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...und die Welt stand still. - Filmforen.de

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...und die Welt stand still.


56 Antworten in diesem Thema

#1 Mr. Bungle

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Geschrieben 26. November 2005, 10:45

An einem solchen Tag, wenn zu befürchten ist, dass es draußen hühnereigroße Hagelkörner regnen könnte, vergräbt man sich bereitwillig im Kinosaal, schlummert friedlich unter einlullender Anleitung von HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH im zerfledderten, aber dennoch einladend weichen Sessel

Ralph Fiennes` raumgreifend diabolische Valdemort-Interpretation im Kreis seiner dürftig bedrohlich maskierten Mannen gebiert neben den atemstockend halsbrecherisch in Szene gesetzten Prüfungen sinistre Ahnungen beachtliche Intrigen hervorbringender subversiver Mächte, die im vorangegangenen, unbeholfen und nur leidlich amüsanten Pubertätsgerangel wohl kaum ihre Entsprechung finden, unter anderem deswegen weil Hermines Mienenspiel noch von offenkundiger Unausgeprägtheit bestimmt ist, sowie der Charakter Ron Weaslay auch weiterhin den schmollenden Trottel beschreibt und Harry Potters leichtfüßige Neugierde einem eher gröberen und verklemmten Erscheinungsbild gewichen ist, was sich zuweilen hölzern auf sein nun ernsthafter betriebenes Schauspiel auswirkt. Womöglich sollte das auch nicht sein, um sich wohlwissentlich zugunsten erzählerischer Weitläufigkeit gegen die durchaus möglich gewesenen psychologisch tiefschürfenden Subtilitäten, welche den dritten Teil dankenswerterweise ausmachten und ihn anhand dieses Umstands atmosphärisch geschlossener erschienen ließen, deutlich auszusprechen.

Nicht zu vergessen die Ausflüge in die zuckersüße Erlebniswelten voll von liebreizenden Damen, die, nachdem sie zeitweilig Interesse beim starken Geschlecht erregt haben, schon bald wieder in Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Unvergesslich bleiben für mich in geschmeidiges himmelblau gewandete, galant und verführerisch marschierende, mit einem ebenfalls blaue Funken versprühenden, possierliche Friedenstäublein aussendenden, gehauchten, sirengleichen Begrüßungsseufzer ausgestattete Französinnen aus fliegenden Kutschen. Von den strammen Burschen aus dem Norden ganz zu schweigen...lachhaft, aber gerade darum einfach herrlich, unverzeihlich unvergesslich... und erst Badeye Moody...der zeigt eine charismatische Spielfreude...genauso wie Miranda Richardson als charmant verkörpertes Reporterbiest....und die wachrüttelnde Stiefelschleuder und die Erwähnung von schwerkraftresistenten Hecken waren als pure dahingeworfene Absurditäten regelrecht bereichernd, im speziellen letzteres in Verbindung mit dem Gedanken, ob diese dann nicht sogar das Schicksal der bezaubernden „fleur de la cour“ :doof: nachhaltig zum schlechteren beeinflusst hätten.

Stärkster Moment: Harry meldet sich unwissentlich, aber dann doch unmissverständlich zum „Trimagischen Turnier“ an. Eisige, mitunter feindselige Blicke, Totenstille, ein entgeisteter Direktor: unerbittlich stimmungsvoll.

Davor und danach: der KING KONG-Trailer. Gigantische Tränen des Gerührtseins/der ehrlich und vehement empfundenen Überwältigung überkamen mich, ob der offenherzig gezeigten Schauwerte, die auf mich dankenswerterweise losgelassen wurden.

IN HER SHOES
Im Grunde eine, trotz ernsten Handlungsrahmens, leicht bekömmliche, das ihr zur Verfügung stehende filmische Anschauungsmaterial partiell plakativ – überstrapazierend einsetzende, Dramödie über Geschwisterliebe. Curtis Hanson entzweit und führt wieder zusammen, mit Hilfe einer makellos reinen, ja zu gepflegten, Bildersprache.

HUSTLE AND FLOW
Was vom Tage übrig blieb: unspektakuläre Momentaufnahmen wütend heruntergebenden Unmuts. Doch daraus wird kein vibrierender Rausch, zwischen erduldeter Erniedrigung, existenzieller Not und Aufbegehren stetig unruhig oszillierend. Der Film zieht es, im überwiegenden Maße, vor, visuell konventionalisierte Narration zu beanspruchen, damit die dahinter stehende, zeitlos grundanständige Botschaft keineswegs missverstanden werden kann. Allein die Eskalation miteinander konfrontierter Personifikationen von Wunsch und Wirklichkeit, wodurch unser Held schicksalhafte Verstrickungen erfährt (obwohl diese leider am Ende in einen erlösenden Lebensmotto aufgehoben werden sollen), besticht in ihrer zu Herzen gehenden Direktheit gelungen beobachteter Momente, in denen DJays Idol sich kurzerhand eines besseren belehren lässt und doch zeitgleich geradezu beiläufig sich seiner kaltherzigen Ignoranz wieder besinnt, abermals das eigene Revier markierend die offenbar mühsam ausgehaltene Rolle des Bruders im Geiste ablegt und hohnsprechend dazu bereit ist zuzubeißen.

Judacris nach einem Joint zuviel, am Boden, fertig, rotzt die Worte: „Blas mir einen!“ DJay frech grinsend ins Gesicht.

KATZE IM SACK (Deutschland, Regie: Florian Schwarz, Echtzeit?, Abschlussarbeit eines Filmhochschulabsolventen?)

Drei emotional entwurzelte, in der Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen von tiefsitzenden, hinsichtlich seiner Hintergründe nachlässig ergründeter, Schmerz gepeinigte Menschen huschen als Schatten ihrer selbst durch die Nacht. Wenn sich ihre unstet vorwärts schlingernden Wege durch Eigenverschulden hervorgerufen, oder – weitaus unüberzeugender – dramaturgisch deutlich konstruiert, kreuzen, dann nur um Entfremdung und Einsamkeit immerfort durchzuexerzieren. Letztendlich locken uninteressant ausgestaltete Einzelschicksale gekonnt an meinem Herzen vorbei und hinein in den gähnenden Rachen ermattender Tristesse.

LIEBE, GLÜCK UND ALL DAS / HRAMA MIG (Regie: Hristina Hamie, Schweden) – oder: lieber von zügellosen Collagemonstren überrannt werden, so geschehen im französischen DAS LEBEN MACHT MIR KEINE ANGST als abgeschmackten Weisen übers Erwachsenwerden lauschen zu müssen. Leichtgläubig leuchtend begaffen Minnas schneckenartig aus den Höhlen tretende Kulleraugen abgegriffene Bildbände (Wiederholung!) ausgebleichter Erfahrungshorizonte 19jähriger Madeln zu den Themen „Erste Liebe“, „verarbeitungswürdiger, verborgener Gram“ und „gewollt absurd/komisch, respektive desillusionierend in Szene gesetzte Widrigkeiten, die jeden, irgendwann – in anderer Form vielleicht, vielleicht aber auch so ähnlich – zu widerfahren haben.“

MANDERLAY (aus der Reihe: Jeder Bürger hat das Recht einen Groll zu hegen.) Ohne den – mit Verlaub, nur gedachten – Stock aus dem Arsch zu kriegen, ächzt von Triests, durch mürrische Überredungskunst zur filmischen Veräußerung gezwungenes, unentwegt giftspuckendes Pamphlet unter dem Druck aufgesetzter Kaltblütigkeit. Niemand und nichts erhält darin ein Gesicht, zumindest gerinnt alles zum bloßen konzeptionellen Sediment.

EFFI BRIEST (Regie: rednibssaFontane)`s nachdenklich gesäuselte Schwermut hüllt die unbeweglichen, ihrem Willen krampfhaft unterworfenen, Szenenanordnungen zunehmend in eine Art fröstelnd machenden Hauch sich ankündigender Totenblässe, dessen unerschütterliche Bestimmung es sein wird Lebendiges gefrieren zu lassen.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#2 Mr. Bungle

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Geschrieben 16. Dezember 2005, 16:13

„Hast du wieder gekämpft?“: MARIAN and ROBIN :“Nur ein bißchen.“
Die Heldengeschichte vom Rächer der Entrechteten vergiftet ihren Mut zur gebetsmühlenartig repetierten Handhabung altbewehrter Rezepturen. Melancholische Süße umfängt das vorauszuahnende Vergnügen, das der spielerisch umschwärmte Tod aller Ideale mit sich bringt. Wohlwissend führen Held, Geliebte und Sheriff die ihnen zugedachte Rolle ad absurdum. Irgendwann lohnt es nämlich nicht mehr sich wie ein Maikäfer aufzuplustern, irgendwann verblasst das jugendliche Talent behände durchs Unterholz zu schleichen, schwindet unaufhörlich einzigartige Stärke, irgendwann verliert man den aufrechten Gang und geht gebeugt. Auf drei Beinen. Am Stock. Gebrochen, zernagt. Selbstzerstörerische Kampfeslust, dem geschundenen Körper pfeilschnell entrissen, ins grelle Himmelweiß verschossen.

NARNIA – und seine Chroniken und Könige, a.k.a. das von verheißungsvollen, vorweihnachtlichen Düften umwaberte Kinderkackefabrikat zum naschen und weiterverschenken

Vor gar nicht allzu langer Zeit, hinter an Kleiderbügeln hängenden Pelzmänteln im überlebensgroßen Wandschrank versteckt, begegnete die schnuckelige, allzu frohgestimmte Pausbackenprinzessin einem ihr wohlgesonnenem Fau mit einem Packen Bücher unterm Arm. Sie waren sich gleich sympathisch und tauschten, die anfängliche ängstliche Anspannung sogleich vergessen machende, Nettigkeiten aus, unterhielten und näherten sich sehr respektvoll und zärtlich. Man kann sagen, dass sich in diesem Augenblick der nun geknüpften Freundschaft zu Ehren eine helle Flamme der Glückseligkeit entzündet hatte, um fortan im gläsernen Laternensark ergriffen vor sich hinzuflackern. Sie brachte Licht ins Dunkel, überstrahlte ohne große Mühe Zusammenrottungen gesichtslosen Viehzeugs aus digitalem Orkus, Bette Midlers/Barbara Streisands deutsche Synchronstimme intonierende Biberkarikaturen, antiseptische Gewaltakt...-klebebildchen anlässlich des Sommergewinns im bis dato zugeschneiten Leopardenherzen...für ein Millisekunde. Der Rest ist Schweigen, Schulterzucken, Würgen, Überstehen, Aufatmen, Bereuen.

FACTOTUM – verrottete Müllpackerhymnen
Zerschlissen bemäntelt und mit ausgelatschten Schuhsohlen, verkatert, abgemagert fällt Henry Chinaskis chaotisch verdichtete Gewissheit, jeden Job ausschließlich vorübergehend behalten zu können, das Frauen immergleichen „Trouble“ bedeuten, alles – genauer betrachtet – null und nichtig aber unumgänglich ist, einer anekdotenreichen Stilisierung zum Opfer. Diese verstärkt geradezu die Zerfaserung einzelner, ohnehin schon im Roman als lose zusammengefügt vorzufindenden, Episoden, wandelt sie zu motivisch vereinsamten Standbildern und gibt damit Bukowskis Erzählperspektive/Wahrnehmung des Erzähler-Ichs allenfalls rudimentär wider. Matt Dillons nicht fahrlässig genug ausgelebte Ernüchterung quält und ermuntert zu selten, und sträubt sich zudem gründlich davor die ihr anheimgefallene Bissigkeit einzugestehen. Der zermürbende Wahnsinn von Henry Chinaskis Existenz hätte die eine oder andere lakonische Schilderung stumpfsinnig ausfallender Arbeitsversuche zumindest gut vertragen. An Stelle dessen bricht der „Schriftsteller“ in ihm aber lieber in schwermütige Grübeleien aus. Bedauerlicherweise hat Bent Hamers Verweigerung verdorbener Köstlichkeiten bukowskischer Ruppigkeit, Obszönität und Misanthropie, ihn – kläglich gescheitert – verhungern lassen. Hätte er sich doch nur den Wanst vollgeschlagen.

HARRY POTTER römisch drei – wenn häppchenweise serviert dann regelrecht bestaunenswert...HOUSE OF SAND AND FOG – von mal zu mal scheint er mir überheblicher bei der Wahl zwischenmenschliche Eskalationen befeuernder Mittel zu Werke gegangen zu sein...DAS MEER IN MIR – Ramon gerät ins träumen, doch davon weiß man im ersten Moment noch nichts. Der irrationale Wunsch er könne die Finger doch irgendwann wieder bewegen und zum Leben erwachen, durchbricht augenblicklich die kühle Logik todtrauriger Wahrheit. Wir sind dem Grauen nicht gewappnet. Ramon allein ist es damit gelungen uns einen bittersüßen Stich in die Magengrube zu verpassen. Er weiß sehr wohl um das ganze Ausmaß seines Schicksals, und das ist unausweichlicher und erniedrigender als es sich ein unversehrter, mit pseudomoralischer Einstellung gesegneter, rührselig die Hände ringender Einfaltspinsel hätte träumen lassen. Nicht auf den Effekt sentimentalen Mitleidbekundens durch verwöhnte Gemüter ist diese Auferstehung angelegt. Nein, lediglich die unfassbare Überwindung von Ramons verwundeter Identität liegt ihr am Herzen. Für wenige Minuten reißt man die Augen weit auf, will nicht glauben was man sieht und genießt es doch so ungeniert, als ob es dem eigenen Leben an den Kragen ginge. Ramon schiebt das Bett zur Seite, nimmt Anlauf und mit angestrengt ächzenden Bewegungen trampelt er in Richtung Fenster, stürzt hinaus, hinab, dem angehaltenen Atem enthemmend gelöst, steigt auf, vor banalem Bedrücken gefeit, schwingt sich hoch in die Lüfte, Operngesang begleitet ihn, rotz – und tränendurchnässte Nasenflügel erzittern – um Fassung ringend – solange die Reise gehen wird. Erlösender, freiheitsliebender Leichtsinn bemächtigt sich einem, bis solch klangmalerisch befriedigend schöne Verheißung jäh ihr Ende findet.

WINTERSCHLÄFER
Zwei Freundinnen vertrödeln Zeit, weitestgehend gleichberechtigt, benebelt von zugeknöpfter Kühle und sinnlicher Wärme. Währenddessen ist es so als seien sie angehalten geborenes Sterben zu verwalten, schmerzende Leere zu verwerten, Fremdes anzueignen oder untätig zu verbleiben. Den Gesichtszügen nach ausgezehrter Freudenträne verhaftet, kratzen beide mit wunden Fingerknöcheln bedachtsam in den Grund hohler Untiefen (verständigen Ermunterns, gleichwohl Bedauerns) zwischen zuvor gesprungenen, eiskristallinen Seelenseen. Dort stürzen erbauliche Sätzchen in sich zusammen, verwirren ihre Inhalte miteinander. Zu feige der letzten Konsequenz zu entsprechen, begruben sie sich unter ewigem Eis erstorbnen Lichterglanzes. Zurückbleibt ein konstruiertes Finale, entmutigt begafft.

Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot. (Zitat Alexandra)

Vulkansteinerne Münder vereitern - wellennagend - verschimmelte Sonnenschatten, darunter das urzeitige Gesocks der Abgetauchten danach trachtet gemeingefährlichen Gelüsten enthirnt hechelnd nachzustellen. Ann's verglaster Objektivblick geht über vor schmalzig schmatzender Durchdringung verdursteter Hingabe, Sehkraft verdüsternden Anteilnehmens, nebst aufgeblähter Mägen morscher Urwaldaffen. Dereinst werden Forderungen laut, übertönen tosenden Beifall spendendes Strandgut aufgewühlter Innereien, bestrebt ungehörtes Zetern verdroschner Fantasten entlang abgründiger Hallenschluchten kopflos brüllend darzubieten. Grauslige Veilchen verteilende Balgereien unter brachialen Giganten walzen unterdessen, zersaust, zerfressen, wilde Blüten des Bombastes restlos nieder. Ehedem vereint im freien Fall, blieben sich fader Tod und verknöcherte Schönheit treu...KING KONG von Peter Jackson – ich seh` es sich überschlagen, Luft holen fällt mir schwer, aufgegeben zieht's mich nach unten, gefühllose Haut verschrumpelt, die Augen in einem Gurkeneinweckglas.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#3 Mr. Bungle

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Geschrieben 11. Januar 2006, 21:43

SOMMER VORM BALKON
Andreas Dresen verspielt mitnichten seine triumphalen Platzhalterkärtchen für aufgeweckt zweifelnd verzweifelte, stauchelnd zur Flasche greifende und sich dennoch behaupten wollende Ebenbilder bellend monotoner Tatsächlichkeit. Wohlbekömmlich auf den Pelz gerückt verleiten sie einen zum lächerlich vertrauensselig anmutenden Schluss dem menschlichen Seelenheil treu sorgend entgegengekommen zu sein, indem unwiderstehlich unsympathischer Alltagsmuff zu Rate gezogen wurde, der in dem Rufe steht sich Nähe suchendes Ineinanderschlingen zu erhalten. Dies ist widerspenstig ungebrochen, unnachgiebig verzweigt, undurchschaubar verwoben, gebündelt, gleich golden schimmernden Staubfuseln im Sonnenstrahl. Und wird's einem zuviel, sackt's Köpfchen in den Nacken, wird wolkenloser Nachthimmel andächtig angeschwiegen, och, die schönen Sterne...und so weiter... Es soll Filme geben, da genügt's allgemein zu bleiben.

