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Torheiten auf Raten - Filmforen.de

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Torheiten auf Raten


10 Antworten in diesem Thema

#1 Masochrist

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Geschrieben 19. Februar 2003, 03:32

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Hallo Ihr Lieben,

mein erstes Posting werde ich mal dem Film widmen, das in meinem Avatarbild Verwendung fand: DER BISS DER SCHLANGENFRAU

Im Profil ist das Bild ja leider nicht in realer Größe zu sehen, aber darauf ist ein gekreuzigter Christ zu erkennen, der von einer Schlange droht verschlungen zu werden. (Für mich sind ja Christen - gut dieses Bild hat sich bei mir durch unzählige Bibelschinken, besonders aus den 50ern, eingeprägt - Idealisten, die gerne mal das Zeichen des Fisches in den Sand malen, trotz diverser Schikanen von Peinigern auch gerne ihre andere Wange hinhalten und Leiden, auch folglich nicht zu Revanchisten werden, sondern ihr Verhalten von Ihrem Glauben abhängig machen, so was bewundere ich. So das war erst einmal eine Erklärung für meinen hier gewählten Namen.)

DER BISS DER SCHLANGENFRAU ist mein Lieblingsfilm des Exzentrikers Ken Russell. Dennoch ändert das nichts daran, daß, wenn ich den Film immer wieder sehe, ich mich oft dabei ertappe, diesen Favoritenstatus zu hinterfragen. LIEBENDE FRAUEN ist eine grandiose Literaturverfilmung und doch eigentlich viel besser gemacht, hat viel mehr Klasse und DER HÖLLENTRIP ist ja auch nicht von Pappe. Sie sind im gewissen Sinne virtuoser gemacht (auch vom Schauspielerischem), inhaltlich geschlossener, die Regie... Aber wieso gefällt er mir dann besser? Wieso ist dies mein häufigst gesehenster Russell-Film?

Er hat nun einmal die typischen Russellmomente, die ich so sehr an ihm schätze:

Überbordende Phantasie, zuweilen einige Nonnen, Katholizismus, äußerst exzentrische Visionen/Halluzinationen, Orgien fürs Auge usw.


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Auf geschichtliche Authentizität legt er hier keinen Wert, oder wirft sie einfach verächtlich in die Ecke um aus seiner schier grenzenlosen Phantasie ein Potpurri von provokant-religiösen Einfällen zu kreieren, der zeitweilig wie ein MTV-Clip daherkommt.

Er will einem sogar weißmachen - ob Bram Stoker, der Urheber der Literaturvorlage, sich daran beteiligt, weiß ich nicht -, daß Marcus Carausius, der die Provinz Mercia (irgendwo in Südengland) 286 v.Chr. angeblich regiert haben soll, dort einen Schlangenkult betrieb. Da werden religiöse Symbole wie ein gekreuzigter Christ, vielleicht sogar Jesus, in Kombination mit ihn anbetenden Nonnen, die dann von römischen Soldaten vergewaltigt werden, gezeigt, während der Gekreuzigte von einer Riesenschlange - so eine wie bei CONAN - "angeknabbert" wird.

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Da ist es mir nun egal, ob die katholische Kirche nun eigentlich erst einige Zeit später im Namen Gottes gegründet wurde und Bräute Jesu Christi en masse über den Erdball zogen. Es ist einfach eine gekonnte Mixtur aus Kult&Glauben&Fanatismus, er bedient sich vieler Elemente und mestet meine Sinne. Von seiner Art gibt es leider zu wenige. Dies bemerkte ich vor allem, als ich diesen Film zum ersten mal sah. Er hob sich merklich vom gängigen Einheitsbrei ab. Die Traumsequenz des Lord of D'Ampton ist der absolute Höhepunkt des Films, vor allem musikalisch gesehen und das ist ein Augenblick der immer viel zu schnell vergeht. Ich sehe es immer gern, wenn in Träumen aufgezeigt wird, wie das am Tag gesehene, gedachte, erlebte usw. verarbeitet wird bzw. Verwendung findet. Zum Ende hin wuchs der Wunsch in mir, schließlich erlebt man in 95% aller Filme immer das Gegenteil, das so moralisch daherkommt: Bitte laß doch dieses Mal das Böse / die Dionin gewinnen. Nicht weil ich im Leben es so haben will, nein mitnichten, aber diese Standard-Moral der Filmgeschicht nervt mich zuweilen, wo am Ende das Böse durch irgendeine Kleinigkeit oder sonstigen dummen Fehler doch noch besiegt wird und dieses klinisch reine HAPPY END erscheint. Außerdem oder ausschließlich konnte ich Amanda Donohoe - bescheiden gesagt - einiges abgewinnen, gab sie einem dazu doch hinlänglich Gelegenheit.

(Meine Version des Films ist ja eine FSK-18-Raubkopie aus der Videothek und als ich mal eine Kaufkassette des Films für 5 DM erwerben konnte, war ich enttäuscht, da auf dieser FSK16-Version eingie Szenen gekürzt wurden, und dort u.a. Fans mit einem ganz bestimmten Fetisch -der ja manchmal sogar in den Sternen begründet ist -, um einiges gebracht wurden. Wiedereinmal schüttele ich den Kopf und frage mich was daran nun so "schlimm" war. Fetischismus, auch wenn er überhaupt nur im entfernesten angedeutet wird, ist wohl der Zensur ein Dorn im Auge und kommt sofort in die FSK-18-Ecke. Witzigerweise wurde der Film als ich ihn das erste Mal sah ungeschnitten im Fernsehen gezeigt, aber heutzutage wird man ihn nur geschnitten ausstrahlen.)

