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Gimme Gimme Shock Treatment!
#1
Geschrieben 12. September 2005, 21:15
Bei dieser 2002 entstandenen und damit auch nicht mehr ganz so taufrischen Produktion handelt es sich um einen doch recht derben Cop- Reisser, der von Ron Shelton auf Grundlage eines Stoffes von James Ellroy (Adaption: David Ayer, u.a. 'Training Day') inszeniert wurde. Ich hatte den Film bereits vor einem Jahr gesehen, auf Grund übermäßigen Weed- Konsums allerdings größtenteils vergessen, so das es Zeit für eine erneute Sichtung allerhöchste Zeit wurde, wusste ich doch immerhin noch, dass ich zumindest im Zustand totalen Breitseins den Film als außerordentlich superb wahrgenommen hatte.
Die Handlung von DARK BLUE ist im Jahre 1992 in LA angesiedelt und spielt vor dem Hintergrund des Rodney King- Prozesses gegen die Polizisten, die den auf Grund einer Geschwindigkeitsübertretung angehaltenen Afroamerikaner seinerzeit brutalst zusammenschlugen. Die Luft in der Stadt knistert, da man im Falle eines Freispruchs der Polizisten mit Krawallen rechnet, die die Dimension der Watts- Riots annehmen könnten (die Jury bestand ausschließlich aus weißen Geschworenen).
Kurt Russel spielt Eldon Perry, einen in die Jahre gekommenen Cop, der in einem totalen Loyalitätsverhältnis zu seinem Chef Bobby Keough (Breendan Gleeson) steht und bei seinen Ermittlungsmethoden nicht gerade zimperlich vorgeht: So gehören nicht nur Einschüchterung, unlautere Verhörmethoden und Erpressung zum Repertoire des sich selbst als "guter Soldat" charakterisierenden Bullen, nein, sogar vor vorsetzlichem Mord schreckt uns Kurt nicht zurück, wenn sein Chef die entsprechende Order gibt. Perry handelt dabei in der festen Überzeugung, dass harte Umstände eben harte Methoden erfordern, und das die Stadt nur so vor der Usurpation durch das Verbrechen geschützt werden kann - ein Leben im Dauerkriegszustand, das er gar nicht anders kennt, weil bereits sein Daddy an der Seite von Keough gegen die anomischen Zustände in der "Stadt der Engel" fochte und dabei ebenfalls nicht gerade auf die Strategie der Deeskalation setze.
Erst als ihm ein junger Partner (Breendan Gleeson) zugeteilt wird und er von seinem Chef den Auftrag erhält, für einen äußerst brutalen Überfall auf einen koreanischen Laden, bei dem eine nicht unbeträchtliche Anzahl nichtsahnender Kunden das Zeitliche segen musste, zwei Sündenböcke aufzuspüren, auf die das Täterprofil passt (ein schwarzer und ein weißer Deliquent, von Keough liebevoll das "salt & pepper"- Team genannt), scheint sich eine Wende für Perry abzuzeichnen: Der ihm zugewiesene Rookie führt nämlich noch eine ganze Menge hehre Ideale im Herzen spazieren, und auch der Umstand, dass die Dienstaufsicht in Gestalt von Chief Holland (Ving Rhames) dem reichlich zügelosen Treiben von Heough und Perry eine möglichst baldiges Ende bereiten möchte, macht Perry das Leben nicht gerade einfacher. Während die Polizisten im King- Prozess freigesprochen werden, kommt es gegen Ende des Films für die Beteiligten zum unausweichlichen Showdown, für den die 1992er Riots die Kulisse bilden...
Was hier etwas salopp als Inhaltsangabe skizziert wurde, stellt in Wahrheit eine recht komplexe, hochspannende und solide inszenierte Geschichte dar, die den Charakteren genügend Zeit zur Entwicklung gibt und die den Betrachter mühelos bei der Stange zu halten weiß. Wer die Arbeit von Ellroy kennt, weiß ja, dass seine Bücher nicht gerade für eine Adaption auf das Medium Film prädestiniert sind. Der Reiz in Ellroys Werk liegt ja nicht zuletzt in der Konstruktion eines hochkomplexen Beziehungsgeflechts, welches in seiner Reichweite für den Leser erst gegen Ende des Romans gänzlich erkennbar zu werden scheint: Bis dahin scheinen die einzelnen Handlungsstränge zunächst lose zu verlaufen, das Beziehungsgeäst zwischen der hohen Anzahl der eingeführten Protagonisten erschließt sich somit Leser recht spät. Wohingegen LA CONFIDENTIAL (1997, R.: Curtis Hanson) mit seiner Vielzahl an Figuren noch versuchte, diesem Aspekt des Werks von Ellroy wenigstens halbwegs gerecht zu werden, wirkt DARK BLUE diesbezüglich fast unterkomplex: Die Geschichte fokussiert sich auf einige wenige Figuren und die Beziehungskonstellationen werden dem Betrachter recht klar, was sich m.E. gegenüber dem Annäherungsversuch Curtis Hanson an Ellroy als klarer Vorteil in punkto Stringenz entpuppt (wobei ich LA CONFIDENTIAL nicht als den schlechteren Film bezeichnen möchte, ich müsste ihn dafür erst noch einmal einer erneuten Sichtung unterziehen). Während Hanson ein ganzes Ensemble dirigieren musste, hat der Betrachter hier die Chance, sich auf die Entwicklung einiger weniger Charaktere zu konzentrieren, vor allem auf die Entwicklung Perrys, der von Russel äußerst überzeugend dargestellt wird.