OLIVER TWIST
Zurück erinnert begannen rund – und schweinsgesichtig aufgeblähte, adlernasige, knorpelig verzerrte, schmierig grinsende, verschlagen – und/oder gramvoll gebeugte, großväterlich gutherzige, aufrichtig gestimmte oder veranlagte Tagediebe den knochigen Pranken besitzergreifender Kamingeschichtenonkel unermesslich formenreiches Geschmeide zu entreißen. Wonach der Befolgung ihrer Absicht, der schmuckvoll bildenden Belebung unangetasteter, klumpiger Erbmasse gewesener Schauergeschichten von kräftezehrenden Irrfahrten, im Widerschein mondsüchtiger Regungen roher Kreaturennot, keinerlei Abbruch widerfuhr.

MISFITS
Wortreich Anklage erhebend und markerschütternd widerstrebend zerbricht Monroes pummelige Idealistin, nahe des verführerischen Abgrunds ideeller Leere, am gleißend hell in der Mittagshitze brutzelnden, enthäuteten, gerissenen, vergammelten Kadaver einstiger, für ehrenwert gehaltener Maxime. Infolge heroisch betriebener Einfalt wähnten die Anbetenden in der verfluchten Heiligenkuh wohl kaum den Dämon sich erfüllenden, sich dem Gegenteil des Gewünschten zuwendenden, Selbstbetrugs. Deshalb versklavt weil sie keine Freiheit finden konnten, sondern nur Schmerz suchten. Mustangs jagen, würgen sie für Geld. Zu Boden geschmettert, erschöpft, vorsichtig blinzelnd nach Rettung Ausschau haltend. In weiter Ferne wird sie nirgends sichtbar werden. Entrüstet beendet der sterbende Monroe-Schwan das wüste Spektakel, verendet kläglich.

JARHEAD
Zahllose Sandkörner erbrechend, besprenkeln Wüstenwinde am Abzug fest geschweißte Ungeduld steif gefrorener Kraftprotze. Als Souvenir erhalten diese ein hübsches, Diarrhöe zu verhindern wissendes, hermetisch abgeriegeltes Szenario verkohlter Flüchtlinge, in deren zufällig gewählter Mitte geschwärzte Essenzen der Soldat beäugt, besudelt, sich dem stillhaltenden Jenseits gewahr werdend.

HOOLIGANS
„Was lange währt, wird endlich gut.“ sprach die Imbissbudentante und sah dabei - bewundernden Blickes - zwei Krawallbrüdern hinterher, welche ganz lieb miteinander umgingen und Hotdogs verschwinden ließen.

MEINE FRAU DIE SCHAUSPIELERIN
Yvan Attal bangt um Aktrice Charlotte (Charlotte Gainsbourg: ein Gedicht.), seine gemeinhin auch anderweitig heiß umschwärmte Freundin. Nichts will dessen Eifersucht von ihr den anderen überlassen. Bald darauf findet es sich im Schauspielkurs wieder, eine erwachende Blume darstellend (herrlich objektiv!). Das ist ironisches Kommentar und übergeschnappte Lobpreisung zugleich.

LADY SNOWBLOODs
wütender Aufschrei verschluckt blutdurchtränkten Schnee. Racherfüllt irrlichternde Augensterne thronten über Trauerweiden, es erlischt aussichtslose Schicksalsgebundenheit.




ASSAULT ON PRECINCT 13 (Original)
Die Fenster des Polizeireviers zerplatzen, alles Lebendigem wird's Lichtlein ausgeblasen. In die Enge getrieben wehren sich coole Häftlinge, ebenso gelassene Cops und abgebrühte Sekretärinnen gegen dunkel lauernde Bedrohungen ohne Namen.

THE CLAIM
Umso zurückgenommener das Spiel aller Beteiligten gelingt, desto kompromissloser entlädt sich Dillon's flammendes Schuldeingeständnis, resp. dessen erstarkte Einsicht aufgeben zu müssen.

Wenn DER BREAKFAST CLUB außer Schuppenregen auf Bleistiftzeichnungen, noch den ihm innewohnenden, bohrenden Schmerz gänzlich offenbart, zu sich selbst entwaffnend ehrlich ist...dann brechen alle Dämme.

PARIS
Konzeptloser Regisseur hat sich der fixen Idee verschrieben das Leben irgendeiner, bereits existierenden, Frau portraitierend einzufangen. Mit ins Café eingeladenen, betörend schweigenden Schauspielerinnen und aus dem Großstadtgetümmel herausgegriffenen Studentinnen, Hausfrauen, Träumerinnen, Geliebten, Geschäftigen, Aufmüpfigen, Eingeschüchterten, eingedeckt, verliert er zunehmend die Lust an der Verwirklichung besagten Projekts, oder besser: Gedankenexperiments. In schwarz/weiß gehalten und aufs ungekünstelte Gespräch fokussiert, hinterlässt „Paris“ ständig eintretende Pausen von desillusionierender Durchschlagskraft; denen ich mich nicht entziehen wollte, sondern zu später Stunde es sogar regelrecht genoss, angenehm ermüdet neben dem Regisseur sitzen und seinem Scheitern beiwohnen zu dürfen.

BEFORE SUNRISE
Unaussprechlich.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#4 Mr. Bungle

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Geschrieben 02. Februar 2006, 19:12

DER DUFT DER FRAUEN
ein in alter würde ergrautes abschiedsessen, schwermütig getragen/ beseelt vom kraftmalenden wort des ihm einverleibten, immerwährenden endgültigen wunsches, garniert mit einer der ergreifendsten abschlussreden, die ich mir überhaupt vorstellen kann

POEM
zuweilen visuell unwirksam der ergründung eines gedichtes verpflichtet

AMERICAN SPLENDOR
heimelig wirkender trübsinn aus comicartig zelebrierter griesgram-perspektive

REKORDJÄGER
langatmige, zerfahrene satire über weltrekordsüchtige beim türe-öffnen („position a: du musst deine bewegungen strukturieren. fußspitzen frontal zur tür. position b: parallel zur tür.“), sowie beispielsweise noch folgendes: die tochter hat dem herrn des hauses ein spruch zum vatertag aufzusagen, weigert sich aber, rennt weg um dann im nächsten augenblick wieder mit ihm durch einen luftballon versöhnt zu werden, der daraufhin anstatt die an ihm befestigte nachricht weit fortzutragen, gerade mal die nächste gartenmauer mühevoll passiert

SEIN NAME IST MAD DOG
selten ernst zu nehmendes, ungemein entspannt thematisiertes lieben auf eigene gefahr

BIRTH
die eingangssequenz – das als grandios empfundene rückblickend betrachtet...

stellen sie sich vor, eines tages riefe meine tote frau in vogelgestalt mir etwas zu, von oben herab, irgendwo auf einer kahlen, mürbe gewordnen schimäre hockend, verwunschene klänge darunter säuselnd, dem eisigen schmerz erweichen, nämlich jener kälte ausgeburt, durch die ich watend jeden stockend steifen fuß ein jedes mal aufs neue hochzuheben und aufzusetzen wagte, mutterseelenallein, doch nun aufgrund deines schreis erfriert die zeit, der stillstand gebiert dich neu, hier im dunkeln, unter der brücke

AROUND THE BEND
mäßig eindringliches abklappern von orten als initiatoren für versöhnung und erkundung des eigenen selbst und dem des gegenübers

DOG DAY AFTERNOON
stimmungsvoll vibrierende entgleisung eines zerrissenen

DIE ABENTEUER DES BARON MÜNCHHAUSEN
fantastisch ausgestatteter humbug, sarah polley verkörpert das umwerfend widerspenstige schnuckel, und jonathan pryce in gefolgschaft des todes den herrlich schauderhaft in szene gesetzten kühlen logiker

THE QUEST/PARTY ANIMALS
brünftig röhrende möchtegern-tiere - ob nun jungfräulich entjungfert oder vollgekotzt heiser - torkeln beschwingten schrittes von einer party zur nächsten und fröhnen der lust an titten und ärschen

SIDEWAYS
einzigartig bescheiden das wahrhaftige durchdringender, organischer bilderfluss, weiterhin versteht es alexander payne durchaus kenntnisreich von rührender menschlichkeit zu erzählen

ROMPER STOMPER
skizziert bluttriefende gewaltakte respektive den abnabelungsprozess von der rechten szene ebenso kraftvoll wie unverständlich teilnahmslos

KONTROLL
halbweltfarce zu ehren tragikomisch dahin vegetierender u-bahn-fahrkartenkontrolleure, fabelhaft verspielt auch die erlösung der einzigen hauptfigur, die mit hilfe der als fee kostümierten neuen liebe, welche ihm an die hand nehmend durch den sonnendurchflutenden fleck nach oben schon bald zu überraschenden unbekannten führen wird

HOUSESITTER
ein unverhoffter sinneswandel beschert dem soliden vergnügen an gepflegtem chaos den verdienten todesstoß

BOUND
geschickt taktierende list, verschanzt darauf wartend dem unberechenbaren den schneid abzukaufen

SUMMER OF SAM
john leguizamo ist untreu in der beziehung mit mira sorvino, ein geisteskranker pärchenterminator treibt sein unwesen, jemand, der anders ist als die anderen soll anstelle des wahren unauffindbaren täters für die morde verantwortlich gemacht werden...dabei neigt dieser film zur kaum ertragbaren repetition seiner inhaltlichen versatzstücke

BROKEN FLOWERS
don, der frauenheld, der charmeur, gealtert und abgenutzt. versteht die frauen besser als andere, zumindest ein wenig. zudem ist er manchmal außerstande seinen blick von ihnen abzuwenden. gleichwohl aber verbleiben sie ihm nebulös im gedächtnis, undurchdringlich andersartig pflanzten sie sich fort und gaben somit rätsel auf. überraschen, ernüchtern und rühren zu tränen. machen sein leben aus, verselbstständigen es und verschwinden daraus. zerknautscht hat er es überstanden, sie, jede einzelne von ihnen. oder bildet er sich das ein? hat es sich schlussendlich verwelkend ausgelebt, ist alles überwunden, der bewegungsradius geschrumpft? unterdrückter/aufbrausender eigensinn, zart aufkeimende annäherungsversuche befragt sein lebensmüder wille, schüchtern aufgrund der eingestandenen überflüssigkeit jeder einzelnen frage. unwissend bereist sich don, erkundet den alltag derer, denen er selbst mal einer war. wird hin und her geworfen, fort gescheucht, eingeladen und allein zurückgelassen, verliert den bezug zum eigentlichen, etwas an dem man sich festhalten könnte.
er atmet mit den augen, versäumt das aufstehen und einschlafen, währenddessen hoffnungslos gutgemeinte banalitäten, tölpelhaft sinnstiftende details an ihm vorüberziehen und spuren hinterlassen, ungewollt sozusagen.

POINT BLANK
in schnörkellosen, gerissenen einstellungen wird nur noch funktionierende kopflosigkeit, die letztlich dazu verdammt ist im sande zu verlaufen, brutal offengelegt

ROMEO IS BLEEDING
bösartig und unheilschwanger, vor allem von dem moment an, wo mona bis dahin noch gefangene von grimaldi ihn schließlich die kontrolle über den wagen verlieren lässt, an den händen gefesselt, mit den schönen beinen voran durch die zerstörte frontscheibe krabbelt, der verletzte grimaldi nicht imstande ist nach ihr zu greifen, sie unter aufgebot ihrer kräfte die kühlerhaube hinunter rutscht und davon humpelt, sie, die im eigenen wahnsinn jedem überlegenere

THE DEAD ZONE
hier wagt cronenberg inszenatorisch nichts, was über das nur unbedingt nötigste für eine jede der insgesamt lose aneinandergereihten episoden hinausgehen würde und kreiert damit schmucklosen seriencharakter

LAST BOY SCOUT
schicke bilder, welche gekonnt brütende hitze und spannung, die in der luft zu liegen scheint, anzudeuten wissen, verfeinert mit wohldosierter gewalt und einem streckenweise genialen wortgewitter an coolen sprüchen

DIE INSEL
verkrampfte sterilität trügerischer stille weicht schon bald pkw-zerteilenden riesenhanteln und dem höchsten der gefühle: einem ersten sich zart vortastenden kuss, übrig bleibt oberflächenglanz

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK
daran lohnt es sich erinnert zu werden: charlie speist bei seiner neuen familie, das mit kunstschnee bestreute verschroben-verschobene haus irdischer unvollkommenheit inmitten der fabrikeigenen süßigkeitenlandschaft, dem zuschauer zugewandt sitzt ein zwergenarbeiter, der märchenerzähler, am rande der idylle und spricht die bezaubernden worte: „das leben war für ihn niemals süßer als in diesem augenblick.“

SIN CITY
zernarbte seelenwanderer im süßlich trauernden gewand durchleiden und gebieren gleichzeitig aufgrund eingestandener ausweglosigkeit beinah gänzlich unbekümmert grausamkeiten bis zur selbstaufgabe, am ende finden sie entweder im blutbad wieder zu sich bzw. zueinander, oder bleiben auf ewig einsam

schon allein die filmische umsetzung von marvs werdegang trieft vor visueller aber auch narrativer leere, keineswegs den vergleich aushaltend mit den profunden schattenspielen frank millers

jedes bild zu kopieren und dann an den eigens gezogenen grenzlinien der comicvorlage merklich aufgeweicht gedankenlos mit dem nächsten zu verbinden, verweigert die bereitschaft eigenmächtig zu verantwortendes leben auf berührende weise erschaffen zu wollen

L.A. CRASH
thandie newtons entgeistertes gesicht, die unaussprechliche widersinnigkeit weniger durchlebter minuten widerspiegelnd, die gar nicht hätten sein dürfen, ihre allzu-schmerzlich nachzuvollziehende panik-attacke beim anblick ihres retters, die sich der schon ohnehin omnipräsenten, beklemmenden verzweiflung aufdrängt und keinen halt zu geben verspricht im verworrenen trübsal menschlichen irrsinns, oder aber im bann nahezu göttlich schöner fügungen des schicksals einen kostbaren moment offenbart

beschwichtigend murmelnde schneeflocken regnen herab, den tod um vergebung bittend und das leben zurückfordernd, zerrissene herzen wärmend...l.a., ein hexenkessel, überschäumend voll mit cholerisch zischelnden gebräu ...und schaudre nicht wenn du siehst, gleich wogenden phantasmen, aufsteigen die miasmen

trotz alledem jedoch wird das hier filmisch abgelieferte wie ein mosaikartig zusammengesetztes portrait des rassismus zu sehr gekünstelt und offensichtlich konstruiert den dies veranschaulichenden thematisch instrumentalisierten figurenkonstellationen untergeordnet

LOVESONG FOR BOBBY LONG
sich geruhsam wiegend in leise wimmernder melancholie, fast verloren lechzen durch gin-gurkensaft leicht beschwipste unscheinbare herzen solange nach nähe und verständnis, bis am ende allen suchens unverhofft zu dessen beginn wieder zurückgekehrt nun umso klarer und bereichernder einem jeden von ihnen das hier und jetzt vor augen geführt wurde

NIX WIE RAUS AUS ORANGE COUNTY
brav anödende pseudokomödie, die der problematisierung von heimat als hort schriftstellerischer inspiration gewidmet zu sein scheint

KAMMERFLIMMERN
crash ist aus der welt, denn man sieht seine stimmungen tief empfundener mühsal in momenten der konfrontation mit dem tod wie in einem spiegel, in dem er selber blickt

LEBEN UND STERBEN IN L.A.
kompromisslose gangsterhatz, rasant und bitter in letzter konsequenz

LOHN DER ANGST
ein film, durch und durch geprägt von langwieriger genauigkeit, die es stets vermag - ohne dabei ermüdungserscheinungen in kauf nehmen zu müssen - dem knallharten männerabenteuer immer wieder aufs neue dramatische aspekte abzugewinnen

TED BUNDY
in die tonne kloppen?

