwendet wie Reynolds vorhandenes Talent.
Jackmann, welcher den Film überwiegend auf seinen Schultern trägt, macht seine Sache gut. Nicht mehr, nicht weniger und wiederholt einfach die Rolle, welche er bereits in den drei X-Men Filmen verkörperte.
Die Story geht dabei, wie gesagt an die Anfänge und spielt vor Wolverines erstes Treffen auf die X-Men im 1. Film. Wir sehen ihn als Kind, bekommen einen (zu kurzen) Einblick in sein (langes) Leben (umspannt die Zeit von 1845 bis ca. 1980) und verfolgen schließlich seinen Werdegang als Waffe X (ebenfalls viel zu kurz). Dazwischen gibt es einige nette Fights mit seinem Bruder Viktor sowie viel, meist dämliches, überflüssiges und vor allem langweiliges Blabla. Weil ein Mutantenfilm mit nur einem Mutanten recht langweilig ist, packte man mit Gambit, besagtem Deadpool, Viktor Creed und einem Gastspiel des jungen Cyclops sowie ein paar anderen Teenmutanten weitere Figuren hinzu.
Abgesehen von Creed und Wolverine geben sie aber allesamt nur recht kurze und meist unbedeutende Auftritte ab. Fans freuen sich zwar, den Film machen diese aber nicht besser.
Zu krude wurde die, an sich interessante, Hintergrundgeschichte zur Figur Wolverine umgesetzt. Zu ausgelatscht sind die beschrittenen Actionpfade. Dazu passen dann abgedroschene Sprüche, wie man sie schon zigmal in anderen Filmen gesehen hat, zu vorhersehbar sind verschiedene Entwicklungen, zu aufgesetzt wirken andere. Die Action kann über eindeutige Drehbuchschwächen und das Unvermögen des Regisseurs nicht hinwegtäuschen. Denn in diesem Millionendollarteuren Filmchen sind einige CGIs enthalten, die man so sonst nur in B- und C-Filmchen in den Videotheken finden. Professor Xaviers Cameo Auftritt wirkt, als hätte man ihn billigst in den Film kopiert, in manchen Kämpfen meint man die Fäden an welchen die Darsteller hängen (müssten) förmlich zu sehen. Gambits erster Auftritt in der dunklen Seitenstraße schreit hingegen förmlich nach billiger Studiokulisse (keine Ahnung ob`s so ist).
Trotz allem ist Wolverine kein Totalausfall und kann hin und wieder tatsächlich unterhalten. Nicht erwartet hätte ich, dass sich der Film recht gut in die bestehende X-Men Filmreihe integriert. Warum sich Cyclops nicht an das vor Teil 1 stattfindende Aufeinandertreffen erinnert wird jedem Zuschauer ersichtlich, einzig das unemotionale „zweite“ Treffen von Sabertooth und Wolverine in X-Men 1 stört im Nachhinein. Nett, wie gesagt, auch der Cameoauftritt von Xavier sowie das Paralellen zu X-Men 2 (die Arkley Einrichtung).
Hätte man das Geld für Reynolds und Monagans Gagen gespart und stattdessen lieber in einen fähigeren Drehbuchautor und/oder Regisseur gesteckt, Wolverine hätte ein richtiger Actionkracher werden können. So bleibt es ein netter Streifen, der sogar hinter dem ohnehin schon durchwachsenen 3. X-Men Streifen zurück bleibt. Eine nette Ergänzung zu X-Men, aber das nächste Mal doch bitte lieber Teil 4 !
5 von 10
Kommentar ?
Bearbeitet von Azazel2k, 05. Mai 2009, 16:27.