Das Ende war dann doch das Befürchtete, aber die Schlußpointe erwies sich gottseidank als eine Remineszenz an TANZ DER VAMPIRE...

Abschließend kann ich nur sagen, daß wahrscheinlich der Hauptgrund für das häufige Sehen des Filmes derjenige ist, daß er Szenen (z.B. TRAUM, HALLUZINATION) hat, die ich immer wieder gerne sehe, ganz besonders die Inszenierung Russells hat es mir angetan und bin dann immer wieder enttäuscht, wenn es eigentlich keinen gibt, der meine Begeisterung für diesen Film teilt, womit ich wieder bei den Zweifeln bin, denn eigentlich ist ja LIEBENDE FRAUEN viel besser gemacht, hat mehr Klasse, psychologisch interessanter...
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#2 Masochrist

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Geschrieben 20. Februar 2003, 01:41

MUTANT - DAS GRAUEN IM ALL aka FORBIDDEN WORLD USA 1982

Nach dem Erfolg von ALIEN ließen Nachahmer und im Fahrwasser-Schwimmer nicht lange auf sich warten. Billig-Filmer (das soll bitte nicht despektierlich klingen) Roger Corman produzierte diesen Film. Was waren das noch für Zeiten als man in den 80ern die Videotheken durchforstete und in der SF-Abteilung stehenblieb, um eben mal einen mir unbekannten Film auszuleihen. Meine größtes Interesse galt dabei zumeist leider nicht dem Inhalt des Films, sondern im doppelten Sinne der Verpackung. 1.) Wie waren die Effekte / war die Ausstattung, konnten die Raumschiffe ihren billigen Modellcharakter unerkannt an einem vorbeischleusen? und 2.) das Cover, denn ein äußerst bedrohliches Maul mit rasierklingenscharfen Zähnen "lächelte" mich an. Die wirklich gut aufgemachte Video-Hülle hatte Erfolg.


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Am Anfang kommen dann die befürchteten Raumschiff-Szenen, sie sind für diese Zeit zwar nicht state of the art, aber besser als Durchschnitt. (Meine ich das wirklich?) Roger Corman benutzt wieder altes Material aus anderen Filmen, die unter seiner "Fuchtel" den Weg auf die mehr kleine als großen Leinwand gefunden hatten. Ob SADOR - HERRSCHER IM WELTRAUM oder PLANET DES SCHRECKENS, die dort schon benutzten Filmschnipsel oder Kulissen haben auch hier Verwendung gefunden. Dumm finde ich sowas überhaupt nicht. Man spart eben an den Ecken wo man sparen kann und produziert so billiger. Das hält das Budget niedrig und kann den möglichen Gewinn nur erhöhen, eine Maxime, die Corman verinnerlicht hat. Auch wenn in seinen Filmen ab und zu Trash-Stimmung aufkommt, können sie doch zumeist einen gewissen qualitativen Level halten, so auch MUTANT. Im Weltraum hört man dann klassische Musik und in der Forschungsstation auf dem Planeten XERBIA wird man neben einem Monster auch von einem äußerst gewöhnungsbedürftigen Synthie-Soundtrack malträtiert. Er hat seine Stärken, aber bricht zuweilen qualitativ dermaßen ein, daß einem auch hier das Grausen kommt.

Der Handlungsablauf ist dermaßen klischeehaft-trivial, klaut so offensichtlich Situationen und Story aus ALIEN, hier ein paar Bilder, die bei mir sofort ALIEN-deja-vu's auslösten:


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Aus heutiger Sicht frage ich mich - wenn ich mir diesen ausgelutschten Bonbon ansehe -, was ich ihm damals abgewinnen konnte und wo ich es danach verloren habe. Wieder einmal fällt mir die Diskrepanz auf, wenn man einen Film ewig nicht gesehen hatte und in dem Zeitraum des Nichtsehens ihn so positiv überzeichnet-romantisierte, daß er der hoffentlich mit der Zeit gewachsenen Persönlichkeit aufs extremste hinterhinkt und der Film einem nicht mehr das geben kann, was er früher noch vermochte. Er wurde eben von mir selbst zu einem anderen Film gemacht. Herausragend fand ich ihn aber auch nie, nur einfach nicht so schlecht wie jetzt. Die Stärken sind die Kulissen, das Monster, das Ungewöhnliche für das SF-Genre: SEX!!! Das lockert auf und gewährt außerdem Subjekt 20 einige interessant-voyeuristische Einblicke. Hinzu kommt noch der morbid-witzige Einfall, daß das Monster durch eine krebsbefallene Leber, die einem Wissenschaftler dafür extra herausoperiert wird, getötet wird. Aber ansonsten ist der Film so blutleer und ist ganz einfach nur auf Exploitation-Kurs. Dieser ausschließlich vordergründig-anspruchslose Film (was ich ja nicht immer schlecht finde) von der Stange hält mich nicht bei der Stange, weil er mich in keinster Weise unterhält. Nach letzlicher Neusichtung eine Enttäuschung. Wieder eine Illusion vergrault...

Uups, jetzt habe ich einen Fehler gemacht und bin jetzt 2x im Filmtagebuch vertreten. Wer mir sagen kann, wie das zu beheben ist, oder wie ich einen Beitrag löschen kann, schreibt mir bitte eine Nachricht.