PICKNICK AM VALENTINSTAG
rätselhaft verästeltes traumgebilde (der schwan = urgeschöpf der drachen = schlange) darin sich ahnungslos wollüstig hingegeben, ungeschützte geister erheben, um im dunstkreis ungeahnter neugier schwebend zu verschwinden, denn dann würden sie der sünde, dem drohenden schatten endgültig verfallen und sogleich unaufhaltbar entkörperlicht sein

DAS COMEBACK
aufstiegsgeschichte, die vergißt den vorangegangenen niedergang aufzuzeigen und behutsam versucht ihre sozialen umstände nur so weit treffend anzudeuten als das sie dabei nie gefahr laufen muss aus dem rahmen für sie unabdingbarer konventionen - im absichtsvollen sinne einem garantiert bewegenden drama verschrieben, das es zudem nur in den seltensten fällen ist – zu fallen

BIN JIP
ästhetisch zartfühlende verneigung vor der schwerelos vereinenden liebe + x
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#5 Mr. Bungle

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Geschrieben 02. Februar 2006, 19:15

FANTASY FILMFEST:



SURVIVE STYLE 5+
eine sehenswürdigkeit!!!...grell leuchtende geistesblitze – zusammengerollt – schlagen atemlos vergnügt purzelbäume, schneiden übermütige grimassen, verheddern sich im eigensinnigen wirrwarr verhaspelter verrenkungen, stürzen in die ausgebreiteten arme hypnotisierter und gleiten auf deren schwingen hinfort

DEAR WENDY
gut geschriebener, dafür aber unattraktiv illustrierter und leider zu simpel gestrickter seitenhieb auf die waffenliebe im allgemeinen, hier in experimenteller form durch wirklichkeitsferne idealisten dargestellt, welche zwar schwören keine tötungsgedanken ihrer obsession anzueignen, jedoch schon bald darauf dazu verdammt sind in die mechanismen ihrer umwelt hineinzugeraten und gnadenlos zermalmt zu werden

EVILENKO
dröger, an unausgegorener Charakterzeichnung und ungenügender kontextueller einbindung relevanter zeitumstände krankender Psychothriller

NARCO (hat einen wunderbaren soundtrack wie ich finde)
freudestrahlender, tragikomischer ideengalopp, dem zum ende hin etwas die luft ausgeht

MATANDO CABOS
vertrackte, durch ihre zu jederzeit gutgelaunt inszenierten wutausbrüche vollkommen übergeschnappte verwechslungskomödie, der man winzige ungereimtheiten gerne verzeiht

THE BIG WHITE
zumindest dank holly hunters entfesselt – gestörtem spiel allemal verdreht, demgegenüber allerdings häufiger ereignislos und fad

BLOOD AND BONES
zerdehnend skizziertes familienleid unter der knüppelschwingenden fuchtel eines unversöhnlich grummelnden, einzelgängerischen bären von mensch

SHUTTER
filmgewordener schockeffekt aus der retorte

2001 MANIACS
selbstverliebter metzel-schmarn

THE DEVIL'S REJECTS
irre kichernde massenmörder tanzen, verwilderte staubwolken zum toben bringend, auf einer das ganze land bedeckenden kruste aus leichenknochen und alles verwünschenden hohn = nichtssagend, dennoch unheimlich stark was seine wie bereits umschriebene sogwirkung anbetrifft

NEIGHBOR NO. 13
karge, ruhig und angespannt sich an das opfer heranschleichende bildersprache, die die verstörend-gierige aufmerksamkeit niemals von ihm abwendet, ein trugbild der schuld, die dir im nacken sitzt und auf schritt und tritt folgen wird, gleich eingefrorenem schrecken drohend vor dir steht, sogar in dem moment mehr mitleid verdient hätte als du selbst, und anfängt widersinnige bellende laute von sich zu geben...davon fasziniert erkrankte ich

THE DESCENT
beengende unergründlichkeit, aus deren dunkel - ungeahnt - krallenbewehrte dämonen hervorschießen, die bei denen, in deren hals sie sich verbeißen, friedvollen einklang zerschmettern, wodurch blutdurst sich bahn bricht zum ich;
aber da...
(– ACHTUNG SPOILER – )
...frage ich mich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, hätte der film damit geendet, dass wir sarah ausschließlich schlussendlich dabei beobachten dürfen, wie sie in den geländewagen steigt, die fassung verliert und jeder daran möglicherweise anknüpfende gedanke bezüglich nachreichenswerter traumsequenzüberraschungen gar nicht erst das licht der welt erblicken würde

APPLESEED
sowohl optisch glatt geschnörgelte als auch wortlastig – durchdachte utopie

A BITTERSWEET LIFE
unrettbar in sanfter melancholie verfangen das hartherzige ende herbeisehnend

TRAUMA
atmosphärisch vereinnahmend - diffuse wirklichkeitsentfremdung

THE CROSSING
durchtrieben psychopathische, von zeit zu zeit belustigend zugespitzte „ein-mann-show“, mit einer zu grobschlächtig charakterisierten frauenfigur

THE UNCERTIAN GUEST
die idee in der welt eines fremden zu hausen, ohne das derjenige davon weiß, wird hier zugunsten minder tiefsinniger handlungstechnischer perspetivverschiebung bis zum gewollt überraschenden ende ausgereizt

ARSENE LUPIN
fintenreiches kräftemessen zwischen diebischen elstern und zickigen hexen, ermüdend gehetzt und ohne visuelle reize erzählt

THE DARK HOURS
ein mitreissendes kammerspiel hätte dieser film werden können... doch er wirft sich bald selbst über bord... ob es nun daran lag, dass es ihm an kreativen einfällen für die angestrebte „90-Minuten-Unterhaltungsmarke“ mangelte, oder ob einfach ein tobsuchtsanfall ab einer bestimmten filmminute längst zum programm gehört hat

CHRONICLES
kurzweilige, zuweilen schwer verdauliche medienschelte, die zusehends schwerfällig zu werke geht

ANTHONY ZIMMER
charmant und kurz angebunden

GODZILLA: FINAL WARS
langweilendes trashfeuerwerk, was irgendwann an den nerven zerrt

THE PRESIDENT'S BARBER
warmherzigen humor beflügelnde absurditäten, die die grausame wahrheit vergangener tage elegant karikieren

EYES OF CRYSTAL/EMPIRE OF THE WOLVES
unscheinbarer polizistendarsteller ist abgedrehten präparator auf der spur/unscheinbarer polizistendarsteller ist diversen rätseln auf der spur

REDEEMER
opernhaft übersteigertes ringen um wohnraum, und sonst nichts

KAMPFANSAGE – DER LETZTE SCHÜLER
stümperhaft heruntergekurbelter martial arts-schund, zuzüglich handelsüblicher alibi-story

AB-NORMAL BEAUTY
effekthascheriche zerstörung eines interessanten ansatzes

FEED
überhastet vorangetriebener, plakativer versuch sexuelle perversion „geschmackvoll“ zu problematisieren,
vom überlangen finale ganz zu schweigen

MAN THING
s.o. letztgenanntes, langweilig - blutleere comicverfilmung

EVIL ALIENS
munteres blutbad, kostengünstig abgefilmt

SATAN'S LITTLE HELPER
billiger, schnarchnasig

MORTUARY/UNA DE ZOMBIS
...grässlich...

KISS, KISS, BANG, BANG
perfekt getimte krimikomödie mit satirischem einschlag, dabei auf einer einem fast schon aufdringlich sympathisch vorkommenden chemie zwischen gutgelaunten charakteren sicher fuß fassend

GHOST IN THE SHELL 2: INNOCENCE
vergiss mein nicht... (zweite sichtung erforderlich und überdeutlich erwünscht)
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#6 Mr. Bungle

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Geschrieben 02. Februar 2006, 19:18

PRIDE AND PREJUDICE
die grundständige, nur unergiebig wirksame und darstellerisch irgendwie verstockt (man möchte meinen matthew macfadyens todtraurigem blick und steifer haltung entnehmen zu können keinerlei liebe jemals empfunden zu haben und wohl auch in zukunft außerstande zu sein in besitz solcher gefühle zu gelangen; und zudem den wunsch verspüren keira knightley die ohren langzuziehen, nämlich immer dann wenn sie wieder einmal die dreistigkeit haben sollte, sich darin zu gefallen, kindliche grimassen des lachens den eigenen ungenügend befriedigten erwartungen an mimischen ausdrucksvermögen einer erwachsenen unbedacht schamlos und zu jeder zeit unpäßlich vorauszuschicken) preisgegebene inhaltliche essenz gereicht dem film nicht gerade zu höherem wert, geht aber glücklicherweise eine ungeahnt die vorherigen mängel ausgleichende synthese mit schlendernd umschrittener opulenz ein, wonach hochwohlgeborener kitsch mir die sinne umschmeichelnd zu vernebeln die ehre hatte, bis ich mich letztendlich in völliger geistiger umnachtung gefangen fand und dazu genötigt sah beim anblick des übers moor sich nähernden mr. darcy (mit gelöster weste) schmachtend dahinzuschmelzen, womit sogleich verblüfft festzustellen sei sich in das gelungen heraufbeschwörte bild des wahren und schönen ernstlich verguckt zu haben...ähm...
[edit] ich würde sogar so weit gehen und behaupten die kamera führe hier ein eigenleben...

HULK
Mitleidiges Erstaunen umfängt donnernde Zornausbrüche Backen aufblähender Neurotiker. In sich zerrissen explodiert Muskelstrenge, fährt ungestümes Ungetüm sandkornumwoben gen Endlichkeit verleumdender Unbegrenztheit des Augenblicks.

DER LETZTE MOHIKANER
Altruistische Heroen erretten holde Schönheiten aus gewittrigem Kugelhagel, springen todesmutig monströsen Wasserfällen hinab, erweichen das Herz, nachdem sie Verlust erlitten und flugs darauf Rache geübt haben an denjenigen, um deren unheimliche Schlachtgier willen wir dergleichen fürchterlich zu hassen lernten.

DER EWIGE GÄRTNER
Anfängliche Reserviertheit weicht dem Rauswurf aus dem Mikrokosmos Unkraut jätener Nadelstreifenanzüge. Von jetzt an umwölkt allumfassende Verderbnis seine Gedanken, weitet den simultan dazu paranoider werdenden Blick. Entzaubert friedfertige Traumgebilde, der Liebe wegen.

„Und der Wahnsinn schleicht durch die Nacht und nennt sich Recht und nennt sich Macht. Er hat einen Mantel aus Kälte an, weil man Frierende besser regieren kann. Verjagt die Sonne, löscht die Zeit und stiehlt uns aus der Wirklichkeit.“ Zitat: Konstantin Wecker

DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER
Nervenstrangkauendes Unbehagen durchdringt sinistre Verheißungen schürende Herbstfäulnis.

STAATSAUFTRAG: MORD
Nahezu „berechnend“ diktiert wird hier die Routine israelischer Geheimdienstler abgehandelt. Unerschütterlich, ohne mit der Wimper zu zucken, geht ein jeder seinen Aufgaben nach. Bedrohen. Belauschen. Entsorgen. Ausgenommen der Szene, wo Ariel die ihm ebenfalls besonders zugetane, zu diesem Zeitpunkt aber offenbar beabsichtigt verloren gegangene, Edelhure Marie hinter einer gewissen Hoteltür vermutet, vorerst überlegt, dann doch umkehrt, sich gewaltsam Zutritt verschaffend zum Bett stürmt, die Decke wegzieht und erkennt: „Die Falsche!“

COLLOSUS
Zynischer Abgesang auf den unbändigen Fortschrittsglauben unsererseits. Enthusiastische Programmierermenschlein schenken robotisierten Gewissen übermäßiges Vertrauen und bezahlen dafür mit ihrem Leben. Denn genauso wie es ihrer Art zu eigen ist, verfällt „Collosus“, durch sie zum Spiegel eigener Ängste vor der innewohnenden dämonischen Energie gemacht, herrschsüchtigen und züchtigend verfahrenden Kontrollwahn.

KLUTE
Das abgeklärte Callgirl Jane Fonda fühlt sich zum ersten Mal ihres Lebens in den Armen von Klute geborgen, geliebt. Dadurch der kaltschnäuzigen Selbstbeherrschung beraubt, werden ihre Gebärden zartfühlender, zärtlicher, spricht der Körper eine profundere Sprache als er es, früher einsamkeitsliebenden, betörend leuchtenden Versuchungen angehörend, vermocht hätte.

MANHATTAN (beziehungsunfähige Intellektuelle vs. treue Engelskinder)
Woody Allen und Diane Keaton zunehmend einander intimer zugewandt, schwarz auf weiße Schatten, von kosmischen Ausstellungsfragmenten umlagert, KÜSSEN SICH NICHT; wo doch ersterer so gern schon gleich interstellare Sexualpraktiken ausprobiert hätte.

DER TEXANER
Bleischweres Abenteuer außen unerbittlich – überirdisch gut zielender, innen weichkerniger Einzelgänger, deren verschwitzte Ziellosigkeit sich darin äußert, dass ein stationäres Zuhause ihnen keineswegs entsprechen würde.

KATZENMENSCHEN
Des Nachts treiben Blüten geschwulstartiger Sinnlichkeit unter zurückdrängender Haut, durchstoßen sie, borstig sprießend, wächst finster schimmerndes Fell, lüsterne Jäger bekleidend.

DER SCHMALE GRAT
Berechtigte Frage: „Woher kommt all dieses Böse?“ Atmest du es? Gehst du darauf? Bezirzen dich dessen wohlige Schauer? Voraus besteht es? Aus erstorbnen, qualvoll zugerichteten, eingegrabenen Gesichtern? Sicherlich entspringt Soldatengerangel dem fragilen Tanz auf Grashalmen...

Besagte STILLE LIEBE
zwischen resoluter, taubstummer Nonne und polnischem (?) Taschendieb genoß ich in vollen, gehaucht angedeuteten Zügen.

DER LETZTE BEFEHL
Abgesehen von der ereignisreichen Geschichte, sowie dem darin vorkommendem wandlungsfähigem Hauptdarstellerdreiergespann...hoffnungslos stimmenden Kriegsepisoden, kaum erwähnenswert.

DER ALTE AFFE ANGST
bedeutet wohl, nachdem er sich in das Leben zweier Menschen eingenistet hat mühselig zerredete Entzweiung, Halsschlagader zerberstende Streitereien.

VIERZIG GEWEHRE
Ungemein dynamisches, vielsagendes Westerndrama, was der gekonnt fokussiert innere Spannungen erzeugenden Regie zu verdanken ist.

IM JAHR DES DRACHEN
Ich gebe unumwunden zu mich im brodelnden Hexenkessel Chinatown sofort heimisch gefühlt zu haben. Ekstatisch übersprudelnde Gewaltentladungen überschwemmen schmutzige, grellbunte, undurchsichtig verzweigte Straßen. Alsbald erscheint Stanley inmitten von vom Ascheregen flammenverzehrter Seelen benetzten Drachen.

DER SCHLÄFER
Veralberter Futurismus posaunt aufmunternde Zivilisationskritik unverblümt in die weite Welt hinaus.

LEGENDEN DER LEIDENSCHAFT
Brad Pitt trägt den Bären in sich und auch das schwache Geschlecht kann diesen nicht bezwingen Punkt

AMADEUS
Das „infantile“, gottgesandte Genie erliegt den perfiden Irreführungen eines gottesfürchtigen, humorlosen Neiders. Musikalisierter Bombast ward zu Grabe getragen.

THE MISSION
Mit tropenfeuchten Dunst entstiegene, ehrliche Glaubensbekenntnisse überstrahlen livrierte Feindseligkeit im Dienste ihrer raffzähnigen Majestät .

ONE NIGHT STAND
Angespannte Geilheit durchsetzt schwüle, vor lauter Lust zu vergehen drohende Geziertheit.

DAS OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE
lehrt uns, facettiert genug: Frauen sind launenhaft, Männer dagegen besitzergreifend.






DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (neben der wunderbaren Nadja Uhl)
Sie trachtet danach die Grenzwache zu übersehen, fährt weiter, lautlos entrinnt ihr der Schmerz. DIE LIEBENDEN DES POLARKREISES (neben dem schwer zu verheimlichendem allegorischem, symbolträchtigem, erotisierend verwesende Zeit wohltuend parfümierendem Unterbau) Otto in Anas Augen, deren Pupillen sich in anwachsender Schwärze verlieren. Glasige Reflexionen darben ewiglich, Otto in Anas Augen.
MÜNCHEN (neben dem allerorten anzutreffendem geschwätzigem, jede erdenkliche meinungspolitische/religiöse Position umspannendem Rechtfertigungszwang, der zumeist atemberaubend brillant ernüchternd inszenierten Brutalität der Vergeltungsaktionen) Die Holländerin auf ihrem Hausboot, unbekümmert, eine Katze streunt umher. Taschenpistölchen im Schubfach. Auftragskillerin. Mit der Absicht ihren Kollegen rächen zu wollen, stehen sie nun vor ihr. Versteinert, entschlossen. Ehe sie sich versieht haften zwei rote Flecken an Hals und Brust. Vollkommen harmlos. Sie entschuldigt sich, beschwichtigt, bietet ihnen ihre Dienste an. Es hat den Anschein als sei noch nichts passiert. Nur zwei rote Flecken. Sie wird sterben. Und das weiß sie und stirbt bereits. Dann fließt das Blut in Strömen. Noch verzieht keiner eine Miene. Wie versteinert stehen sie da.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#7 Mr. Bungle

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Geschrieben 16. Februar 2006, 17:18

LA VIE NE ME FAIT PAS PEUR
Zwei etwa sechs/sieben Jahre alte Mädchen stehen sich nackt, mit rotbräunlicher Farbe am ganzen Körper beschmiert, gegenüber und schreien aus vollem Halse; grimassieren aufgedreht dem Betrachter entgegen, versuchen all die sie im Innersten herausfordernde Energie auf uns zu entladen.
So fällt jeder gerade noch von zarter Taufrische überzogener intensivster Moment oder aufregendste Empfindung dem toll gewordenen Erkenntnisdrang der Teenager Emilie, Stella, Inès und Marion zum Opfer. Von gar überschäumender Willenskraft unergründbarer Wildheit angetrieben, werden die Gefühle durch sie hingebungsvoll zelebriert, wutentbrannt zerpflückt oder genauestens in ihren Extremen ausgelotet.

Furiengleich hetzten die vier vom rohen Lustmolch zum faden Muttersöhnchen, imitieren Schmierenkomödien, tanzen verschwenderisch am Rande erschöpfenden Schwindels und trommeln selbstlos aufeinander ein.
Verwirrende, beinahe einem selbst befremdende Momentaufnahmen verhöhnen so manches Mal die den Mädchen widerfahrende Enttäuschung und lustvolle Trauer, indem sie sie oftmals mit dem kulissenartig ausstaffierten Mikrokosmos eigener Wunschvorstellungen verknüpft, ohne es jedoch zu versäumen anhand des nächsten Schnitts in zumeist grotesk anmutende Begegnungen mit den von außerhalb das bunte Treiben beobachtenden Erwachsenen auszuarten.

Vernunft gehört hier niemanden allein, sondern zersetzt sich eher im Zuge unverschämter Selbstverständlichkeit.
Zerwühlter Bildersalat rast fiebrig über die Mädchen und deren Eingeständnis von schmerzhafter Wahrhaftigkeit ihrer Existenz hinweg, wobei er niemals den ihn inhaltlich tragenden, erleichternden Unsinn aus den Augen verliert.
Am Ende verlässt das gnadenlos andauernde Emotionsgewitter gänzlich den realen Handlungsrahmen, um nun auch das letzte Fünkchen Bodenhaftung vergnügt vertilgen zu können.
Und wir erinnern uns wieder an den Anfang, wo ein Meerschweinchen und ein toter Krebs höchst menschliche Dispute auszutragen hatten.

JUNTA
Eine junge Dame blickt erstaunt um sich und schien umzingelt.

Ritterlich gerüstet und schwer bewaffnet durchbrachen verschwitzte Folterknechte schneeweiße Zahnreihen und rannten zum zart erblühten Schenkelklopfer der Geschichte, weiblich - rund, mitfühlend – streng stand da deren Erklärungsprusten vorm Opferaltar gebeugt, kopfüber, beängstigend still und entdeckte dort tatsächlich die unbefleckte Empfängnis vernunftsverseuchter Zwergenfreuden, auf denen weich gebettet es sich hervorragend in den Schlaf wiegen lässt. Aber hatten wir nicht Krieg?
Und so strahlt sie verhalten und so stahlen sie ihr die Sonne, schwemmten das in dem hell – runden Frätzchen fläzende, warmherzig vor sich hin tropfende Vergnügen am Leben fort, rissen auf die Pitbullmäuler und entführten kristalline Sonnenscheinknospen in den gegähnten Abhang ihres übelgemeinten Schluckaufs. Der Welt durch Alkohol benommen hicksend das Licht ausknipsen. So konnte man sich benehmen. Zu Hilfe nahmen sie sich scharfkantige Löffel und fraßen die Sonne von innen auf. Höhlten die ihrige – knurrendknochig und schorfbedeckt - von veraltetem Gold beschirmten Glanzes besudelte Hülle aus und würgten schmatzend süßes Fruchtfleisch hinab ins steinerne Gestrüpp, darin (stromstoßdurchsetzt) die blutige Saat aufkeimender Krüppelwesen dem Tod entgegen ächzte.

Die metallene Tür schlägt zu, ein alter Mann, die Hände in den Hosentaschen, geht vorbei. Würdigt die durch nur wenige Zentimeter von ihm getrennte Menschenschlachtung keines Blickes. Nichts ahnend entfernt er sich, ohne Hilfe zu rufen... .

Obwohl, warum sollte er auch? Wie konnte er sich da sicher sein? Vorgestern, zur Mittagszeit rannte an dieser Stelle, die geöffnete Tür schnell weit hinter sich lassend, eine schmutzige Frau wie wahnsinnig drauflos. Nach ein paar Metern ergriff sie jemand und zerrte das sofort erstarrte Pfund Knochenfleisch hinein in die Autowerkstatt. Oder was er davon erkennen konnte ließ ihn jedenfalls darauf schließen... .Kaum des Spazierens wert darüber nachzusinnen. In den Zeitungen stand doch nichts davon, oder? Entführungen? Gefangennahme?? Folter??? Hier am helllichten Tag. Nein, Mumpitz! Ganz sicher nicht. In den Zeitungen hätte das bestimmt gestanden. Und wenn nicht? Soll mir egal sein, verdammt ich trödele schon wieder. Keine Ahnung warum ich das glauben möchte, das tue ich ja eigentlich auch gar nicht. Hm. Nur weiter so, werd` nur verrückt... .

Er beschleunigte seine Schritte und kam nie wieder an der Tür vorbei.




Oh du suchst Hilfe schreist aber laut kannst aber niemanden antworten hören darauf antworten hören außer dich selbst und das nicht mal antwortend und wirst angeschaut von windverzerrten Gelenken die unter Stofffalten heftig rotieren und an anderen unförmigen Kleiderbündeln ziehen sie treten und herunterwerfen alles um dich herum sieht aus wie du aber bewegt sich nicht um Himmels Willen fass mich nicht an wo soll ich denn hin siehst du nicht das ich lebe und kopflos falle ich doch in die Tiefe Hilfe gibt es nicht und wenn dann woher auch käme sie angeeilt sollte sie mir über den Kopf wachsen die Fußfesseln diese vom Tod infizierten Riemen und Schellen zum Verglühen bringen und im gleißenden Licht die dunkle Tür vor mir zerschmettern das wäre dankbare Wut die dies vollbrächte und gäbe mir dann die Kraft hinauszuwachsen aus mir in die Höhe den geschändeten Betonklumpen zerberstend und vergilbte Zeitungen zerrupfend die lasen die gerne Pornohefte diese Wichser einer war immer scharf oder gerade schlecht gelaunt dann wieder im Tischtennispingpongrausch aufgehellt wie Freund und Bruder untereinander da draußen lachten die und schlugen fremdes Blut aus den Eingeweiden fremder Leiber die gingen ihnen eigentlich gar nichts an aber was wollten die schon hören bissen mir in die Brustwarzen, grillten das Fleisch meiner Wangen und gaben Schmieröl dazu dass ich ja keinen anschaue und mir nicht merke wie derjenige ausschaue und wenn ich raus käme und ihn verriet dann war das doch nur ein Witz grabschen tat der eine strich fingrig - geil um mein Schlüsselbein oder das was noch mir gehörte und den Zähnen nicht die Blöße gebend hockte ich wie ein misshandeltes Hündchen da in der Ecke beißt nicht mal die Kleine kann sich nicht waschen soll sie auch nicht denken wohl sie könne es nicht einmal mehr saß da wie belämmert festgezurrt zerdehnt bis zum Nervenriss keine Angst doch aber große dabei immer gespannt bereit für neue Überraschungen entwürdigend ist nichts niemals gewesen Hilfe käme nicht müsste es dem Lustmolch jetzt nur noch machen weiß der Teufel was sonst mit mir passieren würde keine Ahnung warum sie ausgerechnet mich gefunden haben finden mussten rotzen lächelnd in die Ecke und sagten ich könne nun das saubermachen und auf gar keinen Fall mit einem anderen reden wieso denn schon denken wüsste gar nicht wie ich zu diesem Schluss kommen soll auch egal der folternde Haufen hinter meiner Tür streitet und stiert schielend machtvoll und selbstgefällig durchs Territorium und rast mit Maschinengewehren gebrüstet hin und her und dann wieder saß er stumpf da drüben glotze mich an redete was von drinnen bleiben das wir draußen so nie zusammengekommen wären ja sicher du weißt schon das ich mir das hier wünschen musste Licht befleckt mich manchmal kommt herein und spuckt mich an draußen dröhnt laute Musik immerzu jeden Tag Glühlampen platzen der Schimmel marschiert über mich hinweg und trägt keinen Fallschirm als er springt von meiner ungewaschnen wund geriebenen Menschenklippe er hieß irgendwie und wollte mich später sehen und wäre auch gut zu mir gewesen meine so genannte Kontaktperson wäre das gewesen für damals draußen bei Mutti das Hühnchen war fettig und ich aß es geehrt wie ein Raubtier mit Haut und Harren tolles Geschenk die Stöckelschuhe mit denen ich da rumgestakst bin als er mich ausgeführt hat mein Nachbar Felix der mich nackt gevierteilt hat welch ein pathetischer das Ohr mit Schmalz zukleisternder Hurensohn das war und dazu auch noch reuelos und schuldig ein krankhaftes Etwas von der Haarwurzel bis zu den Schuhsohlen gab der andere mir davor schon eine Frist gleich würde ich sterben hab mich schon im vornherein tot hinlegen wollen aber dann knallt seine Pistole daneben warum auch nicht tappen wir allein und doch zusammen zur Dusche schab ich mir die geschundene Hautkruste vom Fleisch gehe aufrecht der Pracht des Elends aus dem Weg gehe trotzdem in ihr auf kratze staubige Rätsel an die Zellenwand warum bin ich hier denkt darüber jemand nach das hätte keinen Sinn verbittert war ich schon darüber als sie mich auf einmal impfen wollten nachdem einer der Wächter mein ehemaliger Mitbewohnter der draußen bei Mutter im Gras vor sich hinvegetierte anscheinend aber doch ständig schlachten ging oder um verdrehte Fleischmuskeln herumging um mal hier mal da sie anzustupsen und währenddessen den Lachkrampf unterdrücken musste trotzdem dabei immer ernst nach Vorschrift vorging ja nachdem dieser mich nun unerlaubterweise ausgeführt und vernascht hatte als lebten wir unbeschwert zusammen kleiner Bastard nun jedenfalls war das Beruhigungsmittel gewesen kein Impfstoff wie versprochen vor was auch schützend vor Pockenflocken hernieder regnend ins Nichts auf das Wasser schlag ich ein körpergroß und winzigklein nein das zerschmettert mir den Kopf reist mich löst mich auf un...


DIE STUNDEN
In den gemütlichen Schein des Kaminfeuers gehüllt antwortet Virginia Woolf auf die Frage ihres Mannes, wer in ihrem Roman sterben müsse, dass es der Poet sein würde, ihres Erachtens also derjenige, der die Visionen hat.

Du musst mich gehen lassen.

Es geht darum was man ertragen kann. Gefesselt an falsches Glück schuf ich ein Leben, starr, künstlich und einsam. Doch das darf nicht von Dauer sein, denn sonst wählt man den Tod. Verlockungen, in dem durch sie geschaffenem Moment zufrieden gestellten Bedürfnisses zart zergehend und schon zugleich darauf bedacht vor den sehnsuchtsvoll danach greifenden Fingern ins Nichts zu entschwinden, zerbrechen unwissentlich selbst auferlegte Schwermut. Setzen grell leuchtend, spitz wie Nadeln stechend schmerzende Punkte ins Dunkel bedrückten Suchens, belebt durch den verzweifelten Wanderer im Geiste, der obwohl beschützt und umsorgt, dennoch unerkannt als solcher, verblassenden Auges vereinzelt auflodernde Hoffnungen genusssüchtig zu beäugen wagt. Er ist im Wahn gewitzten Erduldens dazu geneigt, desselben verschwenderische Nutzlosigkeit selbstlos zu begreifen und tränendurchtränkt wahllos gehetzt ein letztes Mal sich hinzugeben, der allumfassenden Schwere des Entschlusses, sich und das was war wegzugeben, in die Tiefe haltlosen Treibens zu tauchen - zutiefst nachdenklich gedankenlos -, währenddessen stets dem vorwurfsvollen Blick empörter Beständigkeit umso mehr entwunden, und stattdessen – verliebt in sinnlich entleibte Stille – eigennützig und verwegen dem verödet blassen Antlitz tapferen Willens zugewandt zu sein. In ihm sich badend ergeben. Sodann die eigne Seele entblättern, um ihren nackten weichen Kern formlos werdend aufzulösen, das Zurückgebliebene von sich zu befreien. Erstickende Lüfte nicht mehr zu atmen, sondern vertraut in ihnen aufzugehen, als Erinnerung in die Winde gestreut, sanft verwehend gescheucht.

Ich glaube nicht, dass zwei Menschen hätten glücklicher sein können, als wir es waren.

Gerade noch saß er im Fenster, sprach diese Worte, und nun gerät er ins wanken, einem dabei ähnelnd, der sich zu Bette legen möchte. Fallend verlor er den Sinn im Leid des Seins, die Erde erschütternd als er sie mit seinem gelebten Körper benetzte.

HIER SPRICHT DENISE
Die sind alle ungemein beschäftigt. Hacken, kauernd vor dem Schreibtisch, im Schneidersitz oder ausgestreckt auf dem Bett oder im Büro, eifrig geschäftig die Tastatur zu Brei. Jeder von ihnen arbeitet ohne Unterlass, als wär’s ein Alibi. Auch privat hockt man holzschnittartig versteckt im Bau regungslos verehrter Scham.

Ständig durcheinander, bestaunen, versprechen, misstrauen, belügen, befriedigen und verheimlichen sie sich selbst; des zweifelhaften Vergnügens gewahr, das von Einsamkeit geplagte Zitterhändchen Schimären freundschaftlicher Anteilnahme und liebevoller Zuwendung entgegengestreckt zu haben. Doch solche Phantome leben nur vom ausgebleichten Budenzauber, daraus versprühte Funken augenblicklich blenden und doch nichts wahres sind.

Sechs Yuppies hängen, unablässig quasselnd, an der Strippe, seufzen hilfesuchend halbvergessene Morsezeichen durch den Äther. Gelangweilt entsteigt ihre Feigheit unermessenen Tiefen gähnender Leere, um, wieder an die rettende Oberfläche geklammert, einer Überzahl verwahrloster Ausreden Vertrauen zu schenken.
Sich diesem Selbstschutz vergewissernd, beteuert keiner irgendwas, hinterfragt Versprechen und redet ton- und tatenlos drauflos. Evozierte Gefühle, unsichtbar. Befreundete Freuden am Telefonieren (an überall hinreichender Telekommunikation, welche Sexspielchen begleitet, Tote betrauert und Geburten miterlebt) verhindern die Zusammenkunft zweier Menschen. Da können Martin, Frank, Barbara, Denise etc. etc. noch so hastig-laut gackernd versuchen sich das Leben vorzugaukeln, daran teilhaben tun sie nicht.



Trotz alledem gibt es Hoffnung: Denise will ihrem Samenspender die ihm zu verdankende Neugeborene nahe bringen und wartet lange Zeit vergeblich am vereinbarten Treffpunkt, aber dann traut der sich doch tatsächlich aus seinem Schneckenhaus und steht ihr wie im Traum auf der abendlich verlassenen Straße gegenüber. Sie gehen zusammen weg. Der schönste Moment im ganzen Film.