Es macht Russel echt Spass, zuzuschauen, weiss gar nicht, wann ich ihn das letzte Mal in derartiger Höchstform gesehen habe. Um ehrlich zu sein, weiss ich noch nichtmal, ob ich Russel überhaupt schonmal in derartiger Form gesehen habe. Auch die restlichen Akteure wissen zu überzeugen, insbesondere Ving Rhames, einzig Breendan Gleeson als grüner Bulle bleibt imo ein wenig blass.
DARK BLUE sprengt sicher keine Genre- Konventionen, dafür wirkt er bereits formal zu konventionell (die Riot- Sequenzen z.B. hätten etwas dynamischer oder 'aufwändiger' inszeniert sein können). Dennoch handelt es sich hier m.E. um eine im Videothekendickicht wenig beachtete kleine Handgranate, die einem durchaus einen höchst vergnüglichen Sonntagnachmittag bereiten kann. Wem Russel, der hier echt eine verhältnismäßige Knallerperformance hinlegt, eh ans Herz gewachsen (so wie mir), dem sei der Film sowieso ans Herz gelegt. Schön, nach BREAKDOWN wieder mal was mehr als Brauchbares mit dem Mann zu sehen. Highly Recommended.
#2
Geschrieben 14. September 2005, 08:15
[DVD, 13/09/2005]
Nach schier endlos scheinenden Monaten des Wartens war es mir gestern abend endlich auch einmal vergönnt, dieses allerorten ja hochgelobte Biopic einer Begutachtung zu unterziehen. Eine Sichtung des Streifens wäre allerdings auch ohne die Beifallsbekundungen von mir geschätzer sachkundiger Freunde und Kritiker unumgänglich gewesen, gehört Sellers doch zu meinen absoluten Lieblingen, was die hohe Kunst der Zwerchfellerschütterung anbelangt- dies nicht zuletzt wegen Blake Edwards THE PARTY (1968), der zumindest in meiner Unterhose trotz x- malige Ansehens auch heute noch Harnstoffrückstände hinterlässt und mich zu lauthals- viehischem Wiehern aninimiert.
Um es kurz zu machen: Hopkins Film gehört definitiv zum Kreativsten, was mir in letzter Zeit so vor die Linse gekommen ist.
Anstatt sich einfach auf eine Aneinanderreihung der wichtigsten Stationen in Sellers' Leben zu verlassen, versucht man, sich dem Charakter bzw. der "Persönlichkeit" dieses Mannes in teils grotesk, aber nie lächerlich oder allzu absurd wirkenden Episoden anzunähern, wobei die "Schattenseiten" der Persönlichkeit Sellers (die, so eine These des Films, sich erst in einem lebenslangen und harten Prozess herausbilden konnte; Sellers sei lange "ein leeres Gefäß" gewesen, heißt es an einer Stelle im Film, was ihm das Hineinschlüpfen in die Vielzahl der von ihm verkörperten sonderbaren Figuren [auf die Spitze getrieben mit den drei Rollen in DR. STRANGELOVE] erst ermöglich hätte, zugleich aber auch der Grund für die tragische Komponente seines Lebens gewesen sei) in teils erschreckend schonungsloser, die Person Sellers aber nie diffamierender Weise in der hinreissenden Perfomance von Geoffrey Rush zum Ausdruck gelangen. THE LIFE AND DEATH versucht also eine Gratwanderung, und m.E. gelingt es dem Film die ganze Spielzeit hindurch, die Balance zwischen Tragik und Komik, zwischen den 'liebenswerten' und weniger beneidenswerten Facetten von Sellers Person zu halten.
Rush liefert hier, wie angesprochen, superbes Schauspiel ab, selbiges gilt für Charlize Theron und Emily Watson als den wichtigsten Frauen in Sellers Leben. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit John Lithgow (als Blake Edwards!).
Auch visuell überzeugt der Film, unglaublich eigentlich, dass es sich hierbei um eine TV- Produktion handelt; HBO übertrifft hier mal wieder die selbst gesetzten Standards (finde den Film noch toller als den ebenfalls tollen AMERICAN SPLENDOR).
Zudem bin ich durch den Film auf eine eklatante Bildungslücke aufmerksam geworden: Beschämenderweise bin ich nicht mit BEING THERE vertraut, dessen Verwirklichung gewissermaßen zu einem Lebenstraum von Sellers geriet, den er sich kurz vor seinem Tod noch verwirklichen konnte.