Nachricht von Immo: Ich hab die beiden Themen "verschmolzen" - das nächste Mal einfach auf "Reply" klicken! :)
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#3 Masochrist

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Geschrieben 23. Februar 2003, 11:22

KLUTE USA 1971

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Vorgestern habe ich KLUTE, den ersten Teil von Pakula's sogenannter "PARANOIA-Trilogy", gesehen und muß sagen, daß ich überrascht war, wie gut er mir in psychologischer Hinsicht gefallen hat. Der Film läßt äußerst tief blicken und Abgründe offenbaren sich. Ende der 60er/Anfang der 70er entdeckte Hollywood wohl endgültig die Perversionen des Menschen und deutete sie nicht mehr nur an, sondern widmete ihr sich explizit, die dann in Krimi-Thrillern wie eben KLUTE zum Ausdruck kamen.

Perversionen interessieren mich ja sehr, weil sie einiges über einen Menschen aussagen. Für mich ist Perversion gelebte Individualität, die den Mut besaß im Gegensatz zur gängigen Normalität zu stehen. Wobei ich Normalität auch oft nur als eine Maskerade verstehe hinter der sie sich versteckt und mehr den Schein wahrt, vielleicht versteckt sich das Individuum auch dahinter, weil es über sich selbst im Unklaren ist und das Verhalten der anderen einfach nur imitiert. Solange die Perversion nicht jemand anderen tangiert als die perverse Person, ist das für mich unantastbar-harmlos, im Sinne von die Würde des Menschen ist unantastbar, aber die für mich wirklich Perversen sind eben die, die ihre Perversion auf einen anderen projizieren, so wie bei KLUTE. Und hier fängt der Film an interessant zu werden: Ein vermögender Geschäftsmann mit einer seriösen Fassade

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kommt bei einer Prostituierten wohl erstmals auf seine Kosten und in ihm wurden Leidenschaften und Neigungen geweckt, die er bis dato entweder nicht verspürte oder sie unterdrückte. Er tötet einige Huren und einen Mitwisser. Er macht es sich mehr als leicht: er gibt den Nutten die Schuld, was man in einem guten Monolog - eigentlich spricht er in dieser Situation zu Jane Fonda / Bree als personifiziertes Callgirl, das alles käufliche an Sex bietet, aber es hat mehr den Charakter einer Beichte oder einer Therapie-Sitzung, zu der Jane Fonda selbst oft geht und sich dort ähnlich offenbart, sehr geschickte Duplizität - von ihm zu hören bekommt:

"Ihr seid doch alle viel zu faul und zu verkorkst, um mit eurem Leben etwas vernünftiges anzufangen und daher beutet ihr die sexuellen Phantasien anderer aus und ich glaube kaum, daß du überrascht bist, wenn ich sage, daß in jedem Menschen etwas steckt woran man lieber nicht rühren sollte, Eigenarten, Schwächen, die man nie aufdecken sollte. Aber gerade diese Schwächen sind ja euer Betriebskapital und ich war mir meiner niemals voll bewußt, bis ihr sie geweckt habt."

Genauso könnte man verbotenen oder erlaubten Drogen, allein schon durch ihre bloße Existenz den Vorwurf machen: Du bist schuld und hast mich in Versuchung geführt.
Dabei bin ich der Meinung, daß nicht die Saat, sondern der fruchtbare Boden "schuld" ist. Nicht jeder Erreger erregt.
Da macht er es sich meiner Meinung nach einfach zu einfach, das ist ja fast neurotisch, auch deswegen interessant. Er projiziert seinen Haß auf seine Neigung (reine Unterstellung von mir) auf die Nutten, weil er sich gesellschaftlich gesehen dafür schämt, verachtet und zudem Angst hat, daß es rauskommt.
So ist er ein Schizo, "Moralapostel"und unmoralischer Mörder in einer Person.

Die Musik wo er Jane Fonda beobachtet ist fast schon Standard-Repertoire aus dieser Zeit: Klavier und das "Säuseln" einer Frauenstimme (mir fällt einfach keine besser Formulierung ein). Bei dem in gleichen Jahr herausgekommenen DIRTY HARRY hören wir auch solch ähnlichen Klänge. "Scorpio" ist dort ein ähnlich-kranker "Moralapostel", nur werden seine Taten gezeigt, bei KLUTE bleibt das der Phantasie überlassen. Ich würde übrigens jedem raten, sich diese beiden Filme anzusehen und danach ANGST ÜBER DER STADT, er ist eine mehr als deutliche Remineszenz an beide Filme. Besonders die Szene wo Belmondo den Einäugigen in der Fabrikhalle mit den unzähligen Puppen verfolgt, erinnerte mich stark an KLUTE.