PIERROT LE FOU... DÄMMERT UNWEGBARE FREIHEIT
Sengender Hitze sowie beengender Leere entfleucht, müßiggängerisch jedweder konterkarierten Form gehaltvolle Erklärungen bedürfender Heilsuche entsagungslüstern verschrieben, reüssieren durchgeistigte Illusionisten in abstrakten Schattenwelten dramatisierter Unentschiedenheit.








LOST AND DELIRIOUS
Fiebrig wimmert blutende Liebe, zu Fall gebracht, vergessen, zurückgeblieben im Unterholz zerstobener Wahrhaftigkeit, darin Schutz suchend immer noch die irdischen Flügel, allem entsagend, jenseitigem sehnsuchtsvoll zugetan, gebreitet. Brigitte Bardot, das unbedarfte, allerorten Zerstreuung suchende Mädchen im zaudernden Körper einer begehrenswerten, unerfüllten Frau scheitert an der mauerdicken Unvereinbarkeit von eigenverantwortlich erstandenem Liebesglück und den diesem unversöhnlich entgegen gesetzten gesellschaftlichen Konventionen. Insofern ist es wenig verwunderlich das letzten Endes DIE WAHRHEIT über's vergangene, persönliche Fortune BB's nur durch Selbstmord aus Überzeugung Gehör findet und gerade deswegen aber auch rückblickend so sehr mitreißt. Romy (-MÄDCHEN IN UNIFORM-) Schneider schlüpft in die zerbrechlich-zarte Rolle eines femininen Romeos, dem sittliche Prinzipien und mädcheninternatseigene Benimmregeln im Allgemeinen nicht scheuen um vor lauter liebestoller Hochachtung der bewundernswert aus dem durch die Mutter Oberin eisern verfochtenem Reglement von Zucht und Ordnung hervorstechenden Erzieherin Lilli Palmer kniend die Hand zu küssen. GILDAs Happy End mag mir nicht besonders munden. Enttäuscht von der vorherigen Beziehung mit Herzblatt Johnny Farrell angelt die sich ja kurzerhand den schwerreichen Irren Mudson, markiert das dominant - durchtriebene Liebchen, solange bis ersterer (unlängst als rechte Hand ihrer neuen Eroberung etabliert) den damit ihm zukommenden Frust verspürt, im Umkehrschluss die Verflossene anfängt zu verachten, der gegenseitige Hass sie wieder zusammenführt, der Gehörnte austickt, türmt, den eigenen Tod vortäuschend, aus sicherer Entfernung den richtigen Moment für die Vergeltung soeben angedeuteter Schmach abwartet, unterdessen Johnny sein an Gildas damaligen eifersuchtssteigernden Quälereien erheblichen Schaden genommenes Ego rächt, indem er sie ständig überwachen, mit Gewalt sich selbst beschränken lässt, woraufhin sie irgendwann ganz verzweifelt das Land verlassen will, es ihm in letzter Minute doch noch reut, er sich vom gefühllosen Tyrannen zum weich gewordenen Lover zurückverwandelt, Mudsons Gegenschlag selbstredend misslingt, G. u. J. einander verzeihen... Wäre die bittere Ironie, das nämlich Farrell eigentlich kein Deut besser ist als der paranoide Mudson, bis zuletzt unabänderlich beibehalten worden, umso mehr hätte Rita Hayworths leiden dürfen, anbetungswürdiger als sie es ohnehin schon hat. Lustlos tänzelnd, röhrt Sadies zerbeulter Gesang erschöpfende Worte schmerzhaften Bedürfens ins Mikrophon, der „talentierteren “ Schwester, der„unerreichbaren“ GEORGIA, zu Ehren. Zu den Klängen der Jukebox entspinnt sich, jeglicher irdischen Last entbundene, im Innersten Luisas (LUST FOR LIFE) erleichternd verführerisch wütende, Laszivität unvergänglicher Anmut. Nachdem Barbara Graham (LASST MICH LEBEN!) zu unrecht, infolge penibel eingehaltener Vorkehrungen, erfolgreich hingerichtet werden konnte, wird es dem geläuterten Journalisten, dessen Engagement zuvor keinen geringen Anteil an der Herbeiführung ebendieses vollstreckten Urteils ausgemacht hatte, zuviel den diesem Ereignis beigewohnt habenden Herren beim starten und manövrieren ihrer Wagen zuzusehen – als ob sie ein Restaurant verließen -, sodass er sich den Stöpsel des Hörgeräts aus dem Ohr zieht um heimlich still entlassen all dies zu vergessen. DAS LIED DER TREUEN CHUNHYANG trugen elegische Kopfstimmen auf weisen Schultern über flammende Meere verheerender Gemeinheit hinweg.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#8 Mr. Bungle

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Geschrieben 10. März 2006, 20:51

STAGE BEAUTY
In beschwingte Worte und Gesten gefasstes, gefällig zur schau getragenes durchexerzieren stilisiert eingebildeter/ungenügend verstandener, noch unentdeckter, im Wettstreit gegeneinander antretender, der Identität spielerisch auf den Grund gehender Geschlechterrollen.

* * *



DIE TRÄUMER
Theo und Isabelle imponieren dem anfangs so prüden Amerikaner Matthew durch ihre zur Schau gestellte rätselhafte Selbstsicherheit. Er traf sie im Getümmel: revolutionärem, nein rebellischen Brodeln wider staatlicher Arroganz. Das Flüchten in dem Film ergreift jeden von ihnen.
Den darin gelebten Traum bewunderten sie, den Wunsch Utopien verwirklichen zu wollen und in jedem Fall davon geprägt zu sein.
Gesellschaftliche Umwälzungen bedürfen eines Gleichgewichts mit der privaten Verwirklichung des Individuums.

Die Verabsolutierung des Intimen aber verführt zum Exzess.

Zwei verzogene Kinder ziehen sich zurück und erproben am zarten Matthew sexuell instrumentalisierte Machtspiele!
Unterforderte, in Passivität versunkene Intelligenz kehrt sich nach innen, ignoriert moralische Grenzen, damit sie sich hemmungslos unreifer Selbstbespiegelung widmen kann.
Demnach wagt es Theo nicht seine theoretischen Träumereien aufzugeben, verachtet in tiefster Enttäuschung den verstaubten Idealismus seines Vaters und schwelgt in dumpfer Lethargie. Isabelle dagegen mimt die „Femme Fatale“, ist eigentlich aber viel zu unerfahren um wahre Liebe jemals gekannt zu haben.
Sie bleibt (auch wenn es nie zugegeben wird) stark von elterlicher Fürsorge abhängig und sähe sich dadurch auch nicht in der Lage dem persönlichen Gefallen am gutbürgerlichen, feinsäuberlich aufgeräumten Mädchenzimmer in Frage zu stellen. Weiterhin wird die Beziehung mit Matthew nur erprobt und muss letztendlich aufgrund des verklärend verherrlichten Festhaltens an alles untergeordneter Geschwisterliebe kläglich scheitern. Ihre Flucht vor der Realität scheint übermächtig.

Als die Eltern außer Haus sind, verleben die drei in dessen labyrinthischen Uterus cinephil gefärbten Egoismus blinder Wirklichkeitsferne und zelebrieren eigne Langeweile. Nachdem Theo, Isabelle und Matthew gemeinsam zugedröhnt in der Badewanne eingeschlafen sind, flüchten sich tags darauf in ein Zelt, hermetisch abgeriegelt von der verwahrlost zurückgelassenen Außenwelt.

Als die Eltern heimkehren, bestaunen sie Verwüstung, erkennen unter den schlafenden, nackt aneinander geschmiegten Körpern ihre Kinder wieder und hinterlassen einen Check. Denn der Vater ist unfähig sie zu maßregeln und schleicht mit der Mutter hinaus; entzieht sich somit jeglicher Verantwortung.
Welch wundersam meditativer Nervenzusammenbruch! Isabelle erwacht, bemerkt den Check, wird der Enttarnung des inzestuösen Verbundenseins mit dem Bruder gewahr und beschließt in stiller Verzweiflung kollektiven Selbstmord zu begehen. Vielleicht aber auch nur weil sie gekränkt ist von dem Desinteresse und der Zurückhaltung, die ihr die Mutter und der Vater damit entgegenbringen?

Ein Pflasterstein zerreist den Schleier unheimlich gewordener Regression und zerrt die drei raus auf die Straße, wo demonstriert wird. Das Geschwisterpaar gerät in einen ungewohnt aggressiven Strudel und erhält die Möglichkeit destruktiven Sex (was in dem strafend gemeinten Befehl mit jemandem schlafen zu müssen seinen Ausdruck fand) durch aufregendes Chaos zu ersetzen. Theo wirft einen Molotowcocktail, Matthew dagegen wendet sich von ihnen ab. Die körperliche Gewalt versteht er nicht. Geht er gewandelt und erwachsen aus ihrer Begegnung hervor; zum differenzierenden Beobachter verdammt? Mir blieb es ein Rätsel.



NOBODY KNOWS
Akira kümmert sich um die jüngeren Geschwister, so selbstverständlich von natürlicher Sorge in Anspruch genommen, als ob ein durch ihn fleischgewordener Vaterersatz vor ihnen stehen müsste: 12 Jahre alt, dem strengen Verzicht auf unbeschwerten Protest gegen das „Dem-Noch-Nicht-Gewachsensein“ unausweichlich endgültig verpflichtet. Denn entließ doch die Mutter sie zu zeitig ins existentielle Erdulden wahllos vermehrter Bewährungsperformanzen. Sodann zur „Zwergenfamilie“ auf Lebenszeit verschmolzen, trägt ein jeder erdrückende Lasten riesenhaften Selbstvertrauens, ohne sich dessen eigentlich aufgrund bisher noch glücklicherweise ausgebliebenen ausgereift - geschwätzigen oder gedankenschweren Bemühens verzweifelt bewusst geworden zu sein.

Betörend naiv pflanzt sich daher weiterhin spielerisch – lustvolles Staunen fort, gibt Anlass zur überschwenglichen Laune und hingebungsvollem Schwelgen inmitten tag-und alptraumhafter Einsamkeit. Gleichwohl finden Erinnerungen ihren Weg wieder ins Gedächtnis, - der verblichene rote Fleck ausgeschütteten Nagellacks etwa, dessen Verlust die Mutter bei ihrer letzten (gewollten?) Begegnung mit den Kindern lautstark beklagte, trohnt nun zu Boden wider des Vergessens, magischen Duft verwester Nähe verströmend - verdunkelt empfundener Gram wegen enttäuschten Hoffnungen kostbare Entdeckungen. Obwohl sie trotz alledem über den Wahrhaftigkeiten des eignen tragischen Schicksals anscheinend zu schweben begonnen hat, verwahrlost die geschwisterliche Alltagsordnung allerdings immer mehr.

Anarchische Bedingungen erklären die ehemals sittsam hergerichtete Wohnung (nach abgestelltem Wasser und Strom) zur „überleben“-sgroßen Muschelschale, in der, ausgelegt mit turmhoch aufgetürmten Verpackungshülsen sowie erdig – beschmutzen Textilruinen und Spielzeugfetzen, mikroskopisch kleine Glücksseligkeiten vegetieren. Und als wäre das nicht schon deprimierend genug und unheimlich berührend-schön zugleich, gehen sich die vergessenen Kinder dann auch ganz unbekümmert am Wasserhahn des Parks gemeinsam waschen, betteln vor Supermärkten um Essensreste, langweilen sich schwitzend in schäbigen T-Shirts, toben auf dem Spielplatz, betrachten die durch einzelne Lücken im Blätterdach eines Baumes hindurchluckenden Sonnenstrahlen, bemalen Rechnung und Mahnungen, lesen sich Gute-Nacht-Geschichten vor und sterben.



Aus dem Blickwinkel dieser „Überlebenskünstler“ findet man auf ungewohnt direkte Weise das „Bei-Sich-Selbst-Sein“ widergespiegelt; optisch äußerst behutsam eingefasst, eine kaum bemerkbare Banalität: am frühen Morgen beobachtet eines der Kinder wie eine leicht aufblitzende Träne der mütterlichen Wange langsam hinabgleitet. Daraus wäre eine feingliedrige Verknüpfung zu ersehen: das Verweben der augenblicklichen Schwermut mit der gleichsam eindringlichen Emotionalisierung des Details an sich, wodurch damit schon der richtige Ton emphatischer Klanggebärden kindlicher Wahrnehmung getroffen wurde.

Wie im abschließenden Lied angedeutet: der kostbare aber doch ungeschliffene/unbearbeitete schmutzige Diamant verdeutlicht jetzt die Quintessenz Akira’s Werdegang. Ein Straßenkind ist er, sitzt erschreckend gealtert, zusammengesunken und in sich gekehrt in der Straßenbahn, die, der eingefahrenen Zunge eines hungrigen Stadtungeheuers gleich, ihn nun verschwinden lässt.




HOUSE OF SAND AND FOG
Hinterm Augenstern, glasig funkelnd, nistet die Übermacht an Überzeugung.
Und gerät nun haltlos durcheinander, zerstreut sich und zerbirst, dank spottender Erkenntnis: wenngleich Fackeln Hoffnung nähren, verzehrt Enttäuschung ihresgleichen.

Das Sich-Ängstigen um des Daseins Halt bedeckt verschattend bittre Wasser trüben Schmerzes.
Der Unwille zu begreifen, versagt sich Nach – und Einsicht.

Sobald sich stolzes Recht erhebt, streckt`s nieder blasse Flut, angespornt vom treuen Seelenrest gequälter Wünsche. Einst Krüppel der Erinnerung, wandeln sie Nebeldunst, welcher unbeachtet Moral verschlingt, zum Organ; darin uneinig gewordnes Handeln umzäunt und verwesend sein Dasein fristet.

Die Bäume senkten, gefällt, (ge-) demütig(t) ihre Häupter, am Meer, unterworfen dem Haus aus Sand, diesem modrigen Träger trauernder Last.



Geradewegs steif und hilflos beherrscht, krümmt er sich zu Boden: „Sie sollen mir die Augen auspicken!“

So öffnet ihm die Augen, sodass, daraus fließend, von glühend heißer Täuschung umgarnt, der Augenblick eigne Sterblichkeit vergisst. Ertränkt in starrer Harmonie vergeb` er sich und ruhe in Frieden.

Dann lag SIE zu Füßen des selig Toten: “Gehen Sie nicht! Lassen Sie mich nicht allein!“



"In quintessentieller Trivialität, jahrelang in dieser Fleischeshülle, hat gehauset eine kleine Seelin..." (James Joyce)


„Gehört Ihnen das Haus?“ – „Nein.“ Niemandem.





DEAD MAN (federleichte Agonie)
Du suchst also das Gute im Bösen?

Als ruhelos- durchgeistigte Halluzination, die weiß was sie will und was nicht und es gewollt hat, oder noch nicht und doch bekam und immer noch will oder nicht mehr wusste was es war und jetzt noch weniger weiß als zuvor und jetzt alles wissen will.

Die verbleibenden Facetten von Farbe entdecken und ein Bild des Zwittertiers schaffen, das aufgeregt den Wald durchhetzt, bebend ob der den Leib zerreisenden Flammenwut, verzweifelt röhrend und doch zugleich unerwartet leichtfüßig, elegant ausgestorben; stets fiebernden Schrittes angesichts des nahenden Endes allen hysterischen Wütens.

Es ist ein verschleiertes Traumgebilde: liebevoll, ungeschickt, kindlich, vergesslich, reif, verletzlich, unnachgiebig und voller Stolz; nicht gewillt sich aus der anästhesierenden Zerrissenheit zu lösen, um Form zu werden und sich dem Willen grober Hässlichkeit zu beugen, gleichwohl sie es vorzieht dessen fruchtbaren Boden zu genießen.

Sprachlose Schwermütigkeit die über uns in Willkür regiert, sinnestrübend und belebend zugleich
befeuert dein Treiben in Zeit verkürzender Sehnsucht.

Dem Sterben zugewandt: „Gerade jetzt, indem ich beginne mit dir den gleichen Ton anzustimmen um das friedliche Summen weiter fortzusetzen, ungeachtet dessen das nichts von Dauer ist, erreiche ich ein außergewöhnliches Maß an Selbstverantwortung.“



NEUNZEHNHUNDERTVIERUNDACHTZIG
Alles Lebendige um einen, verkümmert zur Statik, bewegt sicht nicht vorwärts weil der innere Antrieb wie ein maschinelles Gerüst zu Staub zerfallen ist.