Wird natürlich baldigst geschlossen werden, mehr also demnächst in diesem Theater.
#3
Geschrieben 16. September 2005, 06:25
[TV, 16/09/2005]
Was gibt's schöneres, als nach einem anstrengenden Studientag & einem ebenso anstrengenden Training nach Hause zu kommen, die Haxen hochzulegen und sich von einem Dritten einen spannenden Thrillerklassiker ohne Werbeunterbrechung kredenzen zu lassen, den man, Oh Freude!, obendrein bislang noch nicht gesehen hatte?
Der Film gibt nach einer (für 148 Minuten) relativ kurzen Exposition ordentlich Gas, spätestens ab dem Zeitpunkt, wo das U- Boot und seine Besatzung die Eisgrenze erreicht haben wird's richtig spannend. Die Szenen im Boot, insbesondere die Sequenz, in der man versucht, die Eisdecke zu durchbrechen, funktionieren auch heute noch, bzw. sind so gefilmt, dass sie trotz der DAS BOOT- Sozialisierung auch heute noch glaubwürdig wirken & zumindest mir klaustrophobische Kicks versetzen.
Die eigentliche Kalter- Krieg- Agentenstory um den Wettlauf zwischen den beiden Supermächten um einen Film, der auf eben jener Eisstation Zebra verschollen ist und der jeweils anderen Seite ein Auskundschaften der Raketenbasen des Gegners ermöglicht (basierend auf dem gleichnamigen Roman von Altmeister Alistair MacLean) macht ebenfalls Spass und sorgt für Nervenkitzel.
Getragen wird der Film zudem von einer exzellenten Besetzung: Neben Rocky Hudson gibt's Ernest Borgnine zu bestaunen, richtig richtig gut ist aber v.a. Patrick McGoohan als Geheimagent, der sich mit Hudson einige feine Wortgefechte liefert. Zudem spielt Jim Brown mit, dessen Blaxploitation- Klassiker SLAUGHTER hier demnächst auch noch mal eine Würdigung erfahren wird.
#4
Geschrieben 21. September 2005, 11:06
[DVD, 17.09.2005]
Nicht schlecht erstaunt & zugleich freudig überrascht war ich, als ich diesen niederländischen Thriller von 1988 neulich in der lokalen Vidde entdeckt hatte. Der Streifen war mir bereits durch eine TV- Ausstrahlung vor etlichen Jahren bekannt (unter dem dt. Titel "Spurlos verschwunden" [intern. Titel: "The Vanishing]) und ob seines ungewöhnlich hartem & fiesem Ende im Gedächtnis haften geblieben.
Der Plot ist recht schnell erzählt: Ein junges Pärchen ist auf dem Weg in den Urlaub, der kurze Stopp an einer Autobahnraststätte endet für Ihn mit einer bösen Überraschung, da seine Freundin nicht mehr aus der Tanke kommt und eben "spurlos verschwunden" ist. Drei Jahre vergehen, die Suche nach seiner Freundin, die augenscheinlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, wird für den jungen Mann zu einer Obsession. Zwischenzeitlich lernen wir den vermeintlichen Täter in Rückblenden kennen, bis es schlußendlich zur Konfrontation der Beiden kommt.
Mehr kann an dieser Stelle nicht verraten werden, weil fieses Spoilern hier tatsächlich den Filmgenuß ungemein hemmen würde. Kennt man den Streifen und damit die bei Erstsichtung ungemein spannende Zuspitzung der Ereignisse bereits, lässt der Thrill doch ziemlich nach, und einige (ganz subjektiv als solche empfundene) Mängel des Films, die man beim ersten Sehen auf Grund der Entwicklung der Geschichte nicht wahrgenommen oder verdrängt hatte, treten deutlich hervor. So sind etwa die Dialoge insb. in der Anfangssequenz zwischen den frisch Verliebten nicht gerade überzeugend und wirken recht künstlich, zum Teil sogar enervierend. Selbiges gilt auch für den Hauptdarsteller, gegen den ich auf Grund seiner Larmoyanz an einigen Stellen des Films regelrechte Antipathie entwickelt hatte (schon klar, Freundin einfach so weg und wahrscheinlich tot ist natürlich eine bittere Nuss, an der man länger zu knabbern hat, aber vielleicht hätte man hier einfach durch eine bessere Perfomance und bessere Drehbuchzeilen das Ganze nachvollziehbarer und dadurch mein empathisches Potenzial besser ausbeutbar machen können).
Toll hingegen Gene Bervoets, der hier den Täter gibt und durch seine intellektuelle Kühlheit, die seine pathologischen Züge ummanteln, beim Zuschauen tatsächlich Beklemmung auslöst. Die Auflösung des Films ist sowieso ein Hammer und für den Zuschauer ein harter Schlag in die Magengrube, und macht diesen Film letztlich zu einem must- see.