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Bree wird noch mehr ausgeleuchtet, was in den diversen Sitzungen bei ihrer Therapeutin deutlich wird. Auch wenn sie sich ihrer Wirkung auf Männer sehr bewußt und in dieser Hinsicht selbstbewußt ist, kann das dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie ein sehr unsicherer Mensch und sich über sich im Unklaren ist. Sie ist auf der Suche. Vielleicht will sie gerade deswegen Schauspielerin werden, um sich wenigsten dort im Klaren zu sein, über die Rollen, die sie dort spielt. Als Prostituierte spielt sie auch, hat die Kontrolle und lenkt alles, hier ist sie sich in Klaren. Das mag sie an ihrem Job. Ein Augenblick ohne Zweifel. Jane Fonda's wirklich beeindruckende schauspielerische Leistung überzeugt mich passenderweise in dem Augenblick am meisten, wo sie auf der Bühne eines Theaters spielt und die Regieanweisungen aus dem Off zu hören sind. Man spielt die gut, dachte ich mir da. Vielleicht sah es ihr Vater ja ähnlich, weil ich irgendwo mal gelesen habe, daß er erstmals bei KLUTE von ihren darstellerischen Fähigkeiten überzeugt war. Sie bekam zu recht den Oscar. Sutherland spielt Klute wie einen Fels in der Brandung, er könnte Bree den Halt geben, auch wenn sie sich ihm gegenüber einige Male mies verhält und mit ihm spielt (vielleicht auch um die Stärkere zu sein), was sie ja gewohnt zu sein scheint. Vertrauen kennt sie (noch) nicht, ob das Ende nun offen oder eindeutig ist, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Wieder ein Film, den ich vielleicht 2x zuvor gesehen hatte und erst jetzt ihm etwas abgewinnen kann (klitzekleine Untertreibung)


PS: Danke Immo für Deine Korrektur
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#4 Masochrist

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Geschrieben 27. Februar 2003, 18:09

Loser - Auch Verlierer haben Glück (USA 2000)


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Amy Heckerling (Drehbuch & Regie) ... was soll ich bloß von Dir halten? Hattest Du mich schon mit CLUELESS überzeugt, was ja eigentlich eine Art "Jane Austen's EMMA in Beverly Hills"war, klaust Du wieder und machst aus dem Büroangestellten C.C. Baxter aus DAS APPARTMENT einen naiven Erstsemesterer, der von seinen Arschloch"mäßigen" Zimmergenossen ausgenutzt wird. Die Story hast Du fast 1zu1 übernommen, nur in ein anderes Gewand gepackt.

Eigentlich bin ich sogar ein Fan von "filmischen Transkriptionen", wo mir gezeigt wird, daß eine Geschichte zeitlos ist, weil sie in eine andere Epoche versetzt wurde, ohne an Reiz zu verlieren. Oder Du änderst die Altersgruppe der Hauptpersonen, weil es ja leider immer Leute gibt, die abwinken und sagen: "Das ist ja ein Kinder/Teenagerfilm usw".

So etwas finde ich borniert-oberflächlich. Die Aussage der Story bleibt doch diesselbe, das Wesentliche würde nicht geändert, nur das Gewand. So kann man jeder Alters/Geschmacksgruppe etwas näherbringen, was ihr auf den ersten Blick mißfallen könnte. Oder ich kenne Menschen, die grundsätzlich keine SF-Filme sehen, weil sie eventuell in der Zukunft spielen, oder genrebedingte "Abschrecker" wie special effects enthalten, aber wenn man eine Story abstrakt sieht und meinetwegen aus einem Raumschiff ein Segelboot macht, ist sie für mich eigentlich unabhängig von Raum oder Zeit, in dem/der sie spielt. (Man kann ja auch aus HIGH NOON OUTLAND machen) Es hängt einfach davon ab, ob man bereit ist offen zu sein bzw. zu bleiben und der Mensch verliert meiner Meinung nach sowieso nicht in aller, aber in vielerlei Hinsicht irgendwann die Bereitschaft dafür. Deswegen mag ich solche Versuche, auch wenn mich andererseits zuweilen dieser dreiste Ideenklau aufregt.

Nur schauspielerisch hinkt LOSER seinem "Vorbild" dermaßen hinterher. Mena Suvari fand ich z.B. in ihrer ersten Szene des Films so dermaßen schlecht. Der Film gefällt mir jetzt schlechter als zuvor (3x jetzt gesehen), wo mir sowas gar nicht aufgefallen war. War CLUELESS trotz Ideenklaus noch sehr originell, kommt LOSER nicht im entferntesten an diese Klasse heran.

Wieder einmal frage ich mich, ob der eigene, momentane Gefühlszustand beim Betrachten eines Films, einen ins positive oder negative ausschlagen läßt, was ja dann gegenüber dem Werk unfair wäre. Allerdings ändert sich meine Meinung zu einem Film, den ich über 10x gesehen habe, nicht mehr so sehr, was sich wahrscheinlich auch nur darauf zurückführen läßt, daß ich mir eben Filme in dieser Häufigkeit ansehe, die mir gefallen, ganz so masochistisch veranlagt bin ja dann auch wieder nicht.

Wer ein moralisches happy end und diese üblich-naive schwarz-weiß-Malerei a la Hollywood (all die bösen Menschen in diesem Film kriegen am Ende ihre gerechte Strafe) haben will, bekommt es mit LOSER
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#5 Masochrist

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Geschrieben 04. März 2003, 02:21

WOODOO - DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (ITA 1979)

Was hatte ich nicht zuvor schon von diesem Film gehört/gelesen, auch wenn ich das eigentlich nicht gerne tue, mich vor der eigenen (Erst)Ansicht schon mit den Ansichten anderer zu beschäftigen. So entstehen die so ungeliebten Vor-Urteile. Am liebsten ist es mir eigentlich “wie die Jungfrau zum Kinde zu kommen”, alles trifft einen absolut unvorbereitet.