Überall riecht es nach frisch-duftendem, süßlich-fleischigem Körperdunst sich auflösender Kreaturen, die trüben Augen, blöde geworden vor Hörigkeit, versunken in degenerierten Höhlenfratzen; der Spiegel der Seele zerbrochen durch die kalte Spitze blanker Stumpfheit.

Es sind Speere, die sich in deinen Kopf und deine Muskeln bohren, um dich zu lähmen, damit du Blut verlierst, geschwächt stehen bleibst um wie benommen Denkaufgaben zu erfüllen, die im Nichts ihr Ende finden.

Es scheint als würde ich mich gegen dieses von mir wahrgenommene Grauen alltäglicher Kausalität zu wehren beginnen.

Wie ein verzogenes Kind das darauf beharrt mit dem Karussell fahren zu dürfen, obwohl es ihm doch nicht erlaubt ist und es schließlich in kindischen Pathos auszubrechen droht. Das wird gepackt vom zynisch krächzendem Gewitter robotisierter Weisheit, welches Hirne beschneidet und übrigbleibt... ein bloßer Körper.

* * *









THE NEW WORLD verliert sich in orchestral stetig anschwellende Repetition zart aufkeimender, die Hälse streckender Neugier inmitten von mannshohen Grashalmen, gepflegten englischen Baumpilzgärten und ermöglicht es zugleich eine emphatisch zurückhaltend universalisierte, transzendierte Liebesgeschichte erfahrbar zu machen.

STROSZEK verliert erträumtes Heil in der Flucht, den vorab gestohlenen, sich schwindlig drehenden Wagenschlepper setzt er in Brand. Auf dem verlassenen Parkplatz nebst übergangener Zapfsäule traktiert folgsames Federvieh hysterisch scharrend gebeutelten Asphalt, alldieweil Stroszek schaukelnd im Lift dem Moloch entgegensieht.

ME AND YOU AND EVERYONE WE KNOW
Die ans Halteschild geschlagene Nadelmünze fädelt die hinter Glas gesperrten, gerahmten, aufgehenden Sonnen wahrhaftiger Zierlichkeit ins verworrene Sträuchernetz unverhüllter Entität ein.

ZABRISKIE POINT
Zwei Ebenbilder Gottes (Ha!) lieben sich verschmust ineinander gekeilt im skelettartigen Schoße verwunschener Wüstengebirge und versengen mit glühenden Blicken darin gewaltsam eingedrungene materielle Redundanz.
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#9 Mr. Bungle

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Geschrieben 16. März 2006, 20:54

MAELSTRÖM (vielsagend, gleichwohl grenzwertig emotionslos)
Bibiane treibt ab, schlanke Kanülen schlürfen deren Leben aus. Zuhause angekommen fühlt sie sich ausgehöhlt, nicht geborgen, tritt den Rückzug ins Innere an, nur unter dem prasselnden Regendiktat der Dusche spürt B. ihre Körperlichkeit, wenngleich dieselbige im simultan aufgehobenen Raum – und Zeitkontinuum verloren geht. B. stößt keine Jubelschreie aus, vor Freudlosigkeit trunken übersieht, überfährt sie den allenthalben vereinsamten Fischer in dessen eigenen vier Wänden. Das melodisch wohlklingende Lied – handelnd vom Abreißen feindlicher Köpfe und dem Trinken daraus – schmeichelt den abgetriebenen Ohren unserer Heldin. Lebenslange Rache muss ihr zu Teil werden: fischige Überreste hinterlässt der Verschiedene, verunreinigende Gemahnungen an B.`s Schuld kleben bäuchlings der Karosserie. In Erinnerung gerufen: Jedwede menschliche Handlung ist eine Manifestation gegen den Tod. Gleich eines in Agonie verfallenen Aals wälzt B. sich albtraumgeschüttelt auf dem Bett, verabscheut es allein zu sein. Wellenschlagende Zupflaute umspannen sie wie ein Fangnetz. Eingefangen, ihrem Schicksal ergeben gibt die vertriebene B. ihr altes Leben endgültig her um neugeboren zu werden. Wir gedenken dem zähen Tintenfisch im Hirn unserer Heldin, dessen glitschige Schlangenärmchen giftige Erinnerungen genüsslich zeugten, von nun an aber verbannt sind, zu Meeressand verdaut, im kühlen Nass verstaut. Verliebt in des Getöteten Sohn, welcher ihr verzeiht, entgleitet B. Gischt sprühend...erzählte uns der Urzeitfisch und verriet: „Der Mensch ist ein...“ woraufhin selbiger verschied.


V WIE VENDETTA
Maßlos effektiv manipulierende, in gewaltigen Schüben pomposo gespielte Bombardements pathos – schwangerer Ambition, schicken, zwecks leidenschaftlich unbeugsamen Gutheißens fortwährenden Gedeihens aufwieglerisch gedachten Handelns, bedeutungslos gewordene Bluttempel starrsinniger Menschenschlächter zurück in die Hölle drakonisch gehuldigten Schall und Rauchs.

Geliebter Vau, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme...
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#10 Mr. Bungle

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Geschrieben 24. März 2006, 11:42

RAIN (2001)
An kahl geschältes Land gespült befühlen betörend durchnässte Nymphen mit wissbegierig ausgestreckten, aufgeweichten Fingerbeeren kleidsame, fein geschwungene Gliederrüstungen ausgewaschner Wälderleichen, schlüpfen zwischen entblößten Verzweigungen rätselhaft erzwungener Harmonie hindurch und setzen baumpilzartig ihre Sporen.

RUMBLE FISH,
sich gegenseitig zerfleischende Wirbeltiere, bekamen, ob ihres aparten Wesens, evozierten Impetus aus suizidalem Getriebensein eingepflanzt - den anheim gefallenen, verkehrten Koller dadurch divergierend eingelöst.
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#11 Mr. Bungle

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Geschrieben 01. Mai 2006, 18:07

UND DENNOCH LEBEN SIE
Ungemein fürsorglich, entschlossen und hoffnungsfroh wandelt Sophia Loren über kriegsverseuchte Muttererde. Gebrochen der beschönigten Vergangenheit entgegen. Ein Martyrium erduldend, dass es einem das Herz zerfetzt.

GEHEIME FREUNDE
„Wenn du auf etwas pisst, gehört es dir auf Lebenszeit!“ Ungezügelt entschlossen, zu erproben, ob dem so sei; introspektiv den Bock des tollsten Unsinns reitend, übertraten, Wunden überdeckend, Flüsse die ihnen vorbestimmten Grenzen, erhoben sich, Schmerzensschreie verbietend, ganze Wälder zur Lärmschutzwand.

TAMPOPO
Ein in elegantes Weiß gewandeter, vermögender junger Mann geht am Strand spazieren, als er die kindliche, zum Austern suchen ausgesandte Taucherin (?) erblickt, die in ihm den Wunsch erweckt eine dieser dergestalt an die Oberfläche geratenen Kostbarkeiten mittels höflichen Erbittens zu erstehen. Bereitwillig öffnet jene besagte Muschelschale, gibt dem Herrn den darin vorzufindenden Inhalt, woraufhin versucht wird das verschlungen-glitschige Innere herauszusaugen. Anscheinend will es nicht gelingen entrissen geschluckt zu werden. Ungeahnte Auswüchse des vermeintlich sicheren Gehäuses verletzen zudem den sinnlichen Mund des gierig daher gekommenen. Folgerichtig die Lösung: Sie vermöge den unnahbar-verführerischen Körper herauszulösen, so es denn derjenige wünsche. Gesagt, getan. Obszöne Blöße, auf dem Handteller anregend serviert. Besagter, Hunger gelitten habender Lustmolch schlürft hocherfreut die sich ihm hingegebene Auster, kitzelt demnach merklich deren Räuberin am ganzen Körper und im speziellen das Verlangen ihrerseits vom entflohenen Lebenssaft des hierbei erstgenannten mit ausgestreckter Zunge ausgiebig zu probieren.
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#12 Mr. Bungle

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Geschrieben 11. Juli 2006, 00:14

Sommerschlussverkauf:

DIE ZEIT, DIE BLEIBT
Ungesichert entkoppelt (be-?)hält Romain kolloides Verfasstsein beisammen, beobachtet bedachtsam unbefangenen Weltenwandel, durchdrungen vom stillen Schmerz des für ihn verloren gegangenen; ähnlich der genüsslichen Erduldung zu Abend geröteter Einsamkeit.

C.R.A.Z.Y.
Zac, verwitterter Wideraufgestandener, setzt – verwehten Aussichten zum trotz - seine unentschieden - androgynen Schritte schmissiger Attitüde beständig fort, unterdessen festen Grund unter den Füßen mehr und mehr fassend.
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#13 Mr. Bungle

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Geschrieben 26. Juli 2006, 10:29

leide zurzeit unter konzentrationsschwächen bzgl. d. vernünftigen rezeption von auf zelluloid gebannten nasenbohrmaschinenunfallrückfallquotenversicherungsanalyseberichten. darum


DIE SOPRANOS (1-5).

ein durchgeistigt in stein gehauenes denkmal für james gandolfini, dem notdürftig zusammengehaltenen, schlingend – schnaufenden neurosenbündel; dem toughen womanizer, pasta tilgenden weltenbrand, ohnmächtigen familienmensch; welcher immerfort an bittersüße, hilflos ertrunkene, vereiste, durchkämpfte, (für manch einen gar) letztmalig mit dem morgenrot liebäugelnde, hoffnungslos erwartungsfrohe tage gemahnte!!!




eingebrannt:
silvio fährt die nichts ahnende verräterin adriana zu ihrem begräbnis; dunkelheit: tony fragt seine frau am telefon, ob sie die sonne schon aufgehen sähe; janice erhält urplötzlich einen, die betuliche trautes heim - idylle dissoziierenden, fausthieb von richie als antwort auf ihr momentanes, hysterisches gebaren und reagiert prompt ebenso rabiat; tony lässt ralph den tod eines „unschuldigen, reinen geschöpfes“ büßen; die „it was a very good year“ – sequenz; „ziegen – mahnwache“ nebst verkohlten pferderesten; als die enten den pool verließen; don t. erdrosselt beinahe seine zum sterben schöne, leidenschaftlich lebensmüde geliebte gloria;. ...(die vom fbi sind, nebenbei bemerkt, empathielose, schmierig schimmernde schmeißfliegen, so)... groteske wutausbrüche, tragikkomische klarsicht, unbewusste doppelbödigkeit ...usw. usf. ...
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#14 Mr. Bungle

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Geschrieben 12. August 2006, 22:28

HOSTEL
Geistesabwesend schleppend entseelt wird Kana ihrer unfassbar unerhörten Lage bedrückend lächerlicher Existenzbedrohung gewahr, besieht körperentrückte fleischige Krater an des Auges statt, infolgedessen der Freitod ihrerseits als zur Auswahl stehendes Allheilmittel nicht gänzlich außer Acht gelassen, sondern zumindest ernstlich in Erwägung gezogen werden sollte. Denn es gilt die Obersten zuunterst gekehrt vor die Gleise – auf denen diese gekommen sind - zu werfen.

VOLVER (ZURÜCKKEHREN ZUM HERZIGEN SCHLUCKAUF DESSELBEN TOPOS)
Semiergötzlich banales Geplauder, reich an schlecht sitzender Uniformität papierener Emotionalität, welches, festgekettet am schrillen Spannungskarussell stilistisch abgepauster Vielfarbigkeit des den festen Erdengrund in Tränen aufweichenden Klagelieds, sowie auch magischen Moments bittersüßester Versöhnung, unaufhörlich rotiert; den eigentlichen Kern - hinsichtlich intendierten Erbrechens derart ausgedrückten Bewusstwerdens kakophonischer Hinfälligkeit - pausenlos bis zur enervierenden Vertigo umschwirrend.
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#15 Mr. Bungle

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Geschrieben 13. August 2006, 18:21

DONNIE DARKO,
dusterer Superheldenverschnitt, der jenen im dunklen Zweifel gefangenen tatkräftigen Beistand zu liefern bereit ist; schattenhaft kriechende, zwielichtige Verkehrung von innen nach außen erzwingt. Behilflich dem schlafend umhergewandelt habenden Unglückseligen, Abkömmling ebensolcher bemitleidenswerter Pechvögel, deren tadellos verwunschene Traumgebilde beschaulicher Errettung immer in unzuverlässigen, niemals vorhersagbaren Zeitabständen verwirklicht erscheinen, aufsteigen, entschwinden.
Die aufgesetzte Angsthasenfratze als verständnisinniges Erkennungszeichen unter denen, die mit sich und des sie umgebenden uneins sind und irdische Erschwernis aufhebende Apokalypsen heraufbeschwörend Grandma Deaths tröstendem Schoße nicht zu entbehren in Begriff sind. „Es wird alles gut werden.“ flüstert der innert des Vergangenen zersplitterte Zeitreisende betäubend schal zu seinem teuflisch grinsenden Spiegelbild.
Und letztendlich? Hat sich Darko denn auf Gottes unergründlich kontemplativen Pfaden nur ein ums andere Mal verlaufen? Vielleicht aber auch gab DER es ihm tatsächlich bereits im Schlaf, suggestiv verfahrend, woraufhin Donnie, vor Lachen prustend, sich dem Tode noch nie so nahe sah, religiöse Fantasterei hin oder her.
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#16 Mr. Bungle

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Geschrieben 30. August 2006, 15:39

MILLER`S GROSSING
Der hierfür figurierten „illoyalen Vergewisserung“ eingebildeter Unsterblichkeit - billigend durch wohlgenährte Immoralität in Kauf genommen - war es wohl von vornherein beschieden gewesen, da doch ebenso kaltschnäuzig jedwede Verstrickung zu deren Gunsten entwirrt wie mitleidlos Uneinheitliches zusammengesetzt wurde, genauso gleichgültig abgehandelt zu werden. Wohl bekommt`s!

Abgesehen von überaus aufgehübschten, zwischenzeitlich offenbar vonnöten seienden Atempausen inmitten idyllischer Landschaftsvignetten, krepiert DESPERATE HOURS a/k/a 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT ansonsten bedauerlicherweise an ätzend wirksamen Plattheiten, dramaturgischer Idiotie und einer unverdaulichen Präsenz Mickey Rourkes, deren Vorhandensein überhaupt mir ein Rätsel bleiben möchte. Prost!

MIAMI VICE
Coole Posen zum Selbstschutz verinnerlicht habende Gesetzeshüter schwelgen unterm, sie schwermütig umschließenden, drohendes Gewitter verheißenden Himmel, vom - innerlich sich für den Moment maßvoll vergrabend - jenseitigen, bis ins blendend Endlose hinüberflüchtenden Lösungsvorschlag für alles unglückliche Verbandelt – Sein; oder sind bemüht sich den unbarmherzig konzentrierten Weg, wie so oft, zum weichen, wirklich verletzbaren Kern ihrer selbst frei zu schießen.
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#17 Mr. Bungle

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Geschrieben 10. September 2006, 22:34

ADAM`S ÄPFEL
Gott vollbrächte es unter seinen Gläubigern, die das Böse verdrängenden Gutmenschen beinahe der Selbstvernichtung preiszugeben, hülfe denen der Leibhaftige höchstselbst nicht gehörig auf die Sprünge – schwülstige Symbolik sowie als auch hie und da etwas zu überdreht wirkende und sich dadurch kontraproduktiv auf die hier Verwendung gefundene Feinfühligkeit des Erzählens auswirkende Komik beiseite lassend.

DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER
Zumeist unbedarftes, wiewohl geschändetes, immerhin sich lasziv regendes Fleisch, in auserlesene Stücke gehauen, bühnenreif angerichtet, feierlich voll stopfend verschlungen, ausgeschieden, draufgespuckt.

DEMONLOVER
Fröhlichen Weltuntergang, die Herren! Sogar unbezahlbar seelenlos in wirtschaftskriminellen Gefilden frohgemut herumsabotierende Bestien sollen dazu verdammt sein Opfer technokratischer Perversion zu werden.

KINDER DES OLYMP
Liebe, die unerfüllt bleibt, Liebe, die unterdrückt sein möchte, Liebe, die nicht gespürt wird, Liebe, die nicht gefühlt ist, allein als gesprochenes Wort manch einem aber zu genügen scheint, Liebe, die nicht erwidert werden wird, Liebe, die man gern empfinden würde hingegen allenfalls dies zu behaupten zum Ziel sich setzten kann.
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#18 Mr. Bungle

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Geschrieben 12. Oktober 2006, 20:10

CAPOTE
entschwindet, unfrei hinsichtlich des sich sensibel angenommenen, und zudem manierliche, gleichwohl zunehmend brüchiger werdende Reden über nebulös verbleibende Absichten vorausschickend, im enträtselten Gewirr gediegenen Zu-Ende-Erzählens.

THE SCIENCE OF SLEEP (WAS BISHER GESCHAH):
Materialverschlingende Schöpfernaturen, operierend auf engstem Raum, hatten Wahrgenommenes...infolge daran vorgenommener Bereicherungsmutationen in dessen unfassbarer Wirkung bestärkt, und sonach verschiedentlich geartete Vielgestaltigkeit illuminierter, dauerhaft launig changierend kostümiert im Brutkasten Stephan(i)e`s der bevorstehenden Veräußerung nach draußen, geduldig Traumparaden feiernd, harrender, Phantasmagorien reflektiert.

***



CRANK
bemüht überspannt
SASORI
elegisch
HOLY SMOKE
erleuchtend erotisch
LAST SAMURAI
cruise-kompatibel pathetisch martialisch
STRATOSPHERE GIRL
uninspirierender comicstriptease
THEY
kurzweilig überflüssig
CALVAIRE
apart pervers, verzerrend in die tiefe tauchend und unvorbereitend melancholisch stimmend
THE HILLS HAVE EYES (AJA)
ungehört verhallte suggestive paukenschläge (axt-in-kopf-vendetta...zum fürchten ungeeignet)
HOUSE OF WAX
quatsch mit wachs
LOST IN TRANSLATION
mitunter karaokehafter flirt mit einer anderen welt
U-TURN
verschroben misanthropisch
BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID
zu lässig distanzierte räuberpistole
DER SCHRECKEN DER MEDUSA
mitleidlos und herrlich gemein
LICHT MEINER AUGEN
wohlmeinende narkose
DAS VERFAHREN IST EINGESTELLT: VERGESSEN SIE’S!
wütend machend (mitnichten negativ konnotiert)
LEBEN!
überwiegend nüchtern erzählte familienchronik
PRINCE OF THE CITY
anzug tragendes debattierdrama bzgl. Loyalität vs. Evtl. integrität v.a. u.a.
MYSTERIOUS SKIN
seltsam unberührend
DAS WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG
außer der abenteuerlichen wanderung von kesser maid und blödem soldat anödendes lehrstück
THE CRYING GAME
zu herzen gehender, sinnlicher scharfsinn
DAZED AND CONFUSED
jede begegnung, jedes gespräch, jedwedes zufriedene grinsen ergibt sich von selbst

***




I LOVE A MAN IN UNIFORM
Dem dissozialen Charakter schwirren ominöse Flausen im zermarterten Schädel herum, dabei im Geiste – einem diesen übergeordneten, hämisch grinsenden – bereits folgende schmerzenden Worte in der Stirn geritzt stehen: Der Weg ist das Ziel.

DIE SIEBTELBAUERN
Im Dienste rustikaler Versprachlichung stehende dialektale Musikalität, verhandelt, liebevoll, bestürzenden Rigorismus.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#19 Mr. Bungle

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Geschrieben 12. Oktober 2006, 22:47

war mir entfallen:


McCABE & Mrs. MILLER
wie warmherzig hier menschliches zusammenleben eingängige struktur erfährt, den, unsentimental erzählenden, erdigen grundton eines, geschäftsbedingte demarkationen fassenden, lebensgefühls ergründend, welches, - unverbesserlich erwartungsvoll bibbernd – umschlungen von jener naturbedingten, todbringend verhärtenden kälte des diesem hartherzig gegenüberstehenden, zwanghaft restriktiven zeichens der zeit, unablässig versucht ist zaghaft angedeuteten sehnsüchten in beschwipst geführten monologen, enttäuschten blicken vergebens nachzueifern...ganz groß.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#20 Mr. Bungle

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Geschrieben 07. Januar 2007, 18:24

lakonischer abriss über letztjährige sichtungen


göttlich:

DIE SIEBTELBAUERN
DEAD MAN
BARTON FINK




schöngefärbt, glatt:

JARHEAD
KATZENMENSCHEN
BLUTIGE SEIDE
DIE LIEBENDEN DES POLARKREISES
SECRETARY
LANTANA
IN AMERICA
DIE KATZE AUF DEM HEIßEN BLECHDACH
V WIE VENDETTA
TIGER AND DRAGON
ALMOST FAMOUS
DIE REIFEPRÜFUNG
LIEBE MICH, WENN DU DICH TRAUST
THE MAN WHO WASN'T THERE
LEBEN!
TRANSAMERICA
WEDDING CRASHERS




spröde, heterogen, sympathisch:

HULK
THE MISSION
DER OBRIST UND DIE TÄNZERIN
GEORGIA
STROSZEK
THE WILD BUNCH
THE NEW WORLD
SAWDUST TALES
ME AND YOU AND EVERYONE WE KNOW
HEAVEN`S GATE
DER TOD KANN NICHT WARTEN
HEIMLICHE FREUNDE
BASQUIAT
TITUS
DIE LIEBENDEN VON PONT NEUF
ZWEI GLORREICHE HALUNKEN
FEAR IN LOATHING IN LAS VEGAS
GANGS OF NEW YORK
MY OWN PRIVATE IDAHO
DEMONLOVER
DAYS OF HEAVEN
U-TURN
HOLY SMOKE
THE SCIENCE OF SLEEP
THE DEPARTED
BABEL
KUNG FU HUSTLE




ordentlich:

DER EWIGE GÄRTNER
DER LETZTE MOHIKANER
DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER
DER SCHMALE GRAT
VIERZIG GEWEHRE
MONA LISA
AMADEUS
NAUSICAÄ
DIE WAHRHEIT
LAßT MICH LEBEN!
THE LIMEY
EIN FISCH NAMENS WANDA
TÖDLICHE FRAGEN
TERMINATOR 2
DER SCHATZ DES SIERRA MADRE
LOST HIGHWAY
ANGELS WITH DIRTY FACES
COMING HOME
AUF WIEDERSEHEN, KINDER!
DIE GROßE REISE
SPRICH MIT IHR
PRISCILLA
ONCE UPON A TIME IN THE WEST
DER TOD LÖSCHT ALLE SPUREN
HEAT
DER MONDMANN
THE BIG LEBOWSKI
MIAMI VICE
KINDER DES OLYMP
DRESSED TO KILL
PRINCE OF THE CITY
CAPOTE
DIE NACHT DES JÄGERS
GATTACA




besonders eigenmächtig:

RUSHMORE
PUNCH-DRUNK LOVE
SCHWEINCHEN BABE IN DER GROßEN STADT
DIE WARRIORS
DAS SIEBENTE SIEGEL
AGUIRRE - DER ZORN GOTTES
BIRTH
DONNIE DARKO
BEFORE SUNRISE
THE ROYAL TENENBAUMS
LOST IN TRANSLATION
FEARLESS - JENSEITS DER ANGST
BREAKFAST ON PLUTO
SURVIVE STYLE 5+
STRANGE DAYS




langwierig:

STAATSAUFTRAG: MORD
LEGENDEN DER LEIDENSCHAFT
MÜNCHEN
BLINDER SCHACHT
WAHRE LÜGEN
DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT
LOVE JONES




kratzbürstig:

M*A*S*H
COLOSSUS
EIN KRIMINELLES PAAR
FELLINIS STADT DER FRAUEN
SUPERVIXENS
TALK RADIO
LIEBENDE FRAUEN
MODELS
THE GRIFTERS
HOSTEL
DER SCHRECKEN DER MEDUSA




bedeutend:

KLUTE
IM JAHR DES DRACHEN
LOST IN DELIRIOUS
DAS LIED DER TREUEN CHUNHYANG
MÄDCHEN IN UNIFORM
ZABRISKIE POINT
HUKKLE
RAIN
RUMBLE FISH
UND DENNOCH LEBEN SIE
FAHRENHEIT 451
APOCALYPSE NOW
SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE
THE CRYING GAME
DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER
Mc. CABE AND MRS. MILLER
CALVAIRE
DER MIETER
THEY SHOOT HORSES, DON'T THEY?




augenzwinkernd:

MANHATTAN
DER SCHLÄFER
THE WEATHER MAN
DAS GROßE RENNEN VON BELLEVILLE
THE GOOD THIEF
WAYNE`S WORLD UN ET DEUX
MY SUMMER OF LOVE
WESTWORLD
A HISTORY OF VIOLENCE
DAZED AND CONFUSED
KILL BILL VOL.2




raubeinig:

DER TEXANER
DIE STILLE NACH DEM SCHUß
STEINER UND DAS EISERNE KREUZ
CHOPPER
BADLANDS
WHITE HEAT
UZAK
LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
STROMBOLI
WOLF CREEK
BESTIE KRIEG
APOCALYPTO




beliebig, nett:

STILLE LIEBE
DER LETZTE BEFEHL
ONE NIGHT STAND
Y TU MAMA TAMBIÉN
SADE
ZEIT ZU LEBEN UND ZEIT ZU STERBEN
8 MILE
JAMES BOND - DER SPION DER MICH LIEBTE
BROKEBACK MOUNTAIN
EMPORTE MOI
NIKITA
VIER TAGE IM SEPTEMBER
CLUELESS
DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE
WAR OF THE WORLDS
MONDSÜCHTIG
FLIRTING WITH DESASTER
C.R.A.Z.Y.
EAT DRINK MAN WOMAN
PAT GARRET JAGT BILLY THE KID
KROKO
DAS SCHLOSS IM HIMMEL
LORENZOS ÖL
SHANDURAI UND DER KLAVIERSPIELER




nervtötend:

DER ALTE AFFE ANGST
GEFÄHRLICHE FREUNDIN
MR. & MRS. SHMITH
REALITY BITES
EIN VERPEKTES VERBRECHEN
RENDEZ-VOUS
SET IT OFF
IN HEAT
DER SIZILIANER
UNTER VERDACHT
LOVE ETC.
FREEWAY
FLUCH DER KARIBIK 2
LICHT MEINER AUGEN
HOUSE OF WAX (hilton)
EINSAM-ZWEISAM-DREISAM




nervenaufreibend:

DIE DREI TAGE DES CONDOR
BLOODY SUNDAY
SPURLOS VERSCHWUNDEN
JENSEITS DER TRÄUME
DER MARATHON MANN
DAS VERFAHREN IST EINGESTELLT: VERGESSEN SIE'S!
(vereinzelte 12 UHR MITTAGS-krumen)




leidlich durchtrieben:

VERGISS MEIN NICHT!
DAS OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE
GILDA
DARK WATER (remake)
ROBOTIC ANGEL
NEXT DOOR




verunglückt:

HIGHER LEARNING
LOVE THE HARD WAY
DANDELION
THE GIRL IN THE CAFÉ
THE HILLS HAVE EYES
DER ROTE KAKADU




Ödnis:

TITANIC
SYRIANA
IHRE MAJESTÄT MRS. BROWN
IM ZWIELICHT
DAS RUßLAND-HAUS
OCTALUS
BEGRABT DIE WÖLFE IN DER SCHLUCHT
SPIEL AUF ZEIT
DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN
CLOSE
FIESTA
ALLEIN
KALTFRONT
SCHUSSANGST
UNDERWORLD: EVOLUTIONS
GORKY PARK




artifiziell, unnötig verquast:

DAS ROTE EICHHÖRNCHEN
MAELSTRÖM
LÜGEN DER LIEBE
WER HAT ANGST VOR JACKIE 0.?




trostlos:

REQUIEM
PRAXIS DR. HASENBEIN
VERTIGO
LICHTER
MILLION DOLLAR BABY
DIE ZEIT, DIE BLEIBT
DER GROßE IRRTUM
THE DEVIL`S REJECTS
OLDBOY
QUIET EARTH
SASORI
I LOVE A MAN IN UNIFORM




wer`s braucht...:

MISSION IMPOSSIBLE 3
IN EINEM FERNEN LAND
ALS DER FREMDE KAM
EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE
EIN DATE ZU DRITT
ZEHN DINGE, DIE ICH AN DIR HASSE
X-MEN 2 & 3
VAMPIRE GEGEN HERAKLES
L'AMOUR, L'ARGENT, L'AMOUR
LEBEN TÖTET MICH
IN EINER NACHT WIE DIESER
ABOUT A BOY
MEAN GIRLS
EIN CONCIERGE ZUM VERLIEBEN
HAUS DER 1000 LEICHEN
SEVERANCE
THE ASSIGMENT
DAS WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG
THE MISSING
CRANK
THEY
LAST SAMURAI
WILDERNESS
AN DEINER SCHULTER
JAGODA IM SUPERMARKT
SLITHER
THE ALZHEIMER CASE
CASINO ROYALE
SAVE THE LAST DANCE
VERRÜCKT/SCHÖN




bestmöglich verstrickt:

RECONSTRUCTION
DEAD RINGERS




enttäuschend:

THE OUTSIDERS
WALKABOUT
DARK BLUE
TEARS OF THE BLACK TIGER
VOLVER
MILLER'S CROSSING
LORIOTS ÖDIPUSSI
24 STUNDEN IN SEINER GEWALT
ADAM'S ÄPFEL
MYSTERIOUS SKIN
BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID
STRATOSPHERE GIRL
SESSION 9
MIT HERZ UND HAND



geil?

SHOWGIRLS
SPONGEBOBSCHWAMMKOPF - DER FILM



Frechheit:

STRASSEN IN FLAMMEN
KEINE HALBEN SACHEN
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#21 Mr. Bungle

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Geschrieben 19. August 2007, 12:02

GODS AND MONSTERS
Ein artistisch kompensierender Drahtseilakt zwischen Horror und seligen Glanz vergangener Tage, wankend, drohend umdrängt von sturmgepeitschter Bewegung, mit dem Abgrund verschwenderisch kokettierend. Beherrscht herausgeweint des Monsters schwermütig beschwingter Tanz im Regen.


THE PROPOSITION
Pearce`s Gleichgültigkeit in Blicken und Taten, ein übrig gebliebener Charaktersplitter seiner ansonsten verwitterten Erscheinung, umweht von der geistesabwesenden Bestialität des Bruders


Meteoriten/Hubschrauber, Wasserdichte VögeL/Kampfbomber, Meeresbiologin/ Verwissenschaftlichte Meerjungfrau, Heimat, für sich besonders; deren Käuflichkeit, klarsichtig verklärt LOCAL HERO


CARLITO'S WAY
Visuell sinnvoll beseelt, gar nicht erst zu reden von all dem anderen, was stimmt.


DER FREIE WILLE
Problemfilm halt. Lastet schwer. Kennt keinen Ausweg, nur Erleichterung durch frustrierende Selbstfindung im gesteigerten Leid.


LADY CHATTERLEY (franzmännerländle, 2006)
Sinnlich leises Liebesabenteuer, ohne Schmalz und großspurige Versprechungen.


CHANSON D`AMOUR
Alain, verständlicher Selbstdarsteller, melancholischer Alleinunterhalter, verdient zärtlichstes Mitleid angesichts der Mühe, die er sich gibt. Trotzdem schleicht Alexandre Desplat heran, zerrt hinaus, raus aus stickig gewordene Geborgenheit garantierender Räumlichkeit, übergibt lähmendes schwelgen dem weitschweifigen Schmerz.

Man hält in der Bewegung inne, schaut.....sich an. Da müsste etwas sein!? Da war`s.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 19. August 2007, 12:04.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#22 Mr. Bungle

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Geschrieben 19. August 2007, 18:48

LADY VENGEANCE
Bei all bemühter Kunstfertigkeit mehr Intension als Mensch, vielmehr überirdische Kunstgestalt.

Unstillbare Rache, Park Chan-wooks stilistisch streng vermittelnder Gestus verstand hiervon außerordentlich selten unmittelbar zu erzählen.


VIER MINUTEN
Dem bloßen Effekt verpflichtet dümpeln dramaturgisch konventionalisierte Hebungen und Senkungen, sich ungeschickt zur, Szene für Szene mühsam zusammengereimten, Kollektivregung verschränkend, so wunderlich dröge vor sich hin, dass es einem beinah leid tun mag.


CHILDREN OF MEN
Auf des Protagonisten Schulter festgekrallt sitzend, impressionistisch walten. Entwurzelte, die, im Morgengrauen hellwach abwärts humpelnd den Vorsprung suchen, um dem ausgewachsnen Tage, dem erneut gefährlich reizbaren einstweilen zu entkommen. Bis dahin sehen, weniger zuhören, vielmehr erlauschen, und nebenher erschaudern, kurz: danach irgendwie enttäuscht seufzend aufatmen.

Mein Gott, ist das erschreckend schlecht geschrieben, genauso wie der Film...

LETTERS FROM IWO JIMA
Das Seelenfester eines jeden Todgeweihten durchblicken offenbart weiter nichts als marode Rahmen, sowie ein farbloses "Dahinter", diesige Leere.

WINTERREISE
Selbstauflösenden Zynismus brummelnder, selbstgeißelnder lächerlich-lästig tönender Wahnsinn schleudert sich selbsterkennend dritte Augensonnen gegen die Stirn.

PHENOMENA
Uninteressantes breit ausgewalzt erzählt langweilt gehörig, hingegen verzückt der ästhetische Terror-Stil des Fabulierenden umso mehr.

MADEMOISELLE
Gleißendes Licht schlägt gegen dicht stehende Bäume, darunter einer fällt, in Richtung der davor weich gebettet liegenden Madame "Poetischer Fotorealismus".

Bearbeitet von Mr. Bungle, 19. August 2007, 18:51.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#23 Mr. Bungle

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Geschrieben 19. Dezember 2007, 19:58

DEMONI 2
dämonisch leuchtende augenpaare, über`s treppengeländer hinab starrend, begierig darauf ahnungslosen partygästen, muskelmännern etc. den rücken zu zerkratzen, pullerhans abzureißen etc.... bis auf unsinnige marionetten-monster, versandete nebenhandlungen ohne vormalige daseinsberechtigung, den unverständlichen, ausgänge aller art verriegelnden "meta - mechanismus" eine atmosphärische, wenn auch kurzweilige und sporadisch blutige, horrorshow.



RUNNING SCARED
aberwitzige hatz, vielerorts lauert gar schröckliches, im dunkel verborgen, schattenhaft herumgeisternd. sogar handelsübliche schießereien werden umgeblasen vom surrealen atem.


ART SCHOOL CONFIDENTIAL
jerome will als künstler weltruhm erlangen, um mädchen zu beeindrucken. zeichnen kann er, wem genügt`s? dem naiven glauben untergeben ein erfolgreich absolviertes kunsthochschulstudium würde es schon richten. noch nicht geformt, geprägt vom profanen, allerdings getragen vom erahnten muse-bildnis als folgenschwere triebfeder, wird er von seinen kommilitonen-abziehbildchen unaufhörlich in die mangel genommen: zu feige, langweilig, ausdruckslos, altmodisch, brav. gleichwohl findet jerome dort, beim akt-zeichnen, sein sujet, welches ihm wenige, geglückte momente lang heißgeliebte erfüllung bringt. doch auch weiterhin bleibt dem charakterschwachen, mäßig begabten mitleidserreger die reputation verwehrt. was ihm fehlt ist...selbstbewusstsein? eigenständigkeit...soll wichtig sein? über vom eigennutz sich nährendes gedankengut verfügt jerome jedenfalls reichlich. frauen wollen nämlich erobert werden und da darf nichts unversucht bleiben. armselige bemühungen sich anzubiedern, zu manipulieren, nachzuäffen, misslingen. daraufhin, dem a priori anheimgefallenen, befremdlich restriktiven kunstverständnis entsprechendes handeln abverlangend, übt sich besagter narr sogar im, seine fähigkeiten deutlich übersteigenden, ausdruck morbider wirklichkeit, vermittels des plagiats eines verbitterten misanthropen, wahren künstlers. allein dessen schaffen, obschon manch einer dafür geopfert werden musste, wurde wohl wahrhaftig tief empfunden und gelebt. mit fremden federn geschmückt, dem unschuldigen wesen seines strebens nun völlig entrückt, hat unser unglücklicher, ja, aufgrund des regelrechten scheiterns, zerschellens an der ihm zunächst vorbestimmten unmöglichkeit realen anforderungen gerecht zu werden, verunglückter auch diesmal keinen erfolg. schließlich aber etwas später: jeromes deformierter idealismus, hinter gittern, weggesperrt, dem sublimen schuldeingeständnis zuträglich, es nicht anders verdient zu haben, reüssiert letztendlich. diesseitige verrücktheiten, von der muse geküsst...ich sehe mich ratlos....blöder schluss, obgleich logisch zusammengebaut, wiewohl kaum aufschlussreich, in maßen einfallsreich unterhaltend......


BANDE À PART
unübersehbar poetisierend einwirkende überlagerungen, zersetzungen festgefügter realitäten, dem drögen drängen zielloser fragend entsprungen


BUBBA HO-TEP
Verlebte Pelvis-Ausgeburt, frech behauptete Illusionen, denen sie nachgefolgt sein soll, schwer lastende, in sich tragend, erstirbt vorzeitig; seelenstreichelnden Unernst, ureigne Glaubwürdigkeit damit bewahrend.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 19. Dezember 2007, 20:02.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#24 Mr. Bungle

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Geschrieben 21. Dezember 2007, 17:09

Anfang:
ZODIAC
nostalgische Schwere
unheimlich lebendig


Ende:
BROADWAY DANNY ROSE
(die Vorgeschichte im Hinterkopf) Woody eilt die Straße entlang,
bekommt Mia Farrow zu
fassen, sagt irgendwas (tröstliches?),
beide gehen zurück, bald vereint mit Fertigtruthahn
und schlechtestem Bauchredner aller Zeiten


von... bis... : HIMMLISCH!
STARDUST MEMORIES





NIGHTBREED
allein danny elfmanns verzaubernd überstrahlende grandezza erfasst den ihr zu vermitteln anvertrauten wesenskern des films. derartigen, richtungsweisenden bemühungen stemmt sich ein munter drauflos inszenierender regisseur entgegen, dem - verzettelt wie er ist - dabei die fähigkeit zur kommunikation einer kohärenten, konsistenten geschichte abgeht.
aparter, grober unfug ist dann das ergebnis, daran ändert auch david cronenbergs eigenwillig-unterkühlte sensenmann-interpretation nichts.



HI-LO COUNTRY
uninteressante, einander gegenseitig bedingen müssende figurentypen, umkreisen sich fortwährend, beziehungen zueinander, das aufeinander - bezogen -sein (-müssende) duldend, verstärkend, vernachlässigend, verachtend... das ganze, leidlich dramatisch aufgelöst, der dort draußen gleichmütig sich ausnehmenden, in einem selbst dafür ins widerspenstigste, zermarternde umgestülpten natur wegen.


unerklärliche grausamkeit zelebriert TENEBRAE in mitunter (man beachte nur die "doggen-hatz-episode") eindrucksvoll unheilverkündenden bildern.


FUCKING AMAL
eine in jeder hinsicht (treffsicherer musikeinsatz, behutsames schauspiel, kein überflüssiges in-szene-setzen) vollends gelungene coming-of-age - geschichte; weder höchst aufwühlend, noch ins komödienhafte abdriftend, romantische anwandlungen zumeist unterdrückend; eher zu jedem zeitpunkt pointierend, dem wesentlichen zu seinem recht kommen lassend.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 21. Dezember 2007, 17:14.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#25 Mr. Bungle

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Geschrieben 25. Dezember 2007, 19:48

HANZO`s
fanatischer Gerechtigkeitsdrang erspürt undenkbare Verruchtheiten wie im Rausch - sich erschreckend gefasst gewaltsam Bahn brechend - und verformt gar lüsterne Aggression in jederzeit einem höheren Zweck dienlich seiendes systematisches Tun.

ALLES ÜBER MEINE MUTTER
Schmerzend zu Herzen gehendes aufmunternd dahingesagt.

DAS GESETZ DER BEGIERDE
Wohin führt es einen diesmal? Zu schnell wird *was* erzählt? Fürchtet man nicht nachvollziehen zu können?
Solche Bedenken verflüchtigten sich unversehens indessen lieb gewonnenes dahingerafft schmachtete.
Spürbare Kurzweil wog gleichwohl schwerer.

TWENTYNINE PALMS
Besinnungslose Ruhe, vorgeblich fassbar, zur Gänze unbegriffen, weiht Enthirnte.

HALLOWEEN
Reiner Stimmungsfilm, trügerisch still und einsam. Die Welt - Schreckliches bereithaltend - allmählich zusammengeschrumpft, zu zwei Häusern, zwischen ihnen: sterbende Allee.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 25. Dezember 2007, 19:48.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#26 Mr. Bungle

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Geschrieben 28. Dezember 2007, 16:47

THIS IS ENGLAND!
Gefälliges Äußeres, zuweilen einfühlsam in der Darstellung.

SATURDAY NIGHT FEVER
Wie die einander abtastend kennen lernen, satt haben und sich in der Folge ungewollt Leid zufügen....einwandfrei.

DAGON
Grob gesagt Lovecraft halt, zu unnennbaren Monstern mutierte Abtrünnige handeln, auf eine undenkbare Weise, wider jeder Natur, im Namen überirdischer, aus den tiefsten Tiefen abgründigster Wesenheiten empor gestiegener, Scheußlichkeiten.

UNZERBRECHLICH
Larmoyant. Wie aber Willis, im schwarzen Regenmantel gehüllt, die Verbrechergurgel würgend umschlungen, sich partout nicht abschütteln lässt... - das blieb hängen.

THE LOOKOUT
Anfangs interessant. Wie aber Chris` Freund der niedlich-naiven Femme Fatale geradeheraus den Laufpass gibt, die daraufhin auch noch spurt, verschwindet und nicht mehr wiederkommt... - das vergesse ich ihr nie.

"AMERICAN WEREWOLF...fehlerfreie Horrorkomödie. Meines Erachtens überhaupt die beste bislang (..für mich...bei dem Filmhorizont...naja). Freudig erregt saß ich da, mitfiebernd, und beklatschte deren aufregendes, konsequentes Ende." Sprach`s und tänzelte von dannen.

CYRANO DE BERGERAC
Solange ich ihn sülzen sah war alles gut.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 28. Dezember 2007, 16:47.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#27 Mr. Bungle

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Geschrieben 21. März 2008, 18:06

Anderson


THERE WILL BE BLOOD
Daniel ist ein Macher, der zerschlagend in Stein gräbt, schwarzes Blut schöpft. Dessen durchmessender Blick verbohrt sich, verschlagen, abschätzig abschätzend im an Widerständen reichen Raum. Allein des gemessenen Schritts wegen drückt jener bewältigtes Widerstreben nieder; allmählich selbst, gewollt, zu Stein werdend, „sentimentale Verwerfungen“ darin einschließend. Für selbsterklärend gehalten, thront eben dieser über schauspielhaften Nacheiferer, lächerliche Imitationen unverstandener, unverstehbarer Geistestat dem Vorbild, manchmal spiegelnd, entgegenhaltend.

LAST EXIT RENO
Drückende Leere, stilvoll verpackt. Wen interessiert das flüchtige Liebespaar, die Frage warum John`s Vater sein Leben lassen musste? Frei schwebendes Narrationskonstrukt. Übermüdung verschlingt gewolltes Etwas. Befremdend traurig stimmende Bild-Ton-Fragmente hielten es aufrecht.

PUNCH-DRUNK LOVE
Psychotiker Barry empfindet verkrampft beklemmenden Daseinskampf.
Um die Ecke schaut er nicht gern, könnte erfasst werden und sich überschlagen; oder vom solaren Farbenspiel durchströmt zur Ruhe kommen, den Anzug wechseln, die Fäuste senken.
Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#28 Mr. Bungle

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Geschrieben 22. März 2008, 12:44

Ozon und andere



REGARDE LA MER
Sasha, sorglos Zeit verbringend, lustvoll sinnlichen Anwandlungen in dieser nachgehend, Schmerzen bereitend leichtgläubig wie sie ist, lässt, da außerhalb des Eigeninteresses mit zufrieden stellender Gleichgültigkeit geschlagen, alles zu, daher auch – nichts ahnend - zum frühmorgendlichen Plausch eingeladenen Zerstörungssinn. Durchdringend blickender, starrer Schatten, konformistischer Naturgebärde schleichend zu nahe gekommen, umhüllt Tatianas verwahrlosten Seelenkörper. Des glücklichen Mütterchens unbestimmter Ausdruck bricht sich an physiognomischer Bestimmtheit zum Monströsen mutierter Enttäuschung; enttäuscht vom Leben, darauf wartend Ausgleich zu schaffen, für den Mangel.



STROHMANN Woody, vorsätzlich naiv, manövriert sich als Nutznießer unter gewissen Umständen zunehmend in die Lage derjenigen, von deren beruflicher Existenzbedrohung (worüber exemplarisch Hecky Brown`s Auftritte eindringlich Zeugnis ablegen) er bis dahin unbekümmert zehren konnte; beschließt vorerst fast unsympathisch anmutendes „vor-sich-hin-leben“ mit komischerweise – ihm zum Verhängnis werden müssender - ebenso leichtfertig hervorgebrachter Courage.

UND DENNOCH LEBEN SIE (zweite Sichtung)
Fast pejorative Wirkung entfaltende Geschwätzigkeit bedrohe den Film, so scheint es.
In Wirklichkeit wärmt sie nur inmitten trostlos-toter Zeiten.

THE 40-YEAR OLD VIRGIN/KNOCKED UP/SUPERBAD
Wohlfühlfilme, ungemein unterhaltsam, dazu verdammt unkritisch von mir goutiert zu werden.

HALLOWEEN (Zombie, 70%)
Der unaufhaltsam hereinbrechenden Gewalt hat niemand etwas entgegenzusetzen.
Die Maske bedeutet hoffentlich vorübergehend übergestülpte Inbesitznahme.
In Wahrheit dünkt ihm sein Gesicht widerwärtig, seiner eigentlichen Identität unentsprechend.
Schatten verdecken wesenhafte Hülle, aus dem unscharfen Hintergrund unmerklich hervortretend angekündigt oder zerberstend in die Wirklichkeit anderer einfallend.
Mit unbändiger Kraft, jeder Faser des mächtigen Körperstumpfes will er es – reuelos – zerdrücken, brachial zerschmettern.
Das teilnahmslose und irritierend interessiert anmutende Begutachten des Endpunkts aller Bestrebungen (zertrümmert, blutbespritzt kreischend)
ist ihm eigen.
Michael lebt den entmenschenden Alptraum zu dem er wurde.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 22. März 2008, 12:47.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#29 Mr. Bungle

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Geschrieben 23. März 2008, 11:31

Berlinale (den netten THE SONG OF SPARROWS, DIE -schnarch- MILCHSTRASSE und DIOR -Wozu der?- THOSI ausgenommen)



REVANCHE/////////////revanche



wohlüberlegte einstellungen


halsbrecherische liebe
tragischer unfall
„alles umsonst!“-gefühl
prekäre verwicklung...


zusammen addiert ergäbe das dramatisch zugespitztes konflikttheater, cholerisch herumpolternd, doch nichts dergleichen war zu sehen. aufs schmucklose normalmaß heruntergeschraubt, in alltagsfarben klein gehalten, im unbeteiligten rauschen desinteressierter wälder abgetaucht bluten probleme aus.

tröstungen verbringen zeit mit schmunzeln.


winterholz machen!

im innersten zerfleischtes,
wutschnaubend zerhackt man`s.






LA RABIA (oder: „WIE MAN EIN SCHWEIN SCHLACHTET“)
durchs Mark pulst glühende Marter
vom feinen Nebel umgarnend beglänztes Baumgeäst ähnelt kreatürlicher Erregung
blassem Mondlicht ausgesetzt rinnt dickflüssiger Saft
– dampfend –
an wurmstichiger Rinde hinunter
aus kalter Entfernung ertönt verwildertes Stimmchen




ECSTASY OF THE ANGELS/SECRETS BEHIND THE WALL/GO, GO, SECOND TIME VIRGIN! Verbal liebkosenden Zinnober ausschwitzender Liebesakt.
Mikroskopische Empfindungen finden Ausdruck in wollüstig verbogenen Füßen, der Nähe zum hauchzart stöhnenden Lippenpaar. Seliges Dahinscheiden harmonischen Gleichklangs. Nivellierendes Gelärm dreht durch, tanzt im Vakuum herum. Gemeinsam entsteht gewaltsam realisierte Irrealität, frustrierendes Getue zu Ehren zerfetzter Sinnigkeit gebärend.

Bearbeitet von Mr. Bungle, 23. März 2008, 11:31.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten

#30 Mr. Bungle

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Geschrieben 15. April 2008, 10:34

Traurige Blaskapelle huldigt verhalten der Kargheit ausgemergelter Lebensgeister erstarrter Routine, gelangweilt ermüdeten Ich-Bezugs, abgeschmackten Fortbestehens, unter denen - im verselbstständigten Zwischenraum - sich sonderbar flüsternde Gewissheit vor zu drängeln sucht, undeutlich schmunzelnd.
Du Levande

Bearbeitet von Mr. Bungle, 15. April 2008, 10:37.

Radieschen waren die Cleveren und Kartoffeln die Polizisten





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