Im Übrigen existiert ein US- Remake des Streifens ("Spurlos" aka "The Vanishing", 1993) mit Jeff Bridges und Kiefer Slutherhand, den ich allerdings bislang noch nicht gesehen habe.
#5
Geschrieben 03. Oktober 2005, 12:33
[DVD, 02/10/2005]
Während sich unter Alex Cox' Output in den 1980er Jahren bekanntlich so einige Hämmerchen finden lassen, bin ich mit seinen späteren Arbeiten leider so gut wie gar nicht vertraut. Dementsprechend plane ich schon seit längerem, Versäumtes nachzuholen, wobei ich mir insbesondere von HIGHWAY PATROLMAN (1992) und THE WINNER (1996) so einiges verspreche, wiewohl ich natürlich weiss, dass Cox in den Augen vieler seinen Zenit mit dem Ausklang der `80er überschritten hatte.
Aufgrund der chronischen Unterversorgung mit interessanten Filmen, die das arme Studentendasein in der Provinz so mit sich bringt, dürfte Entsprechendes allerdings einstweilen auf sich warten lassen, so dass sich bis dahin der Rückgriff auf Bewährtes empfiehlt, wenn einen die Lust auf etwas skurilles und vom Mainstream jenseitig befindliches packt.
Der Kultstatus, den REPO MAN in subkulturell interessierten Kreisen (m.E. völlig zu Recht) teilweise durchaus genießt, dürfte zum einen mit seinem exzellenten Soundtrack zusammenhängen (so finden sich auf der LP 80erJahre- Hardcore- Größen wie SUICIDAL TENDENCIES, FEAR, die CIRCLE JERKS (mit Kurzauftritt im Film!) oder die allmächtigen BLACK FLAG), zum anderen mit der punkigen Attitüde, mit der Cox seine Geschichte erzählt und die insbesondere von seinem Protagonisten transportiert wird.
Bei Otto (Emilio Estevez) handelt es sich um einen recht typischen Punkrocker aus den Suburbs von LA der 1980er Jahre, der auch gerade woanders war, als der liebe Gott den Ehrgeiz verteilt hat und sich lieber mit Pogo und der Sauferei mit Freunden die Zeit vertreibt, als sich um den Erhalt seines Arbeitsplatzes als Supermarktangestellter zu kümmern oder gar ambitionierteren Karriereplänen nachzugehen. Eher zufällig lernt er Bud (Harry Dean Stanton) kennen, der ihn in die Gruppe der so genannten "Repo Men" einführt, einen recht durchgeknallten Haufen, der im Auftrag der "Helping Hand Acceptance Corporation" die Autos von Schuldnern, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können, "zurückführt". Otto hat zunächst so gar keinen Bock auf den Job, ändert seine Einstellung aber, als er erlebt, dass das Leben eines Repo Man keineswegs auf eine mediokre "9 to 5"- Existenz hinausläuft, sondern vielmehr "always intense" ist: Die Rückführung erweist sich nämlich als teilweise äußerst stressig und aufregend, es kommt schonmal zu Schießereien mit den Besitzern oder wilden Verfolgungsjagden mit der Konkurrenz; zudem ist ein Repo Man ständig rund um die Uhr im Einsatz, deshalb, so erklärt Bud, kenne er auch keinen Repo Man, der ohne den Konsum von Speed seinen Job ausführen könne.
Parallel zu diesem Handlungsplot entwickelt Cox einen zweiten, bei dem es um eine Alien- Invasionsgeschichte und eine Karre mit geheimnisvoller Ladung im Kofferraum geht, hinter der sowohl die Repo Men, Ottos Ex- Punkfreunde sowie die Regierung her sind.
REPO MAN ist trotz dieses zunächst recht trashig klingenden Plots weitaus mehr als eine nett anzuschauende B- Movieklamotte und gewinnt seine Einzigartigkeit durch die zahlreichen Seitenhiebe auf die amerikanische Gesellschaft im Zeitalter der Reaganomics und der Reagan- Era im Allgemeinen. Die Repo Man repräsentieren, wenn man so will, mit der "Intensität" , mit der sie ihrem Lebensunterhalt nachgehen sowie ihrer Outlaw- Mentalität einen alternativen Lebensentwurf zum angepassten "muddling through" gewöhnlicher Arbeiter und Angestellten, der wohl nicht zuletzt deshalb mit Ottos Punkeinstellung kompatibel scheint. Seinen Charme bezieht der Film dabei insbesondere aus seinem Humor (es gibt hier sehr sehr geile Dialogzeilen); zudem ist der Film auf Grund der Arbeit von Jarmusch- Kameramann Robby Müller einfach schön fotografiert.
Cox Film ist ganz einfach "outstanding" im Mainstream- Reigen der 80er Jahre für mich persönlich definitiv sowas wie ein moderner Klassiker. Unbedingt empfohlen seien auch die anderen Filme Cox aus dem Jahrzehnt, insbesondere SID & NANCY (mit Hammerperfomance von Gary Oldman!) und der in jeder Beziehung unglaubliche WALKER (mit Ed Harris); beides Kleinode, was den "etwas abseitigen" Film anbelangt. Kann nur hoffen, dass mir die Arbeit von Cox aus den 90ern ähnliche Kicks versetzen.
#6
Geschrieben 11. Oktober 2005, 07:49
[TV, 10/10/2005]
Chabrol stellt eine klaffende Lücke in meinem cineastischen Erfahrungsschatz dar, will heissen: ich hab mich bislang so gut wie noch gar nicht mit dem Mann beschäftigt, wiewohl ich mir bereits seit Jahren eine Auseinandersetzung mit seinem Werk vorgenommen habe.
Ohne also allzu viel über sein Schaffen zu wissen, möchte ich doch bezweifeln, dass "Die Farbe der Lüge" ein allzu glücklicher Einstieg in seine Arbeit darstellt. Zumindest konnte ich die vielfach geäußerte Faszination für Chabrol anhand dieses Streifens nicht nachvollziehen.
Der Film, von ARTE wohl nicht unzutreffend als "psychologischer Kriminalfilm" kategorisiert, wusste zwar über die Spielzeit von 113 Minuten durchaus zu unterhalten, das "Meisterhafte" der Inszenierung und/ oder des Plots blieb mir allerdings verborgen. Durch die recht statischen und zum Teil zwar recht schönen, durchweg aber auch konventionell verbleibenden Bilder konnte der Film zwar schon einiges an Atmosphäre entfalten, hob sich aber von anderen Streifen der "Kategorie Kriminaldrama" auf der formalen Ebene kaum ab und machte insgesamt einen recht behäbigen Eindruck.
Zumindest konnte man sich so auf die Figurenzeichung und die Entwicklung des Plots konzentrieren. Was die psychologische Tiefe der Figuren anbelangt, konnte mich der Film allerdings auch hier nicht sonderlich überzeugen, einige Figuren (wie die des deprimierten Künstlers oder die des arroganten erfolgreichen Schriftstellers) trugen fast schon klischeehafte Züge. Für ein "psychologisches Drama" natürlich etwas fatal. Die amoröuse Dreiecksgeschichte zwischen Schriftsteller, Künstler und des Künstlers Frau schien sich zunächst verheihungsvoll zu entwickeln, konnte aber nur in einigen Momenten so etwas wie "Intensität" für sich beanspruchen. Hm. Erschwert wurde mir persönlich der Zugang zu dem Film durch das arg artifiziell wirkende Schauspiel zumindest einiger Protagonisten (wie dem besagten Künstler sowie dem Schriftsteller), die darstellerische Leistung der Schauspielerin, die die Komissarin gab, fand ich stellenweise sogar richtiggehend mies. Zumindest der Kriminalplot vermochte den Zuschauer bei der Stange zun halten, wirkliche Überraschungen blieben hier allerdings leider auch aus.
Kann natürlich sein, dass ich dem Film auf Grund der erwähnten Unkenntnis von Chabrols Arbeit arg unrecht tue und Anhänger des Franzosen in dem Film genügend Ingredenzien anderer Chabrol- Filme wiederfinden, um das Ganze zumindest als routiniertes Alterswerk oder so durchgehen zu lassen. Ich für meinen Teil war auf jeden Fall recht enttäuscht und habe den Eindruck, einen Zugang zu dem Mann allenfalls über seine als "Klassiker" kanonisierten Filme gewinnen zu können.
#7
Geschrieben 14. Oktober 2005, 11:34
[DVD, 14/10/2005]
Rein zufällig bin ich gestern durch einen Freund auf dieses Kleinod aufmerksam geworden und dankenswerterweise im Anschluß direkt in den Genuss desselben gekommen. Was mir schon einigermaßen zu denken gibt, denn offensichtlich reichen die Selektionsmechanismen der Medien, die ich regelmäßig frequentiere, um angesichts der Veröffentlichungsflut einen Überblick über die wirklich interessanten Filme zu bekommen, nicht immer aus um die wahren Perlen entdecken zu können. Zumindest in diesem Fall scheint ein Versagen offenkundig, ich hatte über den Film rein gar nichts gelesen - vielleicht lags aber doch einfach nur an mir und meiner Unaufmerksamkeit, who knows?
Wie auch immer: ich hatte gestern abend eine Menge Spass mit dem Streifen! Erzählt wird die Geschichte von Elvis Presley (Bruce Campbell), der entgegen der öffentlichen Meinung 1977 nicht abgetreten ist, um mir Platz zu machen (
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Der wahre King bedauert mittlerweile die Entscheidung. Er ist mehr oder weniger ans Bett gefesselt, leidet an einer Krebserkrankung im Intimbereich und wird vom Pflegepersonal, welch Wunder!, für einen Spinner gehalten. Statt des wohlverdienten Ruhms, den ein King im Ruhestand genießen sollte, erntet er nur Spott. Den Umstand, dass ihm niemand seine wahre Identität abnimmt, teilt er mit einem anderen Bewohner des Pflegeheims, einem alten Schwarzem, der in der felsenfesten Überzeugung lebt, John F. Kennedy zu sein. Auf Elvis' Einwand, Kennedy sei doch aber ein Weißer gewesen, entgegnet JFK, er sei eben das Opfer einer Verschwörung seines Nachfolger Lyndon B. Johnsons geworden. Der habe ihn zuerst verschwinden und ihm anschließend in einer Operation schwarze Hautpigmente implantieren lassen, um das Amt widerrechtlich an sich reißen und seine wahre Identität verschleiern zu können.
Der Wahnwitz der Story potenziert sich, als plötzlich eine jahrtausende alte, wiederauerstande Mumie in dem Altersheim ihr Unwesen treibt und den Bewohner ihre Seelen wortwörtlich aus dem Allerwertesten saugt, um weiterhin am Leben bleiben zu können. Die beiden alten Männer, fest entschlossen, ihre Residenz zu verteidigen (Elvis zu JFK: "Ask not what your rest home can do for you. Ask what you can do for your rest home!"), rüsten sich für ihre letzte Schlacht...
BUBBA HO-TEP lebt nicht nur von der Skurillität der Drehbuchidee, sondern auch von seinen beiden glänzend agierenden Protagonisten. Es macht einfach Spass, sowohl Obersymphato Campbell wie auch dem ebenfalls glänzenden Ossie Davis (als JFK) beim Spielen zuzuschauen. Die Bemühungen der Beiden, die Tücken des Alters und seiner Beschwerden zu überwinden, sind einfach köstlich & sorgen für die ein oder andere Zwerchfellerschütterung. Trotzdem nimmt sich der Film nicht als Klamotte aus, er gewinnt vielmehr nicht zuletzt durch das Voice- Over, mit dem Elvis alias Campbell seinen zumeist düsteren und zynischen Gedanken Ausdruck verleiht (besonders köstlich, als Elvis beim nächtlichen Zappen auf einen Sender stößt, der einen 24- Std.- Marathon mit alten Presley- Schmonzetten anbietet, was ihn zu einem eher entnervten Kommentar veranlasst) einen durchaus melancholisch- tragikkomischen Grundtton, der zumindest mich absolut eingenommen und mir den Film bereits beim ersten Sehen ans Herz hat wachsen lassen. An einigen Stellen entwickelt er zudem fast bedrohliche Momente, wie bei der Kamerfahrt durch den Flur am Anfang des Films, die an entsprechende Sequenzen in BARTON FINK erinnert und die der Altersruhestätte der beiden Hauptfiguren leicht albtraumhafte Züge verleiht.
Highly recommended!
#8
Geschrieben 27. August 2007, 07:32
Der Gedanke, mir den Film, den ich als Kind schon einmal gesehen hatte, an den aber bereits jede Erinnerung verblasst war, noch einmal anzuschauen, kam mir neulich, an einem jener trostlosen, katerdurchsetzten Sonntage, als ich aus lauter Langweile (und wegen dem am Tag zuvor erneut genossenen STRAW DOGS) mal wieder Lust auf die TV Dokumentation über Sam Peckinpah (Man of Iron, 1992) bekommen hatte. In eben jener wird überliefert, dass eigentlich Peckinpah für die Regie von CINCINNATI KID vorgesehen war (und bereits einige s/w- Aufnahmen für den Film gedreht hatte), das Projekt aber aus diversen Gründen scheiterte.
Letzten Endes hat sich die Entscheidung, die DVD für einen Schnäppchenpreis bei ebay zu ersteigern, als wohlweisliche erwiesen. Wenngleich mich der Gedanke, was Peckinpah wohl aus einigen der im Film behandelten Motive, wie etwa im Falle der Figur des Shooters (grandios: Karl Malden) das Ringen zwischen der Wahrung von Integrität und Ehre auf der einen, und dem aus (begründeter) Verlustangst resultierenden Bedürfnis auf der anderen Seite, das Luxuseheweib ("she's a fun girl") bei Laune zu halten und deshalb vielleicht doch auf die Strategie des Bescheissens beim Pokern zu setzen, gemacht hätte, ein wenig betrüblich stimmt, da dieser wohl einiges mehr aus den Potenzialitäten des Scripts herausgeholt hätte, hatte ich viel Spass mit Malden, Ann-Margret und Edward G. Robinson.
Und so bietet CINCINNATI KID vor allem Kurzweil und ein Wiedersehen mit Leuten, die man einfach gern hat. Steve McQueen ist eben Steve McQueen. Neben seinen Leistungen in PAPILLION und THE GETAWAY gefällt er mir hier in der Rolle des (natürlich) wortkargen "Kid", dessen einziges Ziel darin besteht, den von G. Robinson verkörperten "Man" beim Pokern zu schlagen & damit Numero Uno beim Kartenkloppen zu werden, am besten, vor allem aber ist Edward G. Robinson einmal mehr Anlass genug für glückselig- debiles Dauergrinsen: sein distinguiertes Auftreten, die ultracoole Art, mit der er auf die Entgleisungen seiner Mitspieler reagiert, die er gerade nach allen Regeln der Kunst ausgenommen hat, in Verbindung mit diesem unglaublichen Pokerface weckt einfach nur den Wunsch, im Alter wenigstens ein bisschen so zu sein wie er.
Bearbeitet von Kaffeesatzleser, 27. August 2007, 08:07.
#9
Geschrieben 31. August 2007, 11:14
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It's not fair, I never had anybody but you, not a real husband, just a bad joke without a punchline.
Revisited, zum ersten Mal im O- Ton. Kubrick hat definitiv Filme gemacht, die mich mehr geflasht haben, und auch unter den Filmen, die gemeinhin unter den schwammigen Noir- Begriff subsumiert werden gibt es m.E. einiges an interessanteren Streifen. Die im Mittelpunkt des Films stehende heist - Story und insbesondere das Spiel mit den Zeitebenen, das in Kritiken und Aufsätzen zu dem Film so hervorgehoben wird, ist vielleicht zu oft aufgegriffen und in anderen Filmen verbraten worden, um heute noch für Hochspannung zu sorgen. Aber dafür kann THE KILLING natürlich nichts. Andere Aspekte des Films, insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen Elisha Cook, Jr. und Marie Windsor als femme fatale haben da schon eher mein Interesse erregt, Jim Thompson hat den Beiden einige schöne Sätze in den Mund gelegt. Sterling Hayden ist natürlich ein Gewinn für den Film, wenngleich mir die Figur, die er in Hustons ASPHALT JUNGLE darstellte interessanter erschien.
Vielleicht stört mich an THE KILLING ganz einfach die Fokussierung auf den Coup als solchen, die den Charakteren (mit Ausnahme von Cook und Windsor) recht wenig Raum zur Entfaltung bietet. In ASPHALT JUNGLE (der Vergleich drängt sich mir wegen Hayden ganz einfach auf) beispielsweise war der Diebstahl bekanntlich eine Angelegenheit von nur wenigen Filmminuten, der Rest gehörte den Figuren, ihren Motiven und schließlich der ausführlichen Zeichnung ihres Untergangs. Natürlich umgibt auch THE KILLING diese verweifelte und düstere Aura, die "Noir"- Streifen so ansprechend macht, aber letztlich mangelt es dem Film m.E. etwas an Tiefgang beziehungsweise Abgrund. Spass macht der Film natürlich immer noch. Aber von Kubrick kam später weitaus Größeres.
#10
Geschrieben 02. September 2007, 14:26
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Kyle Hadley: You're a filthy liar.
Marylee Hadley: I'm filthy - period!
Mein erster Sirk. Macht gleich zu Beginn unglaublich Tempo; die Geschwindigkeit, mit der Bacall eingeführt, Hudson kennenlernt und schließlich mit Robert Stack zusammenkommt war mir fast zu hoch. Dann findet der Film sein Tempo und man atmet durch, bekommt Einblick in das Technicolor- Panoptikum, welches sich vor den Augen des Betrachters entfaltet, beginnt, die Prämissen des Films zu akzeptieren, etwa die Liebe Hudsons zu Bacall, die auf Grund ihrer Ehe mit Hudsons bestem Freund, Stack, zu einem "suffering in silence" verdammt scheint; sich auf diese Geschichte einer von Alkoholismus, Paranoia, Nymphomanie & unglücklicher Liebe gezeichneten Öldynastie trotz anfänglicher DALLAS- Assoziation einzulassen; fängt an, die fundamentalen menschlichen Erfahrungen, die in die überlebensgroße Figurenzeichnung eingegangen sind, (wieder zu-) erkennen und ist irgendwann einfach nur ergriffen & erfüllt von dem Wunsch, das Ganze möge einfach weitgehen, und irgendwie doch noch sein gutes Ende finden, wenngleich Sirk bereits in seiner Exposition klar gemacht hat, dass es ganz so einfach nicht sein werden wird. Human as fuck, und einfach nur Eindruck hinterlassend.
Bearbeitet von Kaffeesatzleser, 02. September 2007, 14:29.
#11
Geschrieben 12. September 2007, 11:04
Allerhöchste Skepsis am Anfang: Zwei Jungs Mitte bis Ende 20, die den Tag mit "cruisen", trinken und kiffen verbringen, dabei allerhand zotig- prollige Sprüche klopfen, und den Dealern im lokalen Ghetto die Drogen mopsen & dabei mit Knarren rumfuchteln. Ich befürchte eine Mischung aus MENACE II SOCIETY im Schmalspurformat und FRIDAY, wenngleich ich letzteren nie gesehen habe. Dann die ersten Anzeichen, dass einer der Beiden, nämlich Bale, der hier wieder ziemlich glänzend agiert (was freu' ich mich auf RESCUE DAWN), nicht ganz klar geht. Unter der prolligen Unterhemd- Fassade deuten sich massive Schäden an. Traumata. Die unterschwellige Bedrohung, die von diesem zunehmend cholerisch agierenden Mann ausgeht, wird immer fassbarer, und das eigentliche Thema des Films, der völlige Verlust an Kontrolle, wird erst im letzten Drittel völlig erkennbar. Zurückblickend macht dann auch der leichte, fast komödienhafte Anfang Sinn, der die Verstörung gegen Ende erst erzeugt.
Es wäre gelogen, zu behaupten, dass mich der Film völlig in seinen Bann gezogen hat. Gerade die Szenen, die sich auf das Abhängen der Freunde konzentrieren, stießen bei mir eher Widerwillen, da ich angesichts von Filmen wie CRANK etc. vielleicht ein wenig überdosiert bin, was Drogen, Knarren- Prolls etc. im Film angeht (wobei einige Szenen und Dialogzeilen durchaus Laune machen, "Trashganistan", was hab ich gelacht). Demgegenüber erzeugten insb. die Szenen mit Bale im weiteren Verlauf des Films ein doch recht hohes Maß an Intensität. Bale kann was. Der Film mit leichten Abstrichen auch. War überrascht.
#12
Geschrieben 12. September 2007, 18:57
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"You had to do something for me - you didn't do it".
"Could I come in for a minute?".
"No. You're dead, son. Get yourself buried".
Auf Anraten eines mir bekannten Noir- Liebhabers besorgt, bin hin und weg. Was für ein Streifen!
Worum geht's? Tony Curtis spielt Sidney Falco, einen Agenten, der sein Brot neben der Künstlerbetreuung als Zulieferer von Klatsch und "Informationen" an den mächtigsten Kolummnisten im Land, J.J. Hunsecker (gespielt von Burt Lancaster), verdient, und darüber hinaus versucht, seine Künstler in der Kolummne unterzubringen, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Hunsecker ist "the man". Seine Kolummne entscheidet über die Zukunft all jener, die es, womit auch immer, "schaffen" wollen. Er schreibt Politiker zu Senatoren hoch. Ebenso vermag er sie wieder zu stürzen. Die Beziehung zwischen Hunsecker und Curtis lässt sich nur als einseitiges Abhängigkeitsverhältnis begreifen: Falco braucht Hunsecker, nicht umgekehrt, wie Hunsecker in einem Tischgespräch, an dem Falco gnädigerweise teilnehmen darf, seinen Gästen in Anwesenheit Falcos unmissverständlich darlegt. Hunsucker ist sich seiner Macht vollkommen bewusst. So müssen Gesprächspartner mit unmittelbaren, schonungslosen, zynischen und bisweilen fast schon menschenverachtenden Kommentaren rechnen. Seine Gegner überzieht er in seiner Kolummne mit Schmierenkampagnen. Skrupel kennt er dabei keine. Natürlich weist auch auf Hunsecker eine Schwäche auf, und zwar die wenngleich platonische, so dennoch geradezu inzestiöse Hingabe an seine jüngere Schwester. Als diese sich in einen jungen Jazzmusiker verliebt, der all das aufzuweisen scheint, was man an menschlichen Qualitäten gemeinhin so zu schätzen weiss (Aufrichtigkeit, Integrität etc.), und Heiratspläne zu schmieden beginnt, beauftragt Hunsecker Falco damit, etwas gegen den Ruf des Musikers und die Beziehung der Beiden zu unternehmen.
Es ist weniger der Plot als solcher, der SWEET SMELL so unglaublich herausstechen lässt. Es sind zunächst vor allem die Dialoge, die Ernest Lehman (u.a. North By Northwest, Sabrina) den Protagonisten in den Mund legt, und die an Scharfzüngigkeit und Biss nur schwer zu übertreffen sein dürften. Hinzu kommt die Leistung von Curtis, der hier einen echten Wiesel spielt und bereit ist, nahezu alles für seinen Aufstieg zu tun, sowie die Bilder von New York, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Über all dem thront aber Lancaster. Lancaster ist in diesem Film einfach nur fleischgewordene Brutalität. Dies liegt nicht allein an seiner (beeindruckenden) Physis. In SWEET SMELL stirbt niemand, es gibt keine Schlägereien, Schießereien, oder Tote. Hunseckers Waffe ist vielmehrt das Wort, und wie Lancaster diese Figur verkörpert, seine Sätze spricht, wirkt tatsächlich recht einschüchternd. Ich für meinen Teil war auf jeden Fall tief beeindruckt. Unbedingt im O- Ton anschauen.
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