Der Anfang gestaltet sich sehr behäbig-zähflüssig und diese Art der Inszenierung ist eigentlich während des ganzen Films omnipräsent, als ob sich Fulci vom Tempo der Zombies "infizieren" ließ. Erstmals amüsiert mich der Film als Fulci mit seinen ihm oft zugeschriebenen skurrilen Einfällen aufwartet und einen "Unterwasserzombie" plötzlich "auftauchen" läßt. Nicht nur, daß er eine Taucherin (natürlich topless) anfällt, nein, er nimmt es sogar in bester "Beißer"-Manier mit einem Hai auf. Für wen soll man da sein? Ich muß schmunzeln und will mehr davon und ich muß dem Stuntman oder wer immer so mutig war, sich mit dem wahrlich imposanten Hai einzulassen, meine Bewunderung aussprechen. Nur hat der Film leider zu wenig solcher Szenen.
Die wohl Bekannteste des Films könnte man auch als Toppung des “Fulci-Augenfetischismus” SEHEN, was ich besonders interessant dabei fand, war, daß die Frau von einem Zombie beim Duschen beäugt wird und anschließend von einem Zombie auf zutiefst grausame Weise ihres rechten Augenlichts beraubt wird. Vor allem diese explizite Dokumentation, das war schon ziemlich krass, aber ziemlich gut gemacht.


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Witzig, sah ich vor einigen Wochen meinen ersten Fulci (DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER), wo ich mich fragte, wo ich die eine Schauspielerin schon einmal gesehen hatte und dann konstatierte: HÄNDE WIE SAMT, war es auch in WOODOO eine andere Schauspielerin aus diesem Film. Wurde Eleonora Giorgi etwa auch noch von Fulci in einem anderen Film “getötet”? Na ja, das läßt sich leicht nachprüfen.

Auch wenn er mich nicht enttäuscht hat, konnte mich WOODOO nicht vom Hocker reißen. Die Masken und die Zombies sind aber definitiv nicht der Schwachpunkt des Films, die blutigen Effekte trafen meinen Geschmack. Sie sind wohldosiert, nur setzt Fulci den relativ wenigen harten Effekten eigentlich nichts anderes entgegen, oder sucht sein Heil anderswo. Und philosophisches/gesellschaftskritisches kann ich in dem Film nicht sehen. Und da ich oft an Romero erinnert wurde, hinkt - meine Unterstellung - Fulci, in seiner “zutiefst” vordergründigen Art, ihm hoffnungslos hinterher. Fulci's Film wirkt im Vergleich uninspiriert-blutleer, als wäre er ganz auf Exploitation-Kurs. Der Erfolg - der diesem Streifen glaube ich beschieden war - gibt ihm Recht.
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#6 Masochrist

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Geschrieben 05. März 2003, 03:05

ICHI - THE KILLER (JAP/HK/SÜDKOREA 2001) von Takashi Miike


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“Die meisten Menschen vereinen sadistische und masochistische Züge in sich, aber dieser ICHI ist ein hundertprozentiger Sadist!” Das ist die Meinung des "Blonden".

Ich bin nicht der Meinung, daß Ichi “nur” ein Sadist ist, er ist ein manipuliertes Opfer. Diverse Handlungsstränge am Anfang, die einen sprunghaften Erzählduktus erzeugten, verhinderten bei mir ein sofortiges “Einklinken” in den Film, welche Szene hat mit der anderen zu tun? Die Puzzle fügen sich mit der Zeit zusammen und ergeben zum Ende hin ein klareres Bild, ganz besonders im Bezug auf die psychologischen Erklärungen von Ichi's Motivation/Krankheit. Anspruchsvoll finde ich den Film deswegen zwar nicht, aber er ist geschickt inszeniert und gibt dem Film vielleicht gerade deswegen eine Tiefe, die aber auch illusionär sein kann, falls ich mich blenden ließ. Bei AUDITION gefiel mir die ruhigere Erzählweise und raffiniertere Story, wo der vordergründigen Gewalt weniger Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Andererseits ist es bei ICHI THE KILLER gerade diese grelle Bilderflut von den bizarrst-skurrilsten Gewaltorgien, die mich in seiner grausamen Konsequenz erschlägt. Er ist eben mehr Splatter als Psychodrama.

Diese “leicht verständliche Sprache” ist zudem krass-pervers, eben japanisch, mehr davon:

Ob sich nun einer selbst - dem Yakuza-Ehrenkodex folgend - seine Zunge abschneidet, oder andere unfreiwillig die unterschiedlichsten Körperteile verlieren (dabei wurde ich dann auch an AUDITION erinnert). Hier wird phantasievoll-makaber über den Jordan gegangen. Es geht um Schmerz, hier feiern Sadisten und Masochisten ein hammerhartes Splatter-Blutbad.

Wiedereinmal fiel mir die japanische Frauenfeindlichkeit negativ auf, weniger davon.

ICHI - THE KILLER war auf den ersten Blick sehr interessant-unterhaltsam, kann er diesen Eindruck beim zweiten Mal bestätigen, wenn man nicht ausschließlich Splatter will? Das hoffe ich vor allem in psychologischer Hinsicht...
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#7 Masochrist

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Geschrieben 08. März 2003, 14:59

PORNOSTAR (JAP 1998) von Toshiaki Toyoda


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Während des ganzen Films frage ich mich, was der Titel mit dem Film zu tun hat, aber kriege keine Antwort, ist mir dann auch egal, weil ich mir den Film nicht wegen des Titels ausgeliehen hatte. PORNOSTAR bestätigt meine Vorurteile von vielen japanischen Filmen: Eine ruhige Erzählweise, kaum Musik. Sofort bin ich drinnen im Film und freunde mich mit dem Protagonisten Arano, der eine schäbig-randvoll mit Messern gefüllte Tasche trägt, recht schnell an, wenn er doch nur ein wenig mehr sagen würde. Aber er ist der wortkarge Einzelgänger, dessen "häufigster" Satz wohl “ALLE YAKUZA SIND NUTZLOS” ist.

Und da der Film im kriminellen Millieu angesiedelt ist (der Film nutzt diese Zeit auch um motivierte und unbegründete Gewalt darzustellen), wo der Einzelne in Yakuza-Banden die Gemeinschaft sucht und sich ihr unterordnet, könnte man wohl auch in PORNOSTAR eine Dokumentation der Auseinandersetzung von dem Einzelnen und der Gruppe sehen. Wenn man z.B. einen Yakuza sagen hört:

“Aber das Leben in der Gemeinschaft ist sehr anstrengend, man lebt dauernd am Abgrund. Ich bin nicht aus Spaß Yakuza geworden.”(Kurze Zeit später wird er von Arano getötet)

Aber warum ist er dann Yakuza geworden? Vielleicht weil ein Yakuza-Boss sagt:

“Ohne Ansehen, ohne Dominanz ist man kein Mensch, sondern Abschaum. Du brauchst gute Kontakte.”(ja ich wiederhole mich, aber auch er wird von Arano getötet)

Dann kann man die mir leider nicht zwingend ersichtliche Motivation und Lebensweise von Arano verstehen, der ihre Art verabscheut und sie auch aus diesem Grund tötet, um die Welt “von den überflüssigen Elemente in dieser Welt” zu befreien. Aber was setzt er der Welt entgegen, was ist seine Lebensmaxime? Welche Elemente sind nicht überflüssig? Wann ist man in seinen Augen nützlich? Gibt der Film darauf eine Antwort?

Er fragt den ihm anfangs positiv-gesinnten Kamijo, als er von dem Todestag Kamijo's Vaters erfährt, was auf seinem Grabstein steht: Nichts
Natürlich könnte man darin auch eine buddhistische Lehre sehen, die einem sagt, daß das Streben nach allem Weltlichen illusionär ist und beim Tod diese Dinge sowieso nicht mitgenommen werden könnenn.
Andererseits könnte man es auch so interpretieren, daß man im Leben Dinge tun sollte, die es wert sind auf einem Grabstein zu stehen.

Die in PORNOSTAR geschilderte Welt erscheint mir leer und zudem sehr kalt zu sein, genauso sehe ich Arano. Scheinbar völlig unmotiviert-gleichgültig vagabundiert er durch die Welt. Die Annehmlichkeiten des Leben scheinen ihm fremd und unwichtig zu sein. Hilft er einigen Jugendlichen (sie bezeichnen sich selber als “Yakuza-Jugend”), die von einem Erwachsenen belästigt werden, lassen sie ihn zwar auf ihrem Skateboard fahren, aber auf lange Sicht verachten sie ihn, weil er sich weigert sich einer Gruppe anzuschließen. Und in einer immer krimineller und gewalttätiger werdenden Welt, der Yakuza-Welt, braucht man, wenn man Überleben will, den Schutz der Gruppe. Dieses Fehlen ist am Ende Arano's Todesurteil, aber macht ihm das überhaupt etwas aus, ist er für mich doch die personifizierte Todessehnsucht.
Am Ende ist meine Sympathie für Arano zwar nicht vollends verflogen, vor allem weil er sich treu bleibt, aber er ist gefrorerenes Blut, ein eiskalter Engel.
Bei all den Charakteren konnte ich nur in Kamijo noch wirklich humane Züge erkennen, der anfangs Arano lt. Auftrag töten sollte, aber es nicht tat und ihm eine Chance gab in die Bande aufgenommen zu werden. Witzigerweise - so zumindest meine Erinnerung - ist er auch der einzige, der von einem Verwandten - seiner Mutter - angerufen wird. Alle anderen scheinen nur in der Yakuza ihre Familie zu haben...
Eingefügtes Bild Kamijo & Arano

Sehr nüchtern, fast anteilnahmlos von Toyoda inszeniert, auf den ersten Blick sehr interessant.
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#8 Masochrist

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Geschrieben 11. März 2003, 19:32

DAS MILLIARDEN DOLLAR GEHIRN (GB 1967) von Ken Russell


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Diesen Russell-Film hatte ich bis dato noch nicht gesehen und er gehört für mich eindeutig - ja es gibt für mich 2 Kategorien von Russell-Filmen - in die der “Wahnsinnigen”. (Auch wenn ich mich gerade frage, ob ich das wirklich meine) Hier ist Russell wieder einmal (fast) dem Wahnsinn erlegen, selten schafft er es ihm wirklich zu widerstehen und ist meiner Meinung nach auch nur dann am Besten (wie z.B. bei LIEBENDE FRAUEN - sehr diszipliniert, DER HÖLLENTRIP - die so geliebten Visionen, BISS DER SCHLANGENFRAU blablabla). Ich mag ja seine Phantasie, seine Reizüberflutung, nur er sollte sie beherrschen und sich nicht von ihr beherrschen lassen und sich ihr nicht vollends ergeben. Tut er hier aber ... leider ... zu viel des Guten. Natürlich bei weitem nicht so extrem wie z.B. bei LISZTOMANIA, im Vergleich dazu ist der Film stinknormal-konservativ.

DAS MILLIARDEN DOLLAR GEHIRN ist ein rasant-hektischer Trip, mit einer äußerst hyper-agilen Kamera und könnte auch als groteske Bond-Parodie durchgehen (auch weil vor und hinter der Kamera “Bond-Erfahrung” mitspielt), mit dem üblichen Bond-Bösewicht und seiner Privatarmee.

Russell's “Wahnsinn” paßt sogar zum us-amerikanischen - nein, noch extremer, texanischen - General, der ihn perfekt personifiziert. Für mich ein Ku-Klux-Klan-Hitler, der Kommunisten anstelle von Juden ausrotten will und davon manisch besessen ist. Russell liefert hier einem hinlängliche Assoziationsmöglichkeiten. Zum Ende hin verstärkt sich in mir ein Verdacht, daß Russell DR. SELTSAM ODER WIE ICH... eine Remineszenz erweisen, oder toppen wollte, schafft er aber nicht. Passend fand ich auch das Finale, wo im kalten Krieg der Wahnsinn sein Ende im Eis findet.

Trotz seiner extremen Vitalität und Experementierfreudigkeit (die ich ja der 007-Serie abspreche) und weil er einem nie Zeit zum Atemholen läßt wie ABENTEUER IN RIO, erreicht er aber leider nie seinen Charme. DAS MILLIARDEN DOLLAR GEHIRN wirkt kalt, wie die Zeit und der Ort, in der er spielt, dennoch möchte ich mich noch in Anlehnung an den genannten Belmondo-Streifen als Francoise Dorleac-Fan outen. Mir gefällt sie ja besser als ihre Schwester, beide haben ein Puppengesicht. Leider ihr letzter Film, zu jung und zu früh gestorben...
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#9 Masochrist

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Geschrieben 13. März 2003, 20:25

MINORITY REPORT (USA 2002) von Steven Spielberg 1x

Endlich Minority Report gesehen und muß sagen, daß ich überrascht war, wie gut er mir gefiel, bis auf die letzten 5 Minuten. Das Ende erschien mir unlogisch und nicht schlüssig, vielleicht rede ich mir da aber auch was ein. Nur verstand ich nicht, wieso 2 Kugeln mit Opfer und Täter erschienen, aber es ein Selbstmord wurde, der ja lt. voriger Erklärung nie bei Precrime Alarm auslösen würde.
Sollte da der Zuschauer reingelegt werden, zwecks Spannungsaufbaus?

Aber dann dachte ich mir, da es sich ja um eine Philip K. Dick-Adaption handelt, daß das Ende schon bereits Minuten zuvor seinen Auftritt gehabt haben könnte. Schließlich ist Dick oft doppelbödig und zwischen Illusion und Wirklichkeit, Existenz und künstlicher Existenz hinundherschwankend. Cruise wurde doch verhaftet und der Gefängniswärter sagte ihm, bevor er in diesen Tank kam, daß man dort viel träume und Wünsche wahr werden, demnach könnte “das Ende” ja ein erträumtes und er immer noch im Tank sein.

Allerdings gibt es da einen Widerspruch, denn Cruise wußte ja nicht von Max von Sydow's Schuld, bevor er “eingefroren wurde”, nur seine ehemalige Frau. Also hinkt meine Unterstellung, oder “im Tank” herrscht eine andere Logik.

Wenn das Ende dann so ist, wie zuerst angenommen, weiß ich wirklich nicht, was ich vom Ende halten soll, was auf mich ohnehin zu positiv wirkte. Aber es ist halt ein Spielberg und hatte ich ihm doch schon während des Films einiges abgewinnen können, was ich bei ihm zuvor nicht bemerkt zu haben glaubte

(wie z.B. einen makabren Humor in Situationen, wo ich ihn nicht erwartete: Die “Augen seiner Mutter” fallen aus der Plastiktüte, kullern wie Murmeln weg und fallen durch ein Gitter, da dachte ich mir, daß dies eine Metapher für sein bisheriges Leben, seine Vergangenheit sein könnte, die er nun endgültig verloren hat und sich mit einer völlig anderen Zukunft anfreunden muß)

Aber dann am Ende diese Kehrtwende, deswegen wünsche ich mir ja auch, daß Cruise im Tank ist und derjenige, der ein happy end haben will, eben die andere Variante sich nimmt und beide Fraktionen bedient werden und glücklich sind...
Ein Tor, der meint, durchzukommen!

#10 Masochrist

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Geschrieben 14. März 2003, 21:27

ASTARON - DIE BRUT DES SCHRECKENS (ITA 1979) von Luigi Cozzi 1x


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Wow, ein verlassenes Schiff im Hafen von New York, da müssen sich ja Anno 1979 viele “italienische” Boote herumtummeln. Aber ich las gerade auf einer Seite Link, daß 1979 wohl ohnehin ein wichtiges Jahr für den italienischen Horrorfilm gewesen sein muß, auf die man dann ganz in der bekannten Exploitation-Manier reagierte (ganz nebenbei frage ich mich, warum New York so oft so eine Anziehungskraft auf italienische Filme dieser Zeit hatte):


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ALIEN und DAWN OF THE DEAD dürsteten förmlich danach, kopiert zu werden (ich würde sogar noch den ebenfalls Ende der 70er herausgekommenen MAD MAX dazuzählen, auch wenn er kein Horrorfilm ist, aber von der Nation der Plagiate in den folgenden Jahren auch hinlänglich geclont wurde). Italien erhörte diesen (Lock)Ruf des Geldes...

So wird auch in ASTARON - DIE BRUT DES SCHRECKENS doppelt ausgeschlachtet (ist damit eigentlich rip-off gemeint?). Billige Effekte (vor allem wenn ein und derselbe Effekt einem etwa 5x untergejubelt wird: der aufplatzende Bauch) und der “Heißhunger” auf die von den rühmlicheren Vorgängern geweckten Erwartungen werden hier in fast-food-Manier abgegrast, (aber interessanterweise recht rar gesät bedient). Uninspiriert-dreist nenne ich das. Konnte ich WOODOO noch eine gewisse Originalität abgewinnen und mich unterhalten lassen, weiß ich nicht, was ich von diesem Machwerk von Luigi Cozzi aka Lewis Coates halten soll.

Eigentlich ist er ja sehr ruhig inszeniert und in den Horror-Szenen (wohl) bewußt dunkel gehalten, nach dem Motto “weniger ist mehr”, wahrscheinlich um nicht ganz aufzufliegen. Das Monster Astraron
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oder auch von einem schwarzhaarigen! Siegfried Rauch Zyklop genannt, profitiert von diesem fehlenden Licht, konnte aber dennoch bei mir keine Pluspunkte sammeln.

Gänzlich verreißen möchte ich ASTRARON trotz all seiner banalen Klischeehaftigkeit dann aber auch nicht, denn irgendetwas hat der Film, nur bin ich mir nach tagelangem Fragen immer noch nicht sicher, was es sein könnte - vielleicht trashiger Charme? -, oder hab mir wieder was eingeredet. So was finde ich witzig, vor allem sobald ich es geschrieben habe, ich mich wieder darüber wundere und mich ständig unentschlossen im Kreis drehe. Auch wenn ich keine Lust verspüre ihn mir in nächster Zeit wieder anzusehen, werde ich ihn nicht überspielen, vor allem weil er für mich auch ein Zeitdokument einer damals sehr populären Alien-Welle ist und dennoch in jedes SF-Film-Lexikon gehört (so kam ich schließlich auf diesen Film). Leider war es ja die gekürzte 79 Minuten-Fassung, die aber seltsamerweise nicht bei den Splattereffekten, sondern in der Handlung gekürzt worden sein soll.
Ein Tor, der meint, durchzukommen!

#11 Masochrist

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Geschrieben 16. März 2003, 22:58

ALIEN - DIE SAAT DES GRAUENS KEHRT ZURÜCK (ITA 1980) von Ciro Ippolito 1x und nie wieder

Habe gerade diese geschmacklose Zelluloid-Zote gesehen und kann nur in Anlehnung an den Haupt-Handlungsort des Films sagen: GROTTENSCHLECHT, wie konnte ich ASTARON nur so negativ finden, im Vergleich zu diesem Machwerk ist er 1001x besser und hat definitiv Klasse. Eine Kritik sagt alles und bei mir kommen da keine Frühlingsgefühle auf:

"Dieser billige italienische Rip-Off, der die unverhohlene Dreistigkeit besitzt, sich als Fortsetzung von Ridley Scotts Alien - das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt auszugeben, ist nicht annähernd so spannend wie ein Spaziergang im hellen Sonnenschein."

Selten einen so langweilig-langatmigen Horrorfilm gesehen. Vor allem die ewig-langsamen Kamerafahrten - vielleicht wollte man so die Laufzeit des Films strecken- von einem Höhlenforscher bis zu einer in der Bahre liegenden Kollegin. Schnarch. Nein, sei doch nicht so gemein, daß war eine der atmosphärisch-dichtesten Szenen der Filmgeschichte. Oder man zeigt hinlänglich den Asphalt bis endlich das Auto ins Bild kommt. Für was alles Geld ausgegeben wird um Geld zu machen. Ich wartete stundenlang bis zu der Szene, warum ich mir diesen Film überhaupt angesehen hatte und war dann maßlos enttäuscht.
In grauer Vorzeit hatte mir ein Klassenkamerad davon vorgeschwärmt (na gut, kann auch in der Erinnerung zu mehr gemacht worden sein), selber schuld. So billig gemacht, vor allem, weil dann auch noch Dokumtarfilmmaterial hinzugefügt wurde, um sozusagen den Eigenanteil so gering wie möglich zu halten. Konnte ich bislang vielen Exploitationfilmen wenigstens noch einen gewissen trashigen Charme abgewinnen und bewunderte diese aus wenig mach viel Philosophie, ist ALIEN DUE (so der dreiste Originaltitel) für mich das bislang abschreckenste Paradebeispiel des Exploitationfilms. Frechheit siegt, hier wurde ohne Sinn, Seele und Verstand, aber mit viel Kalkül inszeniert. In meiner Liste der must-not-see-Filme ganz weit vorne.

PS: Wieder einmal frage ich mich warum bei der gesehenen Version die Horror-Effekte ungekürzt gezeigt, aber dafür Handlungsstränge herausgeschnitten wurden. Was aber wahrscheinlich auch wieder zeigt, daß Filme dieser Art, dann doch auf das Klientel zugeschnitten werden, die keine wirkliche Handlung haben wollen, sondern nur die Effekte/Szenen, von denen alle sprechen...
Ein Tor, der meint, durchzukommen!





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