COLLATERAL
So,wo fang ich an?
Das erste, das einem bei dem Film wahrscheinlich auffällt, ist der optische Stil. Mit sehr schönen, stimmungsvollen Bildern, gefilmt aus teils ungewöhnlichen Kameraperspektiven, wird hier die Atmosphäre der Metropole LA sehr gut eingefangen. Kombiniert werden diese Bilder mit starker, stets passender Musik, was zusammen ein tolles Feeling erzeugt. Gefällt mir richtig gut!
Kommen wir zu den Darstellern: Hier sind eigentlich nur zwei wirklich relevant, denn der Streifen wird zweifelsohne von Tom Cruise und Jamie Foxx getragen. Und beide machen ihre Sache wirklich gut, wobei ich Foxx sogar noch etwas besser fand als Cruise. Die Oscar-Nominierung hat er sich jedenfalls redlich verdient, wobei die Kategorie "Nebendarsteller" hier eigentlich nicht wirklich passend ist.
Tolle Optik, starker Soundtrack, grossartige Darsteller....doch was wäre all dies ohne einer guten Story? Aber keine Sorge, auch die hat der Film zu bieten. Die eigentliche Handlung (Killer zwingt Taxifahrer, ihn von einem Job zum anderen zu fahren) ist ja an sich schon mal nicht übel, richtig interessant wird es aber durch die Charaktere und deren Beziehung zueinander. Foxx spielt Max, einen netten, stinknormalen Kerl. Fährt seit 12 Jahren Taxi, träumt von einem besseren Leben und einem eigenen Unternehmen, schiebt die Verwicklichung dieses Traums aber immer vor sich her, ohne sich dies allerdings einzugestehen. Doch eines Nachts wird sein ganzes Leben auf den Kopf und seine Einstellung in Frage gestellt. Denn in dieser Nacht steigt Vincent in Max's Taxi. Und Vincent ist, wie sich schon bald herausstellt, ein Profikiller, der in dieser Nacht 5 Leute umbringen soll. Und nachdem der erste Mord nicht ganz nach Plan läuft, zwingt Vincent Max, ihn von "Job" zu "Job" zu fahren und ihm auch anderweitig behilflich zu sein. Dabei kommt es, meist während der Fahrten, zu diversen Dialogen zwischen Vincent und Max, die sich hauptsächlich um Moral und das Leben an sich drehen, und es stellt sich schnell raus, dass Vincent ein äusserst schillernder und interessanter Charakter ist. Einerseits sehr gebildet, höflich, ein Mann mit guten Manieren, andererseits eiskalt und skrupellos. Er scheint Max irgendwie zu mögen und ermuntert ihn sogar, mehr aus seinem Leben zu machen. Teilweise kommt er richtig sympathisch rüber, nur um im nächsten Moment etwas zu tun oder zu sagen, was alles wieder zunichte macht. So kauft er z.B. der Mutter von Max Blumen und plaudert freundlich mit der alten Dame, droht aber nur wenige Minuten später Max damit, seine Mutter zu erschiessen.
Die ersten zwei Drittel des Films werden von den Dialogen und der Beziehung zwischen Max und Vincent dominiert, und dieser Teil des Films hat mir auch am besten gefallen. Das Finale kann da (leider) nicht ganz mithlaten. Zwar ist es halbwegs spannend, aber irgendwie empfand ich es dann doch als etwas zu "gewöhnlich" für diesen Film.
Trotzdem hat mich COLLATERAL sehr beeindruckt. Ein starker Film, den ich mir sicher noch einige Male ansehen werde.