Der Herr der Ringe: Die Zwei Türme
The Lord of the Rings: The Two Towers
USA/NZ 2002
Regie: Peter Jackson
ca. 172 Min. (Kinofassung)
DVD
“There's some good in this world, Mr. Frodo... and it's worth fighting for.”
Nachdem ich den zweiten Teil der legendären Trilogie im Kino verpasst hatte, konnte ich es natürlich kaum erwarten, die DVD gleich am Erscheinungstag in den Player legen zu dürfen.
Der Beginn, der nahtlos an Gandalf’s Kampf gegen den Balrog aus
„Die Gefährten“ anknüpft, ist schon mal recht spektakulär ausgefallen und stimmt bereits hervorragend auf das folgende Epos ein. Im Gegensatz zu
„Die Gefährten“ besitzt
„Die zwei Türme“ keine Exposition als solche, was aber aufgrund der Tatsache, dass die Filme als ein großes Ganzes konzipiert wurden, verschmerzbar ist. Im Gegenteil, es kommt zu keinem Zeitpunkt Langweile auf, neue Nebenhandlungen ergeben sich aus der Geschichte, wie z.B. das Schicksal von König Théoden, Merry und Pippins Zusammentreffen mit den Ents und die natürlich die Rückkehr von Gandalf, welche aber aufgrund von Vorab-Spoilern in Form von Trailern nicht wirklich überraschend ausgefallen ist (für Kenner des Buches sowieso nicht).
Auch wenn ich die idyllischen Momente aus
„Die Gefährten“ (Auenland, Hobbingen, Beutelsend) ein wenig vermisst habe, kann
„Die Zwei Türme“ hinsichtlich der Inszenierung ein weiteres Mal glänzen... Kostüme, Sets, Schnitt, Kamera, Musik, Schauspieler, Special Effects... alles ergibt eine perfekte Symbiose und man kann New Line Cinema nur dazu gratulieren, dass sie einen kreativen Geist wie Peter Jackson für das Projekt verpflichtet haben und ihm quasi freie Hand ließen. Einige Kameraeinstellungen und „Gore“szenen (Kannibalismus unter den Orks) verweisen auf Jackson’s Wurzeln im Splattergenre, was für die Fans natürlich umso erfreulicher ist. Ein Mann, der seinem Stil treu bleibt...
Aber zurück zu „Mittelerde“...Der heimliche Star des zweiten Teils ist ganz klar Gollum alias Sméagol, der von Andy Serkis und modernster Computeranimation so perfekt zum Leben erweckt wurde, dass einem Angst und Bange wird. Angesichts seiner authentischen Mimik wird Gollum zu einem natürlich agierenden Wesen, dass seinen Pendants aus Fleisch und Blut in nichts nachsteht.
Die Handlung um das Schicksal von Frodo ist ein wenig in den Hintergrund gerückt und es zeichnet sich bereits ab, welches tragische Schicksal seine Reise nehmen wird. Dafür wurde Aragorn zur zweiten Heldenfigur stilisiert, auf der nun alle Hoffnungen ruhen.
Höhepunkt des Films ist die bildgewaltige Schlacht um Helm’s Klamm, die alle Schlachten des ersten Teils in den Schatten stellt und deren Rohheit nur durch die Sprüche von Gimli und Legolas aufgelockert wird. Die Schlacht wird leider immer wieder von der Nebenhandlung der Ents „unterbrochen“, was leider das Tempo ein wenig bremst, aber wodurch andererseits eine Übersättigung à la
„Matrix Reloaded“ ausbleibt. Besonders ergreifend ist dann der Monolog von Sam gegen Ende des Films, wenn wieder ein Funken Hoffnung aufblitzt inmitten von Zeiten des Krieges.
Unterm Strich ist
„Die Zwei Türme“ ein weiteres Meisterwerk und zugleich das düstere Kernstück der Trilogie, dass selbst die epische Breite seines Vorgängers noch zu toppen vermag.
„Herr der Ringe“ ist auch im zweiten Teil Unterhaltung pur, aber auf schwindelerregend hohem Niveau, mit viel Leidenschaft und Herz erzählt, was ihn wie immer aus der Masse der alljährlichen Kinoblockbuster herausragen lässt.
„Herr der Ringe“: Ein Fantasyepos für die Ewigkeit wurde hier geschaffen, an das man sich auch in vielen Jahren noch mit Freude erinnern